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Nicht zureden, sondern Selbstüberzeugung ist nötig

493. – 17. Januar 1886  Nicht zureden, sondern Selbstüberzeugung ist nötig
                       
Als nun die Samariter zu Ihm kamen, baten sie Ihn, daß Er bei ihnen bliebe; und Er blieb 2 Tage. Und Viele glaubten um Seines Wortes willen, und sprachen zum Weibe: „Wir glauben nunfort nicht um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, daß Dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.“   (Joh. 4, 40.)
 
Liebe Kinder!

Diese Worte der Samariter zum Weibe sind es, welche die Seele fest im Glauben machen; die Überzeugung von meiner Göttlichkeit muss jeder Seele durch die Gnade gegeben werden, nachdem sie zuvor durch ihr eigenes Zutun sich dazu tauglich oder empfänglich gemacht hat.

Dieses Zutun besteht im Suchen und Forschen in der heil. Schrift, denn sie ist es, die von Mir zeuget (Jobs. 5, 39.), damit die Seele dann bekennen kann: „Wir haben selbst gehört und erkannt!“ Welch großen Wert diese Worte für eine Seele haben, davon können Solche zeugen, welche den vollen Glauben in sich tragen, daß Ich der wahre Gott und Vater in Jesu bin. Darum ist es nötig, daß Solche nicht allein von Mir zeugen, ihren Mitmenschen gegenüber, wie es die Samariterin tat, sondern auch, daß sie für dieselben um Erleuchtung durch den heil. Geist anhalten; denn alles Erzählen und Beweisen (und Predigen) den Mitmenschen gegenüber ist bloß eine Vorarbeit an den Herzen, zu welcher noch die Gnade kommen muss, um den wahren Glauben denselben beizubringen.
           
So geht es heutzutage auch mit all den direkt von Mir geoffenbarten Worten; es können dieselben nur bei Solchen Eingang finden, welche redlich nach Wahrheit suchen, wozu sie teilweise durch allerlei Vorkommnisse im Leben veranlasst werden; oft auch durch das Einflüstern ihres Schutzgeistes, was aber die Menschen noch nicht zu begreifen vermögen, weil sie noch zu wenig Kenntnis von der Verbindung zwischen Dies- und Jenseits haben; aber soviel sollten doch alle Menschen begreifen, daß ein immerwährendes Walten zwischen Himmel und Erde stattfindet, welches von Mir ausgeht, und durch das Wort „Gnade“ bezeichnet ist.

Die Gnade ist unaufhörlich tätig an jeder Seele, und benützt jede Gelegenheit der Seele geistige Güter anzubieten; sei es im Verkehr mit den Mitmenschen, oder durch Lesen solcher Bücher, in welchen Gnadenworte enthalten sind, oder auch durch Unglücksfälle, oder sonstige Heimsuchungen. Überall kann ein Mensch, der auf die Gedanken seines Innern merkt, herausfinden, wie die Gnade sucht anzuknüpfen und auf Göttlich-Gutes hinzuarbeiten.
           
Gleichwie Ich in Meinem Erdenleben dort das Wasserholen der Samariterin benützte, um sie auf das wahre Lebenswasser aufmerksam zu machen, und dann durch sie noch Viele herbeigerufen wurden, also regiere Ich noch, und bediene Mich in manchen Fällen eines Weibes, um zu zeigen, daß nicht an der Person oder Form es liegt, die Wahrheit richtig zu beurtheilen, sondern daß Mein Geist und Meine Gnade es sind, welche mitwirkend, und so wahren Glauben erzeugen an Mich und Meine Worte!

Amen! Euer Jesus!

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