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B) Das Regiment; seine Anordnungen, Rat und Gesetzesfolge

Kapitel 2-3 (Ps. 123, 1-2)

Regiment! Zuvorderst steht der All-Heilige: König, Führer, Regent und Herzog. Diese vier Bezeichnungen haben jenen bestimmten Wertinhalt, vergleichsweise als die vier Wesenheiten anzusehen. Der König in Seiner Macht, im Symbol der ersten UR-Herzkammer, ist ‚Schöpfer‘. Er ist der ‚Köngen‘ (sächsischer Ursprungs) = können. Er kann! ‚Der Herr König ist im Himmel; Er kann schaffen, was Er will!‘ (Ps. 115, 3). Im Schöpferprinzip liegt umfassend das Können, der König! (Er schafft Ordnung, Er Führt Seinen Willen durch).

Der zweite im Regiment ist der Führer, richtiger: Der Führende, der alle Dinge hinführt, nämlich wieder zu dem UR-Sprung, und der im Bereich der stehenden Macht nur der Ausgangspunkt ist. Nichts ist zurückzubringen, ohne Zusätzliches erreicht zu haben; das bedeutete einen Nullpunkt. Im Gegenteil! Der Ausgangspunkt bleibt zwar stets UR Selbst, wohin alles gebracht werden soll. Allein, die waltende Macht hat den Fortschritt beschlossen, der aus dem Einzelnen auch jener des Gesamtreiches ist. Damit wird durch den wieder erreichten UR-Sprung statt eines Nullpunktes der Ein-Punkt, die Einheit erzielt: Wieder-Vereinigung einschlißlich des Fortschrittes.

Wer den Ein-Punkt erreichen will, muß nebst eigenem tatkräftigem Zutun hingeführt werden. Das Hinführen besorgt der ‚Priester’ aus der Kraft der zweiten UR-Herzkammer. Ihm obliegt das Heil der Kinder, ob sie dem UR-Sprung nahe oder ferne stehen. Der All-Heilige trug Sein Priestertum zur Erde nieder, wie geschrieben steht: „Euch ist heute ‚Heil‘ widerfahren; euch ist der HEILAND geboren.“ (Luk. 2. 11). JESU Weg offenbart sich vorwiegend in führender Kraft; denn nichts stand Ihm näher, als die Kinder der Materie wieder in das Reich zurückzuführen (Joh. 10, 16) durch die Priestereigenschaften Weisheit und Ernst.

Regent ist ‚Gott‘ aus der dritten UR-Herzkammer. Sein Wesen strömt über alles hin; Er lebt für das Werk. Die Weite in Raum und Zeit, zumal im Tat-UR-Jahr, ist den Geschöpfen überlassen. Dort können sie in den ihnen zur Verfügung stehenden Ausdehnungsmöglichkeiten tätig sein. Doch inmitten steht die Wesenheit GOTT als regente UR-Gewalt, um durch ihre Regsamkeit dem durch den Fall hervorgerufenen Scheinleben wieder das wahre UR-Leben einzuhauchen.

Die dem dritten Regimentsteil innewohnenden zwei Eigenschaften beginnen jetzt schon den Ring zu schließen. Geduld und Liebe sind Gottes Ursache und Wirkung und bestimmen das Tun des Regenten. Erst war die Geduld bereit, den Kelch aufzunehmen; die Liebe folgt mit dem Kreuz! Beide bedeuten für den hingefallenen Schöpfungsteil den Grundinhalt der Johannes-Offenharung.

Der vierte Herrschaftsteil als letzte Herzkammer überflutet das Reich. Diese Flut ist so stark, daß schon der Überfluß das Gefallene vollständig einsegnet. Der ‚Vater‘ im Zeichen der Krone ist Herzog. Nachdem Gott als Regent in die Materie sichtbar eingetreten ist* und im abschließenden Schöpfungsopfer die tatsächliche Umkehr angeregt hat, zieht nun der Herzog vor der Umkehr her, um dem ganzen Fall einen vollständigen Heimweg zu bereiten. (*- nicht erstmalig als Jesu.)

‚Folgt Mir nach!‘ Wer das tut, hat nach der Umkehr seine Heimkehr. Denn der VATER zieht vor den Kindern her in die heilige Einheit. ‚Er ist der Herzog‘, (Matth. 2, 6), dem es um die Seelen geht, die in die Fremde ausgetrieben wurden, wo der Regent in Geduld und Liebe das Grundgefallene zur Umkehr brachte. Schöpfer, Priester und Gott als König, Führer und Regent hatten dabei ihren Werkanteil erfüllt. Sie wurden aber keinesfalls passiv; das stünde der Einheitlichkeit des Ewig-Heiligen UR ganz zuwider. Der Vater-Herzteil schließt durch Seine krönende Barmherzigkeit nur alles Werk wieder in das UR-Sein ein. Damit ist der vorgenannte Ein-Punkt auch für das Werk erreicht.

Daß solches schon die letzte Straße hat, beweist der Schluß der Offenbarung. ‚Ich und der Vater sind eins.‘ Eines Sinnes, eines Regimentsbeschlusses! Das ist das lösende Prinzip, der Erlöser, ‚dem des Hauses Schlüssel auf die Schulter gelegt ist.‘ (Jes. 22, 22). Das Kreuz auf der Schulter ist der Schlüssel. Mit ihm wird das Reich für die umgekehrten aufg schlossen, damit sie heimkehren können; und mit ihm werden Hölle, Fall und Tod auf ewig zugemacht. (K. 3, 7).

Anordnung, Rat und Gesetzesfolge der Regierung stehen in den Sendeschreiben an die sieben Gemeinden. Zuerst schuf das Regiment den Gnadenbund und gab die Anordnung, heraus, daß die Gemeinden diesem beitreten sollen. Es besteht kein Zwang, weil die Entscheidung ihnen überlassen bleibt, die in dem zweiten Schöplungsfundament, im freien Willensgesetz, begründet ist. Immerhin bedeuten Anordnungen auch Gebote, die zu erfüllen das Beste ist, weil die Reichseinheit sie geschaffen hatte.

Gebotsgrund ist die Ordnung, die angeraten wird: die An—Ordnung! Dahinter steht das freie Soll, auch ein kann und darf. Welch ein Unterschied zwischen dem UR-REICH und den Reichen dieser Welt! Die Letzteren kennen nur des Gesetzes Muß, das im Augenblick von der Gesetzesgebung an, die Axt am Baume ist. Das UR-Regiment hingegen, die Ewigkeit beständig tragend, stützt seine Regierungsbeschlüsse einzig auf die dem Tat—UR—Jahr geschaffenen zwei Fundamente: die zu Recht des Herrschers bestehenden Bedingungen, und den zu Recht des Werkes gesetzten freien Willen.

Das gibt den Anlaß, wenn auch die Reichs-Gebote immer wieder in Erinnerung zu bringen sind, dabei zu sagen: ‚Ich rate dir…‘! Der Rat beschränkt sich ausdrücklich auf den Hinweis zur freiwilligen Gehotserfüllung, in der die Folge des Gesetzes zur buchstäblichen Erlösung wird. Wenn jemand Träger der Gebote ist, so steht er nicht mehr unter ihnen, sondern in denselben und hat die Voll-Erlösung aus dem Schöpfungsfall erreicht.

Deswegen werden die Gemeinden zum Gnadenbunde eingeladen, (Jes. K. 55), nicht befohlen. Die UR—Gemeinden nahmen diese Einladung, das An-Gebot freudigst auf, anerkannten die Gesetze und blieben mit UR in der Reichs—Einheit. Demzufolge stand das freie Willensgesetz zu ihrem Recht, was durch den Wille-Träger Michael bekundet ward, der gegen die Empörer kämpfte und sie besiegte (K. 12, 7 – 12).

Es handelt sich jedoch zunächst um die sieben Gemeinden vor der Welt, denen auf dem Wege einer Anratung die Anordnung und der Hinweis auf die Gesetzesfolge durch die Sendschreiben zugeleitet werden. Nicht aber das allein; es wird besonders offenkundig, daß die Reichsregierung sehr genau über das Gemeindeleben unterrichtet ist. Bis ins kleinste ist alles registriert, was später durch die ‚Bücher‘ bewiesen wird (K. 20, 12).

Die Erd—Gemeinden waren bis auf eine nicht in der Lage, gleich den Licht-Gemeinden die angeordneten Gebote zu befolgen. Deshalb wird in den Sendschreiben erst alles aufgedeckt, was für und wider spricht. Dies sind auch nicht nur Erinnerungen, Mahnungen, sondern weit mehr schon eine Vorabrechnung. Allerdings erfolgt noch keine Strafe; jedoch wird sehr enstlich darauf hingewiesen, Gottes ewig rechtskräftige Gebote und Seine Anordnungen einzuhalten, damit die Gesetzesfolge eine für alle Gemindeglieder mehr eine rechtfertigende werden kann.

Die sieben Gemeinden.

Johannes fügt nicht von ungefähr vier und drei Gemeinden zusammen (K. 2, 3). Das ist eine Darlegung, die sich in den vier bestimmenden Eigenschaften des Schöpfer- und Priester- prinzips und in den drei tragenden des Gottes- und Vater- prinzips kennzeichnet. —

Ephesus

Dem Engel zu Ephesus, also der guten Stimme, den Glaubenden, wird geschrieben, daß ihnen das Wort DESSEN gilt, der die sieben Sterne in der Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern wandelt. Darüber ist genug gesagt. Doch da jede Gemeinde ein anderes Rechtswort empfängt, sei gedeutet, daß das ‚zur Rechten tragen‘ und ‚inmitten wandeln‘ die Schöpfereigenschaft ORDNUNG offenbaren.

Als Erstes der Beweis des Regiments: ‚Ich weiß deine Werke!‘ Du kannst nichts verbergen, wenn du auch eine geschlossene Gemeinde bist. Ich weiß dein Rechtes wie auch die Gebotsübertretungen. — Nochmals sei auf den eminenten Unterschied zwischen der UR-Regierung und den armseligen Reichen dieser Erde hingewiesen. Hier steht das Strafmaß im Vordergrund; ehe jemand gegen ein Gesetz verstößt, wird ihm schon gedroht. Damit zerbricht man seine eigene Herrschaft. Das Reich macht es ganz anders. Im vorhinein wird aufgezählt, was die Gemeinde gut und richtig macht, wodurch jedes einzelne Glied wie auch die Gesamtheit zum Guten angetrieben wird.

Ephesus hat gearbeitet, Geduld gehabt, Böse ertragen und Lügner entlarvt. Nach außen hin ist ziemlidi alles gut erfüllt. Der Schein ist gewahrt; es sieht ordentlich und sauber aus. Aber — den König täuscht man nicht. ‚Ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest,‘ Dein Engel hat dir verkündet, daß dein gutes Tun aus MIR gekommen ist. Du aber rühmst dich: Es ist mein Werk! Da hast du dich vom Gebot und vom Geber aller reichen Güter und Erkenntnisse, die dir aus Meinen Sternen und den goldenen Leuchtern zugeflossen sind, abgewendet, hast Meine Liebe aufgegeben, Meine offenbarte Ordnung umgestoßen.

Darum die ernste Mahnung: ‚Wenn du nicht Buße tust, werde Ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von der Stätte.‘ Legst du deine Einbildung nicht ab, so erscheine Ich; und dann wird offenkundig, daß die sichtlich guten Taten und Einrichtungen, mit denen du vor anderen als ‚Eigenarbeit‘ prahlst, gar nicht dein, sondern ewiglich Mein Werk, Mein Regiment gewesen sind!

Zuletzt erteilt der gute König noch ein Lob. ‚… daß du die Werke der Nikolaiten hassest, welche Ich auch hasse.‘ Nikolaiten bedeutet bewußte Bosheit. Abschließend erfolgt ein Rat: ‚Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will Ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist.‘ Wer anerkennt, daß Gemeinde-Eigentum die Reichsgüter sind, der hat an ihnen seinen Teil. — Wer hört, der gehorche auch! —

Smyrna

Der Gemeinde-Engel zu Smyrna hat größere Lasten als Ephesus zu tragen und hat Besseres geleistet. Ihm wird daher auch statt einer Vorabrechnung nur Mahnungen zuteil. Hier zeigt sich nun ein anderes Machtsymbol. ‚Der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden.‘ Ja — Er ist der EINE ERSTLING der Gemeinden. Doch ‚tot war‘ ist nicht auf JESU Kreuztod anzuwenden. Ach, unter der Gemeinde war der König tot; Er wurde zu oft vergessen.

Deshalb lautet es: ‚Der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen.‘ Ist‘s nicht zuerst das Gefängnis eigener Schuld?—? Aber wieder stellt der König alles Gute in den Vordergrund, ‚die Trübsal, die Armut, die Lästerung von denen, die da sagen, sie seien Juden und sind‘s nicht, sondern sind des Satans Schule.‘ (Jok. K.8). Weil die Gemeinde das erträgt, heißt es freundlich: ‚Du bist aber reich!‘

‚Und werdet Trübsal haben zehn Tage.‘ Zehn Zeiten der finsteren Mächte (17, 12). Die Gemeinde hat sich dem Herrschaftswillen ihres Schöpfer—Königs unterstellt. Also widerfährt ihr auch der Trost: ‚Sei getreu bis an den Tod, so will Ich dir die Krone des Lebens gehen.‘ Ja, soweit gesaamthaft möglich war, haben sie die An-Ordnung befolgt. Den ganzen Willen dafür einzusetzen und sich selber überwinden, das befreit vom andern Tod, nämlich dem seelischen. Dem geschieht kein Leid an seinem Geist, an seiner Seele, noch an seinem Herzen; er gehört zur Kronherrschaft des Reichs.

Pergamus

Pergamus tritt eine andere UR-Wesenheit entgegen. Es ist ja stets der A und O, Ich-Bin, Ich-werde-sein; nur kommt es darauf an, wie jedermann dem UR-Imanuel sich gegen überstellt. Danach richtet sich die Art der Offenbarung. Daß bei der dritten Gemeinde der Priester als Führender in Seiner Weisheit dominiert, wird ersichtlich trotz des ‚scharfen, zwei schneidigen Schwertes (1, 16), das als Zeichen des Schöpfer-Willens gilt.

Hier wirkt jenes Schwert, das ‚aus dem Mund des Alten kommt (Dan. 7, 9). Das Wort, das unbedingte Scheidung, Nachfolge oder Abkehr fordert. Und dieses Wort ist der Priester! Treusorgend führt Er erst das Gute der Gemeinde auf: ‚Wo du wohnst, da des Satans Stuhl ist; und hältst an Meinem Namen und hast Meinen Glauben nicht verleugnet, auch in den Tagen, da Mein treuer Zeuge Antipas bei euch getötet ist.‘

Täglich kämpft Pergamus, denn mitten unter ihr wohnt der Versucher. Antipas gilt für alle Besten der Gemeinde. Ob dieser vielen Kämpfe spricht der Priester zart zu den versuchten Seelen: ‚Ich habe ein Kleines wider dich.‘ Sie sollen nicht durch eine aufgezeigte große Schuld erschrecken, nicht den Führenden verlieren.

Vier guten Seiten stehen vier böse gegenüber: ‚… daß du daselbst hast, die an der Lehre Bileams halten (Unglaube), welcher lehrte den Balak ein Ärgernis aufrichten vor den Kindern Israel (Weltpriestertum), zu essen Götzenopfer und Hurerei zu treiben (Weltleben). Also hast du auch, die an der Lehre der Nikolaiten* halten.‘ Diesen vier Götzen läßt die Gemeinde leider freien Lauf.   (* bewußte Bosheit.)

Darum der Aufruf, Buße zu tun, der außerordentliche Hinweis auf die Anordnungen. Oder: ‚So werde Ich dir bald kommen und mit ihnen kriegen durch das Schwert Meines ‘Mundes.‘ Das würde eine schwere Abrechnung! Der Priester spendet lieber Seligkeit. Nur wer nicht hört, ‚was: der Geist den Gemeinden sagt‘, muß seinen Abweg wandeln.

Doch hier ebenfalls das Wundersame: Lob und Segnung, Ansporn und Belohnung schließen stets die Strenge ein. Vom ‚verborgenen Manna‘ ist die Rede, von der Weisheit, die der Hohepriester Melchisedek zur Materie trug. Wer dieses Manna ißt, ‚dem wird ein weißer Stein gegeben, Reinheit und Klarheit. Und ‚auf dem Stein ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, denn der ihn empfängt.‘

Erstmals weist die Schrift auf einen völlig neuen Namen hin, während Jerusalem schon längst ein neuer Name zugesagt ward (Jes. 62, 2). Sollte es ihn nie gegeben haben? O, nur den Menschen war er unbekannt. Manche nehmen an, es sei der Name JESU; doch dieser ist bereits im Alten Bund vorausgesagt, als ‚Erlöser und aller Welt Heiland‘ (Hos. 13, 4).

‚Hier ist der Sinn, zu dem Weisheit gehört‘ (17,9). Dr Name ist genannt, auf dem weißen Stein graviert. UR, der Ewig-Heilige, der Ewig-Einzige und Wahrhaftige!! Wer den Stein besitzt, hat auch den Namen; wer diesen kennt, steht in der Kraft des Reichs! —

Thyatira

Zur Gemeinde Thyatira – kommt der Sohn Gottes, aber nicht der gute Heiland, der Sünden vergibt, Wunden heilt und Wunder tut. Es ist ein ganz ernster Mann, ‚der Augen hat wie Feuerflammen, und seine Füße sind glech wie Messing‘. Das ist jener ‚Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks‘ (He K. 4 – 9). Das Feuer Seiner Heiligkeit flammt in Seinen Augen, die alles sehen. Die Kraft des priesterlichen Ernstes, den Füßen gleich, setzt Er auf die Schöpfungsfundamente, die Er, der UR, gebildet hat. Und dieser Sohn rechnet ah.

Obgleich in der Eigenschaft Ernst, vor deren Feuerflamme und unerhörter Kraft Luzifer einst floh, bleibt der All-Heilige Sich doch getreu und stellt abermals das Gute in den Vordergrund, damit die Waage nicht gleich von Anfang an zu Ungunsten entscheidet. Zuerst wird das entlastende Gewicht benutzt: ‚Deine Werke und Liebe, deinen Dienst, Glauben und deine Geduld. Ja ‚… und daß du je länger, je mehr tust‘, heißt es obendrein. Doch kein Kleines nur, wie bei Pergainus, sondern: ‚Ich habe wider dich!‘, ein sehr Böses: ‚Du lassest das Weib Isebel als Prophetin lehren … Verkündet der Heilige ein Gericht, so sagt sie: Es ist nicht! Sie weissagt schlechte Tage als ein Übel Gottes, wenn der Gnadenbogen glüht. Sie ist die Falschsagerin, die zu den Weltkindern spricht: Was für ein Gott, der solches Übel über eure Erde kommen läßt, statt euch durch Wohlleben zu Sich zu ziehen! Hingegen zu den Gläubigen: Da, euer Gott, wie Er euern Glauben fein belohnt, und läßt euch in der Trübsal, in Leiden und Verfolgung sitzen! —

Isebel und ihre Anhänger werden mit Gericht und Tod bestraft, weil sie nicht Buße tun. Doch soll keiner für den andern leiden, und den Getreuen soll keine andere Last auferlegt werden. Diese mahnt der SOHN, festzuhalten was sie haben und sich‘s durch die Falschsagerin nicht zerbrechen lassen, wie die ‚Heiden gleich irdenen Gefäßen zerbrochen oder mit eisernem Stab in Ernst und Strenge, mit der Feuerflamme Seiner Heiligkeit, geweidet werden.’

Den Getreuen winkt der Morgenstern des neuen Schöpfungstages, von dem Johannes Herrliches verkündet. ‚Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt nämlich, wie UR das Reich errichtet hat, wie es vollendet wird, die An-Ordnungen, wie die Gebote, das Regiment und seine Rechtskraft, Rat und Gesetzesfolge. Das hören heißt ‚gehorchen‘, sich regieren lassen im Sinne UR-Imanuels, des Ewig-Heiligen und Wahrhaftigen.

Sardes

Bei der Gemeinde Sardes treten alle sieben Geister und ihre Sterne auf. Wenig Gutes, eigentlich nur Allgemeines ist dem Gemeinde-Engel aufzudecken. ‚Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebst, und bist tot. Also nur ein Schenleben ist vorhanden. Gott will aber die Gemeinde nicht zerbrechen, nicht sterben lassen. Er ruft sie gern zur Reichs-Einheit zurück. Deshalb begegnet UR ihr als GOTT in Seiner dritten Herzkammer, noch dazu mit unaussprechlicher Geduld in der fast gestorbenen Gemeinde.

Noch ist das Erste keine Abrechnung, vielmehr nur ein Rat. ‚Werde wach und stärke das andere, das sterben will; denn Ich habe deine Werke nicht völlig gefunden vor Gott.‘ In welcher Weise soll es ein Erwachen geben? Was ist das anderer, das zu stärken ist? O, Sardes hat mit Reden ‚schön‘ getan, hat Gottesdienst gehalten, den Glauben hoch gepriesen und wußte doch von keiner Arbeit. Denn nicht umsonst wird sie wach gerufen.

Geistige Tätigkeit ist in der Gemeinde abgestumpft, auch somit die Erkenntnis, die die fünfte UR-Gemeinde aus der göttlichen Geduld reichlich bei sich wohnen hat. Sardes will nur äußerlichen Dienst, der recht wenig Mühe macht. In dieser Art hat es die Verbindung und den Maßstab an sich selber fast verloren und sieht nicht mehr, was an ihr noch Wahrheit und was ein Schein geworden ist. Auch für die anderen Gemeinden will Sardes nicht viel tun. Ungetreue Hirten sind dabei, die ihre Ämter schlecht verwalten (Hes. 34, 4).

Doch eben jenes andere, die ‚empfangene‘ Verbindung, und am Guten anderer das eigene Mißverhältnis zu ‚bedenken’, dann wiegt sie sich auch nicht in selbstgefälligen Schlummner ein. Darum ‚… halte fest und tue Buße. So du nicht wirst wachen, werde Ich über dich kommen‘, der ‚Gott der sieben Geister und Sterne‘, und ‚wie ein Dieb!‘ Nur Schläfer werden überrascht. Ja — Sardes wurde stets durch heilige Geduld getragen; und es steht das Wort in Kraft: ‚Ich trinke den Kelch für dich, denn Ich habe Geduld mit dir!‘

Einmal aber hört das ‚für dich‘ auf, und es heißt: Was tust du für Mich? Glaube nicht, daß ein äußerlicher Dienst ohne Eindringen in Meine Heilswahrheit ein Dienen für Mich sei. Ich sehe ihn nicht an, wenn du nicht Buße tust und hast Meinen Namen nur auf deiner Zunge! Wähne Mich nicht fern und es sei noch Zeit, nachzuholen, was du jetzt nicht tust. Wer Mein Jetzt versäumt, dem komme ICH als Dieb! Dann ist‘s für mancherlei zu spät!

Daß trotz des schweren Ernstes, den der Gemeinde-Engel aus dem Sendschreiben entnehmen muß, erst recht aus der Geduld die Anregung erfolgt, die Augen aufzutun, zu sehen, daß es ‚hoher Tag‘ geworden ist, geht aus der Stärkung hervor, die die Gemeinde noch erhält.

‚Aber du hast etliche Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit Mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind‘s wert.‘ An sich ein armes Zeugnis. Wenige Namen! Doch sie sind gut; Und ihr Herz verlangt danach, vor den Gnadenstuhl zu treten. Etlicher wegen trifft die ganze Gemeinde große Gnade, die nicht darin liegt, daß Gott in unaussprechlicher Geduld als Regent zur Gemeinde kommt, um sie dem Ende des hohen Tages zuzuleiten, – o nein, die größte Gnade ist die ernste Warnung vor dem Dieb!

Ein Dieb nimmt keinen Tand, er nimmt des Hauses Bestes. Und was würde Gott wohl nehmen? Doch nur das ‚andere, das sterben will‘, was sich bei der oberflächlichen Gemeinde kaum behaupten kann. Das sind die Etlichen, die ‚noch Guten‘. Die führt Gott zur rechten Zeit hinweg, und die Gemeinde wird wegen Torheit, Blindheit, Eigennützigkeit und Nicht-wollen verlassen werden.

Das ist aus Gottes Verheißung zu ersehen, daß ‚sie mit IHM in weißen Kleidern wandeln werden‘, sobald sie die Stätte der Trübsal und Anfeindung hinter sich gelassen haben. Verliert Sardes aber diese Etlichen, so ist es um die Gemeinde geschehen und ihr entgeht der Anspruch, der Reichs-Einheit anzugehören.

So lautet Gottes Kunde! Denn die Namen derer, mit weißen Kleidern angetan, sind nicht aus dem Lebensbuch gestrichen, das die Heilige UR-Majestät in Händen hält. Nur diese Namen werden vor der letzten Zeit im Licht bekannt gemacht, wenn sie ins Lichtleben eintreten können, wenn der VATER aus UR das Werk vor allen Engeln durch Seine Barmherzigkeit dem Feierabend übergibt.

Das ist ein Hinweis über Reichszugehörigkeit und ihrem möglichen Verlust. Letzterer tritt ein, wo die himmlische Herrlichkeit und Wahrheit mehr als Nebensadche im Gemeindeleben geachtet wird, daraus der ‚andere Tod‘ ersteht (20, 14). Deshalb als letzter Aufruf, der noch erfolgen kann: ‚Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.’ Wer will, der gehöre und gehorche dem Geist; ist er ja des Gemeinde-Engels Stimme. Diese Geiststimme soll im Auftrag des Regenten mit regieren. Denn wo der Geist regiert, ist er aus Gott berechtigt, das Amt auszuüben.

Wohl denen, die erkennen, die in sich zuerst hineinleuchten, ob da nicht ein Mangel sei, wenn kein Widerhall erwacht. Wenn nicht, müßte jemand erst sein eigen Herz durchforschen, ehe er ein Recht zu sagen hätte: Es ist keines Geistes Stimme! Dazu gehört nur mehr als guter Wille; dazu gehört der Glanz, das Licht der sieben Sterne.

Philadelphia

Aus dem Kranz der sieben Gemeinden erstrahlt die sechste wie ein Brillant am reingoldenen Ring. Ist es ein eigenes Verdienst, daß man über dem Beschauen dieses Steines Gottes Ring vergißt, der den Stein doch trägt und hält? — Es wird sich zeigen.

Zuerst erhält auch ihr Gemeinde-Engel eine Anschrift. Und doch bricht schon mit dem Eingangswort ein ganz anderes Offenbarungslicht herein; es schmückt den Liebe-Dom, der sich strahlend wie zu einem höchsten Fest geöffnet hat. Der All-Heilige spricht in Seiner wunderbaren Gott-Wesenheit, aus Geduld und Liebe in den Zeichen Kelch und Kreuz, zur Gemeinde Philadelphia.

‚Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt und niemand tut auf.‘ * Er bedarf zur Legitimation keines anderen Zeichens: Heilig, Wahrhaftig! Eine Erhellung vom Namen Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! (*- nicht erstmalig als Jesu.)

Über Philadelphia ist besonderes zu sagen. Sie ist die Vertreterin jener UR-Gemeinde, die den sechsten Schöpfungstag beherrscht, an dem Liebe und Kreuz dominieren. An ihm wurde durch den Fall die Tür zum Allerheiligsten zugeschlossen, und ‚UR‘ ward den Gefallenen unbekannt, wobei ihnen auch die Gemeinschaft aus der hochheiligen Bündnisgnade zwischen UR-Vater und UR-Kind verloren ging.

Aber dieser selbe Tag erlebt das Wiederaufschließen jener Türe, den Gnadenstuhl in himmlischer Herrlichkeit wieder offenbarend. Denn der ‚Schlüssel‘ ist genannt, mit dem auf- und zugeschlossen wird, je nachdem für wen, für was es nötig ist. Dieser Schlüssel ist das einzig-wahre, wunderbare CHRISTUS- WERK des UR!!

Ihm, dem Liebe-Menschensohne JESUS, ist alle Gewalt gegeben (Matt. 28, 18). Er erfüllt das Christus-Werk, durch das der erste Tod und seine Hölle aufgeschlossen wird, dem die letzten Verbannten (22, 3) entsteigen können; und wird der andere Tod und seine Hölle zugeschlossen, daß sie niemals mehr zu öffnen ist. Schon der Brief an Philadelphia enthüllt die Heilswahrheit; denn es heißt weiter:

‚Ich weiß deine Werke. Siehe, Ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen.‘ Die Liebe hat die Erlösung als Schlüssel in des Erlösers Hand gelegt, und keiner hat das Recht, die Gnadentüre wieder zuzumachen. Sie bleibt offen bis zur letzten Schöpfungss-Abendstunde. Ja: Im Bereich der sechsten Gemeinde wird die Voll-Erlösung offenkundig. Darum steht sie von Anfang an in der herrlichen Vollendung ihrer Pracht.

‚Du hast eine kleine Kraft und hast Mein Wort behalten und Meinen Namen nicht verleugnet. Ich werde geben aus des Satans Schule, die da sagen, sie seien Juden und sind‘s nicht, sondern lügen; sieh, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, daß Ich dich geliebet habe.‘

Philadelphia hat in ihren Prüfungstagen nur kleine Kraft, genau so: ‚Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr‘ (Joh, 13, 16). Hatte der HERR nichts, Sein HIaupt hinzulegen, nahm Er für Sich nicht die Voll-Macht der Himmelsmajestät in Anspruch, sondern wirkte als wahrhaftiger Menschensohn, so kann Seinen Nachfolgern auch nicht mehr gegeben werden, als es im Rahmen dieser Heilsvollendung liegt.

Um so herrlicher bewährt sich eine Kraft, je geringer sie in der Prüfung der Materiezeit erscheinlich wird. Mit großer Kraft das Wort zu halten, den Namen nicht zu leugnen, ist nichts Sonderliches, wie auch nicht den Freunden Liebe zu bewahren. Aber einzustehen mit der kleinen Kraft ist eine Wunderherrlichkeit des Liebe-Tages. Und die Erdgemeinde hat zubest die Art der UR-Gemeinde nachgewiesen, wenn sie auch wie sie die Unterstützung aller anderen UR-Gemeinden braucht. Das Philadelphia = Liebeträgerin, ist in der Lage, aus der auf Erden fast wie klein wirkenden Gott-Gewalt die Kraft zu schöpfen, um das Wort wie auch den Namen zu bekennen.

Sogar aus der Satan-Schule will der Heilige sie bringen, die sich Juden, d.h. Erwählte nennen und sind keine. Sie sollen Philadelphia dienstbar werden. Das ist sehr viel, verlangt jedoch den höchsten Einsatz. Absolut wird der Gemeinde nichts geschenkt, sonst hätte es von Anfang an der Aufwendung und Mühe nicht bedurft.

Nein, die kleine Kraft soll ermöglichen, daß Satanas die Seinen herzugeben hat. Es sind jene, die sich die Erwählten nennen, sowohl die da sagen: Wir tragen die Erde und regieren sie; als auch die anderen, die meinen: Wir sind Gottes! Doch sie sind es nicht, wenn ihre Werke nicht dem Tagesstrahl, dem Kreuz, entsprechen.

Also offenbart sich aus der Liebe die Barmherzigkeit (21, 14-16). Und so erhaben ist die Herrlichkeit, daß die Weltkinder noch gebückt kommen, weil ihre armselige Weltscherbenherrlichkeit viel schneller als wohlfeiles Glas und schlechtes Tongefäß zerbricht. Dann fallen alle Lästerer zu Füßen der Heilsgemeinde nieder und erkennen, daß es ein ewiges Zion gibt = Licht-Heilig, die Burg des Heiligen in Israel = Herrschaftsland Sieger! (Jes. 60, 14; 62, 2).

Doch die gut gezeichnete Gemeinde ist nicht ganz fehlerfrei. Noch ist sie nur Vertreterin der Lichtgemeinde; noch gibt es unentwegte Kämpfe. Manches Glied wird verwundet, und manches bleibt auf einer Strecke liegen. Denn zwar hat Philadelphia insgesamt das ‚Wort der Geduld bewahrt‘, hat den Leidenskelch getrunken; also ‚… will Ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis.‘ Philadelphia erhält darum auch Mahnung, Rat und Anordnung, die Gebote zu belolgen.

‚Sieh, Ich komme bald; halte was du hast, daß niemand deine Krone nehme!‘ Die Gefahr ist nicht beseitigt, das Kleinod zu verlieren, denn: Wer steht, der sehe zu, daß er nicht falle! (1. Kor. 10, 12). Noch hat auch Philadelphia die Krone nicht in fester Hand, sonst bedürfte es der Warnung nicht. Der Liebetag hat zwar das „Ewige Vollbracht“; doch die Krone wird gereicht, wenn das Vollbrachte auf den Schöpfungsgerd zu liegen kommt. Das geschieht erst in der letzten Abendstunde.

Daß noch manches Unterliegen zu verzeichnen ist, läßt der Zuspruch erkennen. Denn nicht die ganze Gemeinde wird zu einem ‚… Pfeiler im Tempel Gottes, der nicht mehr hinausgeht‘, weil ein Pfeiler, auf das Fundament gefügt, des Hauses Decke Vollendung trägt. Sondern nur: ‚Wer überwindet!‘ Daraus kommt der überwältigende Segensstrahl, nämlich der Gottheit wunderbarer Königsname UR, in dem alle Kinder ‚auf diesen Pfeiler geschrieben werden‘, und auch der Name des neuen Jerusalems, der Stadt Gottes, die vom Himmel herniederkommt,‘ und: ‚Meinem Namen, den neuen!‘

Die Wiederoffenbarung alles dessen heißt: Alles wird neu (21, 5). „ICH, Ewig-Heiliger ER, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, habe Mein Jerusalem als Licht-Heilig neu ernannt von UR-Ewigkeit in Raum und Zeit! Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ Hier zumal, weil ein Neues herabgetragen worden ist als Vorstrahl letzter Offenbarung und Verkündigung: „Baldige glorreiche Erscheinung CHRISTI“.

Laodizea

Das letzte, das siebente Sendschreiben! Ach wie sticht es von den anderen, besonders von dem sechsten ab. So entblößt steht Laodizea da, daß es den Herrn erbarmt. Wer nur ein Fünklein Barmherzigkeit im Herzen hat, wird nicht erst warten, bis ihm ein voller Strahl der Vater-Eigenschaft entgegenfunkelt; er wird selbst ein Lichtlein bringen, um mit die Gemeinde zu erhellen, daß sie den Weg erkennen kann. (Kol. 2, 1-3). All die anschuldigenden Worte, die wie ein Sturzbach über die Gemeinde fallen, verlangen förmlich einen Ausgleich.

Derselbe steht reichsmäßig in Kraft. Stützt einer zwar tapfer kämpfenden Gemeinde die Tages-Eigenschaft Liebe ihre kleine Kraft, so kann der All-Heilige in väterlicher Barmherzigkeit trotz erster Zornahrechnung nicht ewig Rächer sein. Er ist es nicht! Begegnet ER als Schöpfer den zwei ersten Gemeinden in königlicher Güte, den nächsten in priesterlicher Gnade, ließ Er der fünften und sechsten göttliche Langmut angedeihen, so waltet hier aus dem Vater-Herzteil jene Sanftmut, die auch heiligen Zorn besänftigt. Wie das geschieht und wie nötig solches ist, zeigt die Sendung selber an.

im Gegensatz zu den sechs Gemeinden, denen erst ihre guten Werke angezeigt werden, dann die Vorabrechnung und am Ende ein Erlösungswort, Hilfe und Rechtfertigung, erscheint bei Laodizea die strenge Abrechnung auf einmal. Das persönliche Rechtszeugnis des Heiligen hat abschließende Machtherrlichkeit. ‚Das sagt, der AMEN heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes!‘

Was Er zu sagen hat, ist ein ‚Amen‘ in Vollbedeutung: Ja, es soll also geschehen! — Das schließt alle Rechtskraft und Reichsherrlichkeit ein, wie der Hinweis bezeugt: ‚Der Amen heißt!‘ Nicht nur, der es sagt, sondern ist, der treue, der wahrhaftige Zeuge! Lnd wahrlich, als VATER rechnet der All-Heilige mit der Gemeinde ab. Seine Rechnung stimmt. Doch über das Wahrhaftige, sogar voraus, setzt Er Seine Treue! Der treue Zeuge, der trotz der Strenge des Gerichts und des berechtigten Zorns in einem unaussprechlichen Getreu-Sein die Barmherzigkeit zu vollster Auswirkung gelangen läßt.

‚Ich weiß deine Werke‘; sie sind wie Rauch vor Mir aufgestiegen und haben Meinen Vorhof verdunkelt! Das muß der Gemeinde-Enge! aus dem ‚… daß du weder kalt noch warm bist‘ lesen. O, Laodizea besitzt auch noch einen Engel, eine gute Stimme, sonst wäre es unfähig, das heilige Reichsschreiben aufzunehmen. Um des Engels willen offenbart sich URs Barmherzigkeit.

Ja, die Grund-Erbarmung (Jona 4, 11) wirkt, weil Laodizea diese auch am meisten braucht. Der Gemeindeleib hat bitter böse Wunden, zeitweilig ist er ohnmächtig. Der Arzt, der helfen will, muß eine feste, sichere Hand besitzen, ein geübtes Auge und vortreffliches Wissen, um dem armen Körper wieder aufzuhelfen. Und da hilft nur eine Operation.

‚Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde Ich dich ausspeien aus Meinem Munde. Das klingt unerbittlich. Gibt‘s keinen Beistand? – keine Heilands-Salbe? Wohl; doch zuerst ist auf die argen Geschwüre keine Salbe aufzulegen; sie sind erst auszuätzen und zu reinigen. Hernach kann Salbe gebracht und verbunden werden. So und nicht anders geschieht es mit der aussätzigen Gemeinde.

Es gibt wenig Liebe zu einander, keine zu den Fremden. Ihr vielgeliebtes Ego steht vorndran. Daß man anderen helfen soll, wollen sie nicht wissen. Unglaube, Bosheit, Niedertracht sind die Schwären. Obwohl man diese Pein verspürt, läßt keiner davon ab (16,11). Am schlimmsten ist der Aberglaube, der das Heilige herabzuwürdigen sucht. Er bringt Unzucht, Laster und auch Omen; einer sagt‘s dem anderen: So und so; das und das! Dies Geschwätz ist eine Pest.

Die Gemeinde treibt wie ohnmächtig im tollen Strudel fort. Ihr Odem ist verpestet, der Leib verdorben, voll Unzucht ihre Hände, die Füße gehen einen finstern Weg. Alles, was aus des Himmels siebenter UR-Gemeinde an Pracht und Herrlichkeit bereitet war, das ist wie verweht. Nur der Engel, der von wenigen Guten verkörpert wird, ist fähig, die Donnerstimme aufzunehmen und zu verkünden. Des Engels wegen ist die Gemeinde noch nicht ausgespien.

Laodizea dünkt sich ‚reich und satt’. Weltlich ist es auch der Fall, weil die Fremdlinge vom Hause Gottes ihre Schuld bezahlen. Doch der AMEN sagt ‚… daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß.‘ Die Seele hat kein Prachtgebäude wie ihre Stadt. In Hütten, die Erreger ihres Todes sind, haust sie. Jämmerlich geilt man um Gut und Geld, und Gottes Herrlichkeit tritt man mit Füßen.

Geistig arm trotz aller Schätze dieser Welt, so passieren sie des Todes Schwelle. Alles bleibt zurück, sogar ihr Leben. Und dazu: Sie wollen es nicht sehen. Jede Mahnung, jeder Hinweis fällt von ihnen ab; und wenn Katastrophen ihre Geißel schwingen, schließen sie die Augen und verbergen sich in einem dunkeln Schacht. Also entblößen sie sich aller Zugehörigkeit zu Reich. Bloß ohne Verbindung; sie wissen nicht, wem sie angehören.

Ohne jede Beschönigung sehr streng wird alles aufgetan. An dieser Stelle ist noch etwas einzufügen, das bisher verborgen blieb. Der Gewaltige, der Reichs-Herrscher, hat zu den sieben Gemeinden nicht nur mit dem Wort geredet, nicht nur ein Sendschreiben zugesandt, o nein! Wäre das, keine Gemeinde könnte bestehen trotz Heilshinweis und Trostzusprüchen. Was ‚der Geist den Gemeinden sagt‘, ist eine fortlaufende Stimme, die nicht nur heute, die allezeit ertönt, aber einmalig ist! Das ist das Geheimnis: Ein Sendschreiben, gewiß, doch ein einmaliges, unerhörtes in seiner Art!

Verläßt Ephesus die erste Liebe, sieht Smyrna betrübt zu Boden, hat Pergamus ein Welt-Pristertum, räumt Thyatira der Falschsagerin das Wort ein, ist zu Sardes des Herrn Name tot, muß Philadelphia auf seine Krone achten, so stehen sie in dieser Hinsicht in einer Reihe mit Laodizea. Denn alle erhalte täglich das einmalige Sendschreiben der Erinnerung, Mahnung, Warnung, aber auch als Trost der Güte, Gnade, Langmut und der Sanftmut.

Diesen Trost soll die verachtete Gemeinde auch erhalten. Sie ist keineswegs die Verlorene, wie nicht die arme Erde als des Himmels Ephrata, das der Herrlichkeit des Reiches dient. Welch wunderbarer Hinweis: ‚Ich rate dir, daß du Gold von Mir kaufst, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest.‘ Gold, vom Satan gekauft, hat die Gemeinde in Hülle und Fülle. Aber nun: ‚Von MIR kaufe‘! Das ist der Schwerpunkt, ist nicht leicht zu erwerben; denn dieses Gold wird durch Trübsal fest und rein geprägt.

‚Weiße Kleider, daß du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße.‘ Wie barmherzig! Der Heilige will Laodizea schützen, daß man nicht verächtlich auf sie blickt. ‚Salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest.‘ Erkenne, wer an deine Türe klopft; die nahe Zeit; die Ewigkeit, die die Erde überschattet; deine Armut, wie du ohne Schmuck vor deinem Schöpfer stehst! —

Das ist die Einladung zum Gnadenbund, Gottes guter Rat, die einst gegebenen Gebote wieder anzunehmen und sie zu erfüllen. Der Hinweis auf die Barmherzigkeit ist berechtigt. Denn der AMEN sagt: ‚Welche Ich liebhabe, die strafe und züchtige Ich.‘ Dieses Wort wird in Seiner Tiefe selten wahr erkannt. Unsinnig ist zu glauben, daß der All-Heilige UR, ob als Richter oder als Erlöser, jenachdem er Sich dem einen oder andern Kinde offenbart, aus LIEBE straft und züchtigt, nur weil es Seine Kinder sind.

Er hat alle lieb, die Guten und die Bösen, Abtrünnige und die mit Herzenskraft versuchen, Ihm zu dienen. Aber diese Seine Liebe wird gerechtsam unterschiedlich sein. Es wäre keine Liebe, ein Kind zu strafen, das die Gebote hält. Eine schwere Last liegt im Mittragen des Schöpfungsopfers. Mitträger ist jede Lichtkind, das zur Materie geht, um die verloren gegangenen Reichs-Güter in die Reichs-Einheit zurüchzuhoten. Freilich bleibt die Mitopfer-Bereitschaft nicht ohne ernste Last, wie der Opfersohn die ganze Ausgleichslast ertrug. Die Liebe zu diesen Kindern wurzelt daher nicht in der Mitlast, sondern allezeit in der bereitgestellten Hilfe, wie jede Gemeinde am Schluß der Sendschreiben die Heilsverkündigung als Trost bekommt.

Doch die von unten, denen der Erkenntnisweg am chwersten ist, erhalten in der Erlösungsliebe ihre Strafe und Züchtigung, weil sie ohne diese nicht zum Heil gelangen können. Sie kommen nicht um als Mit-Opferträger gut zu machen; die Bosheit treibt sie an, – wie auch, wenn ihre Stunde schlägt. in beiden Fällen gleichen sie ja keine Lasten aus; sie vermehren solche. Darum ruht auf ihnen die Liebe als Last, bei den anderen als Trost. Aber umgekehrt: Bei ersteren wird aus der Last die Liebe gereicht, den zweiten aber aus Gottes Liebe, die hier ja straft, der Trost.

Die Liebe zu Laodizea ist in der Züchtigung jener wundersamste Trost: Du wirst erlöst; auch für dich habe Ich die Ausgleichslast getragen! — Weil das so geschehen ist, deswegen hat der AMEN ein Sondergebot, eine reguläre An-Ordnung erlassen: ‚So sei nun fleißig und tue Buße!‘ Das ‚so‘ ist die Rechtskraft des Gebotes. Denn weil so die Liebe über die arme Weltgemeinde strömt, deshalb heißt es treulich mahnend: So sei nun fleißig, so tue Buße.

Dazu ist freilich eine Gnadenzeit vonnöten, die Laodizea auch erhält, und wahrlich — die zuletzt gegebene Verheißung gilt ebenso allen Reichsangehörigen. Ernstlich führt jede Verheißung nur dann zur Reichs-Einheit, wenn Laodizea im Kranz der Sieben ganz fest wieder eingeschlossen wird.

‚Siehe, ICH stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand Meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir. Wer überwindet, dem will Ich gehen, mit Mir auf Meinem Stuhl zu sitzen, wie Ich überwunden habe und Mich gesetzt mit Meinem Vater auf Seinen Stuhl!‘

Nur der letzten Gemeinde ist das zu schreiben, einzuschreiben, bis es Wahrrheit wird. Denn vor der Türe steht der Überwinder des Todes und der Hölle; Seine Wiederkunft zeigt Sich schon wetterleuchtend an. Es ist das letzte Abendmahl, von dem hier die Rede ist, weil es unmittelbar danach heißt: ‚ICH werde geben, mit Mir auf Meinem Stuhl zu sitzen.‘ Das Mit-Sitzen geschieht, wenn der dritte Teil dieser Offenbarung, die ‚Weitere Rechtsausübung‘, die letzte Seite der Abrechnungsbücher abgechlossen haben wird (K. 13 – 20).

Der Stuhl ist die Herrschaft. Wenn die Überwinder auf dem Stuhl des ‚Lamm-Christus‘ sitzen sollen, der hier sagt, daß ER mit dem VATER gemeinsam auf Dessen Stuhl sitzt, so gibt es sinngemäß nur einen Stuhl (20, 11), der vom einer Herrschaft zeugt. Und nur ein Einziger ist Inhaber dieses Herrschafts-Stuhles: UR, wie Er Sich im heiligen Strahlenkranze Seiner sieben Geister offenbart, zum Heil der Kinder manchmal unter der Decke auch nur eines Grundlebensstrahles, mit nur einem teil Seiner hochheiligen Vierwesenheit.

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Zusammenfassung

Noch angefügt, in welcher Weise die Gemeinden irdisch anzusehen sind:

Epheseus: Glaube an Gott! Doch dem Erdenleben wird mancher Vorzug eingeräumt: Ach, das ist nicht so schlimm, das sieht Gott nicht so streng an; wir sind nun einmal auf der Welt.

Smyrna: Fester Glaube an Gott. Nur wird geklagt: Wir wissen, daß Gott alles führt; doch wir tragen viele Last und fragen: Warum, o Herr? Könnte es nicht leichter sein?

Pergamus: Gewiß gibt es einen Gott, das ist nicht zu leugnen. Wir gehen auch in die Kirche; für die Ewigkeit muß man etwas tun. Allein, wir brauchen uns nicht zu kasteien, können bequem leben und unseren Welthandel treiben. Und ohne Eros geht es auch nicht ab, das ist Natur. Dafür vergeben uns die Priester bei der Beichte unsere Sünden.

Thyatira: Wir möchten glauben. Ob aber alles Wahrheit ist? Man hat das Jenseits nicht gesehen. Dieser liest in Sternen, jener in der Hand; die eine kündet aus der Karte, die andre aus der Schrift. Das wird nicht nur falsch betrieben, es wird dem wahren Glauben überstält. Was Stern, Schrift, Hand und Karte künden, ist sicherer, als das Unbestimmte aus dem nie geschauten Jenseits.

Sardes: Wir glauben fest, wir zweifeln nicht. Doch ist‘s gut, sich allzu tief hineinzudenken? Die Ewigkeit hat Zeit genug; wenn nicht hier, so ist‘s drüben zu erreichen. Wenn wir nur… Und so macht man sich die Straße leicht.

Philadelphia: Wir glauben! Herr, gib uns Demut zu Deiner Herrlichkeit; lehre uns aus Deinem Licht die Wunder Deiner Wege sehen!

Laodizea: Steht als Einzige im bewußten Unglauben da. Sie ist die Weltkinder-Gemeinde. Daß ihr dennoch Gnade und Erlösung leuchtet, ist aufgezeigt. Wer Laodizea verachtet, der verachtet einen der Geringsten, die jederzeit beim HEILAND Schutz und Hilfe fanden.

Daher gilt allen:

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

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