Und GOTT sprach:
Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und GOTT schuf den Menschen Ihm zu Bilde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn; und schuf einen Mann und ein Weib.
Und GOTT segnete sie und sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und Herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und GOTT sah an alles, was ER gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. (1. Mo. 1, 26-31)
Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich wandte, sah ich sieben goldne Leuchter und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. (0ff. 1, 12-13)
Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand wird Meine Stimme hören und die Tür auftun, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir. (0ff. 3, 20)
Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!
Seiner Gnade Flügel schirmt der Menschen Lauf über Tal und Hügel bis zum Himmel auf!
6-1 In UR ruht das Werk; aber seine Allmachtshände schaffen weiter. Schöpfer und Priester tragen alles Gewordene vom Morgen der Ordnung bis zum Abend der Geduld wie eine Ernte ein. Und noch Erhabeneres steigt auf, von der UR-Glocke zur hohen Mitternacht verkündet. Sieht UR das Furchtbare des neuen Tages vor? Bildet Er es in der Mitternachtssekunde um, damit kein Opfer nötig sei? Will Er es nicht sehen? Warum, o UR, gibst Du den Kindern soviel schöpferische Fähigkeit, daß ein Ausgleich mit der Willensfreiheit schwer herbeizuführen ist? Ein leiser Hauch von Deiner Macht, und sieh, es unterbleibt, was Deine Eigenschaften billigten und bereits im Gedanke-UR-Zyklus in Rechnung stellten. Noch einmal, UR, prüfe aus Gedanke, Wort und Tat die letzte Folge im Lichte Deiner Heiligkeit, ob Geschehen und Erfolg wahrhaftig aufzuwiegen sind.
6-2 UR prüft! Aus Seinem Quell schöpft Er den neuen Tag als einen Tropfen. Doch welche Gewalt spiegelt sich darin: das Werk der Liebe! Er behaucht den Tropfen, bis er zur weiß schimmernden Perle wird, gibt das Kleinod von der rechten in die linke Hand, in der Er es behält, bis Morgenrot in flammendem Fanal den Tag der Liebe kündet. Noch aber sind vier volle Stunden bis dahin, in denen UR allein in Seinem Walten steht. Vom wunderbaren Schöpferherzteil entfaltet sich die UR-Vollkommenheit der Liebe. In der ersten Stunde wird der vierte Teil der Perle zum edelsten Saphir. Mit unbeschreiblichem Aufleuchten der herrlichen Augen betrachtet Er das Gebilde, und als Schöpfer jubelt UR dem Gelingen zu. — Da beginnt die zweite Stunde.
6-3 Ein Schöpfungsschicksal bildet sich, nicht gelenkt, am wenigsten gewollt. Der dritte Teil der Kostbarkeit verdunkelt sich, ohne daß der Saphirteil betroffen wird. Ein Kampf entbrennt wider Gottes Heiligkeit und das Gebot der Liebe, das aus Weisheit und Ernst zur segnenden Gewalt geboren worden war und aus dem Aufbau über Richtung und Lauf das höchste Ziel erbringen soll. UR betrachtet tiefernsten Blickes die Geschändete. Schon hält Er die Rechte auf, um sie in die Tiefe Seiner Quelle zu versenken. Aber noch zwei Stunden bleiben abzuwarten. Er gibt von Seinem Priesterherzen ein ‚ATMA-Teil‘ hinzu, und siehe, trotz der Schändung wird das zweite Perlenviertel zum goldgeäderten Topas. Oh! Welch eine Glut aus heilig-sanften Augen, die Ewigkeiten gibt, die Ewigkeiten trinkt!
6-4 In der dritten Stunde nimmt die Schändung der Perle zu. Wieder hebt sich die Rechte als heiliges Recht, um auszulöschen, was nur durch unglaublichen Preis bezahlt werden kann. Wo aber bleibt, was bisher herrlich wurde? In UR reden Seine Kinder: Wir haben schon am Tage der Geduld die freie Liebe aufgebracht, die uns kein Tag vorher gegeben hat. — Da regt sich Seine Liebe: lieben und geliebt werden! Für das bezahlt Er jeden Preis! Gab sich im UR-Opfer Sein Wille an das Kind-Werk hin, so wird sich auch die Liebe für die Schöpfung opfern können. Er sagte zu: Treue um Treue, Liebe um Liebe, Dank um Dank!!
6-5 Und sieh, das dritte Viertel der Perle ändert sich. Herrliches Rubinrot überzieht die Mißfarbe des ganzen Drittels dergestalt, daß das letzte Viertel in makelloser Diamantreinheit erstrahlt. UR betrachtet dieses wundersame Weiß, und eine Träne fällt darauf. Birgt sie die Trauer um verlorene Zeit? Leid um eine Opferlast? Schmerz um Schändung oder Schmach, um einen Raub am Königtum? Oder ist es schon die unvorstellbare Jubelträne, wenn UR im Glanze Seiner Himmelsherrlichkeit den Sieg behält?!
6-6 Sacht umschließen beide Hände URs die Perle, von der Träne eingehüllt. O Schöpferherrlichkeit, aus heiligem Schrein der höchsten Machtentfaltung: Die Schande ist vergangen! Äonenfache Jubellieder rauschen in den heiligen Gewässern, sind der Chor der Kommenden! Und es durchbraust die letzte nächtliche Sekunde:
6-7 Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!! So erhält der ‚Liebetag‘ die Kind-Vollendung in Barmherzigkeit.
6-8 Feierlich steigt zartes Frührot auf und breitet sich allmählich wie zwei Flügel aus, deren Spitzen sich am Rand des Raumes und der Zeit vom Tag der Liebe treffen. Die Glocke läutet laut den Morgen ein. An diesem neuen Werden schreitet UR nicht erst wie von außen kommend in das Heiligtum hinein; Er ist im Innern, Mit sorgsamster Gebärde legt Er die Perle auf den Heiligen Herd. Den Tag nennt Er LIEBEWILLE, weil der Wille für die Liebe, die Liebe für den Willen das ungeschmälerte Hoheitsrecht ihrer Souveränität erhalten werden.
6-9 Ein Gloria der Erlösten hallt von des Domes hehrer Höhe. Ja, aus Gedanken Kinder gelöst, aus dem Bewährungskampf zur freien, herrlichen Kindschaft erlöst! Das erste Lebensatma aus URs neuem Schaffen vereinigt beides. Um die Länge eines Augenblicks horcht Er in sich hinein, wo die Scharen — nach heiliger Zeugung sich bewußt regend — der geschöpflichen Geburt harren. Müßte also die Vater-Herzkammer nicht auch mit ganz geöffnet sein?
6-10 Können Kinder ohne diesen Herzstrahl werden? Da überflutet die Stimme des heiligen Sängers das Gloria der Erlösten: „Ich, UR, der Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige, war ewig Vater Meiner Kinder!“ Und im hellen Jubelklang des Zwiegesprächs beugt UR sich nieder, das Kind hebt sich empor, Liebe und Vertrauen paaren sich. Segnend legt sich die heilige Höhe schon auf die andere Tiefe. —
6-11 Es bildet sich, was vordem war, und doch anders überstrahlt. UR rollt durch die dritte Pforte des Heiligtums Seinen roten Teppich hinaus, auf dem der ganze Tag aus- und eingetragen werden soll. Er berührt jede Ecke des Heiligen Herdes; da entstehen je ein Flügelpaar, zwischen die Er Seine Zeichen stellt. Die fünf Leuchter zündet Er — sie behauchend — an, den sechsten aber an der Herdflamme, die in heller Lohe die Opferschale zum Schwingen bringt.
6-12 Das Wasser des Kelches wird blutrot, als Er diesen auf dem Herde niedersetzt. Weiß leuchtet Sein Gewand mit breiten, goldenen Säumen; vom Stuhl nimmt Er die rote Prachttoga und hängt sie sich um. Im ersten Strahl der UR-Sonne schimmert die Krone, von der wie bangend und doch siegend die Kreuzzacke mitten auf die Stirn gerichtet ist. Glanz und Weihrauch füllen den einheitlichen Raum des Heiligtums. —
6-13 UR mißt den Raum in zwei Teile aus, und zwei Vorhangteile bilden sich. Noch ergibt das keine Wand, es deutet eine Grenze zwischen Innerem und Äußerem an und ist beweglich, obgleich nun des Raumes Einheit aufgehoben ist. Wer zu den vier Herrschaftssäulen will, muß am Vorhang erst vorbei. Weshalb hat UR-Sein Heiligtum geteilt, wenn noch gar kein ‚Wider‘ seine Schatten wirft? Liegt nicht eigentlich darin schon die Bedingung dessen, was geschehen wird? —
6-14 Im geschaffenen Vorraum zum Allerheiligsten entsteht Gestühl; der größere Teil bietet zahllosen Scharen Platz. Auch hier leuchtet trotz Vorhang, der von der Decke bis herab zum Fußboden reicht, die UR-Sonne unvermindert herein. Die Vorhangseiten nach dem Vorraum zu sind gelb und rot gewirkt, die Seiten im Allerheiligsten sind weiß, mit breitem, blauem Rand, alles reich verziert. Die vier Tore gehen von der Vorhalle aus, getrennt von je einer Doppelsäule; zwischen den mittleren Toren sind es zwei Paare. Die andern sechs der zwölf Säulenpaare streben zwischen den sieben Fenstern hoch, von denen zwei in der Vorhalle, je zwei an den Längsseiten im Allerheiligsten und eines an der Rückfront sich befinden.
6-15 Bei diesem Fenster steht der hohe, erhabene Stuhl mit dem Heiligen Herd, vor diesem das Gestühl der Ersten, von den vier Herrschaftssäulen eingerahmt, die des Domdaches Kuppel tragen und in deren Geviert die UR-Sonne hoch oben frei schwebt. An Goldketten hängt die Opferschale über dem Feuer des Heiligen Herdes nieder.
6-16 Während der ersten Stunde des Liebe-Schöpfungstages erkennen die Kinder die erlebte Vorzeit; sie erhalten ihre erste Belehrung vom Vergangenen und auch vom Künftigen. Bald wissen sie, was sie an den Vortagen UR frei gelobten und daß sie die Schöpfung auch mitführen sollen. Ehe aber diese Stunde ganz vorüber ist, zeigt UR ihnen an, wie schwer der neue Tag zu tragen sei. Und das ist es, was Er ihnen kündet:
6-17 „Meine Sadhana, du Liebliche, Meine starken Engelsfürsten! Nun ist der in Mir urlängst vorbereitete Tag gekommen, an dem Ich sage: Kinder Meiner Liebe ! Bisher sahet ihr Mich so, wie Ich Mich euch offenbarte, und das war viel aus Meinem heiligen Sein; doch war es nicht Mein ganzes Wesen. Auch jetzt ist es noch nicht, obgleich ein Großteil der Barmherzigkeit schon strahlt. GOTT in Geduld und Liebe bin Ich für euch erst dann, wenn Ich für euch das Gott-, Priester- und Schöpfertum mit Meinem Vater-Herzteil vereinige. Und dann sage Ich zu euch:
Nun bin Ich euer Gott!
6-18 Den Kernstrahl Meines Vatertums habe Ich noch einbehalten; er ist dem Tage der Barmherzigkeit geweiht. Glaubet aber, daß euch weder als Geschöpf, als Geist, Seele oder gar als Kind das Geringste abgehen möchte. Der Liebetag schenkt höchste Herrlichkeit! Nichts wird euerm Kind-Sein vorenthalten. Nie könnt ihr Mich als Vater voll erkennen und die Einigung zu Mir in möglicher Vollendung in euch tragen, wenn der Tag der Liebe Mich als GOTT nicht offenbart!
6-19 Noch breitet sich ein Endgeheimnis über Meinem Gott-Sein aus, da erst der ‚VATER‘ die UR-Enthüllung Meines Wesens hat. Dann wird die UR-Verbindung hergestellt, wenn die Liebe-Schaffung zeigt, ob Meine Kind-Geschöpfe das freie Willensgesetz aus den Mir vorbehaltenen gerecht gestellten Bedingungen als geordneter Fundamentsträger anerkennen. Das wird die große, freie Willensprobe mit sich bringen.
6-20 Bis dahin bedarf es vieler Lehre, Führung und eurer Tätigkeit, wie es der Aufbau eines Schöpfungstages braucht. Wie Ich aus dem Vergangenen das Zukünftige als hochgesegnete Strahlung Meines UR-Quells, der Ewigkeiten ausgeboren hat, trage und erhalte, so müßt ihr aus den fünf ersten Tagen eure Zukunft in den Herzen so weit bilden, damit im wechselseitigen Spannungsbogen die Verbindung zwischen Vater und Kind schon jetzt zur wahren Lebensstrahlung wird.
6-21 In diesen Strahlen werdet ihr Mich einst vollkommen sehen, wie es von euch noch nicht zu ahnen war. Seht: Wer gab Mir einen Rat, wie Ich aus des UR-Lebens Fülle Meine Werke schaffen sollte? — Von altersher bin Ich der Erste, als Den ihr Mich bisher erkanntet, und ums Unendliche mal mehr, als unendliche Zeiten ihr erleben könnt. Mein Wesen, Wort, Leben und Geist bestand! Ich bin das All, und Mein ICH durchdrang die Räume und die Zeiten von einer zur andern Ewigkeit, als Ich noch keinerlei Gedanken zum Lebensdasein vorberief. Das UR-All lag in Mir, und Ich erfüllte es so oft, soviel es Ewigkeiten gibt, deren Zahl mal Grundzahl aller Sonnen und der Sterne ist, die der Ernst am vierten Tage Meines Tat-UR-Jahres werden ließ.
6-22 Nicht einmal ihr hochbegabten Ersten ahnt, wieviel schöpferische Herrlichkeit durch diese Ewigkeiten floß, für Mich getan! Und glaubt ja nicht, daß Mein UR-Herz keinen Jubel hatte, als Meine Majestät und Prachtentfaltung vor Mir ausgebreitet lag!! Allein — Mein Leben zeugendes UR-Herz wurde von der Fülle Meiner Macht, Kraft, Gewalt und Stärke so bedrängt, bis es zu Strömen ward, die Werke schufen und durchpulsten. Ich belebte das mit Meinem Leben und sammelte die ungeheure Daseinsfülle. So entstand Mein heiliger Quell!
6-23 Meine Kinder, ihr habt ihn in der Mitternacht noch nicht gesehen. Dennoch steht ihr vor ihm, denn ihr seht Mich, seine Offenbarung; euch, seine ihm entnommenen schönsten Tropfen; Mein Heiligtum und die Unendlichkeit. Sagt, seht ihr ihn nicht? Trinkt ihr nicht sein Feuer, das euch als Flammen von sich schied? — Wahrlich, ihr habt Mich vollkommen, selbst wenn des Zieles wegen Ich den Kernpunkt Meiner Wesenheit verberge! Ich brauchte nicht vor euch zu sitzen; trotzdem wäre recht zu sagen: ‚Wir sehen Dich, Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, weil wir Deine Werke sehen!‘
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