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Sieben – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Die Zahl Sieben wurde für heilig oder für hochheilig gehalten. <HG 395>

Im Worte kommt hin und wieder die Zahl Drei, dann auch Sieben vor, und überall bezeichnen sie etwas Heiliges oder Unverletzliches in betreff der Zustände, welche die Zeiten oder anderes in sich schließen oder vorbilden, das gleiche in den kleinsten Zeiträumen wie in den größten; denn wie die Teile dem Ganzen angehören, so gehört auch das Kleinste dem Größten an, denn sie müssen sich in gleicher Weise verhalten, damit das Ganze aus den Teilen oder das Größte aus dem Kleinsten in angemessener Weise hervorgehen. <HG 482>

Daß durch je sieben bezeichnet wird Heiliges, erhellt aus dem, was früher vom siebenten Tag oder Sabbath gesagt worden, daß nämlich der Herr der siebente Tag ist und von Ihm jede himmlische Kirche oder jeder himmlische Mensch, ja das Himmlische selbst, das, weil es allein des Herrn ist, höchst heilig ist; weshalb sieben im Wort das Heilige bezeichnet, und zwar im inneren Sinn durchaus nichts, das aus der Zahl wäre, wie hier, denn die im inneren Sinne sind, wie die Engel und engelischen Geister, wissen nicht einmal, was eine Zahl, mithin was sieben ist; darum wird hier durchaus nicht bezeichnet, daß von allem reinen Tier sieben Paare sollten genommen werden, oder daß er so viel Gutes im Verhältnis zum Bösen wie sieben zu zwei haben sollte, sondern daß das Wollen, mit dem dieser Mensch der Kirche ausgerüstet gewesen ist, Gutes war, das heilig war, und durch das er, wie früher gesagt worden, wiedergeboren werden konnte. Daß sieben das Heilige oder heilige Dinge bedeutet, kann erhellen aus den Gebräuchen in der vorbildlichen Kirche, wo die Siebenzahl sehr oft vorkommt. Die Sieben bezeichnet im höchsten Sinn den Herrn und daher das heilige der Liebe. <HG 716>

Daß sieben das Heilige bedeuten, weil nunmehr von der Liebtätigkeit die Rede ist, erhellt aus der Bedeutung von sieben. Sieben ist auch hier eingefügt, damit alles geschichtlich zusammenhänge, denn “sieben, und sieben Tage” fügen im inneren Sinne lediglich nichts hinzu als eine gewisse Heiligkeit, die dieser zweite Zustand hat vom Himmlischen, d.h. von der Liebtätigkeit her. <HG 881>

Daß sieben Heiliges bedeutet, kommt her von der Bedeutung der Zahlen in der Geisterwelt. Eine jede Zahl schließt dort eine Sache in sich. Einigemal erschienen mir sichtbar Zahlen, einfache und zusammengesetzte, einmal auch in einer langen Reihe, und ich war begierig zu wissen, was sie bedeuten, und es wurde gesagt, daß sie herkommen aus der Engelsrede, und daß auch zuweilen Sachen durch Zahlen ausgedrückt zu werden pflegen. Diese Zahlen erscheinen nicht im Himmel, sondern in der Geisterwelt, wo solches sichtbar dargestellt wird. Das wußten die Uralten, die himmlische Menschen waren und mit Engeln redeten, und daher eine kirchliche Rechnung durch Zahlen bildeten, durch die sie in allgemeiner Weise das ausdrückten, was durch Worte in besonderer Weise ausgedrückt wurde. Was aber eine jede Zahl für eine Bedeutung hatte, blieb nicht bei den Nachkommen, sondern nur, was die einfachen Zahlen, nämlich zwei, drei, sechs, sieben, acht, zwölf, und daher vierundzwanzig, zweiundsiebzig und siebenundsiebzig bedeuteten.

Hauptsächlich, daß durch sieben bezeichnet wurde das Heiligste, nämlich im höchsten Sinn das Göttliche selbst und im vorbildlichen Sinn das Himmlische der Liebe. <HG 5265>

Wie sieben das Heilige bedeutet, so bedeutet es auch im entgegengesetzten Sinn das Unheilige, denn das meiste im Wort hat auch einen entgegengesetzten Sinn, und zwar aus dem Grund, weil das gleiche, was im Himmel geschieht, wenn es zur Hölle hinabkommt, ins Gegenteil umschlägt, und wirklich zum Gegenteil wird; daher wird Heiliges, das durch sieben bezeichnet wird, hier zu Unheiligem. <HG 5268>

Sieben bezeichnet eine vollständige Periode vom Anfang bis zum Ende, somit das Volle, wie z.B.: sieben Tage, sieben Wochen oder Jahre, siebenmal des Tages, siebenfältig, sieben Geister, sieben Siegeln, sieben Engel, sieben Schalen, der unreine Geist kehrt mit sieben anderen wieder zurück und ähnliches. <HG 9228, 10127>

“Den sieben Gemeinden” bedeutet, an alle die, welche in Wahrheiten aus dem Guten oder im Glauben aus der Liebtätigkeit sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sieben, sofern es alle bezeichnet. Denn sieben bedeuten im Wort Anfang und Ende, somit eine ganze Periode und einen vollen Zustand, ebenso wie die Woche. Und weil sie das Volle bedeuten, so bedeuten sie auch alle, weil alle das Volle ausmachen, denn die Vollständigkeit in Beziehung auf diejenigen, die eine Gesellschaft, hier die Kirche, ausmachen, wird durch alle gebildet. Wenn daher im Wort von der Größe gehandelt wird, so wird durch sieben bezeichnet das Volle, und wenn von der Menge, so werden alle bezeichnet. Auch drei bedeuten im Wort das Volle und alle. Wo dagegen im Wort von einer heiligen Sache gehandelt wird, da wird gesagt sieben, und wo von irgendeiner andern Sache gehandelt wird, da wird gesagt drei. Daher wird hier gesagt sieben, weil von Wahrheiten aus dem Guten die Rede ist, welches heilige Dinge der Kirche sind. <EKO 20>

Weil in diesem prophetischen Buch (Offenbarung Joh.) öfter Zahlen vorkommen, und niemand den geistigen Sinn der darin enthaltenen Dinge wissen kann, wenn er nicht weiß, was die einzelnen Zahlen bedeuten (denn alle Zahlen im Wort, wie alle Namen, bedeuten geistige Dinge), und weil die Zahl Sieben unter den übrigen oft erwähnt wird, darum will ich hier zeigen, das sieben alle und alles, sodann das Volle und Ganze bedeuten, denn jeder Ausdruck, der alle und alles bedeutet, der bedeutet auch das Volle und Ganze, denn voll und ganz wird gesagt von der Größe einer Sache, aber alle und alles von der Menge. <EKO 257>

Es gibt einfache Zahlen, die mehr als die übrigen bezeichnend sind, aus denen die größeren Zahlen ihre Bedeutung her haben, nämlich die Zahlen Zwei, Drei, Fünf und Sieben: Zwei bedeuten die Vereinigung und werden vom Guten gesagt,

Drei bedeuten das Volle und werden vom Wahren gesagt, Fünf bedeuten viel und etwas, und Sieben bedeuten das Heilige. Aus der Zahl “Sieben” kommen her 14, 70, 700, 7000, 70.000, und auch diese Zahlen bedeuten das gleiche, was sieben, weil sie aus dieser entstehen. <EKO 430>

“Der sieben Häupter hatte”, Offenb.12/3, bedeutet die Kenntnis der heiligen Dinge des Wortes, die sie geschändet haben, und daher ihren Wahnwitz, aber doch dabei ihre Schlauheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es Einsicht und Weisheit bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn Wahnwitz und Torheit und auch Schlauheit. Ferner aus der Bedeutung von sieben, insofern es alle und alles bezeichnet und vom Heiligen gesagt wird; hier daher von den heiligen Dingen des Wortes, die sie geschändet haben. Weil sieben vom Heiligen gesagt wird, so wird es im entgegengesetzten Sinn auch vom Geschändeten und Entweihten gesagt, denn alles im Wort hat auch einen entgegengesetzten Sinn und der Gegensatz des Heiligen ist das Entweihte. Hieraus geht deutlich hervor, daß unter den sieben Häuptern, die der Drache zu haben schien, weder Häupter, noch sieben zu verstehen sind, sondern das Wissen oder Kennen der heiligen Dinge des Wortes, die sie geschändet haben, und daher ihr Wahnwitz und dennoch auch ihre Schlauheit. <EKO 715>

Raphael: Unter der mystischen Zahl Sieben wird verstanden das vollkommen ursprünglich Göttliche und Göttähnliche in jedem von Ihm ausgehenden Gedanken und in jeder von Ihm gefaßten und wie aus Sich hinausgestellten Ideen.<JE VII,18/3>

Der Herr: Die sieben Führer (bei einem Kranichzug) stellen auch die Vollzahl des Guten und Wahren der Himmel aus Gott dar, weil in solcher Vollzahl die euch schon bekanntgegebenen sieben Geister Gottes, als in der reichsten Ordnung wirkend und handelnd, dargestellt sind. Daher genügen auch einer jeden Gemeinde sieben Vorsteher in der Ordnung der sieben Geister in Gott; aber da muß dennoch ein jeder die sieben Geister in sich als völlig tätig haben, aber dabei dennoch in der Führung der Gemeinde einen Hauptgeist vertreten. <JE VIII,102/22>

Zwei mal vier ist acht; wie ist es aber Jerusalem? Seht, in der Zahl Acht ist die Zahl Sieben unfehlbar enthalten. Die Zahl Sieben aber besagt die Vollmacht der sieben Geister Gottes, welche Entsprechung haben mit den sieben Farben und sonach auch mit dem Leben eines jeden Menschen. Aber nun haben wir bei der Zahl Sieben die Zahl Eins; was besagt denn diese? Sie besagt, daß diese sieben Geister nicht sieben, sondern im Grunde nur vollkommen ein Geist sind; und das ist gleichsam in der Zahl Acht ausgedrückt, in welcher Zahl zu gleicher Zeit die Geister Gottes abgesondert und dann daneben zu eins vereint entsprechend dargestellt werden; und dieses vereinte Eins zu dem früheren wie geteilten Sieben gibt die vollkommene Zahl Acht.

Nun aber stellt Jerusalem den Herrn ebenfalls unter dem wirkenden Standpunkte der Liebe und Weisheit vor; welche ihr aus der Veranlassung der Entstehung dieser Stadt und ihrer zweckdienlichen Einrichtung gar wohl ersehen könnt. Sonach ist der Herr oder Seine Liebe und Weisheit oder die eben das bezeichnende Stadt Jerusalem ja vollkommen identisch; und die den Herrn als ein in eins vollendetes Wesen darstellendes Zahl Acht muß ja dann alles dasjenige ebenfalls bezeichnen, was immer nur aus was auch für einem Standpunkte betrachtet, den Herrn in Seiner vereinten Vollkommenheit darstellt. Jerusalem aber tut solches; also kann es auch mit eben dem gleichen Rechte unter der Zahl Acht bezeichnet werden. Wie es aber mit Jerusalem verhält, so verhält es sich im Grunde des Grundes mit allem anderen; indem der Herr doch sicher überall alles in allem ist; und somit die Zahl Acht in der bestimmten Sphäre eines so gut wie das andere vollkommen richtig bezeichnen kann. <GS II,45/13-15>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 258 →

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