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Hat Jesus der Öffentlichkeit bestimmte Lehren vorenthalten?

Hat Jesus der Öffentlichkeit bestimmte Lehren vorenthalten, die er den Aposteln und diese nur Eingeweihten weitergaben?

Großes Johannesevangelium, Band 2, Kap. 218

  01] Sagt Cyrenius: »Herr, vergib, hier muß ich eine Zwischenfrage tun! Was geschieht denn mit dem Keimchen des Weizenkornes, so es zermalmt, zu Mehl gemacht, endlich als Brot gebacken und gegessen wird? Lebt auch in diesen Stadien der Lebenskeim noch immer fort?«
  02] Sage Ich: »Allerdings; denn wenn du das Brot issest, so wird das materielle Mehl bald wieder durch den natürlichen Gang aus dem Leibe geschafft, das Keimleben aber geht dann als Geistiges sofort in das Leben der Seele über und wird nach entsprechender Beschaffenheit eins mit ihr. Das mehr Materielle des Lebenskeimes aber, das ihm immer, wie das mosaische Wasser dem Geiste Gottes, zur soliden Unterlage diente, wird Nahrung des Leibes und geht endlich als gehörig geläutert auch in die Seele über und dient ihr zur Bildung und Ernährung der seelischen Organe als ihrer Glieder, ihrer Haare usw, und überhaupt zur Bildung und Ernährung alles dessen, was du vom Alpha bis zum Omega an einem menschlichen Leibe findest.
  03] Daß aber eine Seele aus allen den gleichen Teilen wie der Leib besteht, davon kannst du dich an dem Engel Raphael, der an unserem Tische sitzt und sich nun mit dem Josoe unterhält, mehr als handgreiflich überzeugen. (Mich zum Engel wendend:) Raphael, komm hierher, und laß dich befühlen von Cyrenius!«
  04] Der Engel kommt, und Cyrenius betastet ihn und sagt: »Ja, ja, das ist alles Natur und sozusagen im Ernste Materie! Er hat wahrlich ebenso wie wir alle Glieder und dieselbe Form wie unsereins, nur ist alles edler, weicher und um sehr vieles schöner; denn die Anmut seines Gesichtes ist, man kann es sagen, unübertrefflich strahlend schön! Es ist zwar durchaus kein Mädchengesicht, sondern ein männliches, mit allem Ernste gegeben, aber dabei dennoch schöner als das schönste Mädchengesicht! Ich habe mich früher wahrlich viel zuwenig bekümmert um diesen Gesellschafter. Er wird ordentlich immer schöner, je länger ich ihn betrachte. Mein Himmel, das ist wahrlich sonderbar! (Zum Engel sagend:) Höre, du herrlich schönster Engel, fühlst du auch Liebe in deiner schönsten Brust?«
  05] Spricht der Engel: »O sicher; denn mein geistiger Leib ist gleich der göttlichen Weisheit, und mein Leben ist die ewige Liebe Gottes des Herrn. Und weil mein Leben pur Liebe ist, so muß ich ja doch auch die Liebe fühlen, da mein Leben selbst nichts als die purste Liebe ist.
  06] Wie konntest du als ein sonst so weiser Mann mich doch um so etwas fragen? Sieh, was Gott der Herr von Ewigkeit in Sich Selbst war, ist und bleiben wird ewig, das müssen ja auch wir sein, weil wir vollkommen aus Ihm und somit auch völlig in allem Sein Wesen sind, gleichwie der Strahl der Sonne auch vollends das ist und wirket, als was die Sonne selbst ist! Wenn aber also, wie dann solch eine Frage?!«
  07] Sagt Cyrenius: »Ja, ja, das ist schon ganz wahr und richtig, und ich hätte das auch ohne deine Erklärung gewußt; aber ich mußte dich ja doch um etwas fragen, auf daß ich den Ton deiner Rede zu hören bekam. Nun aber sind wir auch schon fertig miteinander, und du kannst dich wieder auf deinen Platz begeben!«
  08] Sagt der Engel: »Das hast nicht du, sondern allein der Herr mir zu gebieten!«
  09] Sagt Cyrenius: »Freund, wie es mir vorkommt, so bist du bei deiner Schönheit, Weisheit und Liebe aber dennoch so hübsch fest im trotzigen Eigensinne!?«
  10] Sagt der Engel: »O mitnichten! Aber von den Sterblichen kann und darf mir keine Vorschrift gegeben werden; denn bei mir selbst bin ich ein Herr und lasse mir von niemand etwas vorschreiben, weil mein Ich nun, abgesehen, daß ich völlig in allem aus Gott bin, ein vollkommen selbständiges Ich ist! Zudem brauche ich mich nicht wie die Menschen dieser Welt vor etwas zu fürchten; denn dazu habe ich eine Macht und Kraft, von der dir noch nie etwas geträumt hat. Willst du aber diese näher kennenlernen, so frage du den Hauptmann Julius und meine Jüngerin Jarah und auch die Jünger des Herrn; diese werden dir davon schon etwas zu erzählen verstehen!«
  11] Sagt Cyrenius: »Herr, sage Du ihm, daß er sich wieder auf seinen Platz begeben möchte, sonst fange ich an, mich im Ernste ganz entsetzlich vor ihm zu fürchten; denn mit dem möchte ich wahrlich keine Kirschen verzehren! Er wird stets gröber und hitziger, und es ist mit ihm bei all seiner Schönheit nichts zu machen.«
  12] Sage Ich zum Engel: »Nun, so begib dich denn wieder auf deinen Platz!« – Und der Engel folgt augenblicklich Meinem Wink und begibt sich wieder an seinen alten Platz. Und Cyrenius ist sehr froh darüber; denn er hat vor dem Engel schon in allem Ernste sich sehr zu fürchten angefangen.
  13] Gleich darauf aber fragen Mich Johannes und Matthäus, ob sie das alles aufzeichnen sollen.
  14] Sage Ich: »Das könnt ihr tun für euch, aber fürs Volk braucht ihr das nicht aufzuzeichnen; denn das ist noch um zweitausend Jahre zu jung, um das zu fassen. Den Schweinen aber soll man die Perlen nimmer vorwerfen, weil sie solche Kost von der schlechtesten Schweinekost gar nie zu unterscheiden vermögen. Aber für euch und für wenige andere könnet ihr das ja immerhin aufzeichnen.«
  15] Und die beiden Jünger tun das auch mit entsprechenden Bildzeichen zum Unterschiede dessen, was sie auf Mein Geheiß mit den ordentlichen hebräischen Buchstaben niedergeschrieben haben.


Großes Johannesevangelium, Band 5, Kap. 117

  01] Sage Ich: »Allerdings, – denn wer in Meiner Liebe ist, der ist in allem, was aus Mir ausgehet! Aber aus Meiner Liebe ganz allein wirst du Mich wohl schwer als das erkennen, was Ich bin! Denn siehe, sehr und gar mächtig lieben kannst du auch dein Weib und vice versa (umgekehrt) dein Weib auch dich; aber darum wirst weder du deinem Weibe, noch dein Weib dir ein Gott sein!
  02] So du Mich nur als einen puren, wennschon sehr guten und verständigen Menschen liebst und Ich dich ebenalso, da können wir Äonen von Jahren miteinander wandeln, und du wirst Mich dabei ebensowenig als einen Gott erkennen und begrüßen als Ich dich, der du sicher kein Gott, sondern nur ein Geschöpf desselben bist.
  03] Willst du Mich aber als das erkennen, als was Ich vor dir stehe, so muß Ich Mich dir als derjenige durch Wort, Rede und Tat zu erkennen geben. Hast du Mich aber daraus wahrhaft erkannt und aus Meiner Macht und Weisheit einsehen gelernt, daß Ich offenbar mehr denn ein pur guter und verständiger Mensch bin, dann erst wird dein Herz demütig vor Mir in den Staub zurücksinken und in solcher gerechten Demut dann erst recht allerlebendigst zu Mir in aller Liebe erbrennen; und du wirst darin dann erst den lebendigsten Grund, Mich, deinen Gott und Schöpfer, über alles zu lieben, treu und wahr finden. Was aber dir gilt, das gilt auch jedem andern Menschen.
  04] Wer Mich nicht als Gott erkennt, der kann Mich auch nicht als einen Gott wahrhaft über alles lieben! Hättest du Mich aber je als Gott erkennen können, so du von Mir nur rein menschliche Handlungen und Taten und Reden beobachtet hättest? Sicher nicht! Und wäre deine Liebe zu Mir so mächtig geworden, so du kein Göttliches an Mir entdeckt hättest?! Dadurch aber, daß Ich dich bloß nur mit aller Liebe und Neigung erfaßt hätte wie allenfalls ein Bräutigam seine Braut, hättest du nicht erfahren können, daß der Geist des allerhöchsten Gottes wohne und wirke in Rat, Wort und Tat in Mir, sondern Meine Weisheit und Meine Macht haben dir das erst verkündet, und es ist somit eben nicht ganz recht, so du Meine Weisheits- und Machtgröße ein erschrecklichstes Feuermeer nennest und der Meinung bist, daß damit die Menschen nie etwas zu tun haben sollen. Gerade das Gegenteil!
  05] Die Menschen sollen mit aller Gier Mein Reich in allem und vor allem suchen und sollen sich als Meine werdenden Kinder stets mehr und mehr in ihres Vaters großem Hause in jeder Sphäre und Beziehung auszukennen anfangen. Dadurch werden sie dann auch in der wahren Liebe voll Demut wachsen, und sie werden dadurch am Vater, und der Vater auch an ihnen, eine stets größere, mit aller Liebe erfüllte Freude haben.
  06] Wenn die Menschen also tun und leben werden ein wahres Leben in und durch Meine Weisheit, Liebe und Macht, dann werden sie auch ganz das sein, was sie alle eigentlich sein sollen. Sie werden dadurch erst als Meine wahren Kinder ebenso vollkommen werden, wie Ich da Selbst vollkommen bin, und werden dann Meine göttliche Weisheit, Macht und Größe nimmer mehr als ein erschreckliches Feuermeer finden. Ich meine, daß dir das nun auch klar sein wird!
  07] Doch aber sage Ich euch allen hinzu, daß ihr alle vorderhand die Völker nicht alles das lehren sollet, was Ich euch nun gezeigt habe. Lehret sie vor allem Gott erkennen und lebendig an Ihn glauben und Ihn lieben über alles! Alles andere wird ihnen nach dem Bedarfe der Geist selbst enthüllen.«


Großes Johannesevangelium, Band 8, Kap. 77

  01] Sagte nun der Römer Markus: »O Herr und Meister, das ist mir wenigstens nun alles wohl klar; aber das sehe ich nun auch ganz hell ein, daß dieses die Menschen, die das von irgendher vernehmen werden, nicht fassen und begreifen werden; denn dazu gehören wohl die allergewaltigsten Vorkenntnisse! Wir haben es nun an Deiner Seite freilich leicht, weil Du uns alles mit Hilfe Deiner Allmacht, Liebe und Weisheit so darstellen kannst, daß wir selbst die wunderbarsten Dinge verstehen können; wir aber vermögen das nicht, und so werden sich diese wunderbaren Dinge von uns aus den andern Menschen schwer oder auch gar nicht begreiflich machen lassen können.«
  02] Sagte Ich: »Das macht ja aber auch nichts; denn das habe Ich ja nur euch enthüllt und kundgemacht wegen des tieferen Verständnisses des Reiches Gottes. Denen es aber in der Folge not tun wird, des Reiches Gottes wegen Meine Werke tiefer zu verstehen, denen wird es schon Mein Geist in ihnen enthüllen, und er wird sie in alle Wahrheit und Weisheit leiten. Die andern Menschen aber tun genug, so sie an Mich glauben und nach Meinen Geboten leben und handeln. Denn es sind gar sehr viele wohl berufen zum Reiche Gottes, aber der Auserwählten gibt es nur wenige, denen es gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen.
  03] So ihr sie aber verstehet, da besteht zwischen Mir und euch und durch euch auch mit den andern Menschen ein rechtes Band, und Ich bin also in euch, wie auch ihr in Mir, und eines mehreren bedarf es vorderhand nicht.

• mt.13,31] Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; {mk.04,30-31; lk.13,18-19; jl.ev08.077,04-05}

• mt.13,32] das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und a wird ein Baum, so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen. {a Hes.17,23; mk.04,32; lk.13,19; jl.ev08.077,04-05}
  04] Das Reich Gottes ist hier gleich einem Senfkörnlein, das wohl eines der kleinsten Samen ist, so es aber ins gute Erdreich gesät wird, da wächst es bald zu einem förmlichen Baume heran, daß hernach des Himmels Vöglein kommen und unter seinen Ästen und Zweigen Wohnung nehmen.
  05] Mein Wort aber ist das kleine Körnlein. Leget es nur in die guten Herzen der Menschen, und es wird sich in ihnen auch bald zu einem Baume entfalten, unter dessen Ästen und Zweigen die hellen Erkenntnisse, aus den Himmeln kommend, Wohnung nehmen werden!

• mt.13,33] Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war. a  {a lk.13,20-21; jl.ev08.077,06}
  06] Also ist Mein Reich auch wieder zu vergleichen einem Weibe, das, um Brot zu backen, drei Scheffel Mehl nahm und dazu nur wenig Sauerteig gab. Als sie aber dann den Teig anmachte, so ward er von dem wenigen Sauerteige dennoch bald im rechten Maße durchsäuert. Seht, auch Mein Wort ist da wieder der wenige Sauerteig, gemengt unter viel Mehl, und es genügt zur Durchsäuerung von viel Mehl! Darum gebet den Menschen in Meinem Namen nur so viel, als es vorderhand nötig ist; das Weitere wird dann schon Mein Wort aus sich wirken!
  07] Wem ein Kind geboren wird, der sorge sich nur um dessen Gesundheit; das Wachsen hängt von Mir allein ab.
  08] So ihr Meine Lehre den Menschen überbringt in der Wahrheit, die ihr von Mir überkommen habt, so machet sie auch darauf aufmerksam, daß man deren Früchte erst dann ernten kann und wird, so man von der Liebe zur Welt und ihren Schätzen sich im Herzen völlig abgewendet hat; denn die Liebe zu den Dingen der Welt ist eine dunkelgraue Wolke, die sich stets zwischen die Sehe der Seele und das Licht aus den Himmeln stellt!
  09] Aus diesem Grunde haben die meisten Menschen aus dem schwachen Schimmer, der eine Folge des reinen, hinter der dunkelgrauen Wolke leuchtenden Himmelslichtes ist, wohl nur so ganz schwache Ahnungen von etwas Höherem und Übersinnlichem; aber weil die besagte Wolke nicht weicht und statt heller nur zumeist immer dunkler wird und häufig ganz finster, so begreifen und fassen sie auch nichts von der reinen Weisheit aus den Himmeln, sind sonach denn auch stets voll Sorgen, voll Furcht und voll Ängsten und glauben an allerlei dumme Dinge und suchen Trost und Beruhigung bei den toten Götzen und ihren Priestern, weil sie des wahren Trostes aus den Himmeln nicht gewärtig werden können, indem die besagte Wolke zwischen der Sehe der Seele und der Sonne der Himmel unverrückt liegenbleibt.
  10] Denn sehet! Der Mensch gleicht da einem Wanderer, der an einem trüben Tage reist, wenn dichte Nebel Täler und Berge belagern. Obwohl solche Nebel die ganze sonst gar herrliche Gegend völlig unsichtbar machen, so besteht aber die Gegend dennoch; nur ihre reinen Abbilder können nicht zum Auge des Wanderers gelangen, und er kann sich darum auch keinen Begriff und keine Vorstellung von dem machen, was der dichte Nebel vor seinen Augen verhüllt. Er betrachtet wohl den Weg und erkennt aus den nur schwach ersichtlichen Wegzeichen, daß er etwa wohl auf dem rechten Wege wandelt. Aber es kommen oft Seitenwege, die erfüllen ihn dann schon wieder mit Furcht und Sorge, weil er nicht recht wissen kann, welcher Weg da wohl der rechte ist. Er wartet, ob nicht ein anderer Wanderer ihm nach- oder entgegenkäme. Es kommen wohl welche; aber es geht ihnen wie dem, der von ihnen das Rechte zu erfahren wünschte. Der eine meint, zu dem angesagten Orte führe etwa wohl der Mittelweg; ein anderer sagt, daß das die Stelle sei, wo der Weg zum angesagten Orte nach rechts abbiegt; ein dritter behauptet das Gegenteil, und ein vierter meint und sagt: "Wir kennen uns hier alle nicht aus; daher kehren wir gerade um und verweilen an dem Orte, von dem wir ausgegangen sind, bis sich der Nebel verziehen wird, und wir können dann mit Sicherheit unsere Wanderschaft antreten!"
  11] Und sehet, aus diesem Bilde könnet ihr nun recht wohl ersehen, wie es nun den meisten Menschen auf der Wanderung zum Reiche Gottes ergeht!
  12] Es deckt dieses ewigen herrlichen Reiches reinste Gegenden und Fluren, Berge, Täler, Gärten und Städte, Bäche, Flüsse, Ströme, Seen und Meere der vorbesprochene Nebel der Weltliebe vor den Augen der Seele. Daher sei eure Aufgabe, da Ich in euch den Nebel hinweggefegt habe, daß ihr dasselbe auch bei denen vor allem tuet, bei denen ihr Mein Wort verkünden werdet; denn so ihr das unterlassen würdet, so würdet ihr Häuser auf dem Sande bauen, die nicht halten würden, so da kommen würden Stürme, Regengüsse und Fluten, sondern sie würden zusammenstürzen und von den argen Wassern fortgerissen werden.
  13] Wenn ihr aber bei der Ausbreitung Meines Wortes die gewissen Nebel zuvor hinwegfegen werdet, da werdet ihr Häuser auf Felsen bauen, und werden da auch kommen Stürme, Regengüsse und Fluten, so werden sie den Häusern, die auf festen Felsen erbaut sind, nichts anhaben können.
  14] Sehet, {mt.06,24; lk.16,13} niemand kann zwei Herren, die einander anfeinden, dienen; denn er muß es entweder mit dem einen oder mit dem andern halten und muß demnach auch mit ein Freund oder ein Feind des einen oder des andern sein! Also kann auch niemand der Welt und ihrem toten Mammon und zugleich aber auch dem lebendigen Reiche Gottes dienen; denn das ist unmöglich.
  15] Darum muß der, welcher dem Reiche Gottes dienen will, das Reich der Welt aus seinem Herzen schaffen! Wie aber das zu geschehen hat, das habe Ich euch allen schon gar oft nicht nur mit hellen und lebendigen Worten, sondern auch durch allerlei Taten gezeigt. Tut denn auch ihr desgleichen, und ihr werdet viele und gute Früchte ernten!
  16] Die Ernte wäre als eine große und überreiche zu erwarten, und viel Weizen stünde schon völlig zum Schnitte reif; aber der Schnitter gibt es noch wenige. Darum bittet auch ihr den Herrn der Ernte, daß Er ehest viele Schnitter dinge für Seine Felder!
  17] Aus allem dem aber könnet ihr nun doch wohl entnehmen, was ihr bei der Ausbreitung Meiner Lehre bei den Menschen vor allem zu bewerkstelligen habt; das Viele und das Außerordentliche aber braucht ihr nicht den Menschen zu verkünden, sondern nur denen, die euch im Amte folgen werden! Was Ich aber nun euch zu einer Richtschnur gesagt habe, das saget ihr auch denen, die euch in eurem von Mir euch anvertrauten Amte folgen werden, und es wird dann alles gut gehen! – Habt ihr alle das nun wohl verstanden?«

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