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Kap 12 – Das beste Verhältnis zu UR; der Schöpfer-Schatz

Das beste Verhältnis zu UR; der Schöpfer-Schatz

11. Kapitel

Die Sternenleute scharen sich um UR. Manch einer denkt, sie wären weniger als ein Mensch. Allein was ist er denn auf der von ihm so arm gemachten Welt? Was, Wanderer Mensch, bist du in deiner krassen Überheblichkeit geworden, in der Sucht von vielen Übeln? Du bist gegen dich so gnadenlos, weil du die hehre Gnade Gottes nicht für dich und andere in Anspruch nimmst. Jene wohnen dort, von dem GOTT als Heiland sprach:

‚In des Vaters Haus sind viele Wohnungen!‘

Will ein Christ, der sich gläubig nennt, noch fragen, wo das ist? Will er Gottes Wort verneinen? — ? Was er nicht mit seinen armen Fingern fassen und behalten kann, dazu zuckt er seine Schultern:

‚Ich weiß es nicht.‘ O Christ, damit überspielst du deine eigenen Gedanken, die pur aus dem Gewissen kommen. Vielleicht verlierst du deine Himmelswohnung, mindestens für lange Zeit, wenn du nicht zur Glaubensechtheit kommst! —

Reich gesegnet sind sie von dem ‚Stern der Hoffnung‘, wie noch in für Menschen ungezählten anderen Regionen, die das wunderbare Empyreum sind. So edel, wie sie sich vor UR verneigen, ihre Liebe und den Dank zum Ausdruck bringen, müssen auch die Gläubigsten der Gläubigen erst lernen — drüben, wenn für sie die Welt vergangen ist, lernen aus dem ‚Ruf vom All‘, den Gottes Opfer-Liebe in die Welten-Endzeit sendet. —

„Ihr seid froh“, sagt UR freundlich, „weil ihr Leichtere bekommen habt. Daß es mit deren Anhang nicht ganz leicht gewesen ist, habt ihr gemerkt. Es bedurfte eines starken Engels, der die sogenannten Feinde in die Flucht geschlagen hat dachten einige von euch.“ Die Benannten senken ihre Augen.

„Nicht nötig, euch zu schämen; im gewissen Sinne habt ihr sogar recht. Sie fühlten sich geschlagen, denn sie sahen Meinen Engel nicht, spürten nur die Kraft, die sie in ihren Winkel trieb. Glaubt nicht, daß solche ‚Winkel‘ keine Gnadenplätze wären. Sie sind die teuersten, weil dort Meine Gnade teuer ist: sie wirkt, wird jedoch nicht angenommen — teils noch lange nicht. Aus Meiner Lehre werdet ihr den Sinn erkennen, soweit daran ein Letztes fehlt, Allgemein, in guter Tiefe, kennt ihr ihn.“

UR spricht zu Diadjar: „Du gabst Orytam den Auftrag, Mir euere Liebe und den Dank zu bringen. Er bemühte sich, hat alles auf den Heiligen Herd gelegt, ganz vorn hie.“ Ein unbeschreiblich liebes Lächeln gleitet über das Gesicht des Herrn. „Wer im Heiligtum den Dienst versah, legte manches noch hinzu. Ich habe alles angenommen und verwahrt.

Nun die Frage: Konntet ihr es Mir nicht selber bringen, daß Ich‘s beschaute, was reif für Meine Hände ist? Zwischen den Getreuen, die aus ihrem Opferweg Mir manche Heimbringstücke übergaben, bedarf es keiner Zwischenträger! Gute Kinder können immer zu Mir kommen, was nicht besagt, daß Ich nicht auch zu ihnen käme.

Anders mit den grauen und den schwarzen Schafen. Da komme ICH in ihre Hölle, um sie zu erlösen — aus dem ersten Schritt der Grund-Erlösung vorgesehen, bevor sie für den Tag der Liebe nötig ward. Es war MEIN erster Schritt, als Ich den Brand aus Meiner vierten Fackel nahm, mit ihm das Abgeirrte in den selbstgewählten Abgrund treibend. Nichts war für MICH heiliger, für das Arme bitterer, als dieser erste Schritt!!

Ihr habt euch stets vor dieser Heiligkeit gebeugt, habt manchmal Mich gefragt, wo Meine Langmut und Geduld begonnen, ob sie einmal auch ein Ende hätten. Diese Frage, aus der Lohe, aus dem Brennen euerer Herzen aufgestiegen, wie aus jedem der getreuen Kinder solch ein Opferrauch in Meines Lichtes Höhe drang, hat manche Sprosse an der Heimfindleiter für die Armen zimmern helfen. Ich schrieb es euch im Buch der Schöpfung gut.

Sprich, Diadjar, wem du anderem als Mir allein die Lohe übergeben willst? Euch war Ich nicht verhüllt, wie den kranken Seelen, wie zuerst auch der Gemeinde. Ihr konntet aufbewahren, was Meine Freude war. Sehet, wie Ich Meine Hände öffne, wie Ich für jeden von euch UR, der VATER, bin, und alles noch hinzu, was

Meine heilige UR-Wesenheit besitzt !“

Sind diese Worte für das Sternenvolk ein Tadel — ? oder — — Alle knien sich nieder, aber jeder schaut empor. Denn nicht pur auf das Wort, was gesprochen ward, nein — ‚ auf die Stimme, auf den Laut der Gottessprache kam es an. Ihnen ist damit ein großer Freudenanteil widerfahren. Doch so sehr gerecht, wie UR gesprochen hat, wie Er Seine ernsten Fragen stellte, genauso kindgerecht ist das, was Diadjar zu erwidern weiß.

„Hochgeliebter Vater UR, unser Ein und Alles! Mit der Freude, die Du uns bereitet hast, geht die Bitte mit einher: vergib, weil ich mich nicht selber an Dich wendete, um Dir das zu geben, was Du immerdar zuerst gegeben hast: die Fähigkeiten, Dich zu lieben, zu erkennen, und all das himmlisch Hehre mehr, mit dem Du alle Deine Kinder segnest. Ein Fehler! Aber wenn ich‘s so benennen darf“, auch Diadjar lächelt lieb, „es war einer, der sogar bei Dir im Lichte Geltung hat.

Du weißt‘s besser, als mein Mund bezeugen kann: Nicht allein für Dich sollte es die Sonderfreude sein, daß wir durch Deinen großen Wächter unsere Gaben bringen ließen; es sollte auch für Orytam die Freundschaftsgabe sein. Er kam zu unserer Freude, wie Du ja gesehen hast. Und daß es ihm zur Freude war, hast Du uns bezeugt, hast so väterlich geschaut, als Du erwähntest, wo Dein erster Wächter unsre kleine Dankesgabe niederlegte. Nimm sie nun noch extra an. Oh, wie herrlich hast Du offenbart:

‚Sehet, wie Ich Meine Hände öffne, wie Ich für jeden von euch UR, der VATER bin und alles noch hinzu, was Meine heilige UR-Wesenheit besitzt.‘

Das sei nie vergessen! Uns gelten auch die Sprossen an der Himmelsleiter; denn die Seligkeiten, Deinen Kindern zubereitet, hören ja in Ewigkeit nicht auf!

Eben darum wäre noch das Eigentliche zu bedenken, weil Du wieder sichtbar kamst. So wollen wir mit Deiner Hilfe und von Deiner guten Hand geführt den nächsten Schritt zu unserer weiteren Vollendung gehen, auf daß wir in die mächtige Vollkommenheit, die Du allein besitzt, unsere Kind-Vollendung für den Schöpfungstag der Liebe betten können, in dieses Hochziel ‚eingeläutet‘ werden, wie Du dies verkündet hast.

Um Leichtere hätten wir nicht bitten sollen. Diese finden selbst den Weg, wie die ‚Manahatan-Kinder‘. Aus Deinem unergründlichen UR-Namens-Buch haben sie den hohen Namen MANAHATAN schöpfen können, sie haben ihn so treu bewahrt! Willst Du uns nun bis zum letzten Abenddienst noch Seelen senden, so laß es arme Heimfindlinge sein, oder ungenügend Gläubige, weil die Heimkehrkinder ihre Straße finden, erlöst von aller Weltenlast, aus der Materie heimwandernd in unser aller Vaterhaus.“

„Ich will mit Dir besprechen, was du Mir zu sagen hast. Nicht so gemeint“, wehrt Gott ab, „MIR könntest du nichts sagen. Prüfe, ob Ich‘s doch nicht besser sehe, als es aus Deinem Herzen aufgestiegen ist.“ „Ja“, jauchzt Diadjar, „weil wir Deine Kinder sind. Nun rede Du, hochgeliebter Vater UR, und lasse uns Dein Wort bewahren.“ Die Sternenkinder stimmen freudig ein und lagern sich um UR herum, Der — wie fast stets auf einem weißen Steine sitzt.

„Du batest um Vergebung, weil du Dank und Liebe Meinem Wächter übertrugst, statt abzuwarten, bis die Gemeinde, die Meine höhere Offenbarung noch nicht haben und erst ihre Gasse ziehen sollte, Mir dann beides selber darzubringen. Wir werden sehen, ob da einiges oder alles zu verzeihen ist.

Wo die Herzen rein zur Höhe flammen, der Geist sich andachtsvoll verneigt, da braucht ihr nicht zu sorgen und Ich nicht zu prüfen, ob und was vergeben werden muß. Ich hatte große Freude, weil ihr die Mir zugedachten Gaben einem Wächter anvertrautet, und ist‘s keineswegs von ungefähr, daß Ich diesen herberief. Es geschah zuerst für euch; erst in zweiter Linie galt sein Einsatz der Gemeinde und der armen Schar.

Damit ist der erste Punkt beglichen. Ihr atmet auf, obgleich die vorige Bedrückung gar nicht nötig war. Immerhin — auch das gehört zur Seligkeit. Hättet ihr im Lichte keine Regung des Gemüts, Letzteres als eine Gabe Meiner Ewigkeit euch eingepflanzt, ihr wäret wahrlich ärmer, als die materiell gefangenen Seelen im Bereich der eigenen meist niedrigen Empfindung sind.

Das Gefühl ist eins der teuersten Geschenke, die Ich im Testament dem Kindervolk vermachte. Da dies ursächlich nur im Lichte galt, so ist zu merken, daß selbst das ‚Aufatmen‘, ein bewußtes Denken der Entlastung, Himmelsgüter sind, der Materie bloß zu borgen und dort keinesfalls als Eigentum gewertet werden kann, obzwar es auch den Inkarnierten mit zum großen Segen dient.

Die für Orytam bedachte Freude treibt ihn wieder her. Die Unguten brachte er in ihren Winkel, vor dem ein anderer Betreuungshelfer steht, bis sie sich aufwärts führen lassen. Sehet hin“, deutet UR auf einen Sonnenweg, „mit des Lichtes Flügelschnelligkeit kommt er daher, und ihr könnt ihm ein Willkomm bereiten, das auch Mir zum Wohlgefallen wird.“

Jubelnd eilt man Orytam entgegen. Wer sieht Gottes freundliches Gesicht, die Liebe, von der ein kleinster Teil das ganze Lichtvolk ewig zu beglücken weiß? Oft bedeckte Er den Strahl, der aus Seinen Augen drang, hat oft das Wort gemindert, die Herrlichkeiten Seiner Kleider ausgetauscht, damit alle Seine Kinder um so seliger bei Ihm verweilen konnten.

Das ist vom Born der Mitternacht geschöpft, aus dem die großen Ströme für die Werke fließen, die kleineren für jedes Kind; und ist alles auf der Ordnungswaage abgewogen. Gerechtfertigt ist, daß man Orytam als Höheren begrüßt, wobei des Lichtes Liebe, selten auf der Welt empfunden, hier zum vollen Rechte kommt.

Er berichtet, daß die arme Herde manches mitgenommen habe, zwar schwach erkannt. Einige hätten sich oft umgedreht. „Für euch ein gutes Zeichen“, lobt der Wächter, „für die Seelen ebenfalls. Die Härteren sind schon angestochen, und der Helfer gibt das Seine noch hinzu. Mit des Vaters Gnade gelangen sie zur Abendseligkeit nach Haus. Ihr habt fleißig mitgeholfen; darum ist der Vater bei euch eingekehrt — im vorhinein mit Seinem Segen.

Wo ist Er denn?“ tut Orytam verwundert. „Mein Kommen galt wohl euch, aber Ihm zuerst. Ist Er denn schon wieder weggegangen?“ Die Fragen sollen sein; daraus wird ein schöner Vorstrahl für den nahen Tagesschluß. Denn je deutlicher sich schon die Abendröte zeigt, in der Tiefmaterie die Finsternis jedoch noch dunkler wird, um so mehr gilt alles dem gesamten Volk, gleichgültig, ob einzelne Gruppen ihr besonderes Erleben haben.

Diadjar hatte recht. Das ist eine gute Leitersprosse, nicht erst in den Himmel ragend, sondern innerhalb des Reichsgebietes führt sie bis an Gottes Gnadenstuhl. Ebenso der Schreck, der des Sternes Älteste überfällt. Das ist kein Fehler, ist nur die Frage an sich selbst: ‚Weshalb haben wir den Vater auf dem weißen Stein allein gelassen, während wir nur an die Freude dachten, die doch erst aus Seinen Geberhänden kam? Oh — oh — —

Diadjar eilt mit Olyanda rasch zurück. Beide sind verantwortlich für alle. Sie hätten — — Bei UR angekommen, knien sie nieder, legen ihre Stirnen in des Vaters Schoß und warten, bis Er sie berührt. Daß Seine lieben Hände segnend über ihnen schweben, spüren sie; doch des ‚Mankos‘ wegen, wie sie meinen, schauen sie noch nicht empor. Der Vater wartet auch.

Es ist oftmals besser, wenn Kinder sich zum Vater wenden, weil Er nie von ihnen geht, sogar dann nicht, wenn Er eines von Sich weist oder Seine Anschauung verhüllt. Seine heilige UR-Wesenheit, offen oder auch bedeckt, hat Er nie verborgen. Es soll ein Beispiel sein für alle Letzten, daß sie nach ihrem langen selber hart gemachten Weg zur Heimat finden. Denn auch die Fernsten aus dem Falle haben etwas mitbekommen aus URs ewiger Barmherzigkeit: das Sehnen — heim ins Vaterhaus!

Das besitzt sogar der Mensch. Aus der Fremde zieht‘s ihn wieder heim ins Vaterland, außer denen, die die Pflichten binden. So dienen sie der Fremde, wie des Lichtes Kinder der Materie dienen. Wer das Sehnen aber unterdrückt, wird kaum vor seinem Tod die Heimat wiedersehen, was bedeutet: sie klammern sich an ihrer Fremde fest, wie die Hingefallenen an die Materie. Deren Jenseitsgasse ist meist bitterschwer, aber nicht umsonst! —

Ein Bild, das sich in Olyanda und Diadjar spiegelt. In URs Augen sehend, läßt die Worte ungesprochen: ‚Herr, vergib, daß wir Dich allein gelassen haben wie — damals Deine Jünger, als Du auf der Welt der HEILAND warst.‘ URs Hände sind wie Worte; wundersam ist die Gebärde, mit der Er beide Kinder fest umfaßt. Lichtworte, die die Lippen nicht zu formen brauchen, gehen hin und her.

Als die andern kommen, sagt der Wächter: „Das war ein Gleichnis, Vater UR! Du hast Dich offenbart, im Wort und in der Anschauung. Das materielle Leben, was nicht entschuldigt, hat uns von Dir oft verdrängt, daß wir nicht immer an Dich dachten. Die Weltgeschäftigkeit hat uns — ach wie oft — vergessen lassen, daß sie vergeht, daß allein das GEISTIGE bestehen bleibt. Ganz besonders die Verbindung mit dem Vater UR!

Doch wie die Ersten eiligst zu Dir strebten, so hat der Geist uns auf dem Wanderwege wieder heimgetrieben, nicht allein im Glauben, im Gebet, im Dienst, nein — heimkehren konnten wir in echter, hoher Wirklichkeit. Und Du, o UR, Du wartest allezeit auf jedes Deiner Kinder! Dein Warten aber ist Dein Weg, die Bahn des Heils, auf der Du uns entgegenkommst.

Du stehst inmitten Deiner Bahn; und obwohl Du weißt, wo sich ein Kind befindet, siehst Du dennoch aus, wie und wo es seine kleinen Schritte läuft. Ungedeutet bleibt, was gerade höchst beseligt, wie das in Deinem hehren Wesen vor sich geht:

Warten und Kommen zu gleicher Zeit;

das Verbergen, das Sich-offenbaren;

das Stillesein und Deine ewigwahre Sprache!

Ich weiß es jetzt: Es betrifft auch Deine Fundamente, die stehende und waltende Machtpolarität, die Gesetze Deines Herrschaftswillens und der Freiheit, uns aus Deinem Willen anvertraut. UR, o Vater UR, wie überselig machst Du uns!“

Das ATMA überhaucht die Kinder. Sie knien und sind emporgehoben. Auch ein Zweierlei, das die Materie so selten kennt, hier das hohe EINERLEI: UR, der eine Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige! Sein Strahl trifft alle Lichtgefilde als gewaltig großer Schritt zur Abendseligkeit. Jubelnd, mit und ohne Worte, fällt der Dank in Gottes Hand. Er führt die Kinder in den schönsten Hain. Daselbst bespricht Er noch das Letzte aus Diadjars Rede und schließt daran ein gutes Wort.

„Jedem gilt die Lehre, wenngleich Diadjars Sache erst bereinigt wird, wovon das Vergeben schon erledigt ist. Euch geschieht‘s aus Meines Herzens Grund. Doch nicht so vergebe Ich, daß einfach alles ausgestrichen sei. Und keineswegs allein des Falles wegen gilt die Loslösung von Sünden, einer Schuld. Unser Wächter kann dies gut verstehen, aber mancher braucht auf eine stille Frage die Erklärung, wie möglich etwas zu vergeben sei, wenn kein Fall gewesen wäre. So höret denn:

Wir bedenken, wenn kein Kind das Licht verlassen hätte. Demnach gäbe es auch keine Sünde, keinerlei Materie. Außer Lichtgeborenen wären keine anderen vorhanden, wodurch kein Vergeben nötig sei, vor allem keine Wiedergutmachung der Kinder und — “ nach einer kurzen Pause ernst betont — „kein Erlösungsopfer Meinerseits. Alles wäre gut und schön. Ewig blieben Änderungen aus. Ob das zu Seligkeiten führen würde, die nur aus Lebenssteigerungen kommen? ihr verneint, ohne noch zu wissen, wieviel Schöpfungswege Ich für Meine Kinder vorbereitet habe.

Wahrlich, da wäre Ich kein Schöpfer, am wenigsten ein Vater, wenn Ich nicht schaffen könnte, was ICH will! Es bedarf der Frage nicht, ob die Werke aus der UR-Vollkommenheit zur Vollendung hinzuleiten sind. Ob jedoch damit den selbstbewußten Kindern jene Möglichkeit geboten würde, ihre eigene Vollendung zu erreichen, das freilich wäre Mein Problem, der Allmacht wegen!

Denkt ihr, die Allmacht könnte einmal auch versagen? Nein, liebe Kinder! Das aber würde sich ergeben: Eben aus der Allmacht Meiner Schöpferherrlichkeit stünde — wohl verdeckt und vom Vaterherzteil ausgeglichen — stets ein ‚MUSS‘ dahinter. Gewißlich ließe es sich leiten, daß kein Kind das Muß verspürt, ihm nicht zu unterliegen braucht. Allein — es wäre doch vorhanden und zwar

vor Meinem Schöpferblick !

Ich sorgte aber vor aus Zeiten, die geschöpflicherseits niemals auszurechnen sind, weil aus Meinem ‚heiligen Unendlich‘ alle Gaben fließen. Diese Vorbereitung würde vor Mir Selbst zunichte werden, hätte Ich das mindeste „du mußt“ gesetzt. Wie Ich hingegen alles eingeordnet habe, zumal des Falles wegen, darüber bedarf es keiner Lehre mehr.

Noch bleibt aufzudeuten, was zu vergeben wäre, wenn es keinen Hinfall gab. Ich habe jedes Kind auf einen eigenen Entwicklungsweg gestellt, pur vom Lichte her, ohne die geringste Abweichung, wie es später durch das Schöpfungskind geschah. Eben die Entwicklung hatte die Voraussetzung, daß vom Beginn der Lichtgeburt kein Kind vollendet war. Denn so geschehen, hätte es für Mich genügt. Meine vielen Werke in Mir zu beschauen. Und glaubt ja: Mein Schöpferjubel wäre nicht geringer, als ihn Mir der wundersame Sabbat-Tag des Tat-UR-Jahres bringen wird! Das ist Meine heilige Reservatio mentalis, dem ewiglich gehüteten Schöpfer-Schatz auf dem Grunde Meines Quells der Mitternacht!

Daraus schöpfe Ich so nach und nach die Teile, die Meine Kinder tragen können. Denn das versteht ihr gut:

Was Ich als Schöpfer in Mir trage, kann nie ein Kindgeschöpf erfassen!

Kann es dieses nicht, so ist‘s nicht nötig, ihm das UR-Geheime zu enthüllen. Mehr aber als ihr je verstehen könnt, habe Ich für euch zu jeder Zeit die Erkenntnisstrahlen zubereitet, womit ihr mehr erreicht, als ihr aus euch selbst erlangen könnt.

Das ist wieder ein Geheimnis und ihr fraget Mich, wieso man mehr erfassen kann, als möglich ist. Nun, nicht schwer“, lächelt UR und ist‘s stets die Wonne, die das Freundliche verschenkt. „Ich bin bei euch, auch wenn ihr Mich nicht immer seht. Denn Ich wandere von Ort zu Ort — als das gleiche Zeichen, wie Ich‘s auf der Erde tat, um die Menschen heimzusuchen.

Das wird fälschlich ausgelegt. Unglück, meistens selbst hervorgerufen, nennt der Gläubige ‚die Heimsuchungen Gottes‘. O ja! Bloß ist‘s anders, als sie meinen! Ob auf diese oder jene Art, — ICH suche damit diese Kinder heim. Ich klopfe an und frage: ‚Verstehst du es, Mein Kind? Ich benutze dein Verfehlen, um dich anzurufen, denn ICH sende dir kein Ungemach. Das Leben der Materie ist schwer genug; darum mache Ich, der Vater der Barmherzigkeit, die Lasten nicht willkürlich schwer.‘

Wieviel Materielle wollen das erkennen? Aber deren Fehler haben mit Verfehlungen im Licht, was möglich ist, gar nichts gemein. Seht rückwärts in die Lichtzeit vor dem Fall! Es stand Sadhana und den Fürsten frei, dies und das zu tun, MIR das Eigentliche überlassend oder selbst zu handeln. Beiderlei war lichtgerecht, wenn — — Und darauf kam es an: — — wenn sie all ihr Tun und Lassen aus der Hand des Schöpfers nahmen! Keineswegs durch das erwähnte ‚Muß‘! Das war jene höchste Freiheit, die Ich aus Meinem Herrschaftswillen ihnen übergab: frei zu handeln, aber aus dem

Willen Meiner Macht !

Ein Beispiel für das Ganze: Uraniel, der den weißen Führungsstab bekam, durfte durchaus an der Spitze gehen, vor MIR her, weil er ohnehin dem Herzen nach Mir immer folgte. Freiheitlich geordnet war vom Inneren her für ihn die Straße frei. Das erkennend und zugleich das tiefste Wissen habend: Was macht UR die meiste Freude?, gab er Mir den Stab zurück.

Wo ist da die Möglichkeit des Fehlers? Hätte er die Freude nicht bedacht, wäre es ein Fehl gewesen, weil er — ohne sich zu prüfen — dann gehandelt hätte. Daß derlei die Erziehungsphasen waren, hat noch nichts damit zu tun, ob und wie ein jedes wirkte. Die Erziehung unterstand den Schöpfungsfreiheitsproben. Allein — und das sei ohne Meine Schöpferschau gesagt: Die Ersten hätten solche Fehler sehr bald eingesehen und schon aus ehrfurchtsvoller Liebe Mich gebeten, ihnen zu verzeihen.

Diese Möglichkeit, durch die Sadhana später fiel, ist nicht mit all den Sünden der Materie zu vergleichen, umsoweniger, da es sich um jene Vor-Entwicklung handelte, die den Nachgeborenen zugute kam. Demzufolge hatte Meine Ordnungswaage auch ein anderes Gewicht als nach dem Fall. Oder so gesagt: Ich ordnete die Gewichte anders ein. Da die Frage:

Machte Ich sie nach dem Hinfall schwerer oder leichter? Ist etwa beides doch ein einerlei Gewicht? In Hinsicht der Gesamtentwicklung gibt es ein Gewicht, ob schwer, ob leicht, weil das wie alle Dinge Meinem Schöpfertum entnommen ist. Da gibt es nur ein EINERLEI! Ich bin immerdar der EINE!

Für die Materiellen, wie für Meine Wanderkinder, wenn sie in die arme Ferne gehen, gibt es aber zweierlei Gewicht, von jedem selbst geprägt. Wer seine Sünden vor Mein Antlitz bringt, wer nicht andere beschuldigt, da steht dann die Vergebung leicht bereit, was besagt: sie kommen rascher zur Befreiung aus irgend einer Schuld. Es wird ihnen also ‚leicht‘ gemacht.

Doch wer beim heiligen Gerichtsakt sagt: ‚Man hatte mich verführt, ich hätte es sonst nicht getan‘, der versteckt sich hinter seine Schuld, wie Adam hinter einem Baum.“ UR sieht Orytam an. „Ich habe abgerechnet, was dich damals sehr erleichtert hat, zumal, da der Versucher stark am Werke war.

Gilt die Eigenschuld, dann wiegt das Schwere; solche Kläger suchen sich nur reinzuwaschen. Schwer ist dann die Abrechnung. Daß die GNADE folgt, ist für sie lang bedeckt. Ihr habt oft erfahren, daß sie erst im Jenseits wirkt, weil die Verwirrten und Verirrten sie nicht eher anerkennen wollen.

In der Materie wird allzu viel verwechselt. Was man sich erdenkt, schiebt man Mir in Meinen Schuh! Zumal die Menschen auf der letzen Tiefwelt wähnen das, Ich würde bloß dem einen oder andern gnädig sein, denen, die sich gerecht und gläubig sehen. Da ist der wahre Glaube nicht zu Haus; denn hinter solchen schönen Worten steht die Eigensucht und Eitelkeit.

An einer nächsten Gruppe werdet ihr das Beispiel merken, ob gleich ihr ja als Wanderkinder viel erlebt und auch erlitten habt. In der Zeit der letzten Abrechnung auf der kleinen Erdenwelt — ziehen wir es als Extrakt heraus — herrscht ein arges Zweierlei. Warum deute Ich das an? Was ihr wüßtet, brauchte Ich doch nicht zu lehren, euer Wanderweg wäre Meine Himmelslehre jederzeit gewesen. ‚Ja, ihr Kinder der getreuen Hoffnung! Nun, Li-Admia“, fragt UR die Mitbetreuerin der Lichtsternführung, „was meinst denn du, warum Ich etwas sage, was ihr rechtens wißt?“ O, wie leuchten Ihm der Tochter Augen hell entgegen, und wie froh klingt ihre Stimme, als sie ihre Meinung kündet.

„Vater UR, ich bin die Letzte unserer Sternregierung, Du fragst mich daher als ein Zeichen für die nahe Abendseligkeit. Du öffnest alle Türen, damit kein Fernes draußen stehenbleiben muß. Ich sehe jetzt: Grundsätzlich haben alle Kinder eine eigene Tür, durch die sie zu Dir gehen können. Diese Tür heißt Willigkeit, sich Deiner Führung zu vertrauen.

Ob bald, ob spät, rasch oder langsam, mit großer oder kleinerer Erkenntnis, ob ein Lichtkindgeist, ob eine arme, einst gefallene Seele, — jedes kann durch seine eigene Tür zu Dir gelangen. Allein, das ‚HEPHATA‘ bist Du, die Offenbarung heiliger UR-Wesenheit! Was Du tust und lehrst, was Du dem ganzen Kindervolke schenkst alles bist Du Selbst! Daher sage ich:

Wenn Du offenbarst, was wir durch Deine Gnade auf dem Wanderweg erwerben durften, so ist es dennoch etwas Neues; es gehört zum ‚Ruf vom All‘!! Mancher geht noch seinen Weg hinab, und unsere Bitten und die Wünsche gehen nach, damit der Rest vom Dunkel durch Dein Licht erhellt, durch Deine herzliche Erbarmung auch noch abgeschlossen werden wird und des Liebe-Tages heilig-goldener Feierabend seinen Schlußakt hat: Du, Heilig-Hoher, allgeliebter Vater, auf dem Stuhl der Herrschaft ohne Ende, Dein Kindervolk um Dich geschart, und nicht eines davon fehlt.

Was Du stets aufs Neue gibst, das dient mit zu dem geoffenbarten ‚Ruf‘. Wir sollen unaufhörlich Rufer sein; und es ist die größte Seligkeit, wenn Du von uns schon Erkanntes für des Liebe-Tages Abschluß immer wieder fließen läßt. Wir danken Dir dafür! Wir haben es gemerkt, daß Du nie öfter etwas gibst und lehrst, wenn es nicht zu einem hohen Zweck nötig war. Das ist dann für diese Zeit der hohe Zweck. Habe ich das recht erkannt, lieber Vater UR?“ Li-Admia schmiegt sich eng an Seine Brust. Er legt einen Arm um ihre Schulter und erwidert:

„Deiner Licht-Erkenntnis füge Ich ein Wort hinzu, und das ist Mein ‚Amen‘! Weil du zudem noch fröhlich denkst, du hättest es nur sagen können, da die Erkenntnis in den Brüdern und den Schwestern ebenso vorhanden war, also soll Mein Amen doppelt gelten: für euch und für eure letzte Hilfeleistung, die ihr noch vollbringen könnt. Eines zeige Ich euch an, daß ihr nicht zu trauern braucht, wenn die nächsten Hergeführten ‚Gläubige der Erde‘ sind, aber deren GLAUBE keinen Eingang zu Mir öffnen wird.

Sie selber können zu Mir kommen, sobald sie sich von ihrem Irrtum freigerungen haben, wozu ihr gern auf eine Seligkeit verzichtet, Mich noch unter euch zu haben. Nun, es ist der ewig-wahre Grund jedweder Seligkeit:

Ich bin stets bei Meinen Kindern!

Die sich eben übereifern — ihr werdet hören, über was — können Mich noch nicht ertragen, wegen Übereiferung, die nie zu etwas Gutem führt.“ Heliato bittet: „Möchtest Du uns Orytam belassen, daß er unser Helfer sei?“

„Meinst du, Sohn, es wäre nötig?“ „Heliato meint es so“, sagt Malluredus, „es wäre für die Neuen gut, wenn ein großer Lichtschein wirkt, damit sie schnell zur Umkehr kämen. Wir wünschen, daß die Neuen Dich bald sehen dürfen.“ Wieder jenes unergründlich hehre Lächeln URs:

„Ich willfahre gern, zumal Orytam die gleiche Bitte hegt. Merkt euch noch: Meine Fragen, manchmal einer kleinen Rüge gleich, sind kein Tadel. Sie sind die Anregung, euch in Meine Wahrheit laufend zu vertiefen. Auch braucht ihr für die Abendseligkeit noch eines um das andere. Das hat mit der bereits erworbenen Vollendung nichts zu tun. Doch Mein letztes Gnadenmaß für unsern Liebe-Tag in aller Fülle aufzunehmen — seht, dazu braucht ihr gleichfalls manchen Schritt. —

Nun seid gesegnet für das nächste Werk, das zu eurer Freude, den anderen zur Abkehr von sich selber dient.“ Wie immer, wird UR dicht umringt. Alle greifen nach des Vaters lieben Händen und — wenn man es so sagen will — ist es nicht leicht, UR vom Stern der Hoffnung gehn zu lassen. Jedoch sieht im Lichte es ganz anders aus. Er geht und bleibt, hier wie dort und überall.

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