489. – 1. Januar 1886 „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an!“
„Der Geist des Herrn ist bei Mir, derohalben er Mich gesalbet hat, und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen,
daß sie frei und ledig sein sollen. „Und zu predigen das angenehme Jahr des Herrn!“ (3. Mose 25. 10.) Luk. 4, 18.
Liebe Kinder!
Den Propheten wurde der Geist der Weissagung zu Teil; hauptsächlich sahen sie, wie und in welcher Weise Ich einst kommen werde. Darum sind alle diese Worte zuvor von Mir Selbst eingegeben worden, um die Menschen auf Mein Erscheinen richtig vorzubereiten. Weil aber diese Beziehungen sich mehr aufs Geistige bezogen, so ging es damals, wie in der Jetztzeit; die Menschen waren zu materiell, und schätzten eine geistige Vervollkommnung zu wenig, sie achteten daher den Werth des Heilandes für die Sünder nicht, sondern hofften auf irdische Herrlichkeit, und den damit verbundenen Genuss.
Darum wurden die Propheten nicht allein missverstanden, sondern auch öfters misshandelt. Sie waren Meine Vorläufer, was der Hölle bekannt war, und darum stießen sie auf harten Wiederspruch. Auch Ich Selbst hatte eine schwere Aufgabe, in die dickste Finsternis hinein das Licht zu stellen, und hatte mehr mit den Einflüssen der Hölle zu kämpfen, als mit den Menschen, welche Unbewusst von derselben stark beeinflußt worden sind. Daher zu Meiner Zeit die vielen Besessenen, die meist Mich dadurch zu verderben suchten, aber das Gegenteil erzielten; denn sie mußten auf diese Weise zu Meiner Verherrlichung beitragen.
So ist es auch jetzt in eurer Zeit wieder; Ich habe viele Propheten erweckt, welche von Meinem zweiten Kommen zeugen; aber sie finden gar wenig Gehör. Es ist nun abermals der materielle Besitz daß höchste Ideal der Menschen, zu welchem Ich der Geber sein soll; geschieht dies nicht nach des Menschen Wunsch, so bin Ich ganz ausgewiesen. Darum nimmt die Hölle vorerst fast die ganze Erde in Besitz, weil sie weiß, daß Mein zweites Kommen nahe ist, und schon die Posaunen des Vorläufers überall ertönen.
Es sind abermals Seher und Seherinnen berufen, welche die Seelen aus ihrer Lauheit erwecken sollen; und wenn ihr Alle, welche ihr Geistes-Auge aus Liebe für Mich und Mein Reich offen halten, euch umschauet, so werdet ihr erkennen, daß die Jetztzeit es ist, von welcher es heiß: „zu predigen das angenehme Jahr des Herrn!“ denn „siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an“ (Off. 3, 20); aber nicht allein bei der einzelnen Seele diesmal, sondern ganze Völker sollen erfahren, daß Ich Meinen starken Arm erhebe, zum Wohle der Menschheit. Darum, sehet euch vor, der Herr kommt, ehe ihr’s meinet, auf daß Er nicht auch euch schlafend finde, sondern mit Freude empfangen wird.
Amen; Euer Vater Jesus.
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