Erster Teil – Joh. Kap. 1 – Ordnung
ORDNUNG
‚Herr, wie sind Deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet.‘
Ps. 104,24
Die erste Frage aus dem Vorwort läßt erkennen, daß UR-Gott eine andere Zusammensetzung Seiner Eigenschaften hat als jene, die dem Kindervolk zu offenbaren war. Aber die Erkenntnis über die in UR bestehende Verbindung Seiner Wesenheiten und der Eigenschaften ist gegeben, wird das den Kindern auch nur langsam, Schritt um Schritt vermittelt; dies zu ihrem Segen auf dem hehren Ordnungsweg.
Der Beginn des Johannes-Evangeliums zeigt die Richtlinien der UR-Ordnung auf. Da folgt eines auf das andere, ohne daß die Einzelteile einen Extrarang erfahren. Die heilige Ordnungsstraße zeigt es an, aus welchem UR-Grund und UR-Sein der Lebensweg der Kindgeschöpfe sich ergibt. Eben aus der ORDNUNG, von der das erste Kapitel des Johannes zeugt, wählt JESU Sich die Jünger. Er baut erst auf.
Die Einleitung ist gewaltig, häufig unverstanden. ‚Im Anfang war das WORT und war bei Gott und GOTT war das Wort!‘ Hier handelt es sich um die Macht, die persönlich wirksam ist. Die Bestätigung: ‚Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts, was gemacht ist.‘
Das oder der ‚Seiende‘ zeigt Sich demnach zuerst als Wort — für die Kinder. Dieses, aus URs Gedanke kommend, war Mittelpunkt Seines Machtsystems und trug in sich zur Offenbarung Seine Tiefe und die Höhe, die Weite und die Nähe von Raum und Zeit: die vier Dimensionen der UR-Gottheit. Sie waren der Quell (s.a. 1.Mo.2,10), aus welchem durch die Macht jedwede Schöpfung wurde, das Leben und das Licht — für die Menschen offenbar als Wort, als SOHN (V.14).
Der Keim der Schöpfung war der ‚UR-Gedanke‘, auch der Keim zum Wort, dem die Taten folgten. Also in der Schaffung auch das Leben und das Licht, eine Dreiheit für die Kinder offenbart. Das Licht erleuchtet ja; darum kam aus UR an dritter Stelle der Erlöser als das Licht. Doch es wurde kaum erkannt (V.5).
Der Täufer zeugt von Gottes Ordnung er kennt den Ablauf der Entwicklung. In Jesu sieht er GOTT und sagt‘s wunderbar: ‚Nach mir wird kommen, Der vor mir gewesen ist; denn Er war eher als ich. Und von Seiner FÜLLE haben wir alle genommen Gnade um Gnade (V.15,16).
Er enthüllt, daß zuerst das Gesetz kommen mußte, der Ordnungsträger Mose; danach JESU, der Gnadenträger (V.17). Wenn er in V,18 sagt: ‚Niemand hat Gott je gesehen‘, so ist das eine Wahrheit, die der Gnade nicht in ihren Rücken fällt. Das betrifft die Menschen, die absichtlich Gott nicht anerkannten, nicht erkennen wollen.
Doch die Engel, die ‚allezeit das Angesicht des Vaters im Himmel sehen‘ (Matt.18,10), die treuen Patriarchen und viele andere vor Jesu hatten Gott gesehen, jeweils nach der eigenen Erkenntnis. Auch gilt ewig jene Schau, die sich im Herzen eines Kindes spiegelt. Denn vom ‚Anbild‘ her, aus welchem Gott die Kinder schuf, ergibt sich jede wahre Geistesschau.
Der Täufer trug in sich die Schau, sonst konnte er von ‚Gottes Lamm‘ nicht zeugen. Er sagt: ‚Ich kannte Ihn nicht‘ (den Menschen Jesu); ‚aber Der mich sandte, zu taufen mit Wasser, Der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf Ihm bleiben, der ist‘s, der mit dem Heiligen Geiste tauft‘ (V.33,34).
Also hat er Gott gesehen, sonst konnte er nicht sagen: ‚Der mich gesandt hat!‘ Er zeugt auch aus eigener Erkenntnis in V.12-14: ‚Wie viele, die an Seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.‘ Das betrifft die Lichtgeburt.
O, das Äußere geht den Weg irdischer Gesetzesordnung, das Innere den Weg der Lichtordnung. Das ist die ‚große Herrlichkeit, die wir sahen‘ (V.14), jenes Geist-Gesetz, daß der Mensch erst Gnade haben muß, ehe er die Wahrheit schöpfen kann. Die genannte Herrlichkeit bezieht sich auf die ‚Schau im Licht‘, weil das Äußere des Erlösers ohne Herrlichkeit geboren ward, arm — in einem Stall.
Es stimmt: Jesu brachte Gottes Liebe; aber als das WORT brachte Er die Offenbarung UR, Schöpfer der Unendlichkeit, Der alle Werke auf die Ordnung baut. So rühmt Paulus ja ‚Gottes wunderbare Wege‘ (Röm.11,33). Und wie UR als Schöpfer alle Seine Werke herrlich in und aus der Ordnung schuf, desgleichen auch der Heiland als Seine erste Tat die ‚Auswahl des Gefolges die Jünger‘.
NEUOFFENBARUNG