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272.  Wer ist unter euch, der einen Turm bauen will

272.
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26. Februar 1882
Lukas 14
"Wer ist unter euch, der einen Turm bauen will, und sitzt nicht zuvor und überschlägt die Kosten, ob er`s habe hinauszuführen.."

Liebe Kinder!

Dieses Gleichnis bezeichnet die Art und Weise, mit welcher die Weltmenschen ihre Unternehmungen anfangen; denn dieselben fragen überall zuvor ihren Verstand, ob es ihnen auch gelingen könnte, und kommt es ihnen mißlich vor, so unterlassen sie ihre Unternehmungen.
Ebenso geht es bei denselben auch mit der Annahme Meines alten und neuen Wortes, und der neuesten Offenbarungen Meiner Wahrheiten.
Viele finden sich dadurch angezogen; aber sie fürchten von andern benachteiligt zu werden (durch Spott, Verachtung), welche noch nicht damit einverstanden sind; sie überschlagen daher vorsichtig die äußeren Kosten, ehe sie es wagen, öffentlich zu bekennen, was sie glauben.
Diese Art Menschen kann Ich noch nicht zu Meinen wahren Jüngern zählen, denn ihre Furcht kommt daher, daß sie Mich noch zu wenig erkennen, und als Den achten, Der helfen will und kann; sie vergleichen Mich zu sehr mit der weltlichen Übermacht, und setzen nicht ihr ganzes Vertrauen in Mich, während Ich doch öfters aussprach: "Dein Glaube hat dir geholfen!"
Wer deshalb nicht alles so aufnehmen kann, wie es wirklich geschrieben steht, dessen Glaube ist nutzlos, weil alle Deutung Meiner Worte durch Menschenzunge mehr oder weniger ein Davon- oder Hinzutun ist, welches ohne Segen bleibt.
Daher kommt es auch, daß oft bei einer Predigt in einer Kirche, trotz einerlei Worten, doch die Auffassung derselben ganz verschieden ist; weil Ich der Vermittler des Eindringens dieser Worte bin, und daher dieselben je nach dem Zustande der Herzen wirken; z.B. eine redliche Seele findet oft an einem einzigen Ausspruch ein großes Labsal, während Andere nach der Predigt kaum sich einiger Worte erinnern, oder nur solche aufgeklaubt haben, auf welche sie sich zu ihrem Vorteile berufen zu können glauben.
Diese Anwendung Meiner Worte hat wenig Wirkung zur Besserung, und gerade in der Jetztzeit wird der größte Missbrauch mit denselben getrieben; darum Ich aufs Neue an Meiner Kirche zu bauen beginnen will, und Bauleute dazu nötig habe; nur sollen dieselben sich recht klar sein, daß nicht sie selbst der Baumeister sind; denn sonst könnten sie – eingedenk ihrer eigenen Armut und Schwäche – wohl schwerlich den Bau unternehmen, sondern sie sollen bedenken, daß Ich Selbst es tun will, und sie nur als Mitarbeiter berufe, von welchen Ich zwar große Arbeit, Opfer und Ausdauer verlange, daß Ich aber auch reich genug bin, einen guten Lohn auszuteilen.
Sehet, bei diesem Bau hört menschliche Berechnung auf, weil noch niemand in Meine große Schatzkammer geblickt hat, noch beurteilen kann, ob es Mir wohl gelingt.
Aber wer im Geiste mit Mir verkehrt, der wird ahnen, daß es Mir möglich ist, alle Hindernisse zu überwinden, und die Kräfte dazu aufzubringen; auch die Vorzeit kann Zeugnis davon ablegen.
Darum ihr Lieben, wollet ihr Meine wahren Jünger sein, so glaubet an die Macht Meines Wortes, alsdann erhaltet ihr Mut bei aller Niederlage, den Kampf doch stets aufs Neue zu übernehmen, wodurch der Sieg euch zugesagt ist!

Amen! Euer Vater!

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