← Zurück zu „W“

Wissenschaft – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Im Wort wird hie und da unterschieden zwischen Weisheit, Verständigkeit und Wissenschaft, und unter Weisheit das verstanden, was aus dem Guten, unter Verständigkeit das, was aus dem Wahren stammt, und unter Wissenschaft beides im Natürlichen des Menschen. <HG 5287>

“Mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk”, bedeutet in betreff dessen, was dem Willen und was dem Verstand im inwendigen und im äußeren Menschen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weisheit, sofern sie das ist, was dem Willen im inwendigen Menschen angehört; aus der Bedeutung der Einsicht, sofern sie das ist, was dem Verstand ebenfalls im inwendigen Menschen angehört; aus der

Bedeutung der Erkenntnis, sofern sie das ist, was dem Verstand und daher der Rede im äußeren Menschen angehört; und aus der Bedeutung des Werkes, sofern es das ist, was dem Willen und daher der Wirkung im äußeren Menschen angehört. Es wird daher durch dieses alles bezeichnet, was dem Menschen zugehört, der im Guten der himmlischen Liebe ist, sowohl sein Inneres, als sein Äußeres, das den Einfluß des göttlich Wahren vom Herrn aufnimmt, und daher in der Erleuchtung ist. Was aber die Weisheit, die Einsicht, die Erkenntnis und das Werk ist, soll mit wenigem gesagt werden: Die, welche nicht wissen, was der inwendige Mensch und was der äußere, ferner was der Verstand und der Wille ist, können nicht begreifen, wie die Weisheit, die Einsicht, die Erkenntnis und das Werk voneinander unterschieden sind. Der Grund ist, weil sie keine deutliche Vorstellung von der einen und von der anderen haben können, deshalb nennen solche, die das nicht wissen, denjenigen weise, der nur verständig (einsichtig) ja sogar den, der nur ein Wisser ist. Allein weise ist nur, wer aus Liebe die Wahrheiten tut; verständig, wer sie aus Glauben tut; wissend, der sie in verständiger Weise tut; und Werk ist, was aus diesen geschieht. Somit ist das Werk die Wirkung derselben, worin sie sich verbinden. Deshalb kann niemand weise genannt werden, noch verständig, noch wissend im echten Sinn, wer nicht tut; denn sowohl die Weisheit, als die Einsicht und das Wissen sind Sache des Lebens und nicht die Lehre ohne das Leben, denn das Leben ist der Zweck, auf den es abgesehen ist. Wie also der Zweck beschaffen ist, so ist auch die Weisheit, die Einsicht und das Wissen beschaffen. Ist der Zweck das echte Gute, welches das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, dann ist es Weisheit, Einsicht und Wissen in ihrem eigentlichen Sinn; denn alsdann sind sie beim Menschen vom Herrn. Geht aber der Zweck auf das Gute der Selbst- und Weltliebe, alsdann sind sie nicht Weisheit, Einsicht und Wissen, weil sie alsdann beim Menschen von ihm selbst sind, denn das Gute der Selbst- und Weltliebe als Zweck ist das Böse, und vom Bösen als Zweck kann man schlechterdings keine Weisheit und Einsicht, nicht einmal Wissen aussagen; denn was ist das Wissen, wenn darin keine Einsicht des Wahren und Weisheit des Guten ist? Man denkt ja aus jenem Wissen, daß das Böse gut und das Falsche wahr sei. Bei denen, die im Guten der Liebe zum Herrn sind, folgen Weisheit, Einsicht, Wissen und Werk der Ordnung nach vom Inwendigen bis zum Letzten. Weisheit ist bei ihnen das Inwendigste, denn sie ist: gut wollen aus Liebe. Einsicht ist das zweite, denn sie ist: gut verstehen aus dem Gut-wollen; diese zwei gehören dem inwendigen Menschen an. Wissen ist: gut erkennen, und Werk ist: gut handeln, beides aus dem Gut-wollen; diese zwei gehören dem äußeren Menschen an. Hieraus wird klar, daß Weisheit sein muß in der Einsicht, diese im Wissen und dieses im Werk. So schließt in sich und beschließt das Werk alles Inwendige, denn es ist das Letzte, in das es ausläuft. <HG 10331>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 156 →

← Zurück zu „W“