142. – 15. November 1879 "Missionswinke. Vom Schifflein Christi."
Liebe Kinder!
Im Evangelium Johannes 6. Kapitel leset ihr, wie Meine Jünger ohne Mich in das Schiff traten und auf das Meer gingen; bald aber wandelte sie eine Furcht an, sie vermißten Mich, weil sie die Elemente kannten, und daher einen Unfall oder sogar ihren Untergang befürchteten; wenn Ich aber bei ihnen war, so verließen sie sich auf Meine Kraft und Allmacht, und weil Ich von diesem Vertrauen wußte, legte Ich ihnen eine Glaubensprobe auf, ließ sie allein ins Meer schiffen und es erhob sich dazu noch ein starker Wind und ward finster.
Sehet, dieser Akt enthält ganz das Vorbild einer Seele, die in Meiner Nachfolge steht; oft wird ihr Lebensschiff vom Lande getrieben, oder die Seele verliert ihren festen Grund durch einen unverhofften Leidenssturm und wird dann gewahr, daß Ich nicht bei ihr bin. In dem Bewußtsein, daß Ich bei ihr bin, verläßt sie sich ganz auf Mich und schätzt oft den Wert Meiner Nähe weniger; erst wenn Leiden kommen, wird sie ihrer Ohnmacht wieder klar, und die Sehnsucht nach Mir verstärkt sich, Ich gehe ihr dann auf unglaubliche Weise nach, und ehe sie sich`s versieht, ist sie am Lande, oder hat wieder durch Meine Hilfe festen Grund erlangt, so hört sie die Worte von Mir: "Fürchte dich nicht, Ich bin es".
Diese Schiffahrt ist besonders für euch wichtig, sowohl für jeden Einzelnen als für eure Gemeinschaft, welche auf dem Meere schwebend ohne Ziel dahinfährt und einzig und allein wartet, wo Ich euer Schiff hinlenken will. Jetzt ist es noch ganz finster um euch, dazu seid ihr noch großem Winde ausgesetzt und sehet Mich nicht, aber wenn ihr euer Vertrauen und das Verlangen nach Mir festhaltet, so gelten euch die Worte ganz besonders "fürchtet euch nicht, Ich bin es!" Ich gehe euch auf unbegreifliche Weise nach, und ehe ihr es fasset, bringe Ich euch dahin, wo ihr festen Fuß fassen könnet, (unter diesem "Lande" ist gleichfalls geistige Festigkeit verstanden, so wie "Mein Erscheinen" bei euch ein Erkennen Meiner Nähe ist). Viele suchen Mich wegen äußerer Vorteile, Ich lasse Mich auch von ihnen finden; aber sie erfahren bald, daß sie nicht immer nach ihren Wünschen gesättigt werden, sondern daß ihnen nur als Anfänger, wie es Meine Weisheit für gut findet, ihr äußerer Brotkorb gesegnet wird, sobald sie aber aus Habgier Mich bei zu halten suchen, Ich Mich entferne, und ihnen durch Mein Wort sagen lasse, welchen Glauben Ich verlange.
Diese Art Menschen wollen heutzutage noch Zeichen und Wunder, darum auch die einfachen Worte, welche Ich jetzt wiederum spende, von ihnen sogar verfolgt werden, sie wollen nicht glauben; wäre ein größeres Verlangen nach Mir in ihnen, so würden sie in den einfach gegebenen Worten bald die väterliche Sprache erkennen und sie begreifen; darum
auch in Meinen Worten, welche gemäß der Bibel sind, die wahre Speise besteht, welche das Verlangen des Geistes befriedigt oder sättigt.
Diesen Menschen gegenüber verhaltet euch stille und ruhig, denn da werdet ihr gar wenig ausrichten, obgleich es den Anschein hat, als ob sie mit großem Eifer suchen, Ich muß euch deshalb gegen Solche Selbst verwahren, dadurch daß ihr oft äußerlich bedürftiger seid als sie, und euer Wohlstand und Lage für sie nicht verlockend ist; auch sollet ihr keine Geschwister erkaufen durch Aufdrängen Meiner Worte, welche sie bloß zum viel Wissen auszubeuten suchen und dazu sie annehmen würden.
Es ist nach Meinem Willen so, daß diese (Meine Worte) unter gewissen Bedingungen verbreitet werden, und zwar seid ihr Geschwister, welche die Überzeugung der Wahrhaftigkeit solcher Worte in sich tragen, alle dazu bestimmt, dieselben mit der wahren Vorsicht euren Nebenmenschen angedeihen zu lassen; sollen also diese Worte irgendwo niedergelegt werden, so solle ein Jedes in seinem Kreise erst prüfen, an wen es sie abgeben darf.
Ein Merkmal dafür ist auch die Bereitwilligkeit des Ersatzes dafür, wo Ich Selbst mitwirken und euch Solche zuführen will, bei denen der Boden schon geackert ist, und der Samen aufgehen kann. Bedenket dabei und richtet eure Geduld darnach, daß zuerst gesät werden muß, ehe Blüte und Frucht zu erwarten ist. Also betretet das Schiff, doch behaltet Mich im Herzen, und fürchtet euch nicht, bald rufe Ich euch vernehmlich zu: "Ich bin es, fürchtet euch nicht!" Amen!
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„Missionswinke. Vom Schifflein Christi.“
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