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15. Gott und Erde, Mensch und Welt

Liebe Freunde!

‚Herr, wie sind Deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll Deiner Güter.‘ (Ps. 104, 24)

Gott gab eine einheitliche Offenbarung: Sein Wort! Es wird mit Recht viel über die Neu-Offenbarung gesprochen: nur kommt es darauf an, was man darunter meint. Viele Freunde glauben, daß eine neue Offenbarung, die unser Vater durch erwählte Menschen brachte, u.a. den in diesem Kreis besonders nahestehenden Jakob Lorber, etwas ganz Neues sei, etwas Einmaliges, was es zuvor nicht gab.

Damit wird die alte Zeit sehr arm gedacht und man sieht — wenn auch ungewollt Gott in jenen alten Zeiten gleichfalls ärmlich an. Denn wenn Er erst von Seinem eigenen Erdenwege ab als Heiland Jesus Christus völlig neue Offenbarungen gegeben hätte, so wäre sinngemäß Gott einer Wandlung unterworfen. Und das ist Er nicht!

Des Schöpfers Werke, groß und viel, hat Er alle weislich in Sich Selbst geordnet. So wenig wir die Sterne zählen können, die an einem Himmel hängen, so wenig wird man Seine Werke zählen. Ebenso, ewig beständig, ist Gottes Wort! Denn ‘Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen!‘ spricht der Herr.

Wenn alles schon vorhanden war und sicher auch vollkommen, wo kommt die Wandlung her, zumal auf unsrer Welt? Nun — dafür gibt es eine Antwort. Aus dem Unwandelbarkeitsprinzip hat der Schöpfer für die Werke, vornehmlich für alle Kinder, das Prinzip der Wandlung hergestellt in Form von zwei gewaltigen Schöpfungsfundamenten.

Unwandelbar ist der Schöpfer, wandelbar das Geschöpf. Sein Grund ist als stehende oder beständige Macht immer unwandelbar, sonst käme kein Geschöpf aus der waltenden Macht zu seiner Vollendung. Diesem urheiligen Spannungsbogen entströmt das Leben, der Impuls, und alle Dinge, die das Geschöpf zu seiner Entwicklung braucht.

Unser heutiges Thema ist diesem Spannungsbogen entnommen; denn es stehen sich Gott und Mensch, sowie Erde und Welt gegenüber. Wir werden vielleicht heute etwas neues hören; und doch ist es Gottes bleibende Wahrheit, Sein unvergängliches Wort. Natürlich kann man nicht auf einmal jede Heilswahrheit erkennen; aber — GOTT hat mit unerhörter Weisheit Seine Schöpfungstage so gemacht, damit in ihrer langen Zeit die Kinder in die Tiefe Seiner Werke Einblick nehmen können, soweit es dem Geschöpf gegeben ist. Ja: ‚Der Herr hat die Erde durch Weisheit gegründet‘ (Spr. 3, 19). Hier steht das ‚Erde‘ am richtigen Platz.

Allgemeinhin denkt man nur an unsre Welt. Natürlich ist sie mit gemeint; aber ERDE bedeutet der dritte UR-Zyklus, den UR, der Ewig-Heilige, aus Seinem Tat-Impuls gestaltet hat. Obwohl es ein großes Thema für sich allein verlangt, sei gesagt, daß UR Seine Werke auf Gedanke, Wort, Tat und Folge gründete und diesen Fortgang mit den geistigen Grundelementen Feuer, Wasser, Erde und Luft verband.

In dieser Reihenfolge stehen an dritter Stelle TAT und ERDE. Beide bedeuten geistig und materiell — die greifbare Wirklichkeit. Es ist auch nicht von ungefähr, daß die Welt der dritte Planet unseres Sonnenkreises ist. Und welch ein gnadenvolles Symbol, daß der allheilige UR in Seiner dritten Wesenheit GOTT unter Waltung Seiner Eigenschaften Geduld und Liebe als Heiland auf die ERDE kam!

All diese Dinge nebst der zeitlichen Schöpfung sind im Signal des Lichtes jenes Ungeheure: GOTTES ERDE, sind Raum und Zeit aus der UR-Ewigkeit! Ob wir einen UR-Zyklus, die UR-Jahre oder Einzelteile kennen: Monate, Wochen und die Tage, die der Schöpfer wie Perlen auf Seiner Machtschnur aneinanderreiht, das Makro und das Mikro, — alles zusammen ist das herrliche Ganz-Teil, das Seine Hand allein erschuf. Das ist das ‚Werk Seiner Tat’!

Diese Tätigkeit — zuerst im Licht — ist das Leben, der Impuls, der Erhaltungs- und Vollendungstrieb. Gegen diese Tatsachen geht der Mensch vergeblich an. ‚Die Erde ist des Herrn, und was darinnen ist‘ (Ps. 24, 1). Unser Leitwort sagt uns also, daß da nicht unsre kleine Welt gemeint sein kann, die keinen Frieden bietet. Und wo es keinen Frieden gibt, ist auch kein Schatz. Wir wollen daher Erde und Welt in ihrem Unterschied erkennen, nach Gottes ewiger Offenbarung.

Wie stehn die Menschen heute allgemein Gott gegenüber? Gewiß, ein Suchen geht durch diese Welt; doch man greift nach ihren Dingen und nicht nach Gottes Wirklichkeit. Die Gottesleugner, die Mächtigen, Wissenschaftler, Industriekapitäne, schießen ihre Sputniks in die Höhe, um Sterne zu erobern, ohne Wissen, welchen Abgrund sie sich damit schaffen. Sie glauben, den Beweis dabei anzutreten, daß es keinen Schöpfer gibt. Diese armen Toren!

Die Lauen, die nicht fragen, ob es einen Gott gibt, wenn sie nur weltlich bestens leben können, verirren sich in engen Maschen ihres Denkvermögens. Sie zählen ihre Güter ab und merken nicht, daß sie statt Gottesgüter Dinge haben, die Rost und Motten fressen. Mit leeren Herzen gehn sie in ein armes, leeres Wesensdasein über; wenn der Leibestod die Türe schließt.

Die Christenheit, sich zwar manche Mühe gebend, hat noch immer nicht den Anschluß an die ‚Gottes-Erde‘ aufgefunden. Sicher ist der Nur-Glaube gut; doch er reicht nicht aus, um UR in Seinem wunderbaren Wirken zu erkennen. Viele sind durch die ‚genormte Lehre‘ so dogmatisiert, daß sie ein Dogma höher stellen als Gottes Wirklichkeit. Sie klammern sich am Buchstaben fest, aber den lebendigen, den GOTTES-Geist, lassen sie vorübergehen.

Wie ergeht es nun den Gläubigen, die statt Buchstaben den ‚Geist der Wahrheit‘ suchen und auch anerkennen? O — da gibt es manches schöne Vorwärtsgehen, und manches Licht ist neu zu uns hereingestrahlt. Ernsthaft Suchende bemühen sich, der Welt Valet zu sagen, wo für sie, fast ohne eigentliches Zutun, Gottes heiliges Erdreich eintauschen: Sein wahres, lebendiges Wort. Aber leider gibt es auch noch allerlei, was man weltlich nennen muß.

Natürlich ist nur von Erlebnissen zu sprechen und auch da bloß von dem Weg, der nicht wahr erkannt, nicht allen Ernstes begangen wird. Immer wieder gibt‘s Zersplitterungen, meist um nichtige, oft ehrsüchtige Ansichten. Wird einer nicht von allen anerkannt, wirft er schnell die Karten weg. Wie vielen begegnete ich — und das muß ich eine schwere Abirrung nennen — ‚ die von sich sagen, wer und was sie wären. Meine Freunde, ich möchte davor jeden warnen, aus voller Liebe und — aus Angst. Jede Überheblichkeit, auch die etwa ungewollte, führt von Gottes Erde fort in das Dunkel unsrer Welt.

Die Jünger Jesu stammten aus dem Licht, die der Herr mit auf die Erde nahm. Und was machte Er aus ihnen? Arme Leute! Einige wenige waren reich und weltlich angesehen. Aber keinem ward gesagt, wer und was er war oder würde. Nur einen Hinweis gibt der Herr: Ihr seid nicht von dieser Welt! Er sagt ausdrücklich hier nicht ERDE, setzt jedoch hinzu, daß ihre Namen im Himmel geschrieben sind, offenbart sie aber nicht! Dieses ist der einzige Hinweis, den die Jünger über ihr vorheriges himmlisches Leben, über ihre Licht-Wesenheit erfahren haben (Joh. 15, 19; Luk. 10, 20).

Es wäre gut, wenn auch wir die Welt verlassen, um das Göttliche und Gottes Erde dafür zu erlangen. Welche Tatsache ergibt sich dann? Überwältigend klar ist zu erkennen: Wir sind Gottes Kinder! Und ist das nicht genug? Können wir den Reichtum je ermessen? Hat Gott uns, aus Seiner Erde gemacht, aus Seiner Tatschöpfung gehoben, nicht Seine heilige Offenbarung anvertraut? Es sollte von uns gelten:

‚Was von Gott geboren ist, überwindet diese Welt!‘ (1. Joh. 5, 4)

Wenn manche sagen: Gott braucht uns!, so tut mir das in tiefster Seele weh. Kann denn ein Geschöpf dem Schöpfer helfen? Etwas aber tut Er immer: Er gebraucht uns, Er läßt uns in Seiner Freundlichkeit an manchen Werken teilhaben; das freilich bloß, wenn wir echt erkennen, daß alle Dinge Seine Werke sind, die Er weislich ordnet, bevor Er sie den Kindern übergibt. Ist das so geschehen — und wir brauchen es nicht anzuzweifeln‚ dann müßte ja die Einsicht auch vorhanden sein, daß wir ‚in des Werkmeisters Händen‘ Gesellen oder Lehrlinge sind, die Er Sich zur guten Mitarbeit erzogen hat.

Doch selbst dann, wenn wir dieses wissen, ist es besser, nicht zu fragen, wer und was wir sind; wo stellt uns der Schöpfer-Vater hin. Nein die Tatsache muß genügen: Wir sind Gottes Kinder! Diese Seligkeit messen wir in Ewigkeiten niemals aus! So viel hat UR aus Seinen herrlichen Gütern in unser Gotteskinderleben eingehegt; Er beköstigt uns aus dem Reichtum Seiner heiligen ERDE!

Es steht geschrieben: Ehe die Berge wurden, nämlich: ehe UR Seine sieben Grundlebensstrahlen zum herrlichsten Ausgleich für die Werke brachte; und ehe die Erde erschaffen wurde, nämlich: Sein UR-Zyklus der Tat; und ehe die Welt geworden war, nämlich: die Materie nach dem luziferischen Fall, bist DU, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Ps. 90, 2) Unser Schöpfer-Gott gibt uns alles, was wir brauchen; und Er wird nicht aufhören für Sein Kindervolk zu schaffen, für das Sein Herz in Liebe schlägt.

Der Unterschied von Erde und Welt sei noch mehr herausgeschält. Dabei läßt sich Gottes Liebe zu den Kindern im Himmel und in der Gesamtmaterie immer mehr erkennen, ebenso, daß Gottes Wort, ewig und wahrhaftig, an keinen Raum, an keine Zeit gebunden ist. Was ER sagt, das hat — stets verhältnismäßig — ebenso am Morgen des ersten Schöpfungstages seine Gültigkeit gehabt, wie es heute gilt und am Abend des siebenten Schöpfungstages auch noch gelten wird. Wir betrachten dabei ein besonderes Wort des Herrn. Es lautet:

‚Ich hin gekommen, daß Ich ein Feuer anzünde auf Erden!‘ (Luk. 12, 49)

Natürlich meinte Er zu Seiner Zeit sein persönliches Kommen, offenbarte es jedoch nur allgemein, weil die wahre Ein-Gott-Lehre ebenso im Absterben begriffen war, wie jetzt der Glaube an Gott.

Sinngemäß war Sein ‚Ich bin gekommen‘ Seine volle Offenbarung an die Kinder — zu jeder Zeit! Er hatte also in den ersten Kindern das ‚Feuer seines Geistes‘ angezündet, sie in Seine heilige Werk-Erde hineingeboren und die tatsächliche Verbindung von Sich zu ihnen hergestellt. Das bedeutet auch in Mose jenes Wort: Die ERDE bringe hervor.

Unsere Welt ist ein kleiner Spiegel jener heiligen Erde und war es echt, solange es ein Eden gab. Als das Paradies versank, verlor der Planet den Inbegriff von Gottes Erde — durch die Menschen, und die ‚Kinder dieser Welt‘ bevölkerten sie. Von der adamitischen Zeit an und in den Epochen, die die Weltgeschichte bilden, machten sie durch allerlei Systeme sogar eine verhärtete Welt daraus.

Sind wir heutzutage nicht bloß auf Systeme angewiesen? Werden die Völker anders regiert als von Systemen, die die Weltmacht sich erdenkt? Alle Bestrebungen gehen fast nur dahinaus, daß Wenige die Massen beherrschen. Wer gibt den einzelnen das Recht, Millionen zu unterjochen? O, trüge unser Planet nicht nur den Namen, so wäre es wohl möglich, wieder eine ERDE aus der Welt zu machen! Weil jedoch das Weltsystem nicht will, darum sagt der Herr:

‚Die Welt vergeht mit ihrer Lust!‘ ‚Die Gottlosen sind glückselig in ihrer Welt!‘ (Ps. 73, 12)

Eigenartig ist ferner, daß der Teufel dem Herrn die Reiche der Welt, nicht der Erde zeigte. Das konnte er ja nicht. Die ‚Reiche der Erde‘ sind keine Völker, keine planetarischen Gebilde; sie sind allein GOTTES REICHTUM aus der Fülle Seiner Schöpfermacht.

Auch wir Freunde von Gottes Offenbarung sollten uns so weit als möglich die Erkenntnisse erwerben, die uns jene Unterscheidung sehen lehrt, die zur wirklichen Entscheidung führt. Haben wir tatsächlich Gottes Erde von der Menschenwelt getrennt? Vor allen Dingen in uns selbst? Ist unser Herz ein Lebensacker Gottes, ein Stück geheiligte Erde geworden, wohinein Er Seinen unvergänglichen Wort- und Segenssamen streut, damit aus unserem Erdenland eine ebenso geheiligte ‚Ernte der Tat‘ ersprießen kann?

Johannes schreibt: ‚Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist‘ (1. Joh. 2, 15). Erheben wir den Geist zu Gottes Opfertat? Wandelt unsere Seele auf des Vaters Erde? Ich weiß, wir müssen alle Leibesdinge richten, und es wäre falsch, sie zu mißachten; denn auch der Leib ist ‚Gottes Eigentum‘. Nur bleibt die Frage offen, ob wir aus der Notwendigkeit des Lebens handeln oder sinnhaft Freude daran haben und dem glücklichen Lebensgefühl des Geistes überstehen.

Dieser ‚Geist der Wahrheit‘, den die Welt nicht kann empfangen‘ (Joh. 14, 17), ist nur mit Überwindung zu erkämpfen. Wir brauchen kein Gefühl herauszureißen; das wäre ja das Leichteste, was notfalls zu erreichen ist. Nein — ein Gefühl soll wie ein Baum veredelt werden, und ist mit Gottes Hilfe von dem Weltland auf Sein heiliges Feld zu pflanzen, daß wir ein reicher Halm auf Seiner Acker-Erde werden.

Man darf auch niemanden verachten und — wie leider oft geschieht — eine ewige Verdammnis wünschen. Das ist ein grober Weltgedanke und hat mit Gottes Erde, nämlich wie ER alles tut, und mit Seinem Himmel, mit Seiner endlosen Barmherzigkeit, nichts zu tun. So wenig die Mächtigen das Recht besitzen, Millionen Menschen grauenvoll zu unterdrücken, so wenig hat der Christ das Recht, andere zu verdammen! Und nicht leicht wird es für beide Teile sein, sich von ihrer Welt zu lösen. Einst rufen sie vergeblich ein ‚Herr – Herr‘!

Man warf mir einmal vor, ich sagte so oft ‚Herr‘, wir dürften nur noch ‚Vater‘ sagen, sonst käme man nicht in den Liebeshimmel. Dazu sage ich, daß JESUS sprach: ‚Ich bin euer Herr!‘ (Joh. 13, 13 u.a.) Die Getreuen nannten Ihn fast immer ‚HERR‘, weil sie Ihn in echter Demut über sich erhoben. Auch dürfte sonst das erste Grundgebot nicht lauten: ‚Ich bin der Herr, dein Gott!‘

Was nützt es mich, wenn ich ‚Vater‘ sage, mich jedoch mit anderen nicht vertrage? Da nützt mich auch das ‚Vatersagen‘ nichts! Nicht die Anrede ist ausschlaggebend, sondern der Impuls des Herzens, die Aufrichtigkeit des Geistes, die Hingabe der Seele, mit denen wir dem Schöpfer-Vater nahe treten können.

Dadurch erlangen wir die Freundschaft, die uns mit Gottes Geist verbinden will und kann. Diese Freundschaft ist so zart und fein, daß wir ihr nur mit großer Achtung, Anbetung, Ehrfurcht und Liebe begegnen sollten, um so hinübergetragen zu werden in Gottes heiliges Reich, von dem der Gottesseher zeugt: ‚Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.‘ (O.J. 21, 1)

Leider wird die Stelle von fast allen Christen weltlich ausgelegt. Sagte Jesus zu dem Römer: ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt‘, wird Er es dann doch auf einen kleinen Weltplaneten pflanzen? Denn das ‚ist nicht‘ ist Seine ewige Begründung! O, wie viele Christen klammern sich an diese Welt und möchten ewig auf ihr leben.

Aber geistig hat Gott Seine Werke werden lassen,

und geistig bleibt Sein Reich in Ewigkeit!

Der Herr sprach zu Seinen Jüngern: ‚Ihr seid das Salz der Erde‘; Er sagte nicht das Salz der Welt. Gewiß war hier im engen Rahmen unser Erdplanet gemeint; aber grundgemäß galt die gesamte Mitarbeit der treuen Jünger, die nicht in der Materie erst begann und keinesfalls auf einer Welt beendet war.

Doch Unterscheidungen nützen ebenfalls nicht viel, wenn nicht aus Gedanke, Wort, Tat und Folge die Entscheidung kommt! Was man will, Leben oder Tod, da geht‘s hinauf oder niederwärts. Und ein Weiteres ist zu beachten: Der Mensch glaubt, daß er in der Freiheit seines Willens Herr sei über alle Welt und was ihr gehört. Allein er greift daneben; denn so macht er seine Welt zur Weltlichkeit.

Denn seht: Was Gott tut, das ist wohlgetan und geschieht trotz falsch angewendeter Freiheit. Der Weltling fragt zwar nicht danach, und selbst Christen beten oft mit leeren Lippen: ‚Vater, Dein Wille geschehe‘. Gar mancher sagt sogar: Gott muß unsern freien Willen respektieren. Zunächst einmal muß Gott überhaupt nicht, ER ist ja der Schöpfer! Er hat ja erst den freien Willen hergeliehen; es ist Seine Gabe ganz allein!

Würde ER nämlich nicht über unsern Willen hinaus mit Seinem Herrschaftswillen Seine Werke lenken wie es IHM wohlgefällt, nicht über uns als treuer Vater wachen, unsere vielen falschen Handlungen nicht immer wieder geradebiegen und unseren freien Willen laufen lassen, so könnten wir uns heute nicht vereinigt haben; denn — da gäbe es schon lange keinen Weltplaneten mehr, der aus Gottes Güte den Namen ERDE trägt, wie das gesamte Universum URs heilige Erde ist.

Nicht unsert-, sondern Seinetwegen gab Er dieser Welt den Namen, weil Er, der Herr, wie ein Mensch Sich Seine Bahn auf dieser Welt ersah. Sie ist der letzte Planet, der der Erlösung anheimfällt. Die ganze Materie ist bereits schon sehr entstofflicht, wenn wir die Umwandlung auch nicht sehen noch begreifen können, weil die äußere Umhüllung substantiell erscheint und auch noch ist.

Seit Golgatha unterliegt die Materie der Entstofflichung. Es sieht noch nicht so aus; denn das Treiben auf der Welt gegen Gottes heiliges Lebensgrundgesetz ist groß; und von den Zehn Geboten will man kaum noch etwas wissen. Sogar Neuoffenbarungsfreunde lehnen Gottes Grundgesetz von Sinai strikt ab. Wieviel Wirrnisse gibt es jetzt!

Beim Schöpfungsfall standen sich erst Michael und Satan kämpfend gegenüber, anschließend ihre Scharen. Das gleiche Zeichen auf der Welt: Erst Kain und Abel, dann Sippen, Stämme und Völker, bis herauf zum entsetzlichen Weltenbrand. Nun ringen sinngemäß wieder nur zwei Einheiten um die Macht: Ost und West im Ablauf des luziferischen Falles bis zur endgültigen Erlösung der Materie.

Und wieder stehen im Gesamt-All sich zwei Mächte gegenüber: GOTT und Erde auf der rechten, Welt und Menschen auf der linken Seite. Hat sich die linke ausgetobt, dann hat sie ihre Kraft verspielt. Eben das ist Gottes höchstes Ziel!

Ob Gott der Sieger wird, bedarf wohl keiner Frage; Er ist es ja, und Er erhält Sich Seine Erde! Aber ob der Mensch sich seine Welt erhalten kann, und ob die Mächtigen auf ihren Völkerstühlen sitzen bleiben, ob der einzelne bei seinem Stand und seinem Gelde bleibt, das wird sich ja erweisen. Wir Freunde haben nur die eine Sorge, daß wir uns von Gottes Licht erhalten lassen, uns auf Seine rechte Seite stellen, unsern UR-Vater lieben, und daß wir lernen, auch ein Salz Seines Erdreiches zu sein.

Wolle uns des Schöpfer-Vaters Licht erleuchten, möge Seine Güte, Seine herzliche Barmherzigkeit immer bei uns allen sein.

Amen

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