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Kap 9 – Prüfung; und wie Yps im Tempel priestert

Prüfung; und wie Yps im Tempel priestert

9. Kapitel

Yps sonderte sich ab. Abelu bedeutet, ihn jetzt nicht zu stören. Tiefer Glaube wohnt in ihm, angerührt vom Knaben und — vielleicht von dessen Mutter. Diblaim sieht auch die Sache sicher an, wenn er auch des Jünglings tiefe Geistesart nicht kennt. Joroham glaubt an den Sieg, den Om-Sabra in der Tasche hat. Abjathar hingegen weiß, wie das Recht erfochten wird. Ein Blick, mit Yps gewechselt, hat einen väterlichen Trieb in ihm entfacht.

Er sagt: „Wenn der Tempel töricht handelt, nehme ich den Jungen auf.“ Obed-Edom ist vom Mitleid übermannt und Isboseth vom Zorn. So sieht es bei den Freunden aus, als die Schelle sie zusammenruft. Ob auch die Gegner hämischen Blickes Ausschau halten, stellt man bei der Rechtsseite unerschütterliche Ruhe fest.

„Tritt vor den Stuhl des Herrn, Junge, ohne Furcht.“ Asarja winkt Yps herbei. Der geht auf jene Türe zu, die in das Allerheiligste führt. „Halt! Wo willst du hin?“ ruft Asarja barsch. Weiß Yps noch nicht, daß sein Stuhl als ‚Stuhl Gottes‘ anzusehen ist? Der Knabe dreht sich um, sein Antlitz leuchtet überirdisch. Allesamt, selbst Asarja, befällt ein unerklärliches Gefühl.

„Du gebotest, Hoherpriester, vor den Stuhl Gottes hinzutreten, den Micha sah, als er Ahab dessen Untergang verkündete (1. Kön. 22: nicht d. bibl. Prophet). Wo anders als im Allerheiligsten steht das Symbol des Stuhles unsers Herrn?“ Es kostet Überwindung, diese Antwort eines Kindes einzustecken. Welche Priester, die das Irdische vor den Himmel stellen, hätten das gesagt? Om-Sabra schmunzelt und Abjathar frohlockt.

Die Feinde schneiden böse Mienen. Barisall stößt zu: „Das, dem Hohenpriester zur Beleidigung, hat Abelu dem Hurling eingeimpft!“ „Dann mußte sein Gebot zuvor bekannt gewesen sein“, schlägt Diblaim zurück. „Der Hohepriester kann uns sagen, ob er mit Rabbi Abelu gesprochen hat.“

Asarja verliert allmählich die Verhandlungszügel, denn keiner der Kämpfenden fragt mehr, ob er reden darf. Jedoch verwahrt er sich sofort: „Es wäre unter meiner Würde, mit — “ er schluckt, „ — vorher zu besprechen, was hernach zu sagen ist. In mir“, fügt er stolz hinzu, „wirkt Gottes Geist. Ich brauche nicht erst zu bedenken, was geredet werden muß!

Jüngling, du hast unbedacht gehandelt, was ich gern und billig deiner Geistlosigkeit zugute halte. Im Hohen Rat wie auch im Amt sitze ich auf Gottes Stuhl! Merke es, und sei nicht so beschränkt.“ „Ich nenne es Prophetenweisheit“, korrigiert ihn Abjathar. „Das soll wohl verteidigt sein?“ fragt Asarja spitz zurück. „Wenn du willst?“ sagt Abjathar gelassen.

Asarja muß seines Lehrers Pille schlucken. Er vergißt, wieviel er ihm zu danken hat und läßt die Wut am Schüler aus. „Erkläre, was der Begriff ‚Gottes Gesetz‘ bedeutet.“ „Hat darüber schon der Hohe Rat geredet?“ pariert Abjathar für Yps. „Du stellst Fragen, über die gar mancher Priester stolpern kann.“

Asarja zürnt: „Welche Prüfungsfragen aufzuwerfen sind, bestimme ich! Willst du lärmen, Abjathar — tut mir leid — ‚ so muß ich dir die Türe weisen.“ „Unbedingt?“ Setzt Diblaim dawider. „Ein Verteidiger hat das Recht, Ungerechtigkeiten anzuprangern.“ „Willst du damit sagen, ich hätte ungerecht gefragt?“ Asarja faucht Diblaim förmlich an. Die Feindseite streut böse Zwischenrufe ein.

Diblaim bleibt kühl. „Genau so! Ein Hoherpriester sollte anders fragen und — anders handeln.“ Elimaluch schreit: „Die Beleidigung gehört vor den Großen Rat!“ „Verlier‘ den Faden nicht“, spottet Joroham, „es war berechtigt festgestellt. Ihr handelt vor den Ohren eines Schülers ungeschickt. Ich bin dafür, daß wir erst den Schüler Antwort geben lassen. Asarja soll ihn prüfen entsprechend seinem Alter. Der Verteidiger hat das Recht einzugreifen. Haltet endlich die Versammlungsordnung ein.“

Asarja atmet danklos auf und stellt die Frage noch einmal. Armer Junge! Sogar Feinde geben zu, daß sie keine Antwort wüßten. Yps hebt die Hände hoch, wie seine Mutter tat, sobald sie priesterte. Darf er das, wo der gottesarme Rat sein Heiligstes verunglimpft hat.? Er läßt sie wieder sinken und priestert nun zum erstenmal. Ihm fehlt Sikhas Reife; allein er wird sie noch erreichen und überflügeln im Auftrag Gottes, seines Herrn. Er beginnt:

„Der Begriff des ‚Gesetzes Gottes‘ ist unbedingter Glaube, aus welchem die Gesetze zu erkennen sind. Ohne Anerkennung läßt sich kein Gesetz erfüllen. Ich begreife es, wenn ich es über mich erhebe und unter meine Füße stelle.“ „Hm, die Antwort klingt verworren, man weiß nicht, was du meinst.“ Abjathar verteidigt: „Ich habe gut begriffen, was der Schüler meint.“

Asarja donnert los: „Heißt das, ich hätte nicht verstanden? Blöde Antwort!“ „Im Gegenteil; der Knabe soll sie mehr erklären.“ „Jedes Gesetz“, fällt Yps ein, „hat Bindung und auch Segen. Wir sind an die Erde angebunden; dennoch sind wir frei. Also ist der Mensch ans Gesetz des Schöpfers angebunden, ob er will oder nicht, mit und ohne Glauben, bewußt und unbewußt. Wenn er das Gesetz nicht hält, kerkert das Gesetz ihn ein (Matt. 23, 23). Wie die Kraft der Erde den Menschen an sich zieht, so handelt unser Schöpfer im Gesetz der weisheitsvollen Kraft. Wer das glaubt, hat über sich den Bogen, den der Herr voll Segnung setzte nach der Flut (1. Mo. 9, 13). Ohne Segen hält man kein Gesetz; aber ohne Haltung der Gesetze ist am wenigsten ein Segen zu erhalten.“

Abelus Augen strahlen. Sogar er hätte es nicht so präzis gesagt. Diblaim horcht auf. Wo hat der Knabe solches Wissen her? Ah, er muß ihn auch in seine Klasse bringen. Joroham ist stolz. Heute zeigt sich das Geheime an dem Gottesschüler. Om-Sabra‘s Füße scharren: Gibea, Gibea, aus dir kommt ein Prophet!

Abjathar, ebenso erstaunt, wartet ab, ob ein großer Geist geredet hat oder eben traf, wie es manchmal üblich ist. Asarja sagt trotz Verblüffung obenhin: „Die Antwort ist nicht schlecht. Nun die zweite Frage: Kann man Gesetz und Gott verbinden oder trennen? Wann hat dieses oder jenes zu geschehen? Ist Gott im Gesetz zu suchen?“ Yps besinnt sich nicht. Nur ein wenig höher hebt er seine Augen, über Asarja weit hinaus und sagt unbeirrt:

„Um das zu GOTTES Ehre zu erklären, muß man den Unterschied von Gott-Gesetz und Menschensatzung kennen. Man kann der Satzung unterstehen; doch das Herz, das Gottes Licht und Liebe trägt, ist nie daran gebunden. Das Gesetz muß mir ins Herz geschrieben sein (Jer. 31, 33), sonst bin ich weder Träger noch Erfüller. Es ist von jeder Satzung scharf zu trennen. GOTT im Gesetz zu suchen wäre falsch, da findet man Ihn nicht; hingegen das Gesetz in GOTT zu sehen, ist der wahre Weg, der uns zu Trägern und Erfüllern macht.“

„Schön, schön“, mimt Asarja. „Ich merke, du hast viel zu früh dich tieferen Gedanken hingegeben, die du nicht verdauen kannst. Jorohams Klasse war für dich zu schwer. Na, das hört ja auf; als Hurenkind wirst du vom Tempel ausgewiesen. Noch eine Frage will ich stellen, damit mir niemand sagen kann, ich sei gegen einen von Kindesbeinen an Verdammten ungerecht gewesen. Höre zu!

Gott sendet den Messias, der dann Davids Thron besteigt, daß die zehn Stämme sich Judäa beugen, Jerusalem die Stadt der Welt und der Hohepriester Gottes rechte Hand sein und bleiben wird. Frage: Hat der Messias außer dieser Weltaufgabe auch noch andere? welche, wie vollbringt er sie? Es genüge eine kleine Antwort; das Tiefste zu ergründen ziemt ja nur dem Hohen Rat.“

„Deine Spitzfindigkeit“, Zürnt Abjathar, „ist ohnegleichen! Wie ich darüber denke, sage ich dir von Mann zu Mann.“ „Mich gelüstet nicht danach. Bedenke, daß ich der Hohepriester bin und du . . .“ dein Lehrer war“, fällt Abjathar trocken ein. „Aber nun soll mich‘s nicht wundern, wenn der Knabe eine Antwort weiß, die noch nie in deinen hohenpriesterlichen Sinn gekommen ist!“

„Asarja stellt keine Frage, für die er keine Antwort weiß, zumal er jeden Hohenpriester überflügelt hat.“ Elimaluch verneigt sich kriecherisch. „Außerdem kann er fragen was er will“, bellt Barisall dazwischen. „Kein Mensch hat ihn darum zu stellen.“

Sagt Diblaim: „Weil der Hochmut nicht höher steigen kann, als er schon gestiegen ist. Aber GOTT wird Seine Herrschaftswand dawider stellen.“ Der Gelehrte kann ob dieses Wortes kaum im Tempel bleiben. Aber — will er das auch noch? Träumt er nicht bereits, sich mit Abjathar zu einen, und Yps, das gnadenvolle Menschenkind, zu sich zu holen? vielleicht als — — —

Der Jüngling reißt die böse Spannung auseinander. Man meint, er wüchse hoch. Das ist sein Geist, der das Körperliche überstrahlt. Seine Stimme ist wie ein Geläut, aus tiefem Brunnen steigend, rein und voller Kraft. Und er priestert: „Käme Gott als Messias für die Welt, so bliebe das ein Anteil der Vergänglichkeit. Solche Helfer hat Er oft gesandt und wird sie gnädig immer wieder senden. Othniel (Ri. 3, 9 ) war solch ein Heiland, wie er erwartet wird zu stützen, was dem Verfall entgegenreift.“

Und nun hebt Yps die Hände hoch wie seine Mutter tat. Die Augen leuchten hell. „Ein Thron ist aufgerichtet und kommt kein zweiter mehr. Auf ihm sitzt, von Dem David sang: ‚Der Herr sprach zu meinem Herrn (Ps. 110, 1) !‘ Auch für David mußte jemand sprechen. Doch wer kann vor Gottes Angesicht für jemand reden? Nur die Barmherzigkeit spricht in ihrer Liebe zu dem Herrn, Der die Gesetze in der Rechten hält. Der große Retter kommt nur für den Geist, den die Menschen schlagen, wie Kain seinen Bruder Abel schlug.

Die zehn Stämme werden sterben, weil man die Satzung höher stellt als das Sinai-Gesetz! Gott hat erbarmend aus den zehn zertretenen Geboten zwei errichtet (5. Mo. 6. 5.; 3. Mo. 19, 18) für die beiden letzten Stämme. Der Tempel aber übertritt das Recht und die Barmherzigkeit! und wird den Hirten schlagen — und die Schafe werden sich zerstreun.

Jerusalem vergeht wie einst die Welt. Ewig bleibt ja nur der Geist! Der Schöpfergott braucht kein Geschöpf als rechte Hand, daß es Ihm hülfe, Seinen hohen Himmel aufzurichten und zu halten. ‚Mein ist beides, Rat und Tat (Spr. 8, 14) ! ‘Und steigt GOTT als HEILAND nieder, um die Menschen zu erretten, so wird Sein Weg die Wahrheit und das Leben sein, die ‚mit Blut‘ besiegelte Erlösung, wenn — es der Tempel zu Jerusalem nicht anders haben will!

Israel baut eine dunkle Mauer, über die es stürzt, bis alle Steine fallen. Aber das Licht kommt! Der Heiland, Der nach keinem Weltrat fragt; nicht nach Kleidern, die den Körper decken; auch nach keinem Stand, er sei nieder oder hoch, Er fragt das Herz, ob es den Geist der Gnade höher stellt als Menschensatzung, die wie diese Welt zerbricht! Er fragt, ob die Liebe in der Weisheit steht. Nur so öffnet sich die Himmelsmauer, nur so gelangt man durch ihr Tor. ER zertritt nicht, sondern richtet auf; ER zerschlägt nicht, sondern heilt; ER verachtet nicht, sondern liebt; ER verdammt nicht, — ER erlöst!!“

Atemlose Stille. Ist‘s Sonne, die bei den Säulen flimmert? Ist‘s fremdes Licht, das Yps umgibt — ? Langsam fallen seine Hände nieder, langsam kehrt sein Geist zurück. Asarja weiß: GOTT sprach durch das Kind. Doch er wehrt es ab, sonst wäre dieser Knabe ein Prophet, wie Samuel, Elia und Elisa waren. Mit hastigen Gebärden schiebt er die Gedanken weg. So tun seine Helfershelfer auch.

Die Prophezeiung hat die Gönner zwar erschüttert, doch im Vordergrunde steht der junge Seher, der — vielleicht — erst noch prophetisch werden muß und — — der seines Lebens nicht mehr sicher ist, kann nicht Asarja umgewandelt werden. Das will Abjathar versuchen, er wartet nur aufs Widerwort. Und das folgt prompt.

Man spürt des Hohenpriesters kaltes Spiel, als er süßlich sagt: „Liebe Mitberatende, wir überzeugten uns, daß der Schüler ohne Reife und seine Hurenschaft erwiesen ist. Nicht Gottes Geist, wie es den Anschein hat, beherrscht den Knaben; es war ein Asmodi (Dämon). Wir Priester sind aus Gott und durch uns selber rein, darum treiben wir den Asmodi hinaus. Damit schließe ich den Hohen Rat.“

Er ahnt, daß Abjathar und Om-Sabra Weiteres im Schilde führen; das braucht keiner auszublasen. Pro forma fragt er noch: „Wer ist für die Austreibung des Hurenjungen? Abelus Sache kommt später dran.“ Zu seiner nicht geringen Sorge stimmen ihm nur Elimaluch, Barisall, Matguel, Hezeron und Chilijon zu. Drei andere, erst auf seiner Seite stehend, stecken ernste Mienen auf. Wenn sie auch die Sache für erledigt halten, kann die Versammlung trotzdem nicht in dieser Weise abgebrochen werden.

Abjathar steht auf. Sein schlanker schöner Körper, sein geprägter Kopf wirken imposant; seine Worte wiegen schwer. „Dir bleibt nicht erspart, Hoherpriester, mich und meine Zeugen anzuhören. Ich verlange es sogar, daß der Knabe nun entlassen wird. Aber nicht zu deiner Ehre!“ Er wendet sich dem Wärterpriester Isboseth zu: „Am Makkabäer Tor an der Innenseite harrt mein Nathan. Ihm übergib den Knaben, er weiß Bescheid.“

Ein ‚Halt‘ bleibt dem Tempeloberen im Halse stecken, dafür steigt die Wut recht unpriesterlich in ihm hoch. Was maßt sich der Gelehrte an, fraglos zu bestimmen? Isboseth faßt herzlich nach des Knaben Hand: „Komm, endlich sollst du Ruhe haben.“ Da rufen Barisall und Elimaluch böse nach: „Hurenhund!“

Isboseth umschlingt den Schützling, daß den der weite Ärmel wie ein Rückenmantel deckt. Diblaim springt zornig auf, seiner kaum mehr mächtig. „Ihr Schurken!“ ruft er rücksichtslos, „ihr wollt Priester sein? Nicht das Kind, nein — ihr entheiligt ja den Tempel! Hier“, er schleudert seine Lehrerschärpe Asarja vor den Stuhl, „ich schäme mich, ein Templer unter deiner Hand zu sein!“

„Ist der Asmodi in dich gefahren?“ blitzt ihn Asarja an. „Sehr wahrscheinlich umgekehrt!“ läßt Diblaim die letzte Achtung fallen. „Abjathar, sage was zu sagen ist, Om-Sabra auch.“ „Der Mann ist nur geduldet“, brüllt Matguel. „Ob ich geduldet bin, erfährst du noch.“ Der Volksmann ist die Ruhe selbst. Das macht Asarja rasend. Er will einfach nichts mehr hören. Er steht auf, um fortzueilen. Abjathar hält ihn mit einem Wort zurück.

„Asarja, willst du die Verteidigung nicht hier vernehmen, dann verlese ich sie morgen öffentlich. Das kannst du nicht verhindern; der Volksrat“, Abjathar erkennt blitzartig Om-Sabra als den besten Mittelsmann, „wird genügend Königliche aufmarschieren lassen. Dann sieh zu, wie du des Tempels Schande deckst!“

„Du willst drohen? Du — einst mein Freund?“ Asarja sagt vor Zorn das Dümmste, was er augenblicklich sagen kann. Joroham erwidert ihm: „Du hast deinen Lehrer oft genug gekränkt, und jetzt willst du dich auf ihn beziehen?“ Asarja beißt sich auf die Lippen. Da lacht Elimaluch, widerwärtig hallt es durch den Raum: „Hinter Drohungen verbirgt man sein Nichtkönnen.“ „Ob ich nicht kann“, entgegnet Abjathar eiskalt, „wirst du heute noch erfahren!“

Elimaluch erbleicht. — Ach die alte Sache, und — — „Also, Hoherpriester, willst du nun? Dann bürge ich, daß keiner von mir etwas hört; und auch Om-Sabra als ein Ehrenmann wird schweigen, weil er klüger ist, weil er Judäa heißer liebt als der Tempel, dem längst das Volk zur Kuh geworden ist, die man am Tage dreimal melkt!“ „Wenn du dich auf die Verteidigung beschränkst, sei dir gnädig . . .“ Ein Lächeln umspielt den bartfreien Mund des Gelehrten. „Die Sache läßt nicht frei, mir zu gewähren, sondern Forderungen zu erfüllen. Tust du es nicht, so erlebe, was ich unternehmen werde.“

Asarja zerreißt unter seinem Oberkleid die Schärpe. „Rede“, sagt er nur. Er fühlt sich wie ein Wild im Eck, aus dem es keinen Ausweg hat. Abjathar winkt den Freunden zu. Diese rücken ihre Stühle eng zusammen, näher vor den Hohenpriester hin. Zwischen den feindlichen Parteien, Asarja gegenüber, stellt sich der Verteidiger auf. Es ist eine eigenartige Geschichte, die er vorzutragen hat.

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