Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Wenn es dem Herrn gefällt, erscheinen die guten Geister vor anderen und auch sich selbst, wie leuchtende Sterne, schimmernd je nach der Beschaffenheit ihrer Liebtätigkeit und ihres Glaubens. Böse Geister aber wie kleine Kugeln von
Kohlenfeuer. <HG 1527>
Das Leben der Begierden und der Wollüste aus ihnen erscheint zuweilen wie Kohlenfeuer bei den bösen Geistern: in ein solches gleichsam feuriges Wesen verwandelt sich das Leben der Liebe und Barmherzigkeit des Herrn, das bei ihnen einfließt. Das Leben ihrer Phantasien aber erscheint wie der daraus entstehende Schein, der dunkel ist, und auf keine Entfernung sich ausdehnt. Wenn aber das Leben der gegenseitigen Liebe sich naht, so verlöscht jenes Feurige und schlägt in Kälte um, und jenes dunkle Licht schlägt in Finsternis um; denn die bösen Geister leben in der Finsternis, und merkwürdig ist, daß auch einige die Finsternis lieben, und das Licht hassen. <HG 1528>
Das Leben der Begierden kann mit einem Kohlenfeuer verglichen werden, die Falschheiten mit dem dunklen Licht aus demselben; wie das Feuer durchaus nicht ohne Licht sein kann, so auch die Begierde nicht ohne Falschheit; jede Begierde gehört irgendeiner garstigen Liebe an, denn man begehrt, was man liebt, daher sie Begierde genannt wird, und in der Begierde selbst ist das stetig sich Fortsetzende jener Liebe. Alles was jener Liebe oder Begierde günstig ist oder zustimmt, das wird Falschheit genannt. <HG 1666>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 349 →
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