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274. Das Kindlein stellt das Vertrauen der Kranken auf die Probe

274. Kapitel – Das Kindlein stellt das Vertrauen der Kranken auf die Probe und heilt das Ihm
fest vertrauende gichtbrüchige Mädchen.
7. August 1844

[274,01] Nach dieser Besprechung aber lief das Kindlein munter im Zimmer herum und
fragte die Kranken, die da mit allerlei Gebrechen behaftet waren, was ihnen fehle, und wie sie
zu solchen Übeln gekommen sind.
[274,02] Die Kranken aber sprachen: „Du kleines, munteres Knäblein, das haben wir
schon dem Arzte gesagt, der uns darnach heilen wird.
[274,03] Jetzt vor den Gästen aber würde es sich wohl nicht schicken, daß wir da
unsere Sünden bekennen sollen, die da sicher die Ursache unserer Leibesgebrechen sind;
[274,04] daher gehe du zum Arzte, der wird es dir schon sagen, so es sich schicket für
dich!“
[274,05] Das Kindlein lächelte hier und sprach zu den Kranken:
[274,06] „Würdet ihr Mir auch dann den Grund von euren Gebrechen nicht kundgeben,
so Ich euch ganz bestimmt helfen könnte?“
[274,07] Und die Kranken sprachen: „O ja, dann schon;
[274,08] aber dazu wirst du noch sehr viel lernen müssen! Es wird noch eine schöne
Zeit verrinnen, bis du ein Arzt wirst.“
[274,09] Und das Kindlein sprach: „O mitnichten! Denn Ich bin schon ganz ein
ausgelernter Arzt und habe es so weit gebracht, daß Ich euch augenblicklich heilen kann.
[274,10] Und Ich sage euch: Wer aus euch sich Mir am ersten anvertrauen wird, der
solle auch am ersten und alsogleich gesund werden!“
[274,11] Da war ein gichtbrüchiges Mädchen von zwölf Jahren, das fand Wohlgefallen
an dem Kinde und sagte zu Ihm:
[274,12] „So komme denn her, du kleiner Arzt, ich will mich von dir heilen lassen!“
[274,13] Hier lief das Kindlein zu dem Mädchen und sprach zu ihm:
[274,14] „Weil du Mich zuerst berufen hast, so sollst du auch zuerst gesund werden!
[274,15] Siehe, Ich kenne deines Gebrechens Grund, er liegt in denen, die dich gezeugt
haben;
[274,16] du aber bist ohne Sünde, daher sage Ich zu dir:
[274,17] Stehe auf und wandle frei, und gedenke Meiner!
[274,18] Aber nur rede du zu niemandem, daß Ich dich geheilt habe!“
[274,19] Und siehe, das zwölfjährige Mädchen ward im Augenblicke gesund und stand
auf und wandelte frei.
[274,20] Da aber das die andern Kranken sahen, da verlangten sie auch geheilt zu
werden.
[274,21] Aber das Kindlein ging nicht an ihre Betten, weil sie Es früher nicht verlangt
hatten.

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