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„Verhaltensregeln – Bruderliebe in der Fürbitte“

69. – 27. August 1878  "Verhaltensregeln – Bruderliebe in der Fürbitte"
 
Meine lieben Kinder! 
Lasset nicht ab zu beten für alle, welche euch nahe stehen durch diese geistige Verbindung. Ihr sollet Sorge tragen, daß die, welche gleichfalls die Gabe der Mitteilung erhalten haben, dahin kommen, sie zu Meiner Ehre anzuwenden. 

Behandelt sie deshalb mit aufrichtiger Liebe; seid eingedenk, daß die Erde zuerst finster war, und daß das wahre Licht erst nachher geschaffen wurde. Der große Schöpfungstag entwickelte stufenweise seine ganze Fülle der Herrlichkeit. 

Also geht es auch bei dem Menschen bei der leiblichen Geburt; zuerst das Werden, dann die Entwicklung, dann das Bewußtsein, dann die Unterscheidungsgabe, dann das Wollen, und dann das Vollbringen, und ebenso dann das Beglückende (in der Harmonie). 

Ebenso ist in der Wiedergeburt dieser Gang; nur ist da das Werden nicht so erkennbar, weil Geistiges (für euch) nicht so ersichtlich ist, sondern nur durch Innewerden und Fühlen sich bemerkbar macht. 

Diesen Gang machet euch recht klar, es wird viel zu eurer Geduld beitragen, und ihr werdet in euren Nächsten zuerst das Werden oder Sein als ein Zeichen annehmen, das euch auffordert, eure Aufmerksamkeit mit besonderer Liebe dahin zu wenden, damit der weitere Entwicklungsgang nach Meinem Willen geleitet wird.  Stoßet euch deshalb nicht an der Einhüllung eines Geistes, wenn dieselbe schroff und eckig euch vorkommt, denn, wo viele Talente, sind auch viele entgegen gesetzte Reizungen. 

Wohl denen, die erkennen, warum ihnen die Talente verliehen sind, und die sie deshalb zu veredeln suchen, um sie nach Meinem Willen zu gebrauchen. Dazu ist oft ein Führer dem andern sehr nötig, und beiden dient dann diese Verbindung zum Fortschritte. Darum soll auch euch in solchen Zusammenführungen mit einem Bruder eure Aufgabe klar werden, demselben die Hand zu bieten, damit er sein Pfund schätzen lernt; es ist dies von großem Wert, und füllt einen großen Teil eurer inneren Berufung aus.
 
So sehet nun, liebe Kinder, wieder, wie wenig ihr begreifet, daß ihr volle Arbeit habt, und es nicht nötig ist, euch nach weiterer umzusehen.  Ich lege euch schon von Selbst zu, wenn ihr mehr verstehen könnet. Einstweilen seid zufrieden mit eurem getreuen Vater.

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