Joh. Kap. 3 – Weisheit
WEISHEIT
‚Die Weisheit Gottes ist groß, und Er ist mächtig!‘
Sir.15,18
Jesu Lehen offenbart die Werkfundamente: Die UR-Bedingungen, die niemals umzustoßen sind, und das Freiheitsgesetz. Beide wirken in der höchsten Harmonie schöpferischen Ausgleichs und durch alle Eigenschaften: aus UR vom Willen her geleitet, für die Kinder von der Ordnung her als jeweils erste Grundlebensstrahlen.
Gott lehrt die Wiedergeburt aus Wasser und Geist (V.5). Nikodemus repräsentiert das Kind, das Gott erkennt und liebt, dem Heiland gegenüber sogar etwas tut, was ihm weltlich schaden konnte: er geht nachts, um Lehre zu empfangen. Noch fehlt es ihm an Licht, an der WEISHEIT, die ihm sagen mußte, daß er den Herrn bei Tag besuchen konnte: und ihm wäre nichts geschehen.
Bei der heutigen Ansicht über Wiedergeburt und Reinkarnation merkt man es, wie sehr die Weisheit fehlt. Nicht beim Herrn! Alle Fragen des mit weltlichem Wissen erfüllten Nikodemus werden von der ‚Macht himmlischer Weisheit‘ überrollt. Wie arm des Menschen Wissen ist, das mit Gottes Weisheit nie verwechselt werden sollte, geht aus der Frage hervor, ob die Wiedergeburt abermals im Mutterleib geschehen müßte (V.4; s.a. Reinkarnation).
Es ist keine Fangfrage, wie später mancher Templer tut; Nikodemus will ja lernen, und der Herr beschäftigt sich mit ihm. Er läßt Seine Weisheit leuchten, soweit der Templer sie erfassen kann. Ja — Wasser und Geist! Wasser, das zweite Element der UR-Gottheit, welches auch der Taufe gilt; Geist, der Priesterteil in UR, der mit dem ‚Wasser des Lebens‘ segnet, geistig tauft und hilft.
Das ergibt die Wiedergeburt, die Rückerlangung jener Lichtgeburt, verbunden mit der Rückerlangung hoher Himmelsweisheit. Wenn die Seele sich in ihren Geist versenkt und von GOTT belehren läßt, dann erlangt sie für sich selbst ein neues Leben. Sie läßt das Wissen fallen und zieht das Kleid der Weisheit an. Das ist‘s, was der Herr aus ‚Wasser und Geist die Wiedergeburt‘ nennt. —
Auch die letzten Verse zeugen von der Weisheit, die im ersten Jahr des Herrn in den dritten Teil entfällt. Der Täufer rüttelt die Verstockten Menschenherzen auf (V.22-28). ‚Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam‘, ruft er laut (V.29).
Ist diese Selbstverständlichkeit denn Weisheit? O, der Täufer hat den Hörern es erklärt, was die ‚Braut‘ bedeutet, und vom Bräutigam, hier einzig für die Welt gesagt: ‚Er muß wachsen — nämlich bei den Menschen — ich aber muß abnehmen‘ (V.30). Mein Wort kann verhallen, das Wort des Bräutigams aber sollt ihr hören!
Eine Lehre für die Redner, die nur von Liebe schwärmen. Der Täufer hatte sie; er stellt sich ganz zurück im Augenblick, als der HERR erscheint, wenn er auch von sich noch sagen darf: ‚Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über alle und zeugt, was er gesehen und gehöret hat (V.31,32).‘ Er zeugt von seiner Lichtgeburt, vom Himmel her, und was er alles dort gesehen hat.
Sollte das nicht Weisheit sein? Ja — ‚Welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß (V.34).‘ Da ist zu beachten: ‚Die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von allen ihren Kindern‘ (Luk.7,35). Jenes hehre Licht, ‚das die Finsternis nicht begriffen hat‘, wird allzu hart verunglimpft und als überflüssig hingestellt.
Was wäre eine Liebe ohne Licht? Wer die ‚Wiedergeburt aus Wasser und Geist‘ erlangen möchte, der darf sich nie auf einen Einzelteil der UR-Gottheit beziehen. UR ist vollkommen in der Wesenheit der sieben Sterne, die Er geeint ‚in Seiner Rechten hält‘ (OJ.2,1). Die geschöpfliche Vollendung wird man ohne alle Eigenschaften nicht erreichen.
Herrlich öffnet sich die zweite UR-Herzkammer, der Priestergeist, Abraham als ‚König von Salem‘ erschienen, Melchisedek, als HEILAND für die Menschen (Hebr.6,20). ER, der nicht mit planetarem Wasser, sondern mit dem Heiligen Geist tauft, mit dem Wasser des Lebens, mit der Kraft der Hilfe, die jeder Mensch und jedes Gotteskind so nötig braucht. O, bei IHM ist der ‚Sinn, zu dem Weisheit gehört!‘ (OJ.13,18; 17,9 u.a.)
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