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323.  Ob eine Zeit kommt, wo der Tod nicht mehr sei?

323.
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21. Januar 1883
Etwas vom Tode
 

Liebe Kinder!

Auf die Frage, ob noch eine Zeit oder ein Zustand des Menschen kommen werde, wo der Tod nicht mehr in seiner jetzigen Art und Weise sich zeigen wird? Da hängt die Antwort von den Menschen selbst ab.
Dieselben waren von Anfang dazu bestimmt, durch leichte Verwandlung als Meine Kinder in die Himmel einzugehen; aber als ihr (Körper-) Leib von der Sünde verunreinigt ward, mußte derselbe aufgelöst werden, um die einzelnen göttlichen Partikel, welche in demselben noch vorhanden sind, zu der Neuschöpfung (des geistigen Leibes) zu verwenden, und es ist also der Mensch deshalb in dem Momente (des Todes) willenlos gemacht, was daraus erhellt, daß er sterben muß; denn nur wenige würden diesen Akt des Sterbens in dem (rechten) Sinne von Mir verlangen, und wäre dies auch je einmal der Fall, so hätten sie doch nicht Einsicht und Weisheit genug, um den richtigen Augenblick hierfür zu wählen.*)
Es ist deshalb der Tod ein Akt der Gnade, welche Ich den Menschen nach Meiner göttlichen Weisheit erweise; daher habe Ich Mir auch die Sterbestunde eines jeden Menschen vorbehalten, weil nur Ich allein denselben durchschaue, und eine solche Zeit für die Seele wähle, wo sie am Leichtesten ihre Beseligung im Jenseits anknüpfen kann; denn Ich habe immer die Seele des Sterbenden im Auge, daher Ich oft auch wunderbar und unerforschlich eingreife, woher dann die Anklage der Lieblosigkeit über Mich kommt, während Ich doch alles, alles so in Zusammenhang füge, daß nur Geistig-Gutes dabei erzielt wird. Die Art des Todes ist freilich stets die Folge der Sünde.
Ob eine andere Verwandlung einst stattfinden wird? – Auf diese Frage kann Ich nur sagen: "Wenn die Sünde aufhört, so hört auch der Tod auf"; aber es wird wohl noch lange währen, bis nur erst einzelne Menschen es dahin bringen, daß ihr Leib vom göttlichen Geiste so durchdrungen ist, daß er sogleich als Seelenleib mit ins Jenseits gebracht werden kann.
Es gibt zwar fromme Seelen, die in recht inniger Gemeinschaft mit Mir stehen, und denen der Tod kein Schrecken mehr ist; aber ein solcher Zustand ist mehr ein geistiger, und darum ein so seliger, daß er weder durch Worte solchen erklärt werden kann, die noch materiell sind, noch ein leibliches Auge dieses sehen kann. Wohl können andere Einiges davon bemerken, oder die Ruhe und Ergebung eines solch Scheidenden ahnen, aber ein solcher Vorgang bei einem wahren Kinde von Mir wird nicht ein Allgemein-Gut werden, so wenig, wie die Menschen im Allgemeinen wiedergeboren werden. Meine Langmut ist indessen noch groß genug, um den freien Willen des Menschen bestehen zu lassen, und darum geht es auch mit dieser Umwälzung sehr langsam.
Der Glaube einzelner Glaubensparteien **) an eine plötzliche Verwandlung gründet sich auf ein noch an ererbtes Ahnungsgefühl vom Urzustande des Menschen, und ist solches von gewissen Seelen, die sich beflissen haben, von der Sünde los zu werden, festgehalten worden. Es sollte zwar wirklich so sein und werden, und insofern dieser Glaube dazu antreibt, einen solchen Standpunkt der Seele zu erreichen, ist er sogar gut; aber auf der andern Seite leitet er auch viele irre, welche dadurch glauben ihre Wiedergeburt (unbeschadet) bis dahin verzögern zu dürfen, während doch die Wiedergeburt die Hauptbedingung ist als geistige Reife, um dann das Organ, den Körperleib, ablegen, und nach Meinem willen zur Seligkeit eingehen zu können.
Seit es Menschen gibt, haben auch einzelne Fälle stattgefunden, daß dieselben (plötzlich und völlig) der Erde entrückt wurden, ***) und auch heutzutage noch kommt solches vor; doch dazu braucht es keines besonderen Aufsehens. Ein natürliches Einschlafen und nicht mehr Erwachen hat dem Tode die Schrecken für die Hinterbliebenen genommen; meistens aber ist der Tod der Umgebung fürchterlicher, als einem Sterbenden selbst (wenigstens einem solchen), der schon bei Lebzeiten seiner göttlichen Bestimmung gemäß sein Leben einrichtete!
So stehst auch du, Mein lieber Sohn, daß für Meine Kinder eine andere Todesart wenig Wert hätte, und für die andern eine solche plötzliche Verwandlung viel mehr Angst und Furcht bereiten würde; sie würden wohl aus Angst und Schrecken Mir zu Füßen fallen, aber nicht aus Liebe. Darum muß Ich eben immer Meine Liebe walten lassen, und den Entwicklungsgang der einzelnen Seele, sowie Meines Friedensreiches mit Geduld abwarten. Auch dich segnet heute Meine Vaterliebe aufs Neue

– Dein Jesus Jehovah.

*)man sehe im Saturn (Nr. 7 unserer Schriften), wie dort der Tod (wohl wie die Zeugung noch edlerer Art, d.h. nicht rohmateriell existiert.
**) Irvingianer, Darbisten, Sabbathisten, Adventisten, Neu-Israeliten etc.
***)Henoch, Zuriel, Sehel u.A. (siehe Haushaltung Gottes und Geistige Sonne), sodann Maria (siehe in Nr. 42 unserer Schriften) und versch. A. d. Hsg.

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