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12. Juni 1881
Johannis 8
Liebe Kinder!
Das Dreieinigkeitsfest ist in der Kirche so vielfach gefeiert nach seiner Bedeutung (nicht umsonst sind also so viele Trinitäts-Sonntage), daß unter den vielerlei Ansichten von Meinem Wesen kaum mehr die Wahrheit herausgefunden werden kann, nicht einmal durch die Beweise aus Meinem heiligen Worte selbst, weil dasselbe durch den heiligen Geist muß gedeutet werden, und gerade das Amt desselben wird von den Meisten nicht mehr geglaubt, weil dessen Eingebung schnurgerade ihrem materiellen Streben entgegenläuft.
Daher suchen sie solche Stellen in der Bibel aus, welche am ehesten nach ihrer Richtung können gedeutet werden, wie es bei den Pharisäern und Schriftgelehrten schon zu Meiner irdischen Lebzeit der Fall war, wo sie Meine Gottheit lächerlich zu machen suchten.
Auch heute will Ich nochmals Meine Worte wiederholen, wo Ich sagte, ( V. 56 ): "Abraham war froh, daß er Meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich." (Lukas 2, 13. 14)
( V. 58 ) Jesus sprach zu ihnen: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: ehe Abraham war, bin Ich! Nun in diesen Worten liegt die Bürgschaft für Meine Gottheit von Ewigkeit her; denn wenn ihr dieselbe umstoßen wollet, so ist die ganze Heilige Schrift für euch wertlos; entweder müsset ihr fest überzeugt sein, daß alles was Ich geredet habe, Wahrheit ist, ihr könnet nicht das Eine anerkennen und das Andere verwerfen, um euch eine bequeme Lehre dadurch zu machen, oder ihr müsset fest glauben, daß Ich Der bin, welchen Ich repräsentiere.
Dieser Ausspruch, welchen Ich gerade gegenüber den Pharisäern und Schriftgelehrten tat, als es sich um Meine Person handelte, kann nicht wohl anders gedeutet werden, als er lautet, wird aber bei vielen ganz übersehen, sie wollen von diesem Zeugnisse gar nichts hören, weil sie nicht recht wissen, wie es zu verfälschen ist.
"Ehe denn Abraham war, bin Ich"; der Sohn ist kein neu erschaffenes Ich, sondern Mein Reich ist von Ewigkeit her, und hat Sich bloß durch den Sohn in Menschenform eingehüllt, um der kreatürlichen Menschheit zugänglich zu werden, welche gleichfalls die Gnade und Erbarmung schuf, als Hüllen oder Organe für das eigentliche Ich, welches durch diese Umkleidung "Mensch" genannt wurde.
Darum auch das Urwesen des Menschen von Mir ausgeht und von Ewigkeit herstammt, und deshalb auch nicht eher befriedigt oder beseligt werden kann, als bis es wieder in Mir ruht in Meinem Wesen, welches ist die göttliche Liebe; zu diesem Zwecke wurde es eingekleidet, und deshalb begab Ich Mich Selbst unter die Menschen unter derselben Form, um so als Lehrer und Meister durch Wort und Beispiel voranzugehen.
Der Widerspruch des Satans aber war sehr groß, deshalb je mehr es sich gegen Mich erhob, desto demütiger mußte Ich sein, und seine Verfolgungen dulden, dem Stolze – Demut, dem Hasse – Liebe entgegensetzend, weil diese zwei Tugenden die Grundgesetze Meines Reiches ausmachen.
Wer nun in dasselbe wieder zurückkehren will, der muß ebenfalls denselben Prinzipien huldigen, ansonst sie (die Widerspenstigen) als Empörer gegen Mich ausgewiesen werden müssen.
Darum Ich als Jesus also gelehret, gelitten und gesegnet habe, und durch Mein Menschliches die göttliche Liebe euch mitteilte, damit das in euch gelegte Abhängigkeitsgefühl von einem höheren Wesen jetzt euch nicht mehr Bange, sondern Freude machen solle, weil ihr statt dem Schöpfer und strengen Richter in Mir den Vater habt kennen gelernt.
Wer den Richter glaubt, zieht sich zurück vor Demselben, und alle Gebote von Ihm sind ein Muß und verstümmeln den freien Willen des Menschen; wer aber "den Vater" anerkennt, der ist glücklich, als Kind dessen Willen zu erfüllen.
Darum ist es von großer Wichtigkeit, Mich in Meinem wahren Wesen zu erkennen, und zu wissen, daß Ich von Ewigkeit her war als Jesus, oder daß in Meinem Wesen, welches Gott als heilig, gerecht und allmächtig darstellt, auch die Liebe vorhanden war, welche Mich antrieb – Mensch zu werden.
Auch jetzt hebt die Mehrzahl Steine gegen Mich und will Mich vertilgen, sie wissen nicht mehr, von wannen sie kommen sind, noch wohin sie einst zu gehen haben, sondern tappen im Finstern, ungesättigt durch hohle Reden und Lehren folgen sie den Irrlichtern der Menschen, anstatt die geistige Sonne, welche ihr Innerstes erwärmen und erleuchten will, auf sie einwirken zu lassen; ihre Strahlen brechen sich an dem Starrsinn, in welchen sie Ihren freien Willen umzuwandeln wissen.
Mein Bild, das Ich ihnen aufgeprägt habe, ist so entstellt, daß es nicht mehr möglich ist, nach demselben Mein göttliches Wesen zu beurteilen; daher auch die vielen falschen Ansichten von Meiner Gottheit.
"Aber Ich will zu dieser Zeit nun Meinen Geist reichlich ausgießen!" Auch diese Worte der Verheißung sollen jetzt in Erfüllung gehen; und wenn Meine Kinder trauern beim Überblicke dieser Folgen des Sündenfalles, so sage Ich ihnen: "Es ist des Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben;" darum "freue dich, du kleine Herde, die du vom wahren Hirten auf die grünen Auen geführet wirst und an die Brünnlein, wo Lebenswasser fließt die Fülle ewiglich!"
Amen!
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