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Stein – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Stein bedeutet das sinnlich Wahre. <HG 425>

Die Uralten verglichen und verähnlichten das, was bei dem Menschen ist, dem Gold, Silber, Erz, Eisen, Stein, Holz. Sein innerstes Himmlische dem Gold, das niedrigste Himmlische dem Erz, und das Niedrigste oder Leibliche von demselben her dem Holz. Dagegen das innerste Geistige verglichen und verähnlichten sie dem Silber, das niedrigere Geistige dem Eisen und das Niedrigste desselben dem Stein; wenn diese im Wort genannt werden, so wird durch dieselben im inneren Sinn solches bezeichnet. Steine bezeichnen das, was des Verstandes ist. Stein steht für das Niederste des Verstandes. Stein für das sinnliche Wissen. <HG 643>

Stein bedeutet im weiteren Sinn das Wahre. Daß die Steine das Wahre bedeuteten, hatte den Grund, daß die Grenzen der Uralten durch Steine bezeichnet wurden, und daß sie Steine aufrichteten als Zeugen, daß

es so sei, oder daß es wahr sei, wie dies erhellt aus dem Stein, den Jakob als Säule setzte; und aus der Säule von Steinen zwischen Laban und Jakob, und aus dem Altar, den die Söhne Rubens, Gads und Manasses am Jordan zum Zeugnis aufbauten; daher im Worte durch Steine Wahrheiten bezeichnet werden, so daß nicht bloß durch die Steine des Altars, sondern auch durch die Edelsteine auf den Schultern des Ephods Aharons, und auf dem Brustschild des Gerichts bezeichnet wurden heilige Wahrheiten, welche die der Liebe sind. Was den Altar betrifft, so bezeichnete, als der Opferdienst auf den Altären anfing, der Altar die vorbildliche Verehrung des Herrn im allgemeinen, die Steine selbst aber die heiligen Wahrheiten dieses Gottesdienstes; daher befohlen wurde, daß der Altar aus ganzen, unbehauenen Steinen gebaut werden solle, und verboten, ein Eisen über ihnen zu schwingen, aus dem Grund, weil behauene Steine, und über die ein Eisen geschwungen worden, bedeuteten Künstliches, und so Erdichtetes des Gottesdienstes, d.h., was aus Eigenem oder aus dem Dichten des Gedankens und des Herzens des Menschen kommt, und dies hieß den Gottesdienst entweihen. Weil nun durch Steine vor Alters Wahrheiten bezeichnet wurden, und nachher als der Gottesdienst auf Säulen, Altären und im Tempel aufkam, durch Säulen, Altäre und den Tempel heilige Wahrheiten bezeichnet wurden, so wurde auch der Herr ein Stein genannt. <HG 1298>

“Und nahm von den Steinen des Ortes” bedeutet die Wahrheiten jenes Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine, sofern es sind solche niedrigere Wahrheiten, die dem natürlichen Menschen angehören. <HG 3694>

“Und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens” bedeutet, es war verschlossen. Dies kann erhellen ohne Erklärung. Das Wort heißt verschlossen, solange es bloß nach dem Buchstabensinn verstanden, und alles das, was darin steht, für eine Lehre angenommen wird; und noch mehr verschlossen, wenn als Lehre anerkannt wird, was die Begierden der Selbst- und Weltliebe begünstigt; denn dieses hauptsächlich wälzt einen großen Stein auf die Öffnung des Brunnens, d.h. verschließt das Wort, und wie man dann nicht weiß, so will man auch nicht wissen, daß ein inwendigerer Sinn im Worte ist, obwohl man es doch aus mehreren Stellen sehen kann, wo der Buchstabensinn nach dem inwendigeren Sinn erklärt wird; und auch aus den in der Kirche angenommenen Lehren, auf die man allen Buchstabensinn des Wortes durch verschiedene Auslegungen bezieht. <HG 3769>

Der Stein, sofern er das Wahre bezeichnet. Daß der Stein Israels im höchsten Sinn der Herr ist in Ansehung des Wahren Seines geistigen Reiches, kommt daher, weil durch Stein im allgemeinen der Tempel bezeichnet wird und im besonderen sein Grund. Auch bedeutet der Tempel das Göttlich-Menschliche des Herrn. Der Stein bezeichnet im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, das in Seinem geistigen Reich herrscht, und der Stein bezeichnet auch das geistige Reich des Herrn. <HG 6426>

“Da nahmen sie einen Stein” bedeutet, das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Steines, insofern er das Wahre bezeichnet; hier das Wahre im Letzten der Ordnung, weil derselbe unter ihn gelegt wurde, und er sich darauf setzte. Der gemeine Stein bedeutet auch wirklich das untere Wahre, und der kostbare Stein oder Edelstein, das obere oder inwendige Wahre. Was das Wahre im Letzten der Ordnung sei, kann aus dem erhellen, was von den Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung gesagt worden ist, daß es nämlich innere und äußere Wahrheiten gebe, die letztere verstanden werden unter den Wahrheiten im Letzten der Ordnung. <HG 8609>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 375 →

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