← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“

„Zum Erscheinungsfest“ Ein Fest der Wiedergeburt und der Hingabe

153. – 6. Januar 1880 "Zum Erscheinungsfest" Ein Fest der Wiedergeburt und der Hingabe.
 
Liebe Kinder!
Das Fest der Erscheinung erzählt euch die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, wie sie vom Geiste getrieben auszogen, um Mich zu suchen und Mich anzubeten.
 
Es ist diese Begebenheit wiederum eine Entsprechung von dem Gange der Seele, die durch den Geist veranlaßt wird etwas zu suchen, wovon sie eine Ahnung hat. Sie sucht ein Etwas, das sie beglücken soll, und das sie von ihrem gewöhnlichen Treiben Abbringen kann, ist sich aber noch nicht ganz klar, wo der eigentliche Ruheplatz sich findet.
 
Zu diesem hilft ihr, gleichwie den Weisen damals der Stern, jetzt Meine Lehre; diese bezeichnet den "Weg nach Bethlehem", wo die wahre Demut und Niedrigkeit zu finden ist, nachdem sie vorher bei den Regenten dieser Welt suchen ( welche sind Glanz, Herrschsucht, Reichtum usw), aber vergebens dort anfragten, um ihren Drang im Innern befriedigen zu können, daher mußten sie weiter fragen.
 
Diese Weisen kamen vom Morgenlande, und sie bedeuten die drei Eigenschaften, welche der heilige Geist durch Seine Erleuchtung zum Weiterentwickeln antreibt: Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit; diese werden fortfahren so lange zu suchen, bis sie ihren Herrn gefunden haben und ihren Reichtum, der in diesen Gaben besteht, Ihm wiederum darbringen können, durch Übergabe des Herzens!
 
Gleichwie aber die Weisen nicht mehr zu dem herrschsüchtigen Herodes umkehrten, sondern Ich, der Herr, ihnen nach Meinem Willen den Weg zeigte, so soll auch die Seele, wenn sie Mich erkannt und sich Mir übergeben hat, nicht mehr umkehren zu den weltlichen Begierden, sondern ihr dargebrachtes Opfer Mir ganz überlassen, damit Ich sie Selbst den Weg gehen heißen kann, wodurch sie ihre Heimat sicher erreicht, welche "aus dem Morgenlande", oder vom Anfang aus der Höhe stammt.
 
Euch, die ihr schon manche Entsprechung von Mir erhalten habt, sei dieses Fest, wenn es in der Kirche gefeiert wird, ein Fest der Wiedergeburt, wo ihr aufs Neue eure Liebe und euer ganzes Herz Mir darbringen sollet!
 
Gehet keinen andern Weg, als den, von dem ihr überzeugt seid, daß er von Meiner Lehre bezeichnet ist, dann werdet ihr einst wohlbehalten und glücklich die Reise zurücklegen, in dem seligen Gefühle: wir haben den Herrn gefunden, wie Er uns verkündet wurde, alle Beschwerden sind uns reichlich belohnt worden, und wir sind dem Weltgeiste, der Ihm nach dem Leben trachtet, ausgewichen, welcher Ihn, den großen König, nicht in einer armseligen Hütte vermutete.
 
Ebenso suchen die Weltmenschen nicht bei den Armen und Unscheinbaren die Wohnung eines großen Gottes; darum sind diese geschützt vor deren Verfolgungen, so sie den Weg der Demut gehen; sogar die Priester und Gelehrten konnten nicht bestimmt den Ort Meiner Geburt angeben, während sie doch das Wort der Verheißung hatten; bloß den treuen Hirten wurde die innere Sehe aufgetan.
 
Ebenso ist es heutzutage; noch sind die Gelehrten in geistigen Dingen verblendet, und nur solche, welche treue Wächter sind, sehen die Helle, welche den Anbruch  großer Dinge verkündet, und wissen, daß durch Mein Wiederkommen die Finsternis weichen muß, und der große Friedenstag anbricht. Also werdet nicht müde auf dem Wege, der zu Mir führt, er ist beschwerlich, aber lohnend. Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“