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Gemeinschaftspflege – Das Beispiel vom Kinde

478. – 25. Oktober 1885  Gemeinschaftspflege – Das Beispiel vom Kinde

„Wer aber euch tränket mit einem Becher Wassers in Meinem Namen, darum, dass ihr Christo angehöret, wahrlich Ich sage euch: Es wird ihm nicht unvergolten bleiben. (Matth. 10. 42.) „Und wer der Kleinen Einen ärgert, die an Mich glauben, dem wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um seinen Hals gehängt, und er in das Meer geworfen würde!“  (Mark. 9. 41.)

Liebe Kinder!

Auch in diesem Kapitel ist Etwas enthalten, was euch einen Blick auf den geistigen Standpunkt Meiner damaligen Jünger tun lässt, welcher auch heutzutage bei Meinen jetzigen Nachfolgern derselbe ist. Nämlich als Ich die Jünger fragte (V. 33): Was handelt ihr miteinander? da schwiegen sie stille; denn sie hatten miteinander auf dem Wege gehandelt, welcher der Größte wäre! So geht es auch unter Denen, die Mir gefallen wollen, sie sehen dabei auf ihre Mitbrüder, ob sie wohl besser seien, und bei Wahrnehmung einer Schwäche an diesen gefallen sie sich selbst mehr als Mir, weil sie dadurch ihre Eigenliebe verstärken.

Darum führte Ich ein Kind in der Jünger Mitte. Wie gerne leiten lässt, also sollen auch Meine Kinder sich stets das Gefühl bewahren, dass sie noch in manchen Stücken von ihren Mitbrüdern solchen Rath und Belehrung annehmen; weil Ich die Gaben mannigfach austeile, Dem diese, Jenem eine andere, auf dass der Liebe Gelegenheit geboten ist, sich tätig untereinander zu beweisen, und so das eine Gemeinschaftsglied dem Andern dienen kann, gleichwie die Glieder eines Leibes, was zwar nach äußeren Formen und dem Scheine nach schon bei Vielen beobachtet wird; aber das Dienen in Rath und Warnung wird mehr durch die Eigenliebe zurückgewiesen als angenommen, und erregt gegenseitiges Ärgernis

Darum segne Ich das in erster Art Dienen, und das in zweiter Art Dienen muss Ich von beiden Teilen verlangen, um Meines Namens willen, dass der, welcher ratet, in göttlicher Liebe ratet, und der, welcher Raths bedarf, denselben dankbar annimmt, und ihn nicht eher verwirft, als bis er es ernstlich geprüft hat. Ich brauche solch gegenseitige Vermittlung bei den Gemeinschaftsgliedern, weil Ich den freien Willen dadurch ehre, anstatt dieselben durch Meine eigenen Worte gleichsam zu zwingen. So übet euch auch in diesem Punkte, welcher eine große Selbstverleugnung braucht, bis die widerstrebende Eigenliebe getötet ist, auf dass ihr euch zusammenfügen lernet zu Einem Leibe, an welchem Ich ebenfalls als Haupt Mich beteiligen will.

Amen! Euer Vater Jesus.

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