335.
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8. April 1883
-vergleiche Predigt 21-
"Ich sage euch aber, Meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und darnach nichts mehr tun können.
Ich will euch aber zeigen, vor Welchem ihr euch fürchten sollet: Fürchtet euch vor Dem, der nachdem er getötet hat, auch Macht hat zu werfen in die Hölle; ja Ich sage euch: vor Dem fürchtet euch!" – Lukas 12, 4.5. –
Liebe Kinder!
Meine Jünger wurden durch die Drohungen der Schriftgelehrten und Pharisäer ängstlich gemacht, und sie befürchteten, daß sie durch den Hass und die Verfolgung derselben noch vieles zu leiden bekommen würden, (wie es auch später der Fall war); doch diese Verfolgung und diese Leiden waren gerade Segen bringend für sie; denn dadurch bewährte sich ihre Liebe zu Mir und ihre innere Verbindung mit Mir immer mehr; somit reichte diese Verfolgung nicht über ihr irdisches Leben hinaus, und war weniger nachteilig für sie, als wenn sie den Widersprüchen der Pharisäer und Schriftgelehrten Gehör gegeben hätten, und dadurch mit Mir und Meiner Lehre in Zweifel gekommen wären.
Ich stellte daher zunächst für Meine damaligen Jünger, wie für alle Meine wahren Nachfolger eine Warnung auf, und zwar deshalb, weil in der Verteidigung des Glaubens an Mich eine größere Gefahr nach innen als nach außen liegt; denn oft schon sind Seelen, welche mit großer Liebe für Mich zeugten, aber ihr Zeugnis mehr im Innewerden und im Gefühl hatten, durch die Widersprüche solcher, die ihren Glauben mehr in Worten haben und darin gut eingeübt sind solchen (dialektisch) zu beweisen, abgeschreckt worden.
Ihre Bescheidenheit und innere Demut räumte den andern das Feld ein, und so nehmen sie Schaden, der größer ist, als eine äußere Niederlage; sie werden geistig getötet (durch Zweifel und Ärger), und dieser Tod führt sie immer mehr abwärts, statt daß sie durch ihre (stille) Standhaftigkeit mehr aufwärts sich geschwungen hätten.
Darum sagte Ich: "fürchtet nicht diejenigen, welche den Leib töten, oder euch äußerlich vor der Welt schaden, aber fürchtet euch vor denen, die euer Geistesleben anzutasten und zu verderben suchen."
Wer sich fürchtet, der zieht sich zurück, weicht der Gefahr aus, welche kommen könnte, und dieses Ausweichen ist auch im Geistigen nicht unerlaubt, sondern oft recht nötig, um nicht eine kleine Gefahr beseitigen wollend, in eine weit größere zu kommen.
Darum sage Ich auch: "Fürchtet euch," sage aber nicht: "kämpfet gegen solches"; denn bei solchen Anläufen wird mit dem Kampfe nach Außen innerlich oft mehr verloren als gewonnen; deshalb ziehet euch da zurück, damit sie euren Glauben nicht anzutasten vermögen, obgleich solche Gegner stets auf der Lauer sind, und wenn sie euch auch äußerlich eine kleine Niederlage zu bereiten wissen, so helfen sie euch auf der andern Seite zu einem geistigen Gewinne, den sie in ihrer Blindheit nicht sehen.
Wenn Ich Meinen Jüngern eine scharfe Lehre oder Warnung gab, so ließ Ich stets gleich darauf eine ermutigende Verheißung folgen, so auch in diesem Kapitel, und so wie ihr die Lehre und Warnung auf euch anwenden sollet, so gelten euch auch die weiteren Worte Vers 6, 7 ff.: "denn auch eure Haare auf dem Haupte sind gezählet", und Vers 11: "wenn sie euch aber führen werden in ihre Schulen und vor die Obrigkeit und vor die Gewaltigen, so sorget nicht wie oder was ihr antworten oder sagen sollet, denn der heilige Geist wird euch zu derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollet."
Diese Worte nehmet auch ihr zu Herzen, denn es ist die Zeit, wo der Kampf noch weniger nach außen geführt wird, dagegen im Verborgenen es gegen die Wahrheit gäret; sorget nicht, aber wachet und betet, daß sie keinen Zweifel euch beizubringen vermögen! Amen! Euer Vater Jesus!
NB: Man vergleiche damit den wichtigen Vaterbrief vom Karfreitag 332. – über die Gefahren des Verstandeskultes. D. Hsg
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