475. – den 4. Oktober 1885. „Welcher ist der Größte im Himmel“, von der Liebe und Demut
„Es erhob sich aber ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden? (Luk. 22, 24.)
Liebe Kinder!
Es ist darunter ein solcher Streit verstanden, wobei die Meinigen untereinander sich befragen, was wohl für Tugenden es seien, welche in ihnen Mein Ebenbild am sichersten und ähnlichsten herstellen, weil nur Diejenigen groß vor Mir sind, welche einzugehen suchen in Meinen Willen, und somit auch in Mein Wesen. Dieses aber, wie ihr wohl wisset, besteht und gründet sich auf Liebe und Demut; darum auch die Menschen in dieselben eingehen müssen, wenn sie zu den Großen im Himmelreiche einst gezählt werden wollen.
Das wahre Glück oder die wahre Seligkeit besteht in deren Innewerden, oder in einem Gefühle, das nicht mit Worten beschrieben werden kann; des es ist geistig, und darum nur geistig zu erfahren, und kann auch nur geistig mitgeteilt werden, durch die Liebe, welche gleichfalls göttlich geistiger Natur sein muss, und sich dann nur in Handlungen kund geben kann nach Außen. Um aber der Liebe Gelegenheit zu geben sich bezeugen zu können, hauptsächlich in einer Gemeinschaft, welche aus geistigen Kindern von Mir besteht, deshalb statte Ich Jedes besonders dazu aus, und gebe verschiedene Gaben, damit sie sich untereinander unentbehrlich fühlen sollen, und so das Eine dem Andern mitteilsam sein kann. Dadurch ist auch der Überhebung ein Damm entgegen gebaut, weil Jedes neben seinem (besonderen) Besitze auch einen (besonderen) Mangel an sich wahrnehmen kann, so es redlich sich selbst prüft.
Meine Apostel wurden durch den h. Geist über diesen Punkt gründlich unterrichtet, und darum tüchtig gemacht Seelen für Mich zu erziehen; leset 1. Korinth. 12. 13. Kap.: „Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist, und es sind mancherlei Ämter, aber es ist Ein Gott, Der da wirket Alle in Allem!“„Nun aber hat Gott die Glieder gesetzet, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie Er gewollt hat. „So aber alle Glieder Ein Glied wären, wo bliebe der Leib!“
Über diese Worte Meines Apostels denket nach, und ihr werdet die verschiedenen Ausstattungen und Vorkommnisse, welche ihr auf dem geistigen Gebiet erschauet, besser verstehen lernen, und dieselben zu benützen suchen zum Aufschwunge des Geistigen; darum Ich auch solche Vorkommnisse zulasse, bei denen die Triebfeder nicht auf dem Göttlich-Geistigen beruht, wobei aber die Seelen in Meinem Dienste tauglich gemacht werden Gutes zu bewirken. „Ihr aber, strebet nach den besten Gaben“, und Ich will auch euch noch einen köstlicheren Weg zeigen“, welcher im 13. Kap. beschrieben ist; „denn die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und das Erkenntnis aufhören wird!“
Amen!
Euer Vater.
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