Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 27. Juli 1871
Deiner Bitte zu entsagen, ist nicht in Meinem Reiche, da Ich selbst denen, die da bitten, gelehrt habe zu vertrauen, und nicht nur den Einfältigen, sondern jeden, der selbes Vertrauen hat, sich an Mich zu wenden. Indem nun die Bitte lautet in deinem Herzen: „Deine Schwester, welche dem Elen(d-)tiere gleicht, (das Elentier lebt in den Sandsteppen des Nordens von spärlichem Moos, sowie im Jenseits die die Weltehre ec. suchenden Menschen, besonders Gelehrte und „Schöngeister“ in ähnlichem Zustande und in Dunkelheit sich befindend. (siehe geistige Sonne, Kap. 34). D. Hsg.) nicht zu verlassen, so höre denn:
Wann habe Ich je Meine Gnade jemanden versagt? Dem an Meiner Gnade etwas gelegen ist, der wird selbe finden bei Tag und Nacht, im einsamen Kämmerlein wie auch an allen übrigen Orten, und in der Ferne wie auch im Hause und vorzüglich in jedem Menschenherzen, wo der Wohnsitz Meiner Freude ist; aber sage:
Wie sollte Ich da den Segen Meiner Liebe und Gnade ausgießen, da selbe Ohr und auch Herz und Sinn für was Höheres ganz verschlossen hält; ihr Element ist nur die weltliche Ehre und eine andere kennt sie nicht; überhaupt mit allen Gaben, weltliche wie geistigen war sie begabt; was gilt aber ihr der Geber aller Gaben? Was gilt bei ihr die lange Ewigkeit mit allen Glückseligkeiten? und Der, Der die Liebe und Freude in eurem Erdenleben verteilt?
Nach was trachtet daher diese Person, welche, anstatt für ihr Heil zu sorgen, nur die weltlichen Plagen vorzieht; nie noch hat sie die liebe Vaterhand erkannt (Dessen), von Dem sie doch alles Geistige und Materielle erhielt, und Der alles in allem erhält und leitet.
Was hilft es, den Tautropfen, um den du Mich bittest, in ihr trockenes Herz zu gießen, da sie das süße Wohlleben in der weltlichen, häuslichen Pedanten-Ordnung vorzieht; bloß die Sorgen um Heilung des Leibes, an dem es ihr gar nicht fehlt, trachtet sie zu suchen, anstatt die Seele samt dem Geiste, der in dem verwesenden Körper, welcher zu nichts anderem da ist, als die Seele, die darin gefangen, auszureifen und Mir anheimzustellen, wo Ich selbe mit allem Möglichen ausgestattet habe; und doch erkennt selbes Wesen es nicht mit Freude, weicht all Meinem Segen, den Ich in Fülle für sie bereit habe, aus, sucht nichts als auszuweichen Dem, Der sie ewig heilen will, Dem, Der sie bei der Hand zu Meiner Gnadenquelle führt, Dem, Der sie Tag und Nacht beschützt, weicht sie aus! –
Mit Schmerzen muss Ich Mich zurückziehen, weil auch sie wie alle Meine Kinder den freien Willen zum alleinigen Geschenke hat, frei zu handeln; und der Begleiter, welchen jeder Mensch hat als Führer und Leitfaden auf allen Wegen, wird zurückgestoßen und dem Weltgeist wird gehuldigt, während der mit dem guten Samen ausgestattete (Schutzgeist) abziehen muss!
Nun siehe, liebes Kind, keine Bitte wird verschmäht, welche aus wahrem Herzen kommt, aber wie habe Ich schon Meine Gnade ihr auf den Rücken nachgeworfen, aber kaum angefacht, ist alles schon wieder erloschen, und nichts, ja gar nichts von Liebe wird erkannt!
Sage, wie schmerzlich für einen Vater, Der Seine Kinder zu erziehen keine Mühe scheut! Und doch ist alles vergebens und verlorne Zeit!
Also – sich aufgemuntert und einen wahren Liebesseufzer zu Mir gesandt, damit wird das Herz geöffnet, und der Liebestau wird dasselbe befeuchten und Reue, wahre, dankbare Liebe wird sie Mir, dem Geber aller Gaben, dann spenden können; ohne dem ist alles verlorene Zeit und Mühe, das sagt dir euer liebevollster Vater, der immer auf seine Kinder schaut und jeden Liebesseufzer aufzeichnet im Buche des Lebens, mit dem Segen an alle.
Amen!
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