Kapitel 6
Das Gottesschwert. Abrams Zug nach Norden. Rama‘s Untergang und der Philister Strafe. Fylolas Heimat bei Fürst Hummar-Karbo von Hazor. Die Jünglinge, und was sie alles wissen.
Der Patriarch reitet noch einmal nach Mamre hinaus. Ohne mit dem Herrn gesprochen zu haben, will er nicht ziehen. Er geht in die Tiefe des Haines. Ringsum ist feierlicher Friede; alles Hetzen, alle Mühsal und Sorge fällt von seinem Herzen ab. Wie er näher kommt, steht am Altar eine Gestalt, die ihm den Rücken zuwendet. Ein Feuer flackert. Ihm stockt der Fuß. „Der Herr wartet auf mich!“ O welche Gnade! Demütig geht Abram näher und bleibt hinter dem Herrn stehen, kaum daß er zu atmen wagt. Der Herr wendet sich um und es ist Sein himmlisches Licht in der Gestalt, das Abram sieht. Da fällt er auf seine Knie. Der Herr streckt segnend Seine Hände aus.
„Abram, Ich habe deine Opferflamme angezündet und nichts Irdisches gab Ich hinein. Aber nicht nur Meine Gnade nährt des Altars Feuer, sondern der Brand aus ihm ist dein Eifer, die Wärme deines Herzens Freundlichkeit und der Strahl dein gerechtes Tun vor Meinem Angesicht. Die Erde verlangt viel von dir; und wo du ihr dienst, ist es ein Dienen um Mich allein. Nun willst du das Schwert ziehen und Ich frage dich: Weißt du, wie das gerechtermaßen geschieht?“
Abram erhebt sich und steht nahe vor dem Herrn. Es überschauert ihn. Die kleine Flamme ist ihm ein Symbol, daß Gottes Herrlichkeit nur zum kleinsten Teil ihm offenbar sein kann. Und doch lastet ein Übermaß an Seligkeit auf seiner Seele. „Herr, Du hast mir den Weg des Friedens geboten, für Deine Menschenkinder. Doch Kedor-Laomor hat Höllenbrände angezündet; darum ziehe ich mein Schwert. Nun Du aber fragst, wie das gerecht geschieht, so bitte ich: O mein Herr, belehre mich, daß ich nichts tue wider Deinen heiligen Geist!“
„Du hast dich unter Meinen Gnadengeist gestellt, und also ruht auch Meine Hand auf dir! Doch merke, Abram: Zieht man ein Schwert des Krieges wegen, ist es entheiligt; unheilig bleiben alle Folgen. Nimmt man es zum Schutz zur Hand, so bleibt es geheiligt in der Kraft Meines Willens. Ich mußte Kain bannen, da er gemordet hatte; und seitdem wird selbst das heilige Schwert zum Morden entheiligt. Wie willst du heilig halten, was du wider deinen Feind erhebst?“
„Herr, befiehl, und ich ziehe nicht!“ „Und die Menschen, die Ich dir anvertraute? Kannst du sie schützen, wenn du in Hebron bleibst?“ Abram beugt sich seufzend. „Herr, ich weiß es nicht. Außer—“ er reicht sein Schwert kniend dar — „Du wollest diese Waffe heiligen, daß sie kein Blut schlage, sondern nur ein Schutz sei allen Armen, die Du mir zu Kindern gabst. Du weißt, Herr, mit welch schwerem Herzen ich Kedor nachziehe. Kann ich aber Lot in des Wüters Händen lassen, noch dazu die Tausende, die der Panther jagt? Und die vielen Toten, das verbrannte Land — soll das ohne Rache bleiben?“
„Mein ist die Rache! Kein Mensch weiß, was sie bedeutet! Der Weltmensch schlägt zurück und fühlt befriedigt die Vergeltung; er ahnt nicht, daß er sich größere Rache zugezogen hat. Was aber Meine Rache ist, wirst du erfahren, so du sie allein Mir überläßt.“ „Herr, demütig gebe ich sie in Deine Hand. Halte mein Schwert in die Flammen, daß Deine Kraft mich ziehen heißt im Lichte Deines Friedens. Ich will kein Blut vergießen, weil so kein Friede zu erkaufen ist! Führe meine Hand und laß alle Anvertrauten unter Deinem Schutze stehn.“
Gottes Antlitz strahlt im Lichte herrlich auf. „Erhebe dich und siehe, was Ich tue.“ Gott wendet sich dem Altar zu, Abram tritt zaghaft an die rechte Seite. Der Herr zieht den Stahl vom Norden zum Süden und vom Osten zum Westen durch das Feuer, bis er in zweischneidiger Schärfe glühend leuchtet. Und es ist ein neues Schwert, das Gott dem Abram übergibt. Der blickt staunend darauf nieder. Nie sah er solche Waffe, kostbar, groß und schwer. Scharfe Blitze sind die Schneiden, so er sie nur bewegt. Da hält auch er das Schwert ins Feuer, das seine Hände nicht verbrennt, vielmehr spürt er, wie er rein wird vor dem Herrn. Ganz Hingabe, Demut, Liebe und Ehrfurcht neigt er seine Stirn, bis sie das heilige ihm unbekannte Zeichen auf Gottes Brust berührt: Ein Kreuz! Und die Gewalt durchschauert seine Seele: Genau so zog der Herr das Schwert durch Seine Flamme.
„Herr, heiliger Vater, aus ungemessener Höhe kommst Du herab zu mir, dem Staubkörnlein auf dieser Erde. Ich habe Deines heiligen Geistes Ernst gespürt; so laß mich allezeit nach Deinem Ernste meine Werke tun. „Das geschieht mit Meinem Amen! Und was Mein Ernst in deinem Herzen wirkt, wirst du hernach erfahren. Nun sei gesegnet, du und Sarai, dein Haus und alle Menschen, deinem Schutze unterstellt. Mein Sieg ist auch der deine!‘
Abram kniet nieder. Mit beiden Händen greift er nach dem Saum des Lichtes und merkt nicht, wie Gott von dannen geht. Das Feuer auf dem Altar schreckt ihn in die Höhe. Wo es in der Vertiefung brannte, steht ein ehern-glänzendes Gefäß. Eine Kelter! Aus ihr brennt Gottes Feuer, das weder Holz und Harz noch Öl und Kohle braucht. Andächtig schaut er darauf nieder. „Brenne, heilige Flamme aus ewigem Ernst“, flüstert er; „und wenn ich wiederkomme, so leuchte mir entgegen, damit ich weiß, daß ich mein Werk gerecht vollbringen konnte.“
Die Sonne zeigt ihm an, daß man auf ihn wartet, sonst bliebe er jetzt Tage hier, ohne sich um seinen Leib zu kümmern. Oft sieht er hinter sich und stets loht zwischen Baum und Busch das helle Feuer. Noch einen Scheidesegen gibt er Sarai und Fylola aus Gottes Segen.
Vor dem Stadthaus stehen in guter Ordnung seine Mannen und mancher Bürger schließt sich an. Abram mustert sie. Es entgeht ihm kein geringster Fehler, doch er findet nichts zum Tadeln, höchstens zum Verbessern. Als er aber Gottes Schwert zum Abmarsch zieht, weicht mancher Tapfere zurück. Das ist kein natürliches Gefunkel — nein, ein Blitzen ist`s, wie es vom Himmel fährt, wenn die Gewitterwolken gehen. Um so rascher gewinnt die Schar Vertrauen; und die Hebroner flüstern: ‚Der Gottesherr; sein Gott gab ihm die Siegeswaffe.‘ — —
Kedor-Laomor drang indessen östlich des Jordans bis Astharoth-Karnaim vor, dem Hauptsitz der Riesen. Mit ihm geht Feuer, Schreck und Tod einher; hinter ihm versinkt das Land ins graue Elend. Von Astharoth schickt er Verbündete mit einem Teil der Riesen und Philister südlich des Sees Kinnereth über den Jordan nach Rama; sie sollen sich mit Kanaan verbinden. Er selbst treibt die Gefangenen bis Golan, wo er sie und alle Beute stark bewachen läßt. Dann eilt er nördlich des Sees Merom auf Kedes zu. Auf diesem Wege gewinnt er den Anhang der wilden Basanleute, die in ungezügelten Haufen seinen geschlossenen Rotten folgen.
Von den Gefangenen blieb mancher tot am Wege liegen. Einige von Lots Leuten, als sie merken, daß man die Gestürzten ihrem Schicksal überläßt, stellen sich tot, bis sie sich sicher fühlen und fliehen dann nach Beth-El. Doch ehe sie dort ankommen, ist Abram mit der Schnelle des Windes in gerader Linie schon herbeigeeilt. Den Stammsitz findet er in gutem Zustand, bis auf zerstörte Grenzgebiete und manchen braven erschlagenen Knecht. Der Statthalter Jubisat kann ihm Kedors Weg bezeichnen. Nur seine Teilung kennt er nicht. Doch das Ziel Kedes war verraten worden.
Abram wechselt übermüdete Männer und Tiere aus dem Stammsitz aus. Selber kennt er keine Müdigkeit. Nordwärts dringt er vor, sein Haufe wird immer größer. Am Ende weiß er nicht, woher sie alle kommen, bärtige Männer, und Jünglinge von unheimlicher Kraft. Manchen sieht er prüfend an und denkt:
Knabe, welches Land hat dich geboren? Er findet keine Zeit zu forschen. Eines aber merkt er: Die hochgewachsenen Jungen halten die Haufen zusammen ohne zu befehlen. Da neigt er im Ritt sein Haupt: „Herr, hast Du mir Deine Diener zugesandt?“ Er hört die Stimme: ‚Soll Ich einem Meiner Söhne nicht seine Brüder senden? Diesem Wort lauscht Abram lange nach, ohne dessen Tiefe zu begreifen. Da begnügt er sich mit der Gnade, die auf ihm ruht.
Vor Abram her läuft die Kunde: ‚Der Gottesherr kommt!‘ Was zu ihm gehört und die Fremden, ihm untertan, atmen auf. Einige Verräter fliehen nach Rama. Dort hat sich Kedors Südtruppe, die keine Ahnung hat, daß Abram nur noch einen Tagesritt entfernt ist, gesammelt und beginnt das Land zu berauben und zu zerstören, quält und tötet die Menschen. Bald ist Rama ein rauchender Trümmerhaufen, dessen Feuer- und Rauchpilze das Unheil weithin anzeigen.
Abram, auf dem Paßrand eines Karmelausläufers, den man später den Sebulonischen Höhenzug nennt, sieht das Zeichen der Verwüstung. Er wollte rasten. Da stellen die Jünglinge sich zusammen. „Herr, ziehe mit uns, wer müde ist, der komme nach.“ Doch keiner bleibt zurück und nur der Tiere wegen macht man eine Pause, — Riesen und Philister tollen zwischen den Bränden umher. Wer noch fliehen konnte, ist südwärts mit dem nackten Leben davongesprungen. Als Abram sie auffängt und befragt, geben sie vor Erschöpfung nur verworrene Antwort. Er umzingelt ganz Rama, Stadt- und Landgebiet, dabei fast die Hälfte von Kedors Verbündeten einschließend. Enoseth, sein Oberster, drängt vorwärts: „Herr, nicht einer soll entkommen; laß schlagen! Abram hebt sein Schwert hoch und siehe, ein Blitz fährt heraus wie übers Firmament. „Ja, wir schlagen sie zum Sieg und Frieden!“ ruft der Gottesherr laut. „Auf, mir nach!“ Im Ring gehen sie auf Rama zu, bis Schulter an Schulter steht in sieben Reihen. Begleitet von zwei größten Jünglingen und zwei seiner tapfersten Hauptleute begibt er sich in die noch rauchende Stadt. Zuspät wird erkannt, daß nicht Kedor, sondern Abram angeritten kommt. Sie können nicht mehr fliehen und stehen bald als angstzitternde Herde vor ihm.
„Wer hat euch geheißen, die schöne Stadt im Feuer zu verderben?“ Abrams gewaltige Stimme, zornig und ernst, fährt durch die Reihen der Feinde. Niemand antwortet. Selbst den Riesen entsinken ihre Waffen. „Nun, bekomme ich Antwort?“ Keiner tritt vor. Die hohe Königsgestalt, die Würde, der ehrbare Zorn hat allen sinnlosen Mut zerbrochen. Da ergreifen die Jünglinge jenen Hauptmann, der mit eigener Hand fast alle Kinder in Rama umgebracht und sich an ihren schreckensvollen Leiden ergötzt hatte. Kreidebleich steht er vor Abram.
„Wer bist du?“ ‚Einer wie alle“, entgegnet der Philister frech. Ein Jüngling bindet ihn an einen Pfahl, ehe er sich’s versieht. „Du hast in Rama einhundertfünfzig Kinder umgebracht; und nicht nur das, du hast sie grausam gefoltert. Dir geschehe wie den Kindern!‘ Aus dem Boden kommt Gewürm hervor und kriecht von den Fußsohlen an am Philister langsam herauf. Es saugt sich fest und beginnt Haut und Fleisch anzufressen bis auf die Knochen. Die Rotten wollen fliehen, doch die Jünglinge binden sie schnell. Schreck überfällt sie bis zur Besinnungslosigkeit, als sie des Gefesselten Angstgeschrei vernehmen. Selbst Abrams tapfere Knechte wenden sich halb ab, obwohl sie sich’s zur Ehre machten, wessen Waffe die meisten Feinde streckte.
Abram sieht sein Schwert an. Wollte er nicht, daß mit ihm kein Blut vergossen würde? auch nicht das der Feinde? Da bringt man viele tote Kinder. Beim Anblick der Gemordeten wallt sein Blut heftig auf. „Ich habe Gott geschworen und Ihm die Rache überlassen. Doch selber will ich Gottes Rächerhand erdulden, wenn der Schmerz der Kindlein ungerochen bleibt! Herr, übe Deine Rache!‘ „Ich übe sie“, donnert es am Himmel, „und keiner dieser Höllengeister soll Mir entrinnen! Geh fort, Sohn; es ist nicht gut, wenn du es siehst.“
Abram wendet sich ostwärts aus Rama hinaus. Auf einer Höhe hält er an. Tief gebeugt sitzt er auf seinem Roß. „Herr, ich tat Unrecht. Was habe ich in Deine Rache mich zu mengen und in Deine Rächerhand zu werfen?! Wie aber soll ich Mitleid mit den Feinden haben, wenn sie solche Greuel tun? Wie soll ich schützen, wenn ich nicht auch schlagen darf? Gib eines, Herr: Sind jene Bösen nicht dem Leibe nach zu retten, so hilf doch ihren armen Seelen und laß sie nach dem Tode Frieden finden.“
Da sagt ein Jüngling: „Du sprichst für jene, denen Morden eine Freude war; doch der Gemordeten gedenkst du nicht.“ Der Patriarch sieht bekümmert auf: „Könntest du in meine Seele sehen, so hättest du das nicht gesagt.“ „Ich sehe sie; doch deine Knechte sehn sie nicht. Sie wundern sich ob deiner Rede.“ Abram seufzt: „Wie schlimm steht es um mich, wenn schon mein Äußeres versagt. „Nein!“ Der Jüngling legt seine Hand auf Abrams Rechte. „Du gabst nicht einen Knecht in Gottes Rächerhand, du gabst nur dich allein zur Lösung der Gemordeten. Dein starkes Herz hat sie hinaufgetragen, wo es kein Weinen und kein Klagen gibt.“ „Ja, doch Gottes Rache rief ich herab, obwohl sie Ihm allein gehört, Er ist der Herr und ich der Diener, doch welch ein schlechter noch.“ Das Letzte sagt er leise vor sich hin. „Himmlischer, du mußt noch viele Schritte tun auf dieser Erde, von denen erst der letzte offenbart, was deines Weges Ende bringt. Schlechte Diener kommen nicht vom Himmel! Wer Gottes Stimme hört wie du, steigt rein hernieder und hinauf; er bringt das Licht und führt die Seelen heim. Doch nun ziehe weiter, Kedor muß gezüchtigt werden.“
„Aber nicht durch mich!“ ruft Abram aus, der des Jünglings Rede ob seiner großen Demut nicht ganz verstand. „Durch dein Schwert, das der Herr geheiligt hat“, sagt der Helle. — Auf dem Wege nach Kedes kommen sie an einen kleinen Ort, dem späteren Hazor. Er ist vom Feinde nicht gefunden worden, weil er abseits in einem Tale liegt. Der Fürst kommt dem Heereszug mit Gaben aller Art entgegen. Abram ist erstaunt, zumal der Fürst rein chaldäisch spricht.
„Wundere dich nicht“, sagt Fürst Hummar-Karbo. „Du bist König Tharas Sohn.“ „Woher kennst du mich?“ fragt Abram. „Hier in dieser Gegend bin ich noch nicht gewesen. Wohl kam ich schon ins Bergland Gilboa, wo ich Fylola fand und . . .“ „Fylola?“ Fürst Hummar-Karbo ruft es hastig aus. „Mein verschollenes Kind, das ich längst als tot beweine?“ Aufs höchste erregt blickt Abram den Fürst von Hazor an. Träfe das die Wahrheit, müßte er das Kind verlieren und er hat Fylola wie eine Tochter geliebt. Ein Stich fährt ihm durchs Herz.
„Gibt es nicht mehr Mädchen gleichen Namens?“ „Möglich; nur nicht, daß sie alle in die Sterne sehen. Mein Kind hat den geistigen Sinn. Und hat deine Fylola das auch, die du in Gilboa fandest, so ist es meine schmerzlich beweinte Tochter. O Abram, sage es mir! Wenn sie nur lebt, wenn sie nur das gute reine Kind geblieben ist!“
„Laß mich bei dir in Gottes Frieden rasten“, sagt Abram. Tief bewegt führt der Fürst den hohen Gast über seine Schwelle, läßt alle reich bewirten und verteilt Silber und Gold aus Freude, weil Fylola lebt. Die Beschreibung erweist, daß sie des Fürsten Tochter ist. „Also eine Chaldäerin!“ ruft Abram aus. „Und wir dachten, es sei ein armes Heviterkind. Ach, nun verliere ich meine kleine Gazelle, was meinem Herzen schwer angeht. Wie wird Sarai weinen.“
Er berichtet von Fylolas Leben bei ihm, von ihrer Treue und Anhänglichkeit und von Hebaels Liebe. Besonders rühmt er ihren aufopfernden Nachtritt. „Wer ist Hebael?“ fragt Fylolas Mutter, des Fürsten Weib. „Er ist eines Ratgebers Sohn aus Ur, deinem Hause ebenbürtig.“ „Seit wann lebt sie bei dir?“ „Bricht der Winter an, jährt es sich zum zehnten Male, daß ich sie gefunden habe.“ „Da ist sie allein ein Jahr in der Wildnis umhergeirrt! O Gott, wie hast du unser Kind bewahrt!“ Tief neigt Hummar-Karbo sich zur Erde.
„Laß uns mit dir ziehen, Abram, und Fylola holen. Gibst du Hebael frei, so werde er in Liebe unser Sohn.“ Aus Abrams Auge stiehlt sich eine Träne. Nie vergißt er, was das Kind in jener Schreckensnacht geleistet hat. Selber ohne Kinder, wollte er Fylola und Hebael als solche anerkennen. Nun soll er sie verlieren? Hummar-Karbo sieht die Träne. Erschüttert preßt er Abram an sich. „Ich unterstehe als Chaldäer deinem Hause; du bist der König. Willst du, so behalte Fylola, du hast sie ja gerettet. Nur laß uns unsere Tochter wiedersehen.“ Abram ermannt sich. Kein Fürst darf sagen, daß sein König minder handelt als er selbst. Da mischt der zweite Hauptjüngling sich ein.
„Hummar-Karbo, ich habe dir etwas zu sagen.“ Der Fürst hat von Anfang an die Hellen heimlich verwundert betrachtet. Fylola wüßte gleich, aus welchem Land sie stammen. Ihm ahnt nur, daß die Erde kaum ihr Mutterboden ist. „Rede“, sagt er daher ehrerbietig, „denn des Himmels Sprache ist die köstlichste.“ „Wenn du das erkennst“, entgegnet der Junge, „wird die Liebe bei euch Frieden haben.
Rüste dich, und auch dein Haus. Der Herr bereitet einen anderen Ort, da ihr wohnen sollt. Abram wird die Stadt erbauen nahe seinem Lande, und für Hebael die Stätte gründen zwischen euch. Jetzt ziehn wir weiter, Knecht und Tier hat sich gestärkt; wir müssen Kedor-Laomor und sein Gefolge schlagen. Doch kehren wir zurück, sollst du bereit sein, uns aufzunehmen und mit uns zu gehn.“ „Jüngling!“ Abram drückt den Jungen ans Herz. „Wärest du von dieser Erde, müßtest du mein Sohn vor aller meiner Habe sein!“ „Ich bin dein Bruder“, erwidert jener fröhlich, „nur verstehst du das noch nicht. Doch wir schauen jetzt aufs Nächstliegende; darum gib das Aufbruchzeichen.“
Der Oberhauptmann Enoseth erhält den Sammelbefehl. „Ich und meine Männer ziehen mit!“ Hummar-Karbo erhebt sich rasch. „Laß einen Teil der Tapferen zurück; auch bedürfen deine Frauen ihrer Hilfe, denn sie können nicht zum Zug die Wagen richten“, rät Abram. „So soll es sein!“ In kurzer Zeit hat der Fürst von Hazor alles gut geordnet.
„Du bist der König, Abram, darf ich dir ein Bruder sein?“ Hummar reitet neben ihm einher. „Das gilt!“ Der Patriarch drückt herzlich des Fürsten Rechte. „Weißt du“, führt der Fürst das Gespräch fort, „ich kenne die Gegend weit und breit und weiß Wege, die uns rasch nach Norden bringen.“ „Wenn die Jungen nicht wären“, meint Abram. „Doch dein Wille ist mir schon die Tat; und ich danke dir von ganzem Herzen. Laß aber die beiden Hauptjünglinge vor uns reiten, und sie führen Wege, die du noch nicht kennen wirst.“
„Glaubst du, daß es ‚andere‘ sind?“ Der Frager deutet verstohlen zum Himmel. Ernst nickt der Gottesherr. „Ja, es sind des Höchsten Diener. Auf meine Frage deswegen aber sagte der Herr: ‚Soll Ich einem Meiner Söhne nicht seine Brüder senden?‘ Karbo, kannst du das deuten?“ „Hm, ich weiß nicht.“ Der Fürst wirft einen forschenden Blick auf Abram. „Fylola würde das sofort erkennen; sie sieht es aus den Sternen.“ „Ich erkenne wohl“, entgegnet Abram, „daß wir unter Strahlen stehen; doch an eine unmittelbare Gewalt glaube ich nicht. Wie kann man also in den Sternen solche Wahrheit lesen?“
„Ich bezweifelte es auch. Doch Fylola wußte schon vom zarten Alter an so vieles, was bevorstand. Stets behielt sie recht. Wie sie es aber tat, konnte sie niemals richtig deuten. Ich denke, daß die Sterne nicht festen Einfluß auf uns haben, wir wären sonst als freie Menschen ihren Kräften ausgeliefert.“ Ein Jüngling aus der ersten Reihe lenkt sein Pferd an Abrams Seite. Dieser fragt ihn gleich:
„Liebwerter Jüngling, es wäre wissenswert, die Wahrheit über eine schwere Frage zu erfahren. Du kannst uns sicher helfen.“ „Du magst recht haben“, entgegnet freundlich der Junge. „Doch dein Geist ist gewaltig und dein ehrwürdiges Alter verlangt, daß ich mich von dir, nicht du dich von mir belehren läßt.“ „Willst du dich hinter diesem Wort verstecken?“ Hummar-Karbo bezweifelt auf einmal die Herkunft der Jungen. „Nicht im mindesten.“ Der Jüngling redet freundlich weiter. „Nur wahre ich das Rechtsverhältnis. Abram ist im Geiste älter als ich. Doch antworte ich gern, weil ein Geist — das Erdenleben aufgenommen nur allmählich sehen lernt, wenn er das Licht auch ungebrochen in sich trägt. Allgemein ist Rück- und Vorschau auf das Außerhalb der Erde zugedeckt; und das um hoher Gnade willen.
Was aber die Sterne betrifft, so üben sie als Raum- und Weltenkörper keine Kräfte aus. Dennoch bestehen Strahlen, die Gutes und auch Böses wirken. Wer sie aber weckt aus eigener Seelendämonie, wer die Kraft entfesselt, der wundere sich nicht, wenn ihm Unheil widerfährt. Solang der Mensch im Prinzip der Ordnung lebt, wird alle Kraft zum Segen wirken. Doch jedes Unheil, von Menschen aus der Erde gelockt, wird nur ihr Körperliches richten.
Vielmehr jedoch löst Seelendämonie, die sich gegen freies Recht und Wahrheit, gegen Gott und die Liebe stellt, die kosmischen Gesetze aus. Welcher Mensch nun gegen ein solches sündigt, wird vom Strahl des Gabensternes auch getroffen. Wer sie aber achtet, der steht im Segenslicht des gleichen Strahles. Doch nicht der Stern, sondern die auf ihm wohnenden himmlischen Wesen halten Gottes hehre Schöpferordnung in Verwahrung.
Menschen wie das Mädchen, gesegnet mit dem ‚Blick‘, sehn die Bilder nicht im Stern; nur ihr Geist ist mit den Himmlischen verbunden. Nachts geht das am besten, weil sich da der Mensch vom Irdischen am meisten löst. Fylola hört die Wesen sprechen, nur empfindet sie das selbst nicht klar. Auch genügt ihr Glaube an die Sterne, weil sie nur für andere schaut, denen ihr Herz hebend dient, für die sie alles Ungemach beseitigen möchte. Dieser unbedingte Liebedienst öffnet förmlich ihr die Straße in den Raum des reinen Lichts.
Sie wußte, Abram, daß sie eines Fürsten Tochter aus Chaldäa ist. Nie verriet sie es, weil sie dir und Sarai dienen wollte. Denn dem Tode nahe, hast du sie liebewarm in deinen Mantel eingehüllt und an deinem Herzen heimgetragen viele Tage. So blieb sie gern die Magd. Kannst du größere Liebe von einem Kind erwarten?“
Abram ist erschüttert. „Wie hast du mir die Augen aufgetan! Dank dem Herrn, daß ich jetzt von diesem Kinde lernen konnte. Nur als Fürstentochter hätte sie nicht dienen dürfen.“ „Warum?“ Ernst sieht der Jüngling Abram an. „Bisher gab es bei dir für Groß und Klein nur eine Grundgerechtigkeit. Eines Ratgebers Sohn war dir nicht mehr als auch ein Hirte, wenn beide guten Fleißes und mit rechter Treue dienten. Die hohe Geburt bestätigt sich nur, wenn der Hochgeborene sein Wesen und sein Tun darauf bezieht. Kedor-Laomor ist König; doch die Königskrone liegt im Staub, weil er zum gemeinen Meuchelmörder wurde. Was nützt ihm also seine würdige Geburt?! Ich sage dir: Sie ist ihm nun sogar der eigene Richter!
Du hast Fylola gut gehalten; die Dienstbarkeit war nicht zu ihrem Schaden. Nur Freude brachten ihr die Blumen und die kleinen Tiere; und mit Gesang und Spiel verschönte sie euch manche Stunde. — Jeder Mensch, das sei euch noch gesagt, so er Gottes wunderbare Schöpfung liebt und ehrt und alles achtet, was geworden ist, nichts aus Habsucht oder mutwillig zerstört, hat mindestens die Gabe des Gefühls, das weit mehr im Raum verankert ruht, als die Menschen ahnen.
Klopft euer Inneres freudig oder bang, dann trifft euch jener Strahl, den euer Tun herabgezogen hat. Raumhafte Körper haben keinen Einfluß, nicht im Guten, am wenigsten im Bösen, weil Gott in Seiner Liebe selbst den Bösen noch verzeihend hilft. Doch die Wesen auf den Sternen, rein und daher gottbegabt, nehmen die Verbindung auf. Das Gute senden sie zur Stärkung und zur Freude, das Böse — selbst beschworen — als unbedingte Hilfe. Denn der Mensch wird seines Tuns am ehesten inne, wenn sein Tun ihn straft.“
„Du steckst uns wahrlich himmlische Lichter auf!“ Abram drückt sein Pferd an das des Jünglings und umarmt ihn herzlich. „Dem Herrn sei höchster Dank dafür, aber auch dir, mein junger lieber Freund. — Nun eine Frage noch. Du sagtest am Schlusse, daß der Mensch durch böses Tun sich selber richtet. Ich war bisher des Glaubens, daß der Herr die Strafe sendet. Die Verbrecher von Rama ließ Er ja auch durch euch bestrafen. Wie ist das zu verstehen?“
„Ich bin gespannt“, ruft Hummar-Karbo, „wie sich der auch mir unlösbare Knoten löst.“ „Die Lösung ist höchst einfach“, lächelt der Helle. „Jede gute oder böse Tat trägt in sich ihren Lohn; doch kommt beides dennoch aus des Schöpfers Hand. Mit aller Schaffung verband Er von Anfang an die ‚heilige Folge Seines Tuns’. So also, weil von Gott gemacht, muß auch des Menschen wie jedes Geistes oder Wesens Tun in dieser Folge seine Wurzel und sein Endziel haben.
Hätten die Verbrecher dem Himmel nicht getrotzt, so brauchten wir sie nicht zu strafen. Daran seht: Jede Tat hat ihre eigene Folge, die freilich auch durch andere Hand zur Auswirkung gelangen kann. Straft Gott nach Seinem ewig hohen Recht, so keineswegs, weil Er die Strafe setzte. Hätte Er das, so mußte auch aus Ihm zuerst ein Werk geworden sein, das schon von Anfang an der Strafe würdig war. Das aber gab es nicht! Doch daß Gott die Strafe oft in Seine Hände nimmt, ist eine große Gnade. Denn Seine ewige Güte mindert gern die Zucht; den Lohn hingegen weiß Er herrlich zu erhöhen. Nur soll niemand um des Lohnes willen Gutes tun. Wer damit rechnet, rechnet fehl!
Du, Abram, bist zu einem Vater über viele Menschen auserkoren. Schon manche Strafe ging aus deiner Hand, die Art und auch das Maß. Hast du jemals ohne Not gestraft?“ „Nein! Wie ungern ich es tue, weiß der Herr“, bestätigt Abram. „Das Kleinste hast du gern belohnt“, sagt der Jüngling, „um durch den Lohn das Gute anzuregen und zu stärken. Selbst den Hirten, die dir übel taten, hast du am Ende noch die Hälfte ihrer Strafe abgelassen. Wenn nun du, nur angerührt aus Gottes Geist, so handelst, wieviel mehr dann unser aller Vater? Geht die Strafe aber nicht durch Seine Hand, wie könnte Er sie mildern?
Noch ein Geheimnis sei euch kundgetan. Jede Tat, gut oder böse, umfaßt allein ihr eigenes Gebiet. Sünden bestraft Gott nur viermal, hingegen gibt Er tausendfachen Segen. Die Folge einer bösen Tat, die nicht durch Seine Hände geht, bringt ungemildert auch die volle Strafe. Hat Er sie in Seiner Hand, so mengt er in die Strafe ein Tausendstel von dem, was der Mensch auch einmal Gutes tat. Und erst, wenn auch das letzte Bröcklein Gute ausgegeben ist, wird Gottes Hand die Strafe nicht mehr leiten. Dann aber — und das ist schwer — geht alle Strafe durch den Zorn und Seine Heiligkeit!“
Die Männer schweigen. Schnaubend erklimmen die Tiere einen neuen Höhenzug. Dämmernd sinkt der Abend übers Land. „Freund“, fragt Abram nach einer Pause, „ist die Sündflut durch Gottes zornige Heiligkeit gegangen?“ „Ja; nur ist vollwahr Gottes Heiligkeit Sein Wesen und daher selbst nicht zornig. Der Zorn entsteigt dem Ordnungsgrundgefüge. Seid ihr lieblos, so verletzt ihr ebenso die Ordnung, als wenn ihr mutwillig etwas zerstört, das aus des Lebens Grundgesetz geworden ist, es sei Mensch, Tier, Pflanze oder selbst ein Stein.
Zerschlägt man einen Stein nur um ihn zu zerbrechen, so hebt man seine Ordnung auf. Behaut man ihn zu irgend einem Bau, bleibt er in seiner Ordnung; denn dazu ist er gemacht. Außer Noah und den Seinen gab es nicht einen Menschen mehr, in dessen Lebensbuch ein gutes Wort zu finden war. Selbst die Erde hatten sie verwüstet! Das Land war reich; und im Verhältnis hätten Völker auch in Tausenden von Jahren die Güter niemals aufgebraucht. Aber es gab nichts mehr her.
Gottes Zorn vertilgte alle Bösen; doch die Heiligkeit vertilgte sie durchs Wasser, durch das die Erde wieder fruchtbar, wieder voller Gaben wurde. Müßte Er jedoch durchs Feuer einmal tilgen, oder durch die Kraft der hohen Elemente, wäre selbst in Tausenden von Jahren nichts mehr zu gewinnen.“ „Dann war die Sündflut ernstlich eine Segensflut“ ‚ meint nachdenklich der Fürst. „Das war sie, nicht zuletzt für die Vertilgten. Denn abgerissen, konnten sie ihr böses Maß nicht voller machen als es war. Der Herr bewahrte sie vor ihrem letzten Tod der Seele durch den Tod der Erde.“
„Noch eines, bevor wir rasten“, bittet Abram, der sich nach den müden Männern und keuchenden Tieren umgesehen hat. „Du sprachst auch von der Zerstörung der Tiere als einer Widerordnung gegen das Gesetz des Lebens. Nun sieh, wir schlachten Tiere, um zu leben. Das ist gewiß ein Eigennutz. Würden wir aber keine schlachten, so nähmen die Herden überhand, bis auf ein Lamm nur noch ein Grashalm käme. Die Erde brächte nicht genug hervor, um sie zu nähren.“
„Meinst du?“ Ein sonderbarer Blick läßt Abram erschauern. „Ich habe ungenügend gefragt“, bekennt er bescheiden. „Nicht unbedingt.“ Der Jüngling streichelt Abrams Zügelhand. „Eines bedenke: Ist GOTT der Schöpfer, so wird wohl Sein Gesetz den rechten Ausgleich haben. Das leuchtet dir ein. Würde niemand Tiere essen, sie würden sich nicht mehr vermehren, als es der Schöpfung nützlich ist.
Der Mensch hat aber das Gnadengesetz erhalten, daß er Tiere töten darf zur Stillung seines Hungers. Nur wäre gut, das unbedingte Maß auch einzuhalten. Gerade hierin ist das kleinste Übermaß von Übel und zerstört das Lebensgrundgesetz, unter dem die Tiere friedlich stehen. Tötest du ein Tier um des Genusses willen, so sündigst du. Tust du es, um dich und die Deinen zu ernähren, so hat das Tier sein Leben erfüllt und das Gesetz bleibt unangetastet. Doch menschliche Ausreden lösen nicht den Konflikt zwischen Soll und Haben.
Ihr könnt Tiere, wohlzubereitet, essen, nicht aber zum Wohlgefühl des Genusses. Denn das ist eine üble Beigabe, die die Hölle in den Seelenteil der Menschen mischt. Es gibt auch einen gerechtfertigten Genuß, wenn jemand durch gute Speise dankbar seine Sättigung fühlt, nicht zuletzt auch, wenn die Schönheit der Natur die Seele entzückt oder ein sanftes Lied und zartes Saitenspiel das Herz ergötzt.
„Eßt Ihr im Himmel auch Tiere?“ fragt Hummar-Karbo naiv. Abram stößt ihn verlegen in die Seite. Der Jüngling lacht, und es ist ein Silbergeplätscher, wie die Männer noch niemand so herzfroh lachen hörten. „Nein, du Guter, im Himmel ißt man keine Tiere. Aber deine Frage, durch Abrams sanften Rippenstoß im Halse steckengeblieben, was wir nun eigentlich essen, denn schließlich müßten wir ja leben, will ich noch beantworten. Dann reiten wir in die Mulde hinab“, er zeigt voraus, denn sie haben die Höhe überwunden, „und wollen die Nacht dort lagern. Morgen stoßen wir auf Kedor-Laomor.
Also, lieber Freund, wir leben wie ihr Menschen auf der Erde, nur — ganz anders! Wir essen Brot und Früchte und trinken Wein und Gottes Liebe. Und willst du wissen, was bei uns die Liebe ist, so merke auf: Das ist Gottes Wille, den wir jederzeit hoch ehren und befolgen!“
Die Mulde weist an einem Rande weitverzweigte trockene Höhlen auf, ein Lager, wie es nicht besser zu erwünschen ist. Ein breites Bergbächlein fließt mitten durch die Trift, die voll des saftigen Weidegrases steht. Bald sind die entlasteten Tiere getränkt und gehen ihrem Futter nach. In den Höhlen macht man Feuer und bereitet sich das Abendmahl. Zum Schlafe streckt sich jeder ruhig nieder, selbst Abram; er bemerkt, wie mehrere Jungen auf den Bergkämmen Wache halten. Da weiß er sich und seine Männer in Gottes gutem Schutz.
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