← Zurück zu „Zentrale Kundgaben wichtiger Themen“

Erlösung und Vollendung / 01.b Die Willensfreiheit im neuen Lichte

Der Herr: „Wer als Sünder nicht reumütig zu Mir kommt, der hat sich sein Urteil selbst an seine Stirn geschrieben; denn Ich halte niemanden wider seinen freien Willen und ziehe niemanden wider solchen Willen! Alles aber, was Ich, der Allmächtige, tue, ist, daß Ich Meine Kinder rufe, zu Mir zu kommen, als ein ewiger, wahrer Vater! Wohl denen, die den Ruf nicht überhören und, so sie ihn hören, sich danach kehren!“

[H. Bd. 3, Kap. 355, 4-5]

Ein Engel zu dem Römer Agrikola: „Wenn es für die werdenden Menschen dieser Erde gut und zu ihrem Seelenheile notwendig wäre, so wären wir auch beständig sichtbar unter ihnen; da aber das nicht der Fall ist, so dürfen wir die Menschen nur ungesehen leiten, auf daß ihr freier Wille keine Nötigung erleide.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 190, 3]

Abedam-Jehova zu den Kindern der Höhe: „Wenn Ich stets sichtbar bei euch bliebe, so könnte niemand zum wahren, selbständigen, freiesten Leben gelangen, weil schon die Sünde die Welt in harte Knechtschaft nahm und eben darum Zwang und Nötigung auf der Erde ohnehin in Fülle vorhanden sind. Würde nun Ich als die allerhöchste Urmacht beständig sichtbar unter euch verweilen, so hättet ihr eine weitere Nötigung auf der Erde, sodaß sich niemand auch nur im geringsten frei bewegen könnte. — Wenn Ich jedoch fremd bleibe euren Augen, aber — so es jemand ernstlich will — desto bekannter und vertrauter seinem Herzen, da ist dennoch jeder vollkommen frei. Er kann die Knechtschaft der Sünde verachten, mit Füßen treten und sich zu Mir wenden, Mich in der Liebe seines Herzens suchen und frei erfassen, wo er dann sogleich nach dem Maße seiner Liebe von Mir aufgenommen und nach seinem Liebewillen behalten und erhalten wird, welches alles dann erst die Gewinnung des ewigen Lebens ist!“

[H. Bd. 1, Kap. 185, 33-34]

Jesus, der Herr, zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „So plötzlich, wie Ich den Meeressturm bändigte, geht es mit der geistigen Hilfe für die blinde Menschheit nicht; denn bei der Stillung des Sturmes hatte Ich nur mit Geistern und Kräften zu tun, die noch lange keinen eigenen freien Willen haben und Mir sonach unbedingt gehorchen müssen. Jeder Mensch aber hat einen freien Willen, demnach er tun kann, was er will, und sein Gehorchen ist darum ein bedingtes. Gott selbst kann und darf den Menschen mit Seiner Allmacht niemals zwingen, sondern kann ihn nur in solche Lagen führen, durch die er zu einer reineren Erkenntnis auf dem Wege der Erfahrung wie aus sich selbst gelangt und dann seinen Willen durch seinen eigenen Verstand leiten kann.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 214, 7-8]

Jesus, der Herr, zu einem römischen Ratsherrn, der eine schnelle, durch Wunder bekräftigte Belehrung der Völker wünscht: „Gott hat die Menschen nicht zu Spielpuppen, sondern zu Ihm völlig ähnlichen Ebenbildern erschaffen, die Er nicht als Geschöpfe Seiner allmächtigen Laune, sondern als wahre Kinder Seiner ewigen Vaterliebe aus sich ins Dasein gestellt und mit der Ihm ähnlichen schöpferischen Eigenschaft begabt hat, sich ganz frei aus der eigenen Lebenskraft nach dem eigenen freiesten Willen zur völligen Gottähnlichkeit heranzubilden. Und siehe, daher geht es bei der Bildung der Menschen nicht an, daß man ihren freiesten Willen durch ein göttliches Muß hemme!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 215, 8]

Jesus: „Ich sehe, wenn Ich ein Volk drei- bis siebenmal ermahnt habe, nicht mehr darauf, was es will und tut; das Volk oder auch jeder Mensch für sich kann dann wollen und tun, was ihm beliebt, und Ich nehme von nichts Kenntnis bis entweder zu seiner Besserung oder bis zu seinem Sündenvollmaße. Wie dann das Volk oder ein Mensch will und handelt, so wird es ihm auch werden. Denn Ich habe es auf der Erde so eingerichtet, daß auf jede Handlungsweise der Menschen der sichere Erfolg von selbst kommen muß!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 99, 17]

Der Evangelist Markus: „Die Erde ist ein Ort der Prüfung des freien Willens, und da ist denn auch alles frei: Guter Sinn und Unsinn, Satan und Engel! Denn damit der Wille des Menschen in seiner Freiheit sich üben kann, so müssen auf einem Weltkörper auch allerlei Reizungen vorhanden sein, welche unablässig dahin wirken, den Menschen von der Wahrheit abzuziehen und ihn ins Falsche zu leiten, wodurch dann jeder Mensch einen ständigen Kampf zu bestehen hat, durch welchen die Lebenskraft geübt wird und die Freiheit des Willens eine bestimmte Richtung annehme muß.“

[GS. Bd. 1, Kap. 84, 6-7]

Der Herr: „Hat eure Liebe Mich erfaßt, der Ich das freieste Leben selbst bin, so hat sie dadurch auch die höchste Freiheit erfaßt und hat sich frei gemacht durch die allergrößte Freiheit Meines ewigen, allein wahren Lebens!“

[Hi. Bd. 1, S. 207, 22]

Der Herr zu Jakob Lorber: „Siehe, Ich gebiete nicht und sage nicht: ‚Also tue!‘ — Willst du aber frei sein, so mache dir aus Meinem Rate selbst ein Gebot!“

[Hi. Bd. 2, S. 54, 6]

Jesus zu Lazarus von Bethanien: „Soll der Mensch zur vollen Gottähnlichkeit gelangen, dann muß sein Wille so völlig frei gestellt sein, daß er sich — verkehrten Sinnes — sogar an seinem Gott und Schöpfer vergreifen kann. Hätte der Mensch nicht die Fähigkeit, ein Erzteufel zu werden, so könnte er auch nie zur vollen Gottähnlichkeit gelangen! Der Mensch hat also den freiesten Willen, den er durch die gegebenen Gesetze in sich erkennt. Was wäre aber der freie Wille ohne den Reiz, die Gesetze zu übertreten, wie und wann der Mensch es will!? Ohne solchen Reiz wäre der Mensch nur ein Tier, das stets so handeln muß, wie das ihm gegebene Mußgesetz es antreibt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 169, 6-9]

Jesus: „Gott gab dem Menschen den freien Willen, damit er frei aus sich tätig sein kann; Gott gab dem Menschen aber auch die Vernunft und den Verstand, damit er die Ratschläge und Gesetze Gottes begreifen und verstehen kann, und dazu auch die Kraft, danach zu handeln. Wenn ein Mensch sich dennoch aus freiem Willen von der Welt beherrschen läßt und den Rat Gottes nicht beachtet, ist er da nicht selbst daran schuld, wenn er von einem Elend ins andere fällt?!

[Ev. Bd. 6, Kap. 221,7]

Jesus zu dem Römer Agrikola, der eine völlige Vernichtung arger Seelen für geraten hält: „Alle Seelen, gute und, böse, sind aus Mir, und wie von Mir ewig nichts vernichtet werden kann, also auch die böseste Seele nicht, sondern jede Seele wird fortleben nach ihrer Liebe.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 240, 10]

Jesus: „Eine Menschenseele kann niemals ihr Dasein völlig verlieren, aber sie kann höchst unglücklich und unselig werden durch ihren eigenen, freien Willen und kann, wenn sie es ernstlich will, durch ihren eigenen freien Willen auch wieder glücklich und völlig selig werden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 17, 7]

Jesus zeigt die Nutzlosigkeit einer gewaltsamen Wesensänderung durch Gottes Allmacht am Beispiel eines Raubmörders und fährt fort: „Ein solcher Mensch kann gebessert werden, und das zunächst durch den höchst schlimmen Zustand, in den er sich selbst durch seine böse Liebe versetzt hat. Denn des Menschen Seele fängt erst dann an, über den Grund ihres argen und unglückseligen Zustandes nachzudenken, wenn sie sich im selbstverschuldeten schweren Gericht befindet. Beginnt die Seele den Grund zu erkennen, dann wird sie auch bald den Wunsch in sich wahrnehmen, ihres argen Zustandes loszuwerden und sinnt auf Mittel und Wege, wie sie aus dem harten Gericht kommen könnte. Hat die Seele solchen Willen in sich, so ist sie schon fähig, ein Licht in sich aufzunehmen, das ihr von oben her durch geeignete Mittel geboten wird. Ergreift die Seele diese Mittel, so fängt ihre ehedem böse Liebe an, sich in eine bessere umzugestalten. Es wird lichter in ihr, und sie geht von Stufe zu Stufe zu einer höheren Lebensvollendung über.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 52, 8-11]

Ein erleuchteter Oberägypter zu einigen Pharisäern: „Der Herr will auch dem Tempel keinen Zwang antun und läßt ihn frei walten; wenn aber der Tempel von seiner Bosheit nicht läßt, so wird er samt seinem Anhang dem Gericht und dem Untergang überlassen. Das merket euch wohl und schreibet es euch hinter die Ohren! Denn Gott, der ist, war und ewig sein wird, läßt mit sich nicht scherzen, da Er selbst in Seinem höchsten göttlichen Ernst die Menschen für eine wahre ewige Seligkeit bestimmt hat.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 147, 8]

Der Herr: „Wo der Himmel seine größte Tätigkeit entwickelt, da ist auch die Hölle nicht minder tätig. Es muß aber auch so sein; denn sonst wäre keine Freischwebe zwischen diesen beiden Polen denkbar.“

[Ed. Kap. 39, 13]

Jesus zu dem Jünger Andreas, der den Judas aus der Gesellschaft des Herrn entfernt sehen will: „Ihr habt gesehen, daß Ich sogar den Teufeln nach ihrem Willen gestattete, in die Säue zu fahren, und so gestatte Ich auch diesem Menschen (Judas), der unter euch auch ein Teufel ist, zu bleiben oder zu gehen. Denn von Mir aus ist jeder Mensch und Geist, gleich ob er ein Engel oder ein Teufel werden will, vollkommen frei.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 75, 4-5]

Jesus: „Wenn Ich die Menschen ihrer großen Bosheit wegen züchtige, so muß die Züchtigung so gestellt sein, daß sie soviel wie möglich als eine natürliche Folge der Böswilligkeit erscheint, damit durch sie die Freiheit des Geistes und der Seele nicht untergraben wird.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 164, 7]

Auf Satans Fangfrage: ‚Hat der eine, gute Gott aus sich heraus wohl Gutes und Böses erschaffen können?‘ erwidert der Apostel Johannes: „Da Gott allein der Schöpfer aller Dinge ist, da es außer Ihm keinen Gott gibt, ist es auch klar, daß alles, was aus Seiner Hand hervorging nur gut sein konnte. Alle Geister gingen von ihm aus so rein und gut, wie Er es selbst ist; aber da Er den Geistern die volle Freiheit des Willens gab, derzufolge sie alles tun konnten, was sie wollten, und da Er, um sie den Gebrauch dieser Gabe zu lehren, ihnen mit dem freiesten Willen auch durch Ihn selbst geheiligte Gesetze gab, konnten sie diese entweder beachten oder nicht. — Und siehe, alle beachteten diese Gesetze Gottes bis auf einen; dieser Eine, mit dem hellsten Erkenntnislichte begabt, verschmähte die Gesetze Gottes aus seinem freien Willen heraus. Dieser Geist verkehrte sonach in sich die göttliche Ordnung durch seinen freien, ihm von Gott eingehauchten Willen. Auf diese Weise ist er widerordentlich geworden, also durch sich selbst böse, und mußte sich sodann von der Gesellschaft der reinen Geister entfernen auf so lange, bis er freiwillig umkehren wird in jene Ordnung, die der Herr allen Geistern gleich gegeben hat, nämlich die Ordnung der Liebe. — Gott und uns himmlischen Geistern gegenüber aber kannst du als der widerordentlich gewordene Geist unmöglich böse sein, da du uns ewig nie schaden kannst. Böse und schlecht bist du nur gegen dich selbst, weil du dir nur schadest, solange du in deiner Widerordnung verharrst. — — — Du hast mich fangen wollen, da du meintest, ich werde genötigt sein zu sagen, daß Gott auch Böses erschaffen habe, weil du als ein böser Geist auch ein Geschöpf Gottes bist. — Gott wäre dann unvollkommen, wenn Er den geschaffenen Geistern nur einen gerichteten und keinen freien Willen eingehaucht hätte, wovon aber du selbst (Satan) den mächtigsten Gegenbeweis lieferst. Denn wie ungeheuer frei und vollkommen Gott alle Geister, also auch dich, erschaffen hat, ist ja eben daraus am hellsten zu ersehen, daß du, obschon dem Äußeren nach hart gerichtet, doch dich dem Schöpfer trotzigst entgegenstemmen kannst, solange du es nur willst, — aber auch ebensogut wie wir alle vollkommen frei nach dem Willen des Herrn handeln kannst!“

[BM. Kap. 198, 4, 7-12 und 14]

Jesus: „Wenn der Mensch wider den erkannten Willen Gottes Böses tut, so ist die Tat des Menschen völlig eigenes Werk; denn da hat der Mensch seinen eigenen freien Willen nicht dem erkannten Willen Gottes untergeordnet, sondern ihm widerstrebt, und es kann von ihm füglich gesagt werden, daß seine bösen Taten völlig sein eigen sind!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 19, 5]

← Zurück zu „Zentrale Kundgaben wichtiger Themen“