„Was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig!“
Voraus geht das Bekenntnis, daß alle Trübsal leicht zu tragen sei, Gott dafür eine ewige, sichtbare Herrlichkeit zu schaffen weiß. Wie tief durfte jener alte Zeuge in die Wahrheit dringen, das Weltliche vom Geistigen zu scheiden wußte und — sehr wahr! — eben alle Weltmaterie nur zeitlich nannte, vergänglich, wie ein Tau im Strahl der Sonne rasch vergeht. Der Tau, auch ein Segen, netzt die Erde; was man aber weltlich zu erhalten sucht, das verweht ein Wind, von dem keiner weiß, woher er weht, wie der Heiland zu dem Nikodemus sprach.
Ach ja, töricht sagt man es: was ich nicht sehe, glaub‘ ich nicht! Und die ärmsten Seelen: Gott sieht niemand, also gibt es keinen Gott! Wirklich nicht? Seht ihr die Luft, die ihr zum Atmen braucht? Nein. Doch zu leugnen ist sie nicht! So bleibt wohl das Ewige aus Gottes Herrlichkeit den Weltlichen verborgen; wer aber glaubt, der kann sie täglich tausendfältig sehen.
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