← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“

„Was fürchtet ihr euch?“

143. – 23. November 1879 – Kirchlicher Jahresabschluß – "Was fürchtet ihr euch?"
 
Liebe Kinder!
Diese Frage richtete Ich an Meine Jünger, als ihr Schiff unterzugehen drohte und sie verzagt wurden, weil sie wähnten, daß Ich schlafe.
 
So viele Beweise sie auch von Meiner Allmacht und rechtzeitigen Hilfe hatten, so waren sie doch immer wieder in Angst und Furcht, wenn ihnen ein Unfall begegnete, weil sie Mich eben nicht mit ihrem natürlichen Verstande als Denjenigen, Der Ich bin, erfassen konnten, und auch weil sich ihre Hauptsorge immer noch um ihren Leib bewegte, wo sie im Stillen hofften doch auch im Äußeren etwas dabei zu gewinnen. Daß diese Punkte für sie ihrer einstigen Zukunft entgegengesetzt waren, das könnt ihr jetzt besser einsehen als sie, weil die Geschichte in euren Händen ist, und ihr wisset, was auf sie gewartet hat. Ihr könnet aber auch wissen, daß Meine Worte und Verheißungen sich auf das Reich des Friedens bezogen und dort alle Meine Worte erfüllt werden, ja auch schon zum größten Teile sich erfüllt haben.
 
Betrachtet den großen Mut Meiner Apostel bei ihren Verfolgungen, ihre Standhaftigkeit bei den vielen Plagen und Entbehrungen, und zuletzt ihre Todesfreudigkeit, so erkennet ihr die Worte als erfüllt: "Siehe Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende."
 
Ohne Meine Nähe und Meinen Beistand wäre es ihnen nicht möglich gewesen, ihre Lebensaufgabe zu erfüllen.
 
"Wer an Mich glaubt, der stirbt nicht;" denn für sie war der Tod ein Eingehen zum Leben, weil der Geist in ihnen ihr eigentliches Ich ausmachte, und Besitzer oder Regent ihrer Organe war, somit hatte derselbe (Geist) die Ablegung des menschlichen Körpers als eine Entfesselung gehalten, und der Todesschmerz oder die Unbrauchbarkeit ihres Leibes störte sie nicht in ihrer Freudigkeit, bald bei Mir daheim zu sein.
 
So, liebe Kinder, frage Ich auch bei euch an: "Was fürchtet ihr, wenn auch die Wellen euch zu verschlingen drohen?" Wenn Ich gleich schlafend auf dem Schiffe Mich befände, so bin Ich ja doch bei euch, Ich kenne die Gefahr, aber Ich warte auf euren Notschrei, der euch eure eigene Ohnmacht klar machen und das Vertrauen zu Mir vermehren soll.
 
Ich konnte zur Zeit Meines Erdenwandels Meinen damaligen Jüngern diese Schule in Glaubens-Proben nicht ersparen, um sie zu Meinem Dienste zu erziehen, damit auch sie in Meinen Fußstapfen, welche Ich auf dem Leidensweg eingetreten habe, einst nachfolgen könnten, und sie gingen auch diesen Weg mit großer Freudigkeit. Gedenket z.B. an Paulus, wie er ausrief: "ich achte Alles für Schaden und Kot gegen die überschwängliche Gnade usw."
 
Meine Jünger hatten mehr Glauben nötig zu ihrem Berufe, als ihr jetzt nach bald zweitausend Jahren, wo die Geschichte beweist, daß Mein Reich nicht untergehen kann, und ihr also äußere Belege für Meine Macht habet. Wenn Ich damals auch Wunder tat, so waren in selbiger Zeit die Menschen noch nicht so aufgeklärt, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden, darum Ich für einen Essäer gehalten wurde, welche Sekte damals durch Betrug die Menschen in großes Erstaunen setzte.
 
Meine Jünger waren freilich eines andern überzeugt, aber Mein Leiden und Tod wurde vom Satan benützt, um einen scharfen Anfall auf sie zu machen, und auch noch ihre Schüler, welche sie später belehrten, wurden von den Widersprüchen ihrer Verfolger sehr bedrängt.
 
Meine Macht allein ist es, welche ihnen durchgeholfen hat, und so bleibt es auch bei Allen der Fall, welche Mich redlich suchen. Sie werden in Lagen kommen, wo sie erkennen lernen, daß Ich, wenn auch unsichtbar, doch bei ihnen bin, und ihre Hilfe ebenfalls als eine verborgene in der Kraft besteht, um Meinetwillen zu tragen, was Menschen ihnen oft in ihrem verblendeten Wahn auferlegen.
 
Wisset, "Niemand kommt zum Vater, denn durch Mich Jesum!" Das Göttliche, das euch mit Gott vereint, muß auf dem Wege gefunden werden, welchen Ich als Jesus Selbst bezeichnet habe, und dies ist ein Weg der Verfolgung, Verachtung, Schmach und Armut bis zum Kreuzestode. Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“