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24. Juli 1881
Matth. 28,18
Liebe Kinder!
Ihr seid in eine Zeitperiode eingetreten, wo der Unglaube seinen Höhepunkt erreicht hat, und man (im allgemeinen) gar keinen (richtigen) Begriff mehr von Mir hat.
Dieser Zustand gleicht Meiner Grablegung; denn auch die Pharisäer und Schriftgelehrten waren nach Meiner Kreuzigung vollkommen beruhigt, und wollten das Andenken an Mich gleich nach dem Feste vollends austilgen; aber siehe da, nun wurde ihnen die Wahrheit Meiner Worte bewiesen, welche lauten:
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!"
Auch Meinen Jüngern fehlte noch der starke Glaube an diese Worte, darum meldete Ich Mich nach Meiner Auferstehung bei denen an, die noch zweifelten, und richtete Mein Erscheinen je nach dem Grade ihres Glaubens ein; einige waren von der Wirklichkeit Meiner Person sogleich mit Freuden erfüllt und begrüßten Mich, andere aber erschraken, als ob Ich ein Gespenst wäre! Dieser Unterschied bei den Jüngern gründet sich auf ihren geistigen Standpunkt, wie weit sie nämlich in der Liebe mit Mir verbunden waren.
Gleich wie es in äußeren Verhältnissen der Fall ist, daß je mehr ein Mensch den Andern liebt, desto besser er denselben kennen lernt und sogleich weiß, in welcher Stimmung derselbe sich befindet, wenn er mit ihm verkehrt, (denn nur die Liebe kann ein richtiges Urteil fällen); ebenso geht es nun heutzutage mit Meinem Eintreten.
Nur wer in der Liebe zu Mir steht, wird freudig "herein" rufen, wenn Ich anklopfe, und weil er Mich durch die innere Erleuchtung getrieben herbeisehnt, wird er sich auch nicht vor Mir, als einen erhabenen Gott fürchten, sondern je größer die Liebe zu Mir bei einem Menschen vorhanden ist, desto besser und stärker glaubt derselbe an einen innigen Verkehr zwischen Mir und ihm, und setzt sich dadurch in ein Verhältnis, wo es nicht mehr möglich ist, Mich bloß nur in der Ferne zu bewundern und zu beehren, sondern es muß dasselbe ein zugänglicheres sein.
Darum wenn Ich euch als Vater ganz beglücken will, so muß in euch der Glaube an Meine herablassende Vaterliebe gelegt sein, ihr müsset suchen denselben durch Gegenliebe festzuhalten, was ihr dadurch beweiset, daß ihr die Worte, die euch diktiert werden, als Meine Worte anerkennet, weil sie von Mir und Meinem Wesen, hauptsächlich von Meiner Liebe zeugen, so sage Ich euch, daß wenn Ich solches tue, kein Zwang zum Glauben dabei stattfinden darf; darum auch keine äußeren Beweise durch Wunder dabei statthaben, sondern sowohl bei denen die es lesen, ist das Mitwirken des heiligen Geistes erhöht, damit sie es verstehen und begreifen.
Ihr sollet daher da, wo es euch drängt, über Mich zu reden, offen von Meiner Liebe zeugen; aber die Art und Weise, wie ihr sie noch besonders fühlen dürfet, sollet ihr so lange als möglich verbergen, bis Ich Mich anmelde zu einem Besuch, und solche Seelen Selbst vorbereite; gleich wie damals bei den Elfen, wo doch Einige zweifelten.
Weil Ich aber solche Seelen genau durchschaue, die zwar zweifeln an der Art und Weise, aber in der Liebe reif sind, so daß Ich Wohnung bei ihnen nehmen kann, so sage Ich euch:
"Mir ist auch über diese Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden", darum lehret sie und taufet sie (d.h. weihet sie ein) in dem Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was Ich euch geboten habe (s. Nr. 37 oder Predigt 27), das ist: die Erfüllung Meiner Liebesgesetze, und dann wird die Zeit bald anbrechen, wo Ich nicht nur in Zeitabschnitten euch Meine Nähe durch äußere Worte besonders fühlen lassen, sondern es gelten dann die Worte für euch alle:
"Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!"
Bleibet also treu und stark in der Liebe zu Mir, damit ihr nicht durch die äußeren Lockungen etwa das Mittel dem Zwecke vorziehet. So geht es ebenfalls im Schreibverkehr; nicht so sehr das Schreiben soll euch freuen, sondern der damit verbundene erhöhte Verkehr mit eurem Herrn und Gott, und zugleich eurem liebenden Vater.
Amen.
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