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365.  Vom Ende der Welt und unserer Zeit

18. Oktober 1883
Mark. 13. 5 ff

Liebe Kinder!

Schon Meine Jünger wollten die Zeit nach Zahlenrechnung wissen, in welche das Ende der Welt fällt, obgleich Ich ihnen stets Winke gab, daß das Ende der Welt mit ihrer Entwicklung und mit dem geistigen Standpunkte derselben zusammen hänge. *)

Darum bereitete Ich sie vor auf die Vorkommnisse, welche zuvor kommen; und weil sie durch Mein Wort und Meine Lehre so erzogen wurden, daß sie einen Blick auf das geistige Gebiet der Menschen tun, und dadurch die Entfernung von Gott und Göttlichem besser beurteilen konnten, so nahmen sie diese Vorhersagungen auch mehr im geistigen Sinne auf, wie solche verstanden werden sollen.

Wenn aber das Geistige bei den Menschen keinen Wert mehr hat, und dasselbe durch allerlei menschliche Satzungen verdunkelt wird, so ist diese (Miss-) Wirkung auch im Materiellen zu erkennen, weil das Materielle seinen richtigen Standpunkt aus dem Geistigen zu ziehen angewiesen ist, oder weil die Menschen auch im materiellen Tun und Lassen den Einfluss des Geistes nötig haben, wenn das Materielle für sie zu wahrem Nutzen und Segen werden solle. Verwerfen sie aber die Abhängigkeit vom Geiste, dann ist das Ende nahe! Dies ist der Fall, sowohl bei einer einzelnen Seele, als bei der großen Mehrzahl.

Nur wo der Geist noch mithelfen kann, besteht Ordnung, geschieht aber dieses nicht, so ist in allen Verhältnissen des Lebens, sowohl im Einzelnen, als in Städten und Staaten Zerwürfnis und baldige Auflösung zu erwarten, welcher aber noch großer Kampf und Widerspruch vorausgeht, (Vers 7:)

"Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so fürchtet euch nicht; denn es muß also geschehen; aber das Ende ist noch nicht da, usw. – – – ".

Darum, liebe Kinder, "seid wachsam, daß euch nicht jemand verführe!" Diese Worte gelten in solcher Zeit allen Menschen, aber auch die tröstlichen Worte:

"Suchet – so werdet ihr finden!" denn viele Seelen gibt es in solcher Zeit, die sich so sehr vom Einflusse anderer abhängig machen, und darum nicht die Überzeugung der Wahrheit in sich verspüren, weil bei ihnen kein Kampf zwischen Licht und Finsternis vorhergegangen ist, und sie also dieselben nicht unterscheiden können, ehe der heilige Geist von ihnen erfleht wird.

Wie wenige Seelen gibt es aber heutzutage, die sich geistig arm fühlen; **) sie erkennen ihren (elenden) geistigen Zustand nicht; darum muß zuvor von außen her mancherlei Not und Natur-Ereignisse stattfinden, um die Menschen aus ihrer Schlaftrunkenheit zu rütteln, und sie zum Suchen anzutreiben.

So sind die Zeichen (und Zeiten) im Äußern dem geistigen Zustande entsprechend, und jeder Mensch, der noch mehr geistig strebt, merkt selbst "wie viel Uhr es nun", und wann die Zeit einer Umgestaltung nahe ist.

Ihr aber, "sehet euch vor! siehe Ich habe euch alles zuvor gesagt" – als euer Vater!

*) "Welt" bedeutet die Herrschaft des Materiellen, von Gott abgewandten Lebens, also deren Ende.
**) Nur solche bitten um den Beistand des heiligen Geistes (Matth. 5. 3). D.Hsg.

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