89. – 29. Dezember 1878 Sonntag nach Weihnachten
Liebe Kinder!
Mein Geburtsfest ist vorüber, und Ich frage euch nun: Wie viel ist euch von den Segnungen und Bescherungen geblieben, welche dasselbe Meinen wahren Kindern anbietet? Habt ihr Mich aufgenommen als ein armes Kind, wohl wissend, daß mit Dessen Pflege Mühe und Arbeit verbunden ist? Es ist eine ernste Frage an euch, die besonders in dieser Zeit wichtig ist, da es viele Herodese gibt, welche Mir nachstellen, und Mich zu vertilgen suchen. Überall sind Anstalten dazu getroffen, Meine Lehre, Meine Liebe, den Glauben an Mich als eine Fabel zu erklären, damit der Unglaube und seine Tyrannei die Herrschaft behalten sollen; leider muß man sagen "behalten", denn er hat sie nicht erst zu gewinnen, das Böse hat schon Oberhand gewonnen, wie zur Zeit Meiner leiblichen Geburt, wo alle Lehre so entstellt war, daß es selbst dem Redlichen nicht mehr möglich war, die Wahrheit fest zu halten; und wenn durch Meinen Geist getrieben der bessere Funke noch im Einzelnen erhalten wurde, so war die Finsternis doch zu dicht um sie herum, als daß sie dieselben erhellen konnten.
Also war der geistige Zustand der Menschen (oder vielmehr der Juden, als dem Volke Gottes) dort beschaffen, und ebenso ist es eben jetzt wieder unter der Christenheit. Die Finsternis im Geistigen ist sehr groß, und um sie zu erhellen, muß Ich aufs Neue Selbst das Licht anzünden; nur diesmal nicht durch ein persönliches Kommen (d.h. vorerst), sondern durch Meinen Geist, welchen Ich in reichem Maße Denen geben will, die nach Mir fragen; denn Ich Selbst will ihr Lehrer sein!
Darum haltet stille, merket auf, wenn Meine Stimme zu euch tönt und euch den Weg zeigt, auf welchem kein Herodes schaden kann. Es ist gesorgt, daß seine Nachstellungen dann vergebens sind; denn die Leuchte ist in euren Herzen selbst aufgestellt, unantastbar für die Verfolger, welche wissen, daß Ich das Licht Selbst bin, das in euch wohnt, und deshalb, wenn sie auch Anspruch auf euch zu machen versuchen, sie doch zurückweichen und im Kampfe unterliegen müssen.
Dort als Kind bin Ich ausgewichen und habe Mich den Verfolgern entzogen, denn diesem ihrem Hasse hätte Ich in solcher Gärung nur ein Gericht entgegen setzen können, um ihn auszutilgen; Mein Zweck aber war, noch viele aus denen, die sich in blindem Eifer dem großen Haufen, oft auch durch ihre Verhältnisse dazu gezwungen anschlossen, und durch Liebe zu retten. So ist es jetzt wieder, um Solcher willen muß Ich noch stille halten; denn Viele, Viele sind angefacht für Mich, aber noch zu schwach für Mich in den Kampf zu treten.
Auch bei euch ist dies der Fall, und Ich muß euch deshalb so führen, daß ihr von außen noch vor starken Angriffen geschützt seid, da eure Kraft zum Siegen noch zu schwach ist, und Ich von Meiner Ordnung nicht abgehen kann, die Menschen durch ihren freien Willen auf Meine Seite zu bringen.
Haltet euch deshalb auch in der Geduld, in der Liebe, in der Ausdauer an Mein Beispiel, gehet mit Mir Hand in Hand, ihr habt Mich selbst zu eurem Führer erwählt, so schenket Mir das volle Vertrauen; wenn gleich ihr oft meinet ihr wisset es besser als Ich, so werdet ihr, wenn ihr ausharret, doch noch erfahren, daß ein allmächtiger, treu liebender Vater euch geleitet hat! Amen!
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