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9. Januar 1881
Matth. 5, 44
Meine lieben Kinder!
"Segnet, die euch fluchen!" Diese Worte grabet tief in euer Herz hinein und befolget sie; denn nur durch dieses könnet ihr entgegenwirken einer Macht, die allem aufbietet, Haß, Zorn und Verdacht auf euch zu schleudern.
Darum – bittet für solche, dann will Ich sie segnen; aber ihr müsset um den Segen für sie zuvor bei Mir anhalten, weil Meine heilige und gerechte Ordnung nicht den Haß unbestraft lassen kann; also müsset ihr aus freiem Willen solchen vergeben, die euch verfolgen, und Ich will eure Bitte gleichfalls erhören.
Denn es ist jetzt die Zeit, wo die unreinen Geister stark auf die Gemüter einwirken, hauptsächlich da, bei denen sie merken, daß solche schon mehr Licht in sich fühlen und gesonnen sind, der Wahrheit mehr nachzusuchen. Wenn euch daher oft Widersprüche oder ein Abkehren von solcher Seite zustößt, so betet anhaltender für sie.
Es ist viel schwerer ganze Seelen oder vielmehr die Seelen ganz für Mich zu gewinnen, als viele Seelen so etwa auf halben Weg zu stellen, darum sorget nicht so sehr, daß noch viele sich am Lesen beteiligen, sorget aber – daß eure Gemeinschaft, darin ihr gar wenige seid, desto eifriger für einander eintritt im Gebet, damit ihr wachsen möget zu einem starken Senfbaume, darunter die Vögel des Himmels nisten können.
Erneuert in diesem Jahre euren Gebetsbund, er wird euch immer zeigen – wie viel ihr in der Liebe gewachsen seid; sorget nicht zu viel für die äußeren Sachen dabei, sondern sorget – daß ihr immer mit gleicher Liebe, mit gleichem Vertrauen, mit gleichem Mitleid für so viele Seelen, die im Finstern wandeln, anhaltet, hauptsächlich aber für die, welche in der Halbfinsternis sich befinden und dadurch dem Kampfe mehr ausgesetzt sind, – diesen will Ich schnell zu Hilfe eilen, damit sie nicht eine Beute des Satans werden.
Gerade in der Jetztzeit gibt es sehr viele solche, die durch die Ereignisse, durch eine Einsicht in die vielen Unbilligkeiten, durch die vielen Gräueltaten, die überall vorkommen, nach etwas suchen, worauf sie sich fest verlassen könnten in ihrer geistigen Richtung; und wenn sie solches nun in Meinem ( neuen ) direkten Worte zu Händen bekommen, so sind sie abermals zu schwach, sich ganz auf dasselbe zu verlassen, und demselben vollen Glauben zu schenken, weil eben auch sie mit der Welt mehr beteiligt sind, als sie es an sich selbst erkennen, und gar vieles ablegen müßten; – darum ist dann wiederum ein Zweifeln vorhanden, welchem sie so gerne Gehör schenken, weil ihr Natürliches zu sehr beeinträchtigt wird, und so ist der Kampf groß, bis Ich vollen Eingang finde.
Auch bei euch ist dies noch der Fall, nur mit dem Unterschiede, daß diese Zweifel oder Abwendungen von Mir keine anhaltenden sind, sondern zumeist von äußern Sachen herrühren. Ich mache euch besonders aufmerksam darauf, damit euer Bund dadurch nicht in der Liebe erkalten solle, sondern ihr fest zusammenhaltet um Meinetwillen; bedenket welche Aufgabe ihr habt, so werdet ihr stark werden, auch in der göttlichen Bruderliebe, die sich über kleinliche Vorkommnisse wegsetzen kann. Weil ihr Mich zum Vorstand eurer Sache selbst erwählt habt, so will Ich euch Meinen Rat immer Selbst geben.
Euer Vater!
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