g) Endgültige Auflösung der materiellen Schöpfung
heißt, ist wenigstens ahnungsweise die erwähnte Fülle zu erkennen.
Entgegen bisheriger Aufdeutungsart ist dieses Bild erst in der Gesamtheit zu betrachten. Zwar ist schon Bedeutendes gegeben, om UR-Opfer angefangen bis zur Wiederheimbringung der Sadhana, des geliebten Schöpfungskindes. Dieses Gewaltige können Menschenzungen in ihrer Dialektik nie ganz meistern. Die Lichtsprache wird — soweit möglich — nur vom Geiste her erkannt.
Die Materie ist abgelöst, Harmagedon dem Reiche vorgelagert, und dem zweiten Tod folgt die zweite Auferstehung, die keiner zweiten Opferung bedarf. Sie hat auch in JESU Auferstehung ihren Grund. Der Seher redet oft von beiden Todes und Auferstehungsarten, doch nie von einem Opfer, das eine Wiederholung braucht.
JESU ging nach Golgatha, mit der Schuld des ganzen Falles. Doch ins Grab hat man IHN getragen. Eines Seiner heiligsten Symbole! Wer mit IHM zum Berg der Last und Schuld, Opferung und Sühne geht, hat die erste Auferstehung und wird auch ins Ostergrab getragen. Ohne Kreuz fälltt man zur Grube, in den zweiten Tod. JESU hat durch das Kreuz das Grab von innen, also Sein heiliges Innentum aufgetan. Die in die Grube gefallenen sind die Nachzügler, von JESU nachgezogen, weil sie erst in ihrem Harmagedontod erkannten, in der Qual ihrer Reue. Die zu Grabe Getragenen (geistig gemeint) sind die Erstlinge.
Welche Liebe überflutet diesen Tag, daß nach dem zweiten Tod GOTT den Rechtssstuhl mit dem ‚weißen Gnadenstuhl‘ vertauscht! Der hehre Unterschied ist so ergreifend, daß die Himmlischen in tiefer Andacht knien, um lautlos anzubeten. Der weiße Gnadenstuhl ist das erreichte Ziel. Nichts mehr ist daran zu deuteln. In leuchtender Barmherzigkeit, deren Farbe die weiße ist, tritt der UR-Vater auf den Plan.
Es versinkt, was der Liebe Not und Schmerzen brachte. In dieser Lichtflut ist die End-Abrechnung ein Wieder-Einkommen. Denn nichts bleibt zurück als die schon erwähnten Kraftsubstanzen, die UR in Seinem Born verwahrt. Das ist das Gesamtbild, bevor die UR-Glocke die heilige Nacht einläutet, der ein neues ‚ES WERDE‘ folgt.
‚Ich sah einen großen, weißen Stuhl und Den, Der daraufsaß; vor des AngesiCHT floh die Erde und der himmel, und ihnen ward keine Stätte gefunden.‘ Wieder ist‘s der EINE, Ewig-Heilige UR, Ewig-Einzige und Wahrhaftige, Der die reichen und die armen Kinder um Sich sammelt (Joh. 10, 16). In der Seligpreisung ist jede Ursache und Folge unterschiedlich, die der Barmherzigkeit sind gleich (Matt. 5, 7). Welch ein Symbol! Sie, Krone der Vater-Wesenheit, die vierte Herzkammer, leitet das gereinigte Blut dem Körper zu. Daher steht ist der große weiße Stuhl zuständig, ‚zu Recht‘ gestellt. Johannes sieht dessen makellose Würde.
Sitzen = Einnahme des Neuen; auf dem Stuhl = auf die Zuständigkeit gestützt; groß, weiß = ewiger Friede; die Erde flieht = materielles Denken und Schaffen sind vergangen; der Himmel = was die Menschen als Idol über sich erheben, zugleich jene Sfären, die nach der ‚großen Ernte‘ überflüssig sind. Tiefgeistig: Erde und Himmel = der Fall und das durch diesen nötig gewordene Schöpfungs-Opfer.
Die Erde vor dem Himmel genannt, bedeutet auch: Zuerst wird der materielle Kosmos im Sinne dieser Offenbarung umgewandelt, hernach folgt des Reiches ‚Vorhof‘, Harmagedon und die Sfärenteile. Beides flieht vor dem Angesicht = vor dem, was UR sieht, betrachtet, nämlich:
Sein neues Werk!
Ihnen ward keine Stätte gefunden. Aufgerechnet im Soll und Haben liegt die ‚Reichssubstanz‘ auf dem Heiligen Herd für das Neue, das die Schau klar überstrahlt. Und noch: Des Falles wird nicht mehr gedacht, wie eine bezahlte oder in Gnaden erlassene Schuld nicht mehr anzumahnen ist. Nur das hehre Kreuz bleibt als urewiges Symbol der Liebe und des großen Opfers; und am Feiertage werden alle Scharen andachtsvoll seiner Segnung unerhörte Herrlichkeiten sehen.
‚Ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.‘ Die Toten sind im Blickpunkt dieses Bildes die der ersten und zweiten Auferstehung. Die großen, deren Nennung identisch mit dem großen Stuhle ist, sind die dem Reiche treu Gebliebenen, die Erstlinge. Doch ihre Abrechnung folgt zuletzt, da diese in dem einen Buch des Lebens steht. Das Schönste, mit dem UR den herrlichen Liebetag glanzvoll überstrahlt, wird bis zuletzt aufgehoben. Die Kleinen, Nachgenannten, werden zuerst gerichtet, was die Vielzahl der Bücher erweist. Sollen sie ja auch in den weißen Gnadenstuhl einbezogen werden.
Ein Hinweis: Die Großen gingen zuerst aus UR hervor, und bis zu JESU waren sie allseits die Erstgesandten; ihnen nachfolgend gingen alle Kleinen ihren Weg. Von da aber
werden sie vorangestellt, weil UR mit ihnen nicht den Tag beschließen wird, sonden nur für sie, Seine Großen sind die Mitbeschließer. Hier das Wort: Die Ersten werden die Letzten, die Letzten die Ersten sein. Höchste Gnade!
Stehen vor Gott = die Großen durch die Mitarbeit, die Kleinen durch die zweite Auferstehung vor der Allsicht URs; Bücher = geschriebene Vorkommnisse, gebunden oder auch eingebunden in das Werk für jeden Toten; aufgetan = bekennen müssen, was im Büchlein steht; ferner soviel wie erledigt. Das Auftun gilt auch den Getreuen; nur sagt das ‚Buch des Lebens‘ deutlich, was deren Abrechnung ergibt.
Keinesfalls betrifft sie ‚die Toten werden gerichtet‘; aber für die Werke (Röm. 2, 1 -3) muß jeder Rechnung legen. An sich bedeutet ‚richten‘ den Schuldtitel vorlegen. Allein — es wäre nicht der Heilige UR auf dem Stuhle der Barmherzigkeit, wenn Schuldtitel keine Tilgung fänden. Ein dunkles Offenbarungswort sagt an, wie das vor sich geht.
‚Das Meer gab die Toten, die darin waren, und der Tod und die Höllen gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken.‘ Beträfe es neue Tote, wäre vorher kein Buch geöffnet worden. In der Materie waren alle im Sinne der Sünde ‚die Toten‘. Nun das erste Richten des Schuldtitels durch die Bücher vorüber ist, folgt das zweite nach dem Gnadentitel (Röm. 11, 27). Das Meer gibt die Toten = die nicht aus bösem Triebe sündig wurden, die nur durch Verblendung in der Glaubenstötung untergingen. Jetzt sind sie frei, sie brauchen nach der Letzt-Abrechnung nicht in dieses Meer zurück.
Das gilt auch den Toten vom Tod, die Irreführer, und jene von der Hölle, die bewußten Gottesleugner. Der Tod gibt sie heraus – ihre unvorstellbare Blindheit GOTT gegenüber hat aufgehört; die Hölle gibt sie heraus = von ihrer finsteren Triebhaftigkeit sind sie nun befreit. Die beiden Gruppen sind die mit Luzifer gestürzten, darum werden sie gemeinsam genannt.
Wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken, ist hier eine Parallele vom Bücher-Aufschlagen. Denn das eine Richten erlolgt aus den Büchern, das andere aus der Herausgabe von Meer, Tod und Hölle. Wird noch eine eindrucksvolle Last enthüllt, so entspricht das den Sendschreiben an die Gemeinden.
Dort wurde erst das Lob gebracht, dann die Mahnung, Warnung, auch Drohung. Und obgleich das Letztere nötig war, um deswillen sie ihre ‚Richtung‘ erfuhren, wurden aber zuspruchsmäßig Lob und Ermunterung vorweg genommen.
Dasselbe beim Finale der Weiteren Rechtsausübung: Bei dem ersten Richten der Zuspruch unbedingter Gnade, beim zweiten heiliger Ernst, der die Gerichtsbitternis noch einmal aufzuzeigen hat, während gewiß zuerst die Last und zu letzt die Gnade ausgegeben wird. Das Wechselbild entspricht den zwei Fundamentsträgern. In den Mahnungen schon liegt die Strafe, weil ohne Strafvoraussetzung keine Mahnung nötig ist; hingegen birgt die Strafe Gottes größten Liebeakt!
Das Urteil vom Bücher—Öffnen treibt viele Tote nochmals Harmagedon zu, dort ihre Sühne beizubringen. Zwischen dieser Zeit und jener, da Meer, Tod und Hölle die Toten herausgibt, liegt es wie ein Abgrund (nicht wie V. 3). Das Bücher-richten währt bis zum Ende der Materie. Wenn hierselbst nichts von Feuer und Verderben steht, so darum, weil die Gnadenhand über der Rechtshand liegt.
Niemand aber wolle denken, daß also die Gerichtszeit keine allzu argen Lasten bringt. Solche Rechnung geht nicht auf! ‚Von Ewigkeit zu Ewigkeit‘ bringt Jammer, Elend, verzweitlungsvolle Selbstverfluchung. Bis da einmal die Gnade durch die Rechtsmacht strahlt, wird solcher Seele gleich wie harte Ewigkeiten sein.
Sind dann eine Zeit = erste Abrechnung, zwei Zeiten = Tag und Nacht, und eine halbe Zeit = die gebrochene oder Umbruchzeit vorüber, so folgt das zweite Richten aus den Werken hinter Meer, Tod und Hölle, weil dann das Harmagedon von der Schuldsumme abgerechnet und die ewige Richtung dargegeben wird. Das ist die Gnadenhand über der Rechten, der Weiße Stuhl an Stelle jenem des Rechts.
‚Der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der andere Tod.’ Zu beachten ist, daß nicht das Meer mit genannt wird. Nach K. 19, 20 werden das Tier und der falsche Prophet = Kraft- und Tatsubstanzen der Gefallenen lebendig geworden = zur Umwandlung geschickt; aber Tod und Hölle werden überhaupt geworfen = endgültig abgetan. Ihr anderer Tod ist daher nicht identisch mit dem zweiten Tod der Toten, vielmehr eine Sache ganz für sich.
Denn: ‚Tod, Ich will dir ein Gift sein; Hölle, Ich will dir eine Pestillenz sein!‘ (Hos. 13, 14). Beide sind ja keine Werksubstanzen, sondern nur Luzifers hervorgerufenes Prinzip. Sie gehören nicht einmal zu jenem Teil, den UR zum Neuen Werk verwahrt. Darum werden sie in ihren Tod geworfen = Auflösung in ichts, weil Phantasmagorie.
‚Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl.‘ Wer glaubt, daß ‚jemand’ Personen sind, steht weit entfernt von Gottes Licht. Wohl sieht es aus, als würden welche in den Pfuhl geworfen, weil ja im Lebensbuche nach V. 12 nur die großen Toten ihre Namen haben. Es sei aber nicht vergessen, daß den kleinen Toten die Bücher und auch Harmagedon den Schuldtitel tilgt, womit die nun ‚Schuldfreien‘ ins Lebensbuch nachgetragen (Nachzügler) werden, damit auch sie als‘ Reichsbürger leben im ‚Geiste Gottes‘! (Röm. 14, 11; 1. Pet. 4, 6).
UR-Opfer und Golgatha-Erlösung
sind das heilige A und O der Schöpfung,
das Wahrhaftige, Ewige
aus
UR-Raum und UR-Zeit!
Das Jemand sind Dinghaftes: Meer, Tod, Hölle, Tier usw., die nur Ausgeburten luziferischen Machtwahns waren. All die Dinge, die wie Personen von Johannes zum Zwecke besseren Verstehens dargestellt sind, werden freilich nicht im Lebensbuch gefunden, weil sie — ohnehin substanzlos — nicht dem Werkwillen URs entstammen. In den feurigen Pfuhl durch die ewige UR-Ordnung aufgelöst, hört auf zu existieren, wie eine Flamme, die ohne Nahrung stirbt. ‚Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen (sinngemäß aus dem Bösen), so wird‘s untergehen.‘ (Ap.G . 5, 38).
Nur was GOTTES Wille schafft, bleibt in Ewigkeit!
Das gerade zeigt herrlich wie die materielle Schöpfung, — nun ausgeleert von allen UR-Lebenskeimen, in selbstlebendigen Formen (Kinder) oder in gewordenen Formen (Sterne usw.) inkarniert —‚ als Hülle ohne Stoff und Kraft in sich stirbt – vor UR nicht mehr besteht! Das ist der andere Tod!
Die gewaltige Weitere Rechtsausübung hat ihr Ende erreicht. URs heiliges Recht, Er als alleiniger Schöpfer, von keinem Dual mehr angegriffen, das für sich über Seine UR-Bedingungen hinaus einen Lebensanspruch erhob, ER hat den bitteren, schwer verständlichen schöpfungsfall restlos durch die erhaben-heilige Opfertat gesühnt, gereinigt, aufgerichtet und wieder eingebracht!
Der hehre Tag einer so unfaßbarenen GOTT-LIEBE hat sein angesetztes Werk-Ende erhalten. Die darin zur Offenbarung gelangenden Reichskostbarkeiten werden erst mit der neuen siebenten Sabbatschöpfung vollständig zu erblicken und zu erfassen sein. Nur der Seher sieht über die heilige Schöpfungsnacht hinweg den Aufbruch eines herrlich neuen Morgens, eines Tages, an dem aus der Vater-Herzkammer die Früchte aus dem sechsten Liebetag als ‚funkelnde Krone‘ den Kindern dargeboten werden wird. BARMHERZIGKEIT — heißt diese Krone.
NEUOFFENBARUNG