Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß Semmelmehl das Geistige und Himmlische sei, das damals beim Herrn war, und die Kuchen gleichfalls, als beides verbunden war, erhellt klar aus den Opfern der vorbildlichen Kirche, und aus dem Speisopfer, das damals dargebracht wurde, und das aus Semmelmehl mit Öl gemengt, und zu Kuchen gemacht, bestand. Die Hauptsache des vorbildlichen Gottesdienstes bestand in Brandopfern und Schlachtopfern, und was diese vorbildeten, ist oben gesagt worden, wo vom Brot die Rede war, nämlich das Himmlische, das dem Reich des Herrn in den Himmeln, sodann auch dem Reich des Herrn oder der Kirche in einem jeden, im allgemeinen alles das, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört, weil dieses himmlisch ist, das alles zu damaliger Zeit Brot genannt wurde. Diesen Opfern wurde auch das Speisopfer beigefügt, das aus Semmel, mit Öl gemengt, bestand, und dem auch Rauchwerk, sodann auch ein Trankopfer aus
Wein beigefügt wurde. Was diese vorbildeten kann auch klar sein, nämlich das gleiche wie die Opfer, aber in niedrigerem Grad, somit solches, das der geistigen Kirche, sodann auch solches, das der äußeren Kirche angehört. <HG 2177>
Die Opferungen durch Räucherungen bezeichneten das, was Sache des Denkens und daher des Mundes ist. Was aber Sache der Neigungen und daher des Herzens ist, wird bezeichnet durch die Mincha (Speisopfer). <HG 9475>
In den Himmeln sind zwei unterschiedene Reiche: das eine heißt das himmlische Reich, das andere das geistige Reich, und beide Reiche sind dreifach unterschieden, nämlich in das Innerste, Mittlere und Letzte. Das innerste Gute des himmlischen Reiches wird durch das Brot bezeichnet, das mittlere Gute durch den Kuchen, und das letzte Gute durch den Fladen. Es wird gesagt, daß sie einen Laib Brot, einen Kuchen und einen Fladen nehmen sollten, und daß diese, nachdem sie gewebt waren, verbrannt werden sollten auf dem Brandopfer, und daß Aharon und seine Söhne das Brot, das im Korbe übriggeblieben, vor der Türe des Versammlungszeltes essen sollten. Durch diese Dinge wurde die Mitteilung des Guten der Liebe vom Herrn, und die Aufnahme desselben in den oberen Himmeln oder im himmlischen Reich bezeichnet, die Mitteilung durch jene Brote, die, nachdem sie gewebt waren, verbrannt wurden über dem Brandopfer, und die Aufnahme desselben durch die Brote, die gegessen wurden Es wird gesagt: “ein Laib Brot, ein Kuchen und ein Fladen”, weil das göttlich Gute in sich eins ist. Nun soll auch noch gesagt werden, warum angeordnet wurde, daß nicht nur das Fett des Widders und sein rechter Bug (Keule) auf dem Altar verbrannt werden sollte, sondern auch die Brote, die Speisopfer (Mincha) hießen, während doch durch das Fett und den Bug (Keule) das gleiche Gute bezeichnet wurde wie durch die Brote oder Speisopfer. Wenn man nicht die Ursache weiß, warum es so geschah, könnte es als etwas Überflüssiges erscheinen. Der Grund davon lag aber darin, daß die Schlacht- und Brandopfer nicht befohlen, sondern nur zugelassen waren, und daß man daher in den Himmeln kein Wohlgefallen an ihnen hatte. Darum wurden die Speisopfer, die in Broten bestanden, auch dazu genommen, wie auch die Trankopfer aus Wein, auf denen ein Wohlgefallen ruhte; denn das Brot bedeutet alles himmlisch Gute, und der Wein alles Wahre desselben. Daher kommt es auch, daß die Schlacht- und Brandopfer Brot genannt wurden, und auch die Speisopfer oder Gaben, denn in der Grundsprache heißen die Speisopfer Gaben. Man merke jedoch, daß das Fleisch des Schlacht- und Brandopfers im besonderen das geistig Gute bedeutete, und das Brot des Speisopfers das himmlisch Gute, und daß darum nicht nur Fleisch, sondern auch Brot geopfert wurde. <HG 10079>
Jeder kann sehen, daß durch das Speisopfer, das Brot war, und durch das Trankopfer, das Wein war, nicht bloß Brot und Wein verstanden wird, sondern etwas, was Sache der Kirche und des Himmels ist, also Geistiges und Himmlisches,
das sich auf den Himmel und die Kirche bezieht. Wozu würde es sonst nützen, auf das Feuer des Altares Brot und Wein zu tun? Würde dies wohl Jehovah angenehm, oder ein Geruch der Ruhe gewesen sein? Oder hätte dies etwa einen Menschen entsündigen können? Wer mit heiligem Sinn über das Wort denkt, der kann nicht meinen, daß etwas so Irdisches Jehovah wohlgefallen würde, wenn nicht höheres und innerlicheres Göttliches darinnen läge. Wer da glaubt, daß das Wort göttlich und allenthalben geistig sei, der muß auch durchaus glauben, daß in allem einzelnen desselben ein göttliches Geheimnis verborgen liegt. Allein der Grund, warum es bisher nicht bekannt war, worin dies Geheimnis liege, ist der, daß man nicht wußte, daß ein innerer Sinn, der geistig und göttlich ist, im einzelnen desselben ist, und daß bei einem jeden Menschen Engel sind, die seine Gedanken wahrnehmen, und das Wort, wenn es von ihm gelesen wird, geistig auffassen, und daß alsdann durch sie vom Herrn Heiliges einfließt, und so durch sie eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen stattfindet, somit eine Verbindung des Herrn durch die Himmel mit ihm. Aus diesem Grunde wurde dem Menschen ein solches Wort gegeben, durch das auf diese Weise für sein Heil vom Herrn gesorgt werden kann, und nicht anders. Daß das Speisopfer, das aus Brot bestand, das Gute der Liebe bedeutet, und daß das Trankopfer, das aus Wein bestand, das Gute des Glaubens bedeutet, und daß beide so von den Engeln innerlich wahrgenommen werden, kann man aus allem erkennen, was von dem Speisopfer und Trankopfer im Worte gesagt worden ist. Das Speisopfer und das Trankopfer bedeuten den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe und aus dem Guten des Glaubens. Speisopfer des Abends bedeutet das Gute der Liebe im äußeren Menschen. Es gab mehrere Speisopfer: Speisopfer der Erstlinge der Ernte, - der Nasire, der Eifersucht, - der vom Aussatz gereinigt war, - das in der Pfanne und Speisopfer, das im Topfe bereitet war. <HG 10137>
Spelt (Dinkel) Daß die Linsen das Gute der Lehren bedeuten, erhellt daraus, daß Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse, Spelt solches ist, was Brot bedeutet, aber mit Unterschied im besonderen. Daß Brot im allgemeinen das Gute ist, wird aus demjenigen was gesagt und gezeigt wurde, klar, somit werden die Arten des Guten durch jenes, was genannt wurde, bezeichnet, die edleren Arten des Guten durch Weizen und Gerste, aber die weniger edlen durch Bohnen und Linsen. <HG 3332>
“Und der Weizen und der Spelt” bedeutet das Gute des inwendigeren Natürlichen und sein Wahres. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weizens, sofern es das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, und weil der Weizen ein edleres Getreide ist als die Gerste, so bedeutet er das Gute des inneren Natürlichen. Ferner aus der Bedeutung des Spelts (oder Dinkels), sofern er das Wahre des inneren Natürlichen bezeichnet, entsprechend dem Guten, das durch Weizen bezeichnet wird.
Daß der Dinkel dieses Wahre bedeutet, kann daraus erhellen, daß im Wort, wo vom Guten gehandelt wird, auch vom Wahren die Rede ist, und zwar wegen der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist in den einzelnen Teilen des Wortes, und im höchsten Sinn wegen der Vereinigung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen im Herrn, dem die Ehe des Guten und Wahren im Himmel entspricht, so daß der Herr selbst in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen inwendigst im Wort ist. Hieraus wird klar, daß durch den Spelt bezeichnet wird das Wahre, das dem Guten entspricht, das durch den Weizen bezeichnet wird. <HG 7605>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 337 →
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