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240.  Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?

240.
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17. Juli 1881 
Johs. 6
 

Liebe Kinder!

Einst fragte Ich den Jünger Philippus, als das Volk um Mich versammelt war: "Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?"
Obgleich Ich Selbst es ja so segnete, daß es gut ausreichte, so wollte Ich doch Meinen Jünger an dieser Liebsorge für seine Mitmenschen teilnehmen lassen, denn in der sorgenden Liebe beteiligt sich der Mensch an Meinem Wesen; diese ist es, der Ich am meisten von mir mitteile, weil Mein Urwesen Liebe ist, und dasselbe gleichfalls bei euch sein soll; darum auch alles, was ihr aus Liebe tut, großen Segen euch bringt. Wenn dabei auch Undank euch entgegen tritt, so wisset ihr ja, daß Ich der Vergelter bin für jeden Liebesdienst, und nicht der Empfänger desselben; denn um Meinetwillen sollet ihr es tun.
So wollte Ich auch hier Meine Jünger zu einer Liebestat veranlassen durch Meine Frage, und verzog deshalb mit Meiner Beihilfe, bis sie erst das befolgten, was Ich ihnen als nötig aufgetragen; sie durften Meinen großen Segen erst erfahren, als sie im Glauben und in der Liebe tätig waren; aber das ganze Volk wurde dann satt, so daß noch von dem scheinbar Wenigen viel übrig blieb.
Sehet, diese Volksspeisung bietet abermals eine Entsprechung für die Jetztzeit, wo zwar viele suchen ihren Geist zu befriedigen, aber in der (geist.) Wüste sich befinden (des puren Weltverstandes), sie nicht wissen, mit was sie den Hunger des Geistes befriedigen können.
Auch unter diesen befinden sich vielfach solche, welche Mir nachfolgen wollen, und sich gerade deswegen nicht mit dem weltlichen Treiben befriedigen können. Hier gilt eben wieder obige Frage:
"Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?"
Es ist diese Frage von Mir in der Jetztzeit eine ernste, indem Ich nun von Meinen Jüngern einen viel größeren Glauben verlangen muß, um Mir die Hand zu solcher Sättigung zu bieten, weil sie Meine persönliche Mitwirkung nicht wie damals Meine Mich umgebenden Jünger annehmen können, welche Augenzeugen dieser Meiner Mitwirkungen waren; aber statt dieser Anschauungen haben Meine jetzigen Kinder die ganze Entwicklungsgeschichte Meines Reiches (und zahllose Beispiele) hinter sich, und können wissen, daß nur Meiner göttlichen Allmacht und Weisheit es möglich war und ist, unter den vielfachen Verfolgungen und dem Widerstande aller Art dasselbe dennoch zu erhalten, leider aber nur noch sehr mangelhaft, so daß es nun höchst nötig ist, abermals Meine Kraft an demselben zu beweisen; und solches muß zuerst an einzelnen Seelen geschehen, die fest im Glauben und in der Liebe zu Mir stehen, und sich nicht abschrecken lassen beim Anblicke, des großen Arbeitsfeldes bei so wenigen Arbeitern; denn ohne mutigen Anfang kann kein gesegneter Fortgang bestehen.
Und damit ihr euch mehr ermuntert fühlet, wenn Ich euch berufe, und eure Schwachheit euch dabei zu sehr beunruhigt, so schauet hinaus in die Natur, wie oft eine einzige wohlriechende Pflanze die umgebende Luft vor vielen anderen Gewächsen erfüllt, ebenso kann durch ein einziges geeignetes Gewächs dem Schaden vor vielen anderen gesteuert werden.
Also auch da, wo Ich Meinen Segen dazu gebe, kann ein einziger Mensch, der Mir treu dient, ein ganzes Dorf mit seinem Beispiele segnen, wenn es ihm ein Anliegen ist.
Ich lege Meinen Segen ins Einzelne, durch welches er auf andere übertragen werden kann, so daß derselbe dann eine für euch noch unglaubliche Größe und Höhe erreichen kann, (Matth. 13, 31. 32 vom Senfkörnlein), weil ihr euch zu wenig in Meine Ordnung versenket, welche doch so sehr geeignet ist euer Vertrauen zu stärken, um euch Meine Führungen besser gefallen zu lassen.
Ebenso lege Ich einer kleinen von euch geübten Liebestat so großen Wert bei, daß viele Sünden dadurch getilgt werden; denn der Geist wird euch dann antreiben vieles zu vergessen, was Ärger, Haß, Neid und Unzufriedenheit euch bereiten könnte.
Auch diese Gefühle enthalten weit größere Segnungen in sich als ihr ahnet; denn es sind nicht immer (wie es viele oft auslegen) Gefühle, die nur aus Eigenliebe und Selbstsucht hervorgehen, sondern es ist vielmehr oft ein Gehobensein nach einer vollbrachten guten Tat, wozu Ich Meinen Segen gebe.
Und so bin Ich überall bereit zu segnen im Innern und im Äußern. Sobald ein redliches Wollen bei einer Seele stattfindet, will Ich Meinen starken Arm gebrauchen, sie zu unterstützen; doch muß dieselbe es Mir überlassen, welche Mittel Ich dabei anwende; aber daß es nur segnende sind, das glaubet auch heute auf`s Neue wieder – eurem Jesu!

Amen!

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