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Saphir – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Die Edelsteine bedeuten die göttliche Wahrheiten, die im Letzten der Ordnung durchleuchten. Das im Letzten der Ordnung durchleuchtende göttlich Wahre, welches das Wort im Buchstaben ist, wird hauptsächlich durch den Saphir bezeichnet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes von Saphir, sofern es die Beschaffenheit des buchstäblichen Sinnes des Wortes bezeichnet, wenn in diesem der innere Sinn wahrgenommen wird, somit wenn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, wie es im Himmel beschaffen ist, durchscheint; denn das Wort ist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, das in seinem Ursprung göttlich ist, und im Fortgang durch die Himmel im innersten Himmel himmlisch, im zweiten oder mittleren geistig, im ersten oder letzten geistig natürlich, und in der Welt natürlich und weltlich ist. So beschaffen ist es im Sinn des Buchstabens, der für den Menschen ist. Hieraus erhellt, daß dieser Sinn, welcher der Letzte in der Ordnung ist, in sich den geistigen und himmlischen Sinn und in seinem Innersten das Göttliche selbst enthält. Weil nun diese Sinne im letzten oder buchstäblichen enthalten sind, und auch erscheinen für die, welche das Wort geistig auffassen, darum wird derselbe durch das Werk von Saphir vorgebildet, das die Strahlen des himmlischen

Lichts durchdringen oder durchscheinen läßt. <HG 9407>

“Chrysopras, Saphir und Diamant” bedeutet die himmlische Liebe des Wahren, aus der das Nachfolgende hervorgeht. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Steine, insofern sie die himmlische Liebe des Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden. Es wird gesagt, “aus dem das Nachfolgende hervorgeht”, weil alles Gute und Wahre, das nachfolgt, der Ordnung nach aus einem Vorhergehenden hervorgeht; denn es kann nichts geben, das ohne Verknüpfung mit einem Früheren wäre. Das erste in der Ordnung ist die himmlische Liebe des Guten, das zweite ist die himmlische Liebe des Wahren, das dritte ist die geistige Liebe des Guten, und das vierte ist die geistige Liebe des Wahren. Diese Ordnung ist es, die vorgebildet ist in den Reihen der Steine im Brustschildlein des Urteils, und diese ist die eigentliche Ordnung des Guten und Wahren in den Himmeln. Im innersten Himmel ist die himmlische Liebe des Guten und die himmlische Liebe des Wahren. Die himmlische Liebe des Guten ist sein Inneres, und die himmlische Liebe des Wahren ist sein Äußeres. Im zweiten Himmel aber ist die geistige Liebe des Guten, die das Innere desselben ist, und die geistige Liebe des Wahren, die das Äußere desselben ist. Das eine fließt auch wirklich in das andere in eben dieser Ordnung ein, und so bilden sie gleichsam eines. Hieraus wird klar, was verstanden wird unter den Worten: “aus dem das Nachfolgende”. Was die Steine dieser Reihe anbelangt, so haben sie ihre Bedeutung, wie die ersteren, und auch wie die übrigen, vermöge ihrer Farben. Die kostbaren Steine haben gemäß ihrer Farben ihre Bedeutung haben; und die Farben sind in den Himmeln Modifikationen des Lichtes und des Schattens daselbst, daß sie also mannigfache Arten der Einsicht und der Weisheit bei den Engeln sind; denn das Licht des Himmels ist das aus dem Herrn hervorgehende göttlich Wahre, aus dem alle Einsicht und Weisheit stammt. Bei den Steinen der ersten Reihe wurde ihre Bedeutung, daß sie nämlich die himmlische Liebe des Guten bezeichnen, aus dem Roten abgeleitet; die Steine dieser Ordnung aber haben sie aus dem Blauen, das aus dem Roten kommt; denn es gibt ein Blaues aus dem Roten und ein Blaues aus Weißem. Das Blaue aus dem Roten schimmert inwendig aus dem Flammigen. Dieses Blau ist es, das die himmlische Liebe des Wahren bedeutet; hingegen das Blau aus dem Weißen, wie es in den Steinen der folgenden Reihe ist, welche die geistige Liebe des Guten bedeutet, schimmert inwendig nicht aus dem Flammigen, sondern aus dem Lichthellen. Daß der Chrysopras, welcher der erste Stein dieser Reihe ist, von blauer Farbe war, kann man nicht nachweisen aus seiner Abstammung in der Grundsprache; daß er aber die himmlische Liebe des Wahren bedeutet, zeigt sich klar bei Hes.27/16 Daß der Saphir, der zweite Stein dieser Reihe, von blauer Farbe ist, gleich der des Himmels, ist bekannt.

Daß aber der Diamant, welcher der dritte Stein dieser Ordnung ist, das Wahre der himmlischen Liebe bezeichnet, kommt von seiner Durchsichtigkeit, die sich dem inneren Bläulichen nähert; denn auf solche Weise durchleuchten ihn, weil er der letzte ist, die Farben der Steine dieser, wie auch der früheren Ordnung und teilen sich denen mit, die in der folgenden Reihe sind. Ebenso verhält es sich auch mit dem Guten und Wahren im innersten Himmel, wie mit dem Guten und Wahren in den folgenden; denn diese haben ihr Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens von jenen durch Mitteilung, gleichsam vermöge einer Durchstrahlung. <HG 9868>

Sarah (vorher Sarai) “Sollst du nicht nennen mit ihrem Namen Sarai, weil Sarah ihr Name ist”, daß dies bedeutet, Er werde das Menschliche ausziehen, und das Göttliche anziehen, erhellt aus dem, was über Abraham gesagt worden ist, wo es heißt: “Man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram, sondern es soll dein Name sein Abraham”, wodurch ebenfalls bezeichnet worden ist, daß Er das Menschliche ausziehen und das Göttliche anziehen werde, denn der Buchstabe “H”, der dem Namen Sarah beigefügt wurde, ist von dem Namen Jehovahs genommen, zu dem Ende, daß Sarah, wie Abraham, das Göttliche des Herrn vorbilden möchte, nämlich die göttliche Vermählung des Guten mit dem Wahren im Herrn: Abraham das göttlich Gute, und Sarah das göttlich Wahre aus dem das göttlich Vernunftmäßige, das Jischak ist, geboren werden sollte. Das göttlich Gute, das die Liebe ist, und in Beziehung auf das ganze Menschengeschlecht die Barmherzigkeit ist, war das Innere des Herrn, das ist Jehovah, Der das Gute selbst ist, dieses wird vorgebildet durch Abraham. Das Wahre, das mit dem göttlich Guten verbunden werden sollte, ist vorgebildet worden durch Sarai, und nachdem dieses auch göttlich geworden, wird es vorgebildet durch Sarah, denn der Herr ist zur Vereinigung mit Jehovah allmählich fortgeschritten, wie oben hin und wieder gesagt worden ist. Das noch nicht göttliche Wahre, das durch Sarai vorgebildet wurde, war da, als es noch nicht so mit dem Guten vereinigt war, so daß aus dem Guten das Wahre hervorgegangen wäre; nachdem es aber mit dem Guten so vereinigt war, daß es aus dem Guten hervorging, da war es göttlich, und das Wahre selbst war dann auch Gutes, weil das Wahre des Guten. <HG 2063>

Daß Abraham hier der Herr in jenem Zustand in Rücksicht des Guten sei, erhellt aus der Vorbildung Abrahams. Abraham bildet den Herrn im Menschlichen vor, wenn er mit Jehovah redet, wie hier, wie auch HG 1989 wo er den Herrn in jenem Zustand und in jenem Alter vorbildete, weil er damals auch mit Jehovah redete; sonst bildet Abraham das göttlich Gute des Herrn vor, und Sarah das göttlich Wahre, daher jetzt des vernunftmäßig Gute. <HG 2172>

Sarah bildet das vernunftmäßige Wahre vor. <HG 2173>

“Sie sprachen zu ihm: Wo ist Sarah, dein Weib”, daß dies das vernunftmäßige Wahre bedeutet, das damals nicht zur Erscheinung kam weil Er im vernunftmäßigen Guten war, erhellt aus der Vorbildung der Sarah hier, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre. Wie es sich damit verhält, dann auch mit dem Folgenden, wo vom Zustand des Vernunftmäßigen beim Herrn die Rede ist, der durch Sarah vorgebildet wird, kann für den Verstand nicht so faßlich gemacht werden, wenn man nicht weiß, wie im allgemeinen der Zustand des Vernunftmäßigen beschaffen ist, in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren; dann wie es war beim Herrn in Ansehung des Göttlichen und in Ansehung des Menschlichen, in dem Er damals war. Das Vornehmste des Vernunftmäßigen beim Menschen ist das Wahre, folglich ist es die Neigung zum Wahren, und dies deshalb, daß der Mensch gebessert und so wiedergeboren werden könne, was durch Erkenntnisse und Wissensdinge geschieht, die dem Gebiete des Wahren angehören. Diese werden fortwährend ins Gute, d.h. in die Liebtätigkeit eingepflanzt, damit er so ein Leben der Liebtätigkeit empfange. Daher kommt es, daß die Neigung zum Wahren beim Menschen in seinem Vernunftmäßigen vorherrscht; denn mit dem Leben der Liebtätigkeit, welches das himmlische Leben selbst ist, verhält es sich so, daß dasselbe bei denen, die gebessert und wiedergeboren werden, fortwährend geboren wird, aufwächst und zunimmt, und zwar durch die Wahrheiten. Darum, je mehr Wahres eingepflanzt wird, desto mehr wird das Leben der Liebtätigkeit vervollkommnet. Daher gemäß der Qualität und Quantität des Wahren, sich die Liebtätigkeit beim Menschen verhält. Hieraus kann einigermaßen erhellen, wie es sich mit dem Vernunftwesen des Menschen verhält; allein im Wahren ist kein Leben, sondern in Guten. Das Wahre ist nur ein Aufnahmegefäß des Lebens, d.h. des Guten. Das Wahre ist wie ein Gewand oder Kleid des Guten, daher auch im Worte die Wahrheiten Gewänder, sowie auch Kleider genannt werden. Wenn aber das Gute das Vernunftwesen ausmacht, dann verschwindet das Wahre, und wird so wie wenn es das Gute wäre. Das Gute leuchtet alsdann durchs Wahre hindurch, wie dies bei den Engeln geschieht. Wenn diese bekleidet erscheinen, so ist es der Glanz, der die Erscheinung des Kleides bewirkt, in welcher Weise auch die Engel vor den Propheten erschienen. Dies ist es nun, was verstanden wird unter dem, daß das vernunftmäßige Wahre damals nicht zur Erscheinung kam, weil Er im vernunftmäßigen Guten war, was dadurch bezeichnet wurde, daß sie zu ihm sprachen: “Wo ist Sarah, dein Weib”: weil aber das Vernunftwesen des Herrn damals göttlich war, wie es bei keinem Engel sein kann, so kann es nicht anders als durch einen Vergleich, somit durch eine Versinnlichung mittelst etwas Ähnlichem, das aber nicht ebendasselbe ist, beschrieben werden. <HG 2189>

“Und sie war hinter ihm”, daß dies bedeutet neben dem Guten, in dem damals das Vernunftmäßige war, und von demselben geschieden in dem Maß, als Menschliches darin war, erhellt daraus, daß von der Türe, an der Sarah stand, gesagt

wird, sie sei hinter ihm gewesen. “Hinter ihm sein”, bedeutet nicht verbunden, sondern rückwärts von ihm sein. Was von jemanden geschieden wird, das wird vorgebildet durch eine Art von Verweisung gleichsam hinter dem Rücken, wie dies erhellen kann aus den Vorbildungen im anderen Leben; dies nun wird hier dadurch ausgedrückt, daß die Türe, an der Sarah stand, hinter ihm war. Daß die bloß menschliche Vernunftwahrheit, die damals beim Herrn war, von Ihm abgetrennt wurde, als Er Sich mit dem Göttlichen verband, damit verhält es sich so: die menschliche Vernunftwahrheit faßt die göttlichen Dinge nicht, weil diese über der Sphäre ihres Verstandes hinausliegen; denn dieses Wahre steht in Verbindung mit dem Wissen, das im natürlichen Menschen ist, und inwieweit es aus diesem die Dinge, die über ihm sind, anschaut, insoweit erkennt es sie nicht an; denn dieses Wahre ist in Scheinbarkeiten befangen, deren es sich nicht entledigen kann; und Scheinbarkeiten sind die Vorstellungen, die aus Sinneswahrnehmungen entstanden sind, und zu dem Glauben führen, als ob die göttlichen Dinge selbst auch dergleichen seien, während doch diese allen Scheinbarkeiten enthoben sind, und wenn sie ausgesprochen werden, dieses vernunftmäßig Wahre sie gar nicht glauben kann, weil es sie nicht fassen kann; wie zum Beispiel: Wenn es heißt, der Mensch habe kein Leben, als das vom Herrn ausströmende, so meint der Vernunftmensch infolge der Scheinbarkeiten, dann könnte er nicht leben wie von sich, während er doch dann erst wahrhaft lebt, wenn er inne wird, daß es vom Herrn ist. Der Vernunftmensch meint infolge der Scheinbarkeiten, das Gute, das er tut, sei aus ihm selbst, während doch nichts Gutes von ihm, sondern vom Herrn ist. Der Vernunftmensch meint infolge der Scheinbarkeiten, er verdiene die Seligkeit, wenn er Gutes tut, während doch der Mensch nichts durch sich verdienen kann, sondern alles Verdienst des Herrn ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, daß, wenn er vom Bösen abgehalten, und im Guten gehalten wird vom Herrn her, nichts als Gutes und Gerechtes, ja Heiliges bei ihm sei, während doch im Menschen nichts als Böses, Ungerechtes, und Unheiliges ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, wenn er das Gute aus Liebtätigkeit tut, so tue er es aus der Willenskraft in ihm, während er es doch nicht aus seinem Willensvermögen tut, sondern aus seinem Verstandesvermögen, dem die Liebtätigkeit eingepflanzt worden ist. Und so gibt es tausend und aber tausend Dinge, welche die bloße Vernunft des Menschen aus ihrem aus Sinneswahrnehmungen entstandenen, und infolgedessen getrübten Lichtschein, durchaus nicht glauben kann. Weil das menschliche Vernunftlicht so beschaffen ist, so wird von solchem hier gesagt, es sei ausgeschieden worden, als der Herr, mit dem Göttlichen vereinigt, im göttlichen Innewerden war, was dadurch bezeichnet wird, daß Sarah, die hier ein solches Vernunftwahres ist, an der Türe des Zeltes stand, und diese hinter ihm war. <HG 2196>

“Sie sprach: Nun ich gealtert bin, soll ich Wollust pflegen”, daß dies bedeutet, die Neigung jenes Wahren sei nicht gewesen den Zustand zu ändern, erhellt aus der Bedeutung von altern, sofern es ist das Menschliche ausziehen, somit den

Zustand ändern. Und aus der Bedeutung von “soll ich Wollust pflegen”, sofern es ist: “nicht verlangen”, somit daß es nicht seine Neigung sei. Wie es sich damit verhält, kann aus demjenigen erhellen, was von Sarah gesagt worden ist, daß sie an der Türe des Zeltes stand, und dieselbe hinter ihm war: daß nämlich das menschliche Vernunftwesen in betreff des Wahren von der Art sei, daß es nicht verstehen kann, was das Göttliche ist, und zwar darum nicht, weil dieses Wahre in Scheinbarkeiten befangen ist, und daher das, was es nicht verstehen kann, auch nicht glaubt, und von dem, was es nicht glaubt, auch nicht angeregt wird. Die Scheinbarkeiten, in denen das Vernunftwesen ist, sind von der Art, daß sie anregen, denn in den Scheinbarkeiten selbst ist ein Reiz, daher es meint, wenn es der Scheinbarkeiten beraubt würde, so wäre kein Reiz mehr da. Während doch die himmlische Neigung nicht in Scheinbarkeiten ist, sondern im Guten und Wahren selbst. Weil das vernunftmäßig Wahre von dieser Art ist, so wird es ihm auch zugute gehalten, und zugelassen in Scheinbarkeiten zu sein und an ihnen sein Ergötzen zu haben. Ein solches Wahre, das in Scheinbarkeiten war, wird vorgebildet durch Sarah, als der Herr Sich mit dem Göttlichen verband. Daher gesagt wird, sie sei an der Türe gestanden, und habe gelacht, und gesagt: “nun, ich alt geworden bin, soll ich Wollust haben”, wodurch bezeichnet wird: seine Neigung sei nicht gewesen, den Zustand zu ändern. <HG 2203>

Sarah als Schwester Abrahams wird das Vernunftwahre bezeichnet. <HG 2510>

“Es waren die Lebensjahre Sarahs”, daß dies die Zeiten und Zustände der Kirche bezeichnet in betreff der göttlichen Wahrheiten, die vorangegangen waren, kann aus der Bedeutung des Lebens und aus der vorbildlichen Bedeutung Sarahs erhellen. Die Lebensjahre hier, weil sie sich auf das Lebensalter und dessen Perioden beziehen, nämlich auf die Kindheit, das Jünglingsalter, das reife Alter und das Greisenalter bezeichnen, sowie alle Zeiten im allgemeinen, Zustände (sind), und weil im Folgenden von der Kirche gehandelt wird, deshalb bezeichnen Lebensjahre die Zeiten und Zustände der Kirche. Sarah bezeichnet hier das göttlich Wahre, woraus folgt, daß hier durch die Worte: “es waren die Lebensjahre Sarahs”, im inneren Sinn die Zeiten und Zustände der Kirche in betreff der göttlichen Wahrheiten, die vorangegangen sind, bezeichnet werden. Daß Sarah, während sie als die Ehefrau Abrahams lebte, vorgebildet habe das göttlich Wahre des Herrn in Verbindung mit seinem göttlich Guten, kann aus den angeführten Stellen ersehen werden; und weil das göttlich Wahre des Herrn, so bezeichnet sie auch das göttlich Wahre der Kirche, denn in der Kirche gibt es kein anderes Wahres, als das dem Herrn angehört. Das Wahre, das nicht von Ihm ist, ist nicht wahr, wie auch aus dem Worte und aus der Glaubenslehre erhellt. <HG 2904>

Sarai (später Sarah) “Und Abram nahm Sarai, sein Weib”, daß dies bedeute, daß das Gute dem Wahren beigesellt sei, kann erhellen aus dem, was im Wort durch den Menschen und sein Weib bezeichnet wird, somit wird hier durch Sarai im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet, als das Wahre. Es ist in allem und jedem beim Menschen das Bild einer Ehe, und es kann nie etwas auch noch so Kleines geben, worin jenes Bild sich nicht findet, sowohl im äußeren Menschen, und in dessen Einzelheiten, als auch im inneren Menschen und in dessen Einzelheiten. Der Grund ist, weil alles und jedes entsteht und besteht vom Herrn, und von der Vereinigung, gleichsam Vermählung Seines menschlichen Wesens mit dem Göttlichen; und von der Verbindung, oder himmlischen Ehe beider mit Seinem Reich in den Himmeln und auf Erden. Da hier vorzubilden war das Wahre, das dem Guten beigesellt ist, so konnte es, weil durch Geschichtliches hier den Abram betreffend, nicht anders vorgebildet werden, als durch sein Weib. <HG 1432>

“Da sprach er zu Sarai, seinem Weibe”, daß dies bedeutet, er habe so von den Wahrheiten gedacht, denen die himmlischen Dinge beigesellt sind, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, wenn sie Weib Abrams genannt wird; Eheweib bedeutet im inneren Sinn des Wortes nichts anderes als das mit dem Guten verbundene Wahre; denn die Verbindung des Wahren mit dem Guten verhält sich nicht anders als wie eine Ehe; wenn der Gatte im Wort genannt wird, dann bedeutet der Gatte das Gute, und das Weib (oder die Gattin) das Wahre, aber wenn nicht der Gatte genannt, sondern gesagt wird der Mann, dann bezeichnet er das Wahre, und das Weib das Gute, und zwar konsequent allenthalben im Wort, wie dies auch früher, gesagt worden ist: hier, weil Abram (als Gatte) genannt ist, bedeutet das Weib Sarai das Wahre: zu dem Weibe sagen heißt also im inneren Sinn, so denken von den Wahrheiten, mit denen die himmlischen Dinge verbunden sind. <HG 1468>

Daß das Weib Sarai das den himmlischen Dingen, die beim Herrn waren, beigesellte Wahre sei, erhellt aus demjenigen, was soeben über die Bedeutung des Weibes Sarai gesagt worden ist. Daß gesagt wird das den himmlischen Dingen beigesellte Wahre, geschieht darum, weil alles Wahre beim Herrn schon vorher da war; das Himmlische hat bei sich das Wahre, das eine ist unzertrennlich vom anderen, wie das Licht von der Flamme, aber es war verborgen in Seinem inneren Menschen, der göttlich war; die wißtümlichen Dinge und die Erkenntnisse, die Er erlernte, sind nicht Wahres oder Wahrheiten, sondern sind nur die aufnehmenden Gefäße; wie denn alles, was im Gedächtnis des Menschen ist, nichts weniger als Wahres ist, obwohl es so genannt wird, sondern in ihnen, als in den Gefäßen, ist das Wahre; diese Gefäße mußten durch Unterricht in den Erkenntnissen aus dem Wort vom Herrn gebildet, oder vielmehr aufgeschlossen werden, damit nicht allein Himmlisches ihnen eingeflößt, sondern damit sie selbst auch himmlisch, somit göttlich würden; denn der Herr verband das göttliche Wesen mit dem

menschlichen, damit Sein Menschliches auch göttlich werde. <HG 1469>

“Vielleicht werde ich erbauet werden von ihr”, daß dies bedeutet, so könne das Vernunftmäßige geboren werden, kann erhellen aus der Bedeutung von erbauet werden, wenn es von der Zeugung gesagt wird, somit ohne Erklärung. Durch Sarai wird, wie gesagt, bezeichnet das verstandesmäßige Wahre, das als Gattin dem Guten beigestellt ist: das verstandesmäßige Wahre, das beim Innersten sich befindet, ist ganz kinderlos, oder wie eine kinderlose Mutter, wann noch kein Vernunftmäßiges da ist, in das und durch das es einfließen kann; denn ohne das vermittelnde Vernunftmäßige kann es nicht mit einem Wahren in den auswendigeren Menschen einfließen; wie man dies ersehen kann an den Kindern, diese können gar nicht Wahres wissen, ehe sie mit Erkenntnissen ausgerüstet sind; aber je besser und vollkommener sie mit Erkenntnissen ausgerüstet werden, desto besser und vollkommener kann das verstandesmäßige Wahre, das beim Innersten oder beim Guten ist, mitgeteilt werden: Dieses durch Sarai vorgebildete verstandesmäßige Wahre ist das eigentlich Geistige, das durch den Himmel, und so durch den inneren Weg, und zwar bei einem jeden Menschen einfließt, und stets den Erkenntnissen entgegenkommt, die durch Sinneswahrnehmungen eingebracht, und dem Gedächtnis eingepflanzt werden, ohne daß der Mensch es weiß, weil es zu rein ist, als daß es durch eine allgemeine Vorstellung erfaßt werden könnte; es ist ein gewisses Licht, das erleuchtet, und die Fähigkeit zu wissen, zu denken, und zu verstehen gibt. Das Vernunftmäßige, weil es auch nur durch den Einfluß des durch Sarai vorgebildeten verstandesmäßigen Wahren entstehen kann, verhält sich nicht anders als dessen Sohn: wenn das Vernunftmäßige aus Wahrheiten, die dem Guten beigesellt sind, und noch mehr, wenn es aus Gutem, von dem Wahrheiten herkommen, gebildet wird, dann ist es ein echter Sohn; vorher zwar wird es auch als Sohn anerkannt, aber nicht als ein echter, sondern von der Magd, immerhin jedoch wird es an Kindes Statt angenommen, und dies ist der Grund, warum hier gesagt wird, daß sie von ihr erbauet werden würde. <HG 1901>

“Da nahm Sarai, das Weib Abrams”, daß dies bedeutet die Neigung zum Wahren, die im echten Sinn Sarai, das Eheweib ist, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, sofern sie das dem Guten beigesellte Wahre ist, und aus der Bedeutung von Eheweib, sofern sie die Neigung ist. Es gibt zweierlei Neigungen, die voneinander unterschieden sind: die Neigung zum Guten, und die Neigung zum Wahren. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann geht die Neigung zum Wahren voraus, denn er wird angeregt vom Wahren um des Guten willen. Wenn er aber wiedergeboren ist, geht die Neigung zum Guten vor, und aus dem Guten wird er angeregt vom Wahren. Die Neigung zum Guten gehört dem Willen, und die Neigung zum Wahren gehört dem Verstand an. Die ältesten Menschen haben zwischen beiderlei Neigungen gleichsam eine Ehe angenommen, das Gute oder die Liebe zum Guten hießen sie den Menschen als Ehemann, das Wahre oder die Liebe zum Wahren hießen sie den Menschen als Eheweib. Der Vergleich

des Guten und Wahren mit einer Ehe hat ihren Ursprung in der himmlischen Ehe. Das Gute und Wahre an sich betrachtet sind ohne Leben, sie empfangen aber Leben von der Liebe oder von der Neigung; sie dienen nur als Werkzeuge für das Leben. Wie daher die das Gute und das Wahre anregende Liebe beschaffen ist, so ist das Leben beschaffen; denn alles, was zum Leben gehört, ist Sache der Liebe oder Neigung! Daher kommt, daß Sarai das Eheweib im echten Sinn die Neigung zum Wahren bedeutet, und hier, weil das Verständige ein Verlangen hatte nach dem Vernünftigen, als nach seiner Frucht, und weil das, was sie spricht, ein Verlangen oder einen Trieb ausdrückt, darum wird in diesem Vers ausdrücklich gesagt: “Sarai, das Weib Abrams, gab ihrem Manne Abram”; was nicht nötig gewesen wäre zu sagen, (denn es wäre an sich überflüssig), wenn es nicht dergleichen im inneren Sinn in sich schlösse. Der Herr allein dachte, als Er in der Welt lebte, aus dem intellektuellen Wahren, weil dasselbe Sein mit dem Guten verbundenes Göttliche, oder das mit dem göttlich Himmlischen verbundene göttlich Geistige war; hierin war der Herr von jedem anderen Menschen unterschieden. Aus dem Göttlichen denken wie aus sich selbst, ist gar nicht Sache des Menschen, noch möglich im Menschen, sondern allein in Ihm, der von Jehovah empfangen war. Weil Er aus dem verstandesmäßigen Wahren, das ist, aus der Liebe oder Neigung zum verstandesmäßigen Wahren dachte, so verlangte Er auch aus demselben nach dem Vernunftmäßigen, daher kommt, daß hier gesagt wird, Sarai das Weib Abrams, unter der die Neigung zum verstandesmäßigen Wahren verstanden wird, habe Hagar, die Ägypterin, genommen, und sie Abram, ihrem Manne, ihm zum Weibe gegeben. <HG 1904>

Durch Sarai wird das verstandesmäßige Wahre bezeichnet, das dem Herrn selbst angehörte und aus dem Er dachte. <HG 1921>

“Sarai, dein Weib”, daß dies das mit dem Guten verbundene Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, sofern sie ist das verstandesmäßige Wahre, und weil hier beigefügt wird “Weib”, ist es jenes mit dem Guten verbundene Wahre. <HG 2062>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 36 →

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