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„Ein Morgenruf“

75. –  6. Oktober 1878   "Ein Morgenruf" 
 
Der große Tag bricht an, die ersten Morgenstrahlen haben euch schon begrüßt, wo Mein Ich von vielen im wahren Lichte, beschaut werden wird. Die geistige Sonne, welche Ich Selbst bin, wird dann viele Herzen erleuchten; sie wird aber im Verborgenen aufgehen, und ihr Glanz wird nur denen sichtbar sein, welche darauf achten, und ihr Herz vorbereiten. 

Lasset euch in der Hoffnung nicht stören, daß ihr diese Leuchte erhaltet, sobald ihr ernstlich darum bemüht seid. Dies ist die große unsichtbare Macht Meines Wesens, wo kein äußeres Entgegenwirken möglich ist; kein Kreuz, kein Leiden, kein Verhältnis ist dann mehr fähig, diese Flamme im Herzen auszulöschen, wenn ihr sie ernstlich verlanget. 

Nehmet ein Beispiel an Paulus, welcher ausrief: "Nichts soll mich scheiden von der Liebe Gottes." Also sollet auch ihr ausrufen können – "Nichts trennt uns mehr von der Liebe zu unserem himmlischen Vater, unserem Gott, Herrn und Meister, alles was mir begegnet , sind Triebfedern mich näher an Ihn zu fesseln; Seine verborgene Macht ist es, die jedes Vorkommnis auf meinem Lebensgange in Segen zu verwandeln weiß."  

Wenn ihr durch euer Streben Mir folgsame Kinder zu werden,  in Wort und Tat, euch diese Versicherung erworben habt, so seid ihr dahin gekommen, daß euch der Morgenstrahl Meiner Liebe umgibt, der die kräftige Sonne verkündet, vor der die Finsternis weichen muß; d.h. eure Sphäre wird helle, die finsteren Geister fliehen von euch, weil sie das Licht nicht ertragen können, welches euch umgibt, wohl wissend, woher es stammt; dann fühlet ihr Erleichterung zu euren Kämpfen. 

Dies ist die große verborgene Hilfe Meiner Liebe, welche Meinen wahren Kindern zu Teil wird; sie sollen immer mehr zunehmen im Lichte, damit auch ihre Umgebung einen Segen davon fühlt. Hier ist das Gebet so nötig, als reines Oel, welches das Licht unterhält. So wird die geistige Sonne oder geistige Liebe immer höher steigen, bis sie euch ganz erleuchtet, und dann nach und nach den ganzen Erdball. 

Ihr werdet durch diesen Aufschluß einsehen lernen, auf welche Weise ihr es angreifen müsset, Meinen großen Tag, oder Meinem Kommen Bahn zu brechen. Die geistige Sonne geht auf, wenn auch nur wenige ihr Licht und ihre Wärme von ganzem Herzen wünschen, und sie wird die dichtesten Nebel durchbrechen; aber wohl denen, welche mit jubelndem Herzen schon die ersten Morgenstrahlen zu würdigen wissen. Erfrischt und gestärkt werden sie den Tag antreten, und sich den Sonnenstrahlen aussetzen, wenn dieselben auch oft drückend heiß ihr Haupt bescheinen (d.h. wenn von ihrem Verstand das Kreuz nicht als Gnadenstrahl erfaßt werden kann). Also tretet auch ihr den ernsten Tag an, ermuntert durch das Morgenrot, das die Finsternis vertreibt, suchet Licht in Mir und durch Mich, für eure eigene Person; flehet aber auch um Erleuchtung für eure Mitmenschen; verscheuchet die finstern Nebel durch Gebet; als dann müssen die Höllengeister weichen, und ihr werdet gestärkt werden, die nötige Mittagshitze, welche die Frucht ausreifen muß, ertragen zu lernen, und das Abendrot wird euch dann selig stimmen! Dankbar werdet ihr am Abend eures Lebens zurückblicken auf die vielen Segensgaben, welche euch zu Teil wurden durch die Richtung, welche euch die ewige Liebe gezeigt hat. Amen!

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