Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Der Mensch kann mit einem Hause verglichen werden, in dem mehrere Zimmer sind, von denen das eine in das andere führt; die, welche nur in Ansehung ihres Verstandes in den Wahrheiten sind, befinden sich nicht in irgendeinem Zimmer des Hauses, sondern nur im Vorhof. Inwieweit aber das Wahre durch den Verstand in den Willen eindringt, insoweit tritt es in die Zimmer ein, und wohnt im Hause. Der Mensch wird auch wirklich im Worte mit einem Haus verglichen, und das Wahre, das nur Sache des Verstandes ist, mit dem Vorhof. Hingegen das Wahre, das auch Sache des Willens geworden ist, und in diesem zum Guten wird, ist mit einem Zimmer zu vergleichen, in dem man wohnt; und sogar mit einem Schlafgemach. Das erste von allem, was dem Menschen angeeignet wird, ist das Gute, und dann nach und nach das Wahre. Der Grund davon ist, weil das Gute der Boden und das Wahre der Same ist; daher nimmt das Gute in ähnlicher Weise das Wahre auf, und verbindet es mit sich, weil es dasselbe wie ein Vater liebt; denn es besteht eine himmlische Ehe zwischen dem Guten und dem Wahren; und das Gute ist das, was das Leben beim Menschen ausmacht, weil das Gute im Willen liegt, und der Wille des Menschen der Mensch selber ist. Das Wahre dagegen macht nicht das Leben beim Menschen aus, außer insoweit, als es Leben von dem Guten hat, weil das Wahre Sache des Verstandes ist, und der Verstand ohne den Willen
nicht der Mensch selber ist; er ist nur der Eingang zum Menschen, denn durch den Verstand geht man bei ihm ein. <HG 10110>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 463 →
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