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19. Januar 1881
Lukas 9
Liebe Kinder!
"Wer sagen die Leute, daß Ich sei?"
Diese Frage tat Ich einst an Meine Jünger, obwohl Ich der Allwissende bin und besser als sie kannte, wie die Herzen und der Glaube an Mich bei den Menschen beschaffen waren; Ich wollte sie dadurch anleiten, daß sie sich bei denselben über Mich befragten; sie sollten die Ansichten kennen lernen; denn ohne daß dieselben ihnen bekannt waren, konnten sie ja nicht suchen, den Menschen etwas Anderes und Besseres von Mir beizubringen.
Meine Jünger antworteten Mir, daß es bei den Leuten heiße: "Ich sei ein Prophet", denn ganz konnte man Meine Person und Wunderkraft nicht verwerfen; es wäre gar zu unklug gewesen, wo doch so viele Tatbeweise da waren, welche auch den einfältigsten Seelen klarstellten, daß hier mehr als bloße Magie zu finden sei.
So ist es auch noch in der Jetztzeit! die Klugheit der Welt räumt Mir noch eine Stellung ein, weil sie wohl einsieht, daß es noch viele einfältige und redliche Seelen gibt, die sich ihren Heiland nicht nehmen lassen, sondern einen Ersatz dafür verlangen, den zu bieten keinem Menschen möglich ist, wenn er auch noch so viel Ansehen und Macht besitzt. Darum wollen diese Menschen Mir eine Prophetenstelle einräumen, oder Mich zu einem Stellvertreter für sich bei Gott machen, was ihnen gar lieb ist, weil auch sie es dadurch bequemer in ihrer natürlichen Lebensweise haben, und ist deshalb diese Annahme von Mir so vorherrschend!
Nun aber frage Ich auch euch als Meine jetzigen wahren Jünger, wie damals: "Wer saget denn ihr, daß Ich sei?" Diese Frage, Meine lieben Kinder, tue Ich an euch, nachdem ihr euch der Einwirkung Meines göttlichen Geistes rühmet und in Wahrheit sagen könnet, daß euch Meine Liebe und Gnade besonders heimsuche, und zwar auf verschiedene Weise. Könnet ihr nun auch gleich Petrus sagen: "Du bist der Christ Gottes?" Oder erkennet ihr in eurem Herzen Jesum als den wirklichen Gott und Vater an?
Sehet! dies ist eine sehr ernste Frage an euch; denn wenn dieses bei euch der Fall ist, so müsset ihr euch genau prüfen nach den folgenden Versen in diesem Kapitel, als dem 23., 24., 25., 26.; Ich bitte euch, dieses zu tun, damit ihr auch der gegebenen Verheißung dabei teilhaftig werden könnet. Denn gleichwie damals Einige von Meinen Jüngern diese Worte tief in ihrem Herzen bewegten, und Ich sie dann mitnahm auf einen Berg, um mit Mir zu beten, wo ihnen dann Meine Verklärung zuteil wurde, also will Ich Diejenigen, die sich im Gebet zu Mir emporschwingen, auf ganz fühlbare Weise Meine Herrlichkeit erfahren lassen; Ich will sie stärken und von der Wahrhaftigkeit Meines Wesens überzeugen. Sie sollen nicht mehr bloß durch Annahme glauben, sondern durch innerste Überzeugung. Es ist diese Überzeugung (als lebendige Erfahrung) der Segen ihres (guten) Wollens, welches der Liebe entsprießt; denn diese Liebe kommt aus der Erkenntnis bei Denen, die da suchen Mich wahrhaft zu erkennen.
Dieses Suchen wird nun vielfältig durch die Zeitverhältnisse hervorgerufen, so daß ein Hunger nach etwas Besserem bei vielen vorhanden ist, weil sie sich an den ihnen vorgesetzten Speisen (den noch eingeräumten Rechten, welche die Menschenlehre von Meiner göttlichen Person übrig ließ) nicht mehr sättigen können.
Sie fühlen durch Einwirkung von oben, daß sie einer größeren Hilfe, größerer Liebe, größerer Erleuchtung bedürfen, um sich erheben und vom Materiellen mehr losmachen zu können, um ihrem Geiste mehr Sorgfalt zuzuwenden.
Diese Zustände (des Sehnens nach Licht) sind die wahren Vorboten für Mein Kommen, darum Ich euch jüngst gesagt habe: "Gebet ihr ihnen zu essen!"
Wohl denen, die Ich bei der Arbeit finde, wenn Ich unversehens aufbreche und wohl dem, der sich nicht beruhigt, wie der Knecht, welcher meinte: "Mein Herr kommt noch lange nicht", und wo derselbe ihn dann schlafend findet!
Redet nicht viel über diese Meine Worte, sondern tuet danach!
Euer Jesus-Vater! Amen.
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