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28. Mai 1882
Zu Pfingsten
Liebe Kinder!
In der Apostelgeschichte bis zum 5. Kapitel sind die Gaben und Wirkungen, welche der Heilige Geist an Meinen Jüngern hervorbrachte, aufgezeichnet. Wenn ihr dieselben leset, so wird euch klar werden, warum sie mit so vieler Freude und Standhaftigkeit Mir anhingen, und Leiden und Verfolgungen erdulden konnten.
Es war die Einkehr des heiligen Geistes in ihnen, und durch denselben wurden sie belebt, erleuchtet und gestärkt: die innere Sehe zeigte ihnen den großen Unterschied zwischen Materiellem und Geistigem, sie wurden sich ihrer eigenen Bestimmung auf Erden klar, wozu Ich sie oft durch Beispiele und Gleichnisse vorbereitete. Freilich verstanden sie manche Meiner Worte noch zu wenig oder gar nicht, weil sie zu oberflächlich dieselben hinnahmen; denn wenn Meine Worte Eingang finden sollen, so daß dieselben von einer Seele einmal gelesen und studiert werden, so muß Ich Selbst oft vorher noch Furchen im Herzen ziehen.
Gleichwie der Landmann zuvor die Erdscholle bearbeitet und lockert, damit der Same geeigneten Boden findet, so war es auch bei Meinen damaligen Jüngern. Die letzten Erlebnisse vor Meinem Scheiden von ihnen waren für sie sehr ernst, traurig und dunkel, so daß ihre Herzen fähig wurden, den heiligen Geist aufzunehmen und demselben zu folgen.
Durch diese völlige Hingabe an den inneren Zug war es möglich, ihnen auch nach außen außerordentliche Kräfte zu verleihen; denn sie sahen in Allem nur Mich als den Geber aller guten Gaben, ihr Standpunkt Mir gegenüber war geordnet, indem sie wohl wussten, daß sie ohne Mich nichts tun können, und dieser Standpunkt wie auch dieser Glaube macht allein geeignet, den heiligen Geist zu empfangen.
Wer sich ganz abhängig von Mir fühlt, wird sich bestreben, Mich als Freund zu besitzen und zu behalten, wird also Meinen Willen tun. Ich werde ihn jeden Tag Selbst belehren und erleuchten, und er wird so die Gaben des heiligen Geistes in Fülle erhalten.
Wenn eine Seele die wahre Herzensdemut sucht, so werde Ich sogleich Wohnung bei ihr nehmen und die Furchen tiefer ziehen, was freilich oft auf eine Art geschehen muß, wo die Seele Meine Liebe zuerst nicht fühlen kann; aber wenn das Vertrauen auf Mich fest bleibt, so wird sie erstarken in der Liebe, und durch diese göttliche Liebe Wunder wirken, wenn auch oft mehr von geistiger Art, denn die äußerlichen Wunder haben für Meine geistigen Kinder keinen so hohen Wert als die geistigen.
Hierzu gehört z.B. wenn eine Seele in eurer Umgebung, welche ihr sorglich liebet, auf eure Fürbitte ganz anderen Sinnes wird, d.h. statt geistig blind, wie sie zuvor war, nun geistig sehend wird.
Ist das nicht für geistige Kinder ein ebenso großes Wunder, wenn das Geisteslicht jemanden also gegeben wird, als wenn das leibliche Auge wieder heller wird, oder wenn geistig verkommene, seelenkranke Menschen wieder zu strebsamen Nachfolgern Meiner Lehre umgewandelt werden?
Seht, diese Wunder werden bewirkt durch den Geist in euch, der euch zuteil wird, so ihr darum bittet, und diese Wunder erhalten euch in der wahren Demut, so daß auch ihr, gleich Meinen ersten Aposteln erkennet, daß ihr ohne Mich nichts tun könnet, und auch nichts tun sollet, und dann werden euch die Gaben des heiligen Geistes in Fülle zu Teil werden!
Amen. Euer Jesus-Vater!
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