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„Er sitzt und läutert das Silber, wie Seife wäscht Er die Wäsche.“ Mal. 3, 2. 3.

Aus einem Briefe

Der Schreiber:
Für mich gibt’s kein Unglück, Alles was sich ereignet, sind Zulassungen des Herrn, der zwar dem Menschen den Willen frei lässt, aber aus all‘ den Unannehmlichkeiten, die der Mensch sich selbst zuzieht, sei es aus Unachtsamkeit, sei es aus Nachlässigkeit oder Halsstörrigkeit, doch am Ende den reichsten Gewinn für das geistige Seelenheil herauszuläutern weiß; so ist wohl auch der Spruch gemeint: „der Herr läutert das Silber! oder Er reinigt wie Seife die Wäsche!“

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 14. Oktober 1871

Hierauf der Herr: Ja, Meine Kinder, so ist es! Dein liebes Pflegekind hat ganz Recht, wenn sie diese zwei Sätze wohl bedenkt, und damit sie noch mehr begreift, was diese Sätze eigentlich besagen, so will Ich sie noch besser euch ins Licht stellen.
„Er sitzt und läutert das Silber“, was heißt dieses eigentlich? Sehet, Meine Kinder, das Silber, wie es in der Erde vorkommt, ist mit anderen Erdarten und Mineralien vermischt, besonders ist es Blei, welches äußerlich an Glanz und Farbe dem Silber gleicht, und das am meisten vermischt mit dem Silber aus dem dunkeln Schoß der Erde zu Tage gefördert wird.
Dieses geringere Metall wird sodann durch Waschungen und im Schmelzofen vom Silber geschieden, zu weiteren Lebensbedürfnissen verwendet, während die Erdarten – durch’s Wasser weggeschwemmt – der Erde wieder zurückgegeben werden.
Nun, wenn der Prophet einst sagte: „der Herr sitzet und läutert das Silber,“ so dachte er sich nicht den Läuterungsprozess, wie jetzt solches vorgenommen wird, sondern er dachte sich bloß dabei: „der Herr trennt das wirklich-echte gediegene Silber vom scheinbar äußerlich gleich aussehendem Blei oder von Erde.“
Um dieses mit geistigen Worten auszudrücken, so heißt es soviel als: „der Herr schickt denjenigen Menschen, welche etwas geistigen Silberwert im Innern tragen, den Läuterungsprozess, d.h. das Waschen durch die Liebe, und das verzehren durch das Feuer der unvorhergesehenen Ereignisse“, um das ihnen weltlich anklebende Blei oder irrige Ansichten und falsche Begriffe wegzuwaschen, und wo dieses nicht geht, durch den Verbrennungsprozess mittelst der schlagendsten Beweise: „es gibt noch etwas Höheres, Wichtigeres, als die Welt und ihre vermeinten Größen“, dieses darzutun.
Wann es heißt: „Und Er wascht die Wäsche wie Seife“, so will damit gesagt sein, dass den nämlichen Prozess, den ihr Menschen mit der schmutzigen Wäsche vornehmet, Er dem Geistesmenschen auch angedeihen lässt.
Sehet im gewöhnlichen Leben beschmutzt ihr eure Wäsche, wie ihr oft durch unlautere Taten und Worte in Gedanken eure Seele verunreinigt; wenn nun Ich die Stelle der Wäscherin vertrete und euch zuvor ins warme Wasser der Lebensereignisse tauche, und dann durch das Ätzende der Folgen eurer ungeschickten Handlungen mit Gewalt aus euch scheide, was auf friedlichem Wege nicht von euch lassen wollte, dann geschieht der nämliche Reinigungsprozess wie beim Silber, das echte Silber bleibt allein übrig, und die Wäsche glänzt wieder weiß.
Auf beide Arten wurde das Gute vom Schlechten entfernt, damit eure Seele den reinen Glanz Meines Gnadenlichtes als Silber aufnehme, und das Kleid der Unschuld als weiße Farbe der Wäsche ohne fernere Mackel, als Kleid der Reinheit tragen könne. –
So habe Ich jüngst dem Bruder deines Mannes, der auf hohem Weltroße einherritt, die Nichtigkeit seines Sicherheits-Stolzes gezeigt, (derselbe stürzte damals gefährlich vom Pferde. D. Hsg.) deinem Manne selbst den kräftigsten Beweis Meiner Worte und Meiner Gnade am Krankenbette seines Bruders gegeben, und dir in nächtlicher Stille im einsamen Kämmerlein die geistigen Augen geöffnet, damit ihr Alle sehen und begreifen sollet, dass zwischen Leiden, Unglücksfällen und nächtlichen Träumen der Läuterungsprozess stets vorwärts – euch ziehend und führend – zu dem Ziele leitet, zu dem Ich als liebender Vater Meine Kinder gelangt zu sehen wissen möchte.
In allen Läuterungsprozessen durch Unglücke und Leiden – seien sie geistig oder körperlich – zieht sich der Spruch hindurch, den Ich einst auf Erden sagte: „Lasset die Kleinen zu Mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich, und wann ihr nicht werdet wie sie, so werdet ihr desselben nie teilhaftig werden!“
Was heißt dieses? – Siehe es heißt: Vertrauet dem Vater! wie die Kleinen; genießet die Gegenwart, und plaget euch nicht mit der Zukunft; tuet in jedem Augenblick in Hinsicht auf Mich eure Schuldigkeit, und lasset die Folgen davon Mir über, so werdet ihr als Kinder voll Vertrauens Meine Läuterungen und Waschungen ertragen, denn ihr wisset: Ein liebender Vater kann nicht strafen, sondern Er bessert nur!
So nimm auch du, Mein Kind, deine Leiden und Prüfungen auf! Du bist in Meiner Hand, und diese kann dich nur zu größeren Seeligkeiten führen, als du bis jetzt schon genossen hast! Dieses dir und euch Allen zum Troste!
Amen!

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