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21. Mai 1882
"Und von Seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade." – Joh. 1, 16 –
Liebe Kinder!
Wenn ihr Alles in euer Gedächtnis zurückrufet, was euch auf dem Gebiete eures Geisteslebens begegnet ist, oder vielmehr die vielen Aufforderungen erwäget, die ihr erhalten habt, um euch mehr auf das geistige Gebiet zu begeben, sowohl durch äußere Verhältnisse als durch Mahnungen im Geiste, so werdet ihr gleich Johannes zeugen können: "Von Seiner Fülle haben wir alle genommen, Gnade um Gnade!" Denn nur die Füller Meiner Liebe ist es, welche euch nachgeht, um euch gleichsam aufzudringen, was ihr blindlings zurückweiset.
Diese Liebe ist euch seither als noch unwissenden Kindern reichlich zugeflossen, weil nach Meiner heiligen Ordnung es erlaubt ist, die Menschen durch allerlei Mittel so lange zu mahnen und zu strafen, bis sie auf den Standpunkt kommen, daß dieselben sich Mir zuwenden.
Geschieht dieses, wozu sie oft schweres Kreuz und Leiden antreiben, so benütze Ich diese Wendung, um die Erleuchtung und die innere Selbstbeschauung durch die Gnade zu fördern, welche ihnen immer mehr Wahrheiten aufdeckt.
Dies ist dann der Weg zu Mir, wo Ich ihnen treue Führer zusende; aber dieser Weg muß aus freiem Willen aufgesucht werden, und darum lege Ich allerlei Hindernisse auf die Abwege, damit der Mensch sich entschließe Mich zu suchen. Tut er dieses, so bleibt er unter Meiner Leitung, obgleich es oft den Anschein hat, als ob eine Seele sich wieder ganz von Mir losmache.
Doch wenn das Erkennen Meiner Gnade stattgefunden hat, so kann die Seele nimmer ganz ruhig bleiben, wenn sie dieses hohe Gut nicht mehr besitzt, und wenn sie auch darauf verzichten will, so wird ihr dasselbe immer mehr von Neuem angeboten, bis sie wieder mit Begierde und Dank dieselbe erfaßt; denn es heißt: "Wer des Herrn Willen weiß und tut nicht danach, der wird doppelt Streiche leiden müssen."
So ist es bei den Seelen: Wer einmal Meiner Gnade sich rühmen kann, der wird sich nicht mehr entschuldigen können, wenn er abermals sich verstockt; denn Ich gebe in Fülle Gnade um Gnade denen, die Mich suchen; aber wehe solchen, die gegen ihr besseres Wissen sich abermals abwenden; denn diese Sünde ist Sünde gegen den heiligen Geist, welche nicht vergeben werden kann. Schwachheiten und Kämpfe werden auch bei berufenen Seelen noch stattfinden; aber eine gänzliche Niederlage ist ihre eigene Schuld, weil sie zu wenig auf Meinen Beistand rechneten und Mich nicht darum anriefen.
Wer Mir dagegen vertraut und in Meinem Namen kämpft, der siegt.
Besonders gebe Ich Meinen Kindern diese Aufgabe im Hinblick auf schwere Kämpfe, daß sie gleichfalls zurückblicken; denn jedes von ihnen wird dann erkennen können, daß es stets Gnade um Gnade erhalten hat und dadurch verpflichtet ist, mutig weiter zu kämpfen und Mich dadurch als den Geber alles Guten in Jesu zu verkündigen.
Amen!
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