116. – 1. Juni 1879 (Zum Pfingstfest) "Nur solche kann Ich trösten, welche Leid tragen"
Liebe Kinder!
Nur solche kann Ich trösten, welche Leid tragen; doch kommt es darauf an warum sie trauern, ob es die wahre Traurigkeit ist, welche darin bestehen soll, daß die Seelen, welche Mich schon erkannt haben und dadurch mit Mir in Verkehr gekommen sind, eine weitere Sehnsucht haben Mich ganz zu besitzen. Dies ist nur möglich, wenn ihr Wesen immer mehr mit dem Meinigen harmoniert; dieses aber zu erreichen, dazu gehört Mein göttlicher Beistand, welcher durch den Tröster oder heiliger Geist bewirkt wird.
Wenn ihr herzlich trauert beim Gefühle eures eigenen Unvermögens, so wird euch dieser Geist zugesichert, welcher das Erlösungswerk der Wiedergeburt zu unterstützen hat. Es ist Mein Liebesgeist, und gibt sich warnend, ratend, helfend und tröstend an euch kund, bald durch freudige Anregungen, welche Liebe und Dank in euch hervorrufen, bald durch warnende Vorstellungen, welche euch aufrütteln, wenn ihr schlaftrunken dahinlebet, ohne das Bedürfnis zu fühlen immer näher mit mir verbunden zu werden.
Immer ist es wieder ein Ruf der Liebe, die in allen Formen sich offenbart; denn Mein Wesen, welches unter Liebe nur allein umfassend bezeichnet werden kann, offenbart sich in Vater, Sohn und Geist nur durch Liebe.
Gott schuf euch aus Liebe, erlöst euch aus Liebe, und tröstet euch aus Liebe.
Mein Wesen gibt sich euch zwar in verschiedenen Namen kund, doch jede dieser Kundgaben bezeichnet Liebe; darum auch Meine Kinder ihre Abstammung von Mir nur durch Liebe beweisen können, und die Gaben des heiligen Geistes hauptsächlich darin bestehen, daß eure Liebe zu Mir und euren Mitmenschen immer mehr zunimmt; denn mit dieser Zunahme stellet ihr Mein Bild in euch her; dazu muß zunächst das (sehnende) Verlangen nach Mir bei euch statt haben, dann kann Meine Liebe in euch einströmen.
Gleichwie Meine Jünger sehr betrübt waren, weil Ich nicht mehr sichtbar bei ihnen blieb, sondern gen Himmel fuhr, weshalb Ich ihnen versprach, den Tröster zu senden, durch Den sie unsichtbar mit Mir verbunden bleiben sollten, so ist es auch noch heut zu Tage bei denjenigen Seelen, die Mich erkennen, lieben, und wünschen nicht mehr von Mir getrennt zu werden; Mein Liebegeist weilt bei Solchen als Lehrer, Tröster und Ermahner.
Sehet, liebe Kinder, dieses Verlangen nach Mir sollte in jetziger Zeit größer und allgemeiner sein; aber leider ist es bei der Mehrzahl ganz verschwunden, und vielen bin Ich durch die unrichtigen Begriffe von Meinem Wesen gar nicht faßbar; sie halten den heiligen Geist für einen hohen Diener von Mir ausgehend, und sparen ihre völlige Hingabe für Mich Selbst auf, kommen aber dann nicht dazu.
Oh! wie ganz anders würde es sein, wenn sie Mich Selbst aufnähmen, und Vater und Kind sich in stetem Verkehre fühlen würden; aber so bin Ich zumeist nur für den heiligen Richter gehalten, von Dem die Gnade zuerst erbettelt werden muß; während doch Meine väterliche Liebe und Gnade es war, welche euch als Kinder erschuf, und euch als Meine Kinder Selbst auf Erden besuchte, und im Sohne Meine Liebe euch faßlich darstellte und bewies durch die Erlösung, und das Erlösungswerk noch stets fortsetze durch den heiligen Geist!
Das Pfingstfest oder das Ausgießen Meines Geistes ist ja die fortgesetzte Erlösung von Sünden, wie ihr in Meinem Worte leset: "Wenn aber der Tröster kommen wird, der von Mir ausgeht, der wird euch in alle Wahrheit leiten;" denn die Wahrheit ist, da ist Licht oder richtiges Schauen und Erkennen; und wo dieses aufgenommen wird, da kann der Satan keine Trugbilder mehr aufstellen, weil sie erkannt und zurückgewiesen werden; und der Zug zu Mir wird durch solche Erkenntnis Meiner Liebe ein verstärkter, und dadurch wird das Erlösen von Sünden eintreten; (denn aus Liebe haltet ihr dann die Gebote der Liebe).
Darum bittet! bittet um den heiligen Geist, für euch und Andere! denn in dieser Bitte liegt das Verlangen nach Mir Selbst, und Ich werde alsdann weilen unter euch, im Geist und in der Wahrheit. Amen!
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„Nur solche kann Ich trösten, welche Leid tragen“
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