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219.  Verhaltensregeln im Missionsdienst

219.
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27. Februar 1881
Markus 10

Liebe Kinder!

In diesem Kapitel ist alles gegeben, wie sich Meine Jünger einst haben verhalten sollen, wenn sie in ihrem Missionsdienste etwas für Mich erzielen wollten. Dazu gab Ich ihnen Kraft nach innen und außen, und bereitete sie auf die vielen Entbehrungen vor, welche ihrer warteten.
Ich konnte und mußte deshalb immer wieder auf Mich Selbst sie hinweisen, da Ich Selbst alles zuerst erduldete, was auch ihnen nachmals auferlegt wurde; weil für sie es überhaupt keinen anderen Weg in den Himmel und für ihre Nachfolger gab und gibt, als den Reinigungsweg, welcher viel Kreuz als Wegzeiger aufgesteckt hat, damit die Seele von Irrwegen abgehalten werde.
Ich will nur einige davon nennen, z.B. wie gut ist gegen Lauheit und Sicherheit die Verfolgung, wie treibt diese so sehr zur Wachsamkeit an! Was eure Eigenliebe euch gut zu verbergen weiß, das wird aufgedeckt, wenn eure Mitmenschen durch Haß und Neid euch verfolgen. Diese zeigen bei solchen Gelegenheiten euch eure Fehler in so greller Farbe, daß ihr selbst darüber erschrecket, und so eine ernstere Selbstprüfung haltet, was euch zu großem geistigen Segen werden kann.
Darum ist die Verfolgung oft recht nötig bei euch, und auch die wahre Demut kann dadurch mehr erlangt werden, als bei Anerkennungen.
So ist euch nun dieses Kreuz als ein Beförderungsmittel gezeigt worden, und nun wollen wir noch die Armut beisetzen; wie viel Gelegenheit bietet doch diese, um mit Mir zu verkehren.
Wenn ihr ratlos seid, und euch die Menschengötter im Stiche lassen, so gilt es festen Glauben zu fassen, daß die Hilfe bei Mir zu finden ist. Ihr werdet dann bald den Unterschied zwischen Gotteshilfe und Menschenhilfe finden, und also an Liebe zu Mir, welche aus dem Danke stammt, zunehmen.
Also auch dieses Kreuz sollet ihr nicht aus dem Wege zu räumen euch bemühen; denn es ist ein guter Mittler zwischen Mir und euch, und ihr habt ja diesen Wunsch so oft schon getan, immer inniger mit Mir vereint zu werden. Erkennet also auch hierin die Gewährung eurer Bitten.
Es gibt auch Kreuze, welche durch die Liebsorge für das Wohl anderer, seien es nahe Blutsverwandte oder sonstige Menschen, hervorgerufen werden.
Dies ist schon ein Kreuz edlerer Art, und darum ruhet doppelter Segen darauf; denn sowohl ihr als Diejenigen, für welche ihr glaubet das Kreuz mittragen zu müssen, sollen von Mir aus Gutes dafür empfangen; nur müßet ihr begreifen:
Das Kreuz ist die Saat auf weltlichem Boden, und die Frucht von dieser Saat soll geistig geerntet werden. Dies ist das große Geheimnis des Kreuzes! Gleichwie auch Ich dem Leibe nach das Kreuz trug und dafür geistig triumphierte, so ist es bei Jedem Meiner Nachfolger eine Brücke von der Natur zum Geiste.
Bleibet daher in den Zeiten der Leiden und Anfechtungen nicht auf materiellem Boden stehen, sondern suchet auf geistigem Gebiete weiter zu kommen; benützet diese Gelegenheiten zum geistigen Fortschritte, anstatt daß ihr oft mürrisch euch Mir gegenüber benehmet, und euren Eigendünkel zum Regenten machen wollet.
Traget das Kreuz mit Ruhe und Würde, im Aufblick zu Mir, damit ihr verstehen lernet, was diese Last bei euch bezwecken soll; denn ohne euch dadurch segnen zu wollen, lasse Ich die Kreuztragung nicht zu! Immer steht dieser Segen bereit in Empfang genommen zu werden, doch je nach dem Grade ihr dasselbe würdig zu tragen wisset.
Je mehr Glauben und Liebe ihr in euch habt, desto leichter und segensreicher wird eure Kreuztragung!

Amen!

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