171. – 25. April 1880 "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"
Meine lieben Kinder!
Ich trete auch heute unter euch mit den Worten: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." Diese Worte richtete Ich bekanntlich an Thomas, welcher gleichfalls auf dem Standpunkte war, nicht eher zu glauben, als bis er Meine Wunden sah oder sogar selbe befühlte.
So ist es auch bei euch; denn ihr könnet es noch immer nicht zu dem wahren Glauben und Vertrauen bringen, ehe euch sichtbarlich Meine Hilfe zu Teil wird und dadurch verscherzet ihr oft einen großen Gewinn für euer inneres Geistesleben.
Doch auch bei euch will Ich Meine Nägelmale zu eurer Beschämung vorzeigen; denn Meine Liebe geht ja immer ihren Kindern nach. So rufe Ich euch auch jetzt zu: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"
Auch bei euch ist dieser Glaube sehr nötig, weil Ich in dieser Zeit euch nicht persönlich besuchen kann. Glaubet aber
desto fester, daß Ich euch dem Geiste nach weder verlasse noch versäume. Daß ihr diese immer wieder in eurem geistigen Standpunkte erfasset, ist zwar gut an euch; aber ihr begreifet noch immer zu wenig, daß auch die äußeren Lagen dazu gehören – das feste Vertrauen zu Mir zu heben; doch erkennet ihr oft zu wenig Meine Anordnungen dabei.
Nur wenn es dann nach euren Ansichten geht, kommet ihr, um Mich dafür zu preisen. Darum, liebe Kinder, muß Ich oft lange mit Meinem Erscheinen verziehen, weil Ich so gerne vorerst den wahren Glauben an euch erschauen möchte.
Ringet darnach, fest auf Meinen Beistand in den größten Nöten und kritischen Lagen zu rechnen, und Ich werde durch verschlossene Türen zu euch eintreten; d.h. Ich will Mich eurer annehmen, und euer Vertrauen segnen; auch wenn ihr Mir nicht so treu waret, wie Ich es erwarten kann.
Bauet auf Meine Gnade und Liebe; denn wenn ihr meinet, ihr wollet durch euer Tun Anspruch auf Mich machen, so muß ich immer mehr Meine Hilfe von euch zurückziehen.
Gleichwie Thomas Mich nicht erkannte, weil er Mich bloß in einem Erscheinen nach seinem Sinne erkennen wollte, so geht es auch oft Meinen Kindern. Sie lieben Mich zwar, aber in mancher Lage können sie nicht begreifen, daß Ich dennoch mitwirke, weil sie Mein Mitwirken nach ihrer Ansicht nicht zu deuten wissen.
Glaubet deshalb an Meine Worte der Verheißung, die keinen einzigen Tag ausschließen: "Siehe Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!" Glaubet, daß Ich auch heute bei euch bin, und ziehet hin im Frieden! Amen!
Euer Jesus-Vater.
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„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“
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