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27. Jesu Aufklärung über die Zustände im Geisterreich

(Fragen des Anführers an den Festungskommandanten: wer sie seien, und welche Beschäftigung sie da hätten; und dessen lügenhafte Aussage. Vollwahre Gegenaufklärung des Anführers und die Aufklärung über die Zustände im Geisterreich. Welche Bücher in Zukunft gelesen werden.)

Nun ließ Ich die überwältigten Raubmörder im Soldatenanzug vorführen, deren es über 3.000 gab und sagte: „Saget Mir die Wahrheit! Was ist eure Beschäftigung hier?“

Auf diese Frage antwortete Mir der Festungskommandant: „Wir sind Soldaten und beschützen diese Schlucht, dass kein Feind durchkommen kann, um im Lande zu plündern und zu rauben.“

„Gut,“ sagte Ich ihm, „dann sage Mir, wer hat dich hier aufgestellt, um diese Schlucht zu bewachen?“

Darauf erwiderte er Mir: „Der Landesherr, der diese große Landschaft regiert, die sich da gegen Osten erstreckt.“

„Auch recht, jetzt sage Mir: Wie heißt er und wo wohnt er?“

Auf diese Frage konnte er Mir keine Antwort geben und meinte: „Hier im Geisterreich ist es nicht so, wie auf der Erde. Man wird angeworben, kommandiert und man tut seine Pflicht, mehr kann ich Dir nicht sagen, denn ich weiß selber nicht mehr.“

„Ah so! Du weißt nichts mehr? Wenn Ich aber dir kundgebe, dass alles, was du Mir berichtet hast, ganz nach Art der Diebe und Räuber erlogen ist, was hast du Mir darauf zu antworten?“

„Das gibt’s nicht. Ich sagte, was ich wusste und mehr weiß ich nicht.“

„Auch gut, dann muss Ich dich aufklären, was Ich weiß von dieser Festung, und somit höre die wahre Geschichte: Du bist ein Räuber und Mörder. Als solcher hier von der Erde angekommen, hast du ein gleiches Raubgesindel, wie du bist, um dich gesammelt. Und ihr habt mit vereinten Kräften diese Festung erbaut, in der du dein eigener Landes- und Festungsherr bist und beraubst die durchziehenden Reisenden, wie und wo du sie mit deinen Helfern findest, und hier Schätze auf Schätze vom Raub und Überfall häufst. Nun hat sich dein Anführer an dem Falschen vergriffen und dadurch bist du Mein Gefangener samt deiner ganzen Besatzung geworden. Hast du gehört? Das ist die vollwahre Geschichte deiner Festung und deiner Festungskommandantschaft. Das Weitere wird bald folgen.“

Darauf ließ Ich die bekehrten und mitziehenden Räuber auftreten, was in einigen Minuten geschah, und sagte zu ihnen: „Diese Gefangenen sind Räuber, wie ihr wart, daher werdet ihr am besten wissen, was mit ihnen zu geschehen hat. Diese überlasse Ich daher euch.“

Die bekehrten Räuber sagten nun: „Lieber Freund, unsere Absicht wäre, mit diesen dasselbe zu tun, was ihr mit uns getan, und daher befreien wir sie vor allem von ihren Fesseln, dass sie nicht als Gefangene sich unter uns fühlen werden.“

Ich erwiderte ihm: „Gut, es steht euch frei, nach eurem Ermessen mit ihnen vorzugehen. Ich werde euch nichts in den Weg legen. Handelt nach eurem besten Wissen und Gewissen und es wird schon recht werden. Denn wenn ihr aus Nächstenliebe handelt, dann kann nie gefehlt sein.“ Nach diesen Worten verließ Ich die Räuber und wandte Mich zu Martin Luther und sagte: „Siehe, Ich lasse die Leute selbst handeln, damit sie selbständig werden. Denn auf Kommando tut jeder, was ihm befohlen wurde. Wenn er aber aus sich selbst handeln muss, dann ist er bemüßigt zu denken, wie er es anstellen soll, dass er das Rechte ergreife und gut durchführe. Denn durch die Praxis wird man selbständig im Handeln und ein Meister im Ausführen. Lassen wir daher die Räuber ihre gewonnenen Erkenntnisse nutzbringend verwerten. Wir aber gehen uns ein wenig die große Festung anschauen, denn da wird es manches geben, was unser Interesse erwecken wird.“

Darauf verließen wir die Räuber und begaben uns zur Einsichtnahme der inneren Einrichtung, welche vielversprechend war. Ich führte sie zuerst in die Wohnung des Festungskommandanten, die sehr geräumig war und aus vielen Zimmern bestand. Selbstverständlich konnten diese Einsichtnahme nur die Wenigen, welche um Mich waren, genießen. Die große Masse des zahlreichen Volkes füllte alle freien Plätze der Festung aus und wartete auf die Resultate unserer Besichtigung und was mit den Räubern vorgenommen werden würde.

Die Wohnung des Kommandanten war prächtig, denn alles Schöne, was da zusammengeraubt wurde, hatte der Kommandant wie in einem Museum aufgestellt, um es stets zur Besichtigung bereit zu haben und seine Augen daran zu weiden.

Ich muss hier eine kleine Aufklärung über die Einrichtungen im Geisterreich geben, damit die Leser die vollwahre Erzählung aus der Entwicklung und Geschichte Martin Luthers und seiner Glaubensgenossen nicht nur als eine Erdichtung von Meinem Schreiber betrachten, sondern erfahren, dass im Geisterreich dasselbe besteht, wie auf der Erde; was den Spiritisten aus den Geisteroffenbarungen gut bekannt ist, nicht so den übrigen Menschen, welche sich um nichts kümmern, als bloß um das, was sie durch die Priester erfahren haben. Alles übrige, was die Priester nicht predigen oder als ketzerisch erklären, ist ihnen verwerflich und ketzerisch, ohne selbst nachzudenken, ob auch alles wahr ist.

Habe Ich nicht gelehrt: ,Prüfet alles und das Gute behaltet!’ Also tuet und merket euch, dass nicht alles Gold ist, was glänzt! Eure Glaubenslehrer sind viel zu fanatisch und unduldsam. Wären sie Meine echten Diener, so würde Ich sie erleuchten, damit sie euch Meine reine Lehre so vortrügen, wie Ich sie möchte vorgetragen haben. Sie reiten viel zu viel auf den Buchstaben herum oder nagen an der äußeren Rinde, während das Innere, der Kern, der den Geist vorstellt, unverstanden bleibt, und daher das Falsche in der Lehre.

Ich bin Geist und als solcher gebe Ich euch nur geistige Speise, und diese ist es, welche das ewige Leben in sich birgt. Was soll Ich von den römischen Menschensatzungen sagen? Sie sind eine böse Krankheit für das geistige Leben der Gläubigen und aller wahren Grundlage bar. Und daher sind hauptsächlich die römischen und orthodoxen Gläubigen die unglücklichsten Menschen, wenn sie ins Geisterreich treten. Daher ließ Ich die glaubenslose Sozialdemokratie wuchern und sich entwickeln, um die verblendeten und fanatischen Menschen von der Kirche wegzuziehen. Denn der Gottesleugner und Zweifler, wenn er früher ein Gläubiger war, ist leichter zu bekehren als die fanatischen Kirchenläufer, welche kein Wort reden lassen und alles für Ketzerei erklären, was nicht nach den Worten der Priester ist.

Noch eine kurze Zeit und das morsche Gebäude des falschen Priestertums, ob im Ornate oder ohne dasselbe, wird aufhören. Und nur Meine reine Lehre wird durch Meine eigenen Diener euch gelehrt werden, während das bisherige Falsche vernichtet wird, aber nicht durch Menschen, sondern durch Mich, damit ihr klar sehen werdet, was gut und was schlecht ist. Denn nur diese Bücher, welche übrig bleiben, werden als gut erkannt werden. Alles Übrige, sei es Buch oder Zeitung oder sonst etwas, welches euch hindert, an Mich zu denken, wird in Luft verwandelt und nirgends mehr zu sehen sein, weil sonst nie eine Herde einig mit ihrem Hirten Jesus entstehen könnte.

Dass die Bücher, welche Ich durch Mein Medium, der euch dieses offenbart, reichen werde, gut und einzig und allein einen Bestandteil der zukünftigen Bücherei bilden werden, sei euch als Vorwarnung gesagt. Nicht dass dieses Medium allein die Bücher schreiben wird, sondern Ich will damit sagen, dass diese Bücher, die er in separatem Anzeiger euch vorlegt, gut und die echte Lehre enthaltend sind, und damit wisset ihr, wie ihr daran seid.

Zurückkommend auf die Einrichtungen im Geisterreich habe Ich noch zu sagen, dass der Mensch selbst der Schöpfer seiner Wohnung in der Geisterwelt ist. Je niederer sein Charakter und seine Eigenschaften, desto armseliger die Landschaft und die Behausung, welche er aus sich selbst erschaffen kann.

Daher: Je mehr Liebe, Demut und geistiger Gemeinsinn, desto lichter und weiser – und desto schöner und herrlicher sein geistiger Aufenthalt. Es ist ebenso, wenn man, weltlich gesprochen, einen Vergleich machen will: wie der sich entwickelnde Unterschied zwischen der stockfinsteren Nacht und der sich entwickelnden Helle bis zur Mittagssonne. Und so ist auch das ganze Wesen des Menschen: Vom finsteren Scheusal angefangen bis zum wie Sonne leuchtenden Engel aufsteigend; und so auch diesem entsprechend, was er sich schafft und erschafft.

Der Mensch ist daher durch seine Tugenden oder Untugenden ein Gotteskind oder ein Satanskind, ein Teufel der Geisterwelt. Weil der Mensch geistig sich nicht hinter einem Fleischkörper verbergen kann, sondern, wie er ist, so sieht er äußerlich aus und so lebt und so handelt er, weil Heuchelei und Verstellung durch den Abfall der Fleischdecke nicht mehr möglich ist. Und so ist dann der Mensch in allem, also auch im Schaffen seiner Gegend, seiner Wohnung und in allem, was er benötigt, nach seinem inneren Werte dastehend, weil er sich alles aus sich selbst, aus seinem Inneren erschaffen muss, während er im Fleischkörper mit Händen schafft. Aber einmal erschaffen, ist es auch tatsächlich real für ihn dastehend, während das Materielle der Welt für den Geist nicht mehr besteht.

Daraus kann man sich den Unterschied vorstellen von dem sonnenlichten Engel bis herab zu dem stockfinsteren Gottesleugner und in Sünden verharrenden Verbrecher, weil das Licht, das Schaffen aus sich selbst vom Geiste Gottes im Menschen ausgeht, und wenn der Mensch stockfinster ist, so hat er eben keine Liebe, keine Tugenden, keine Werke der Nächstenliebe, und somit hat er kein Licht, weil er von Gott so bedient wird, wie er nach seinen Tugenden oder Untugenden und Eigenschaften innerlich beschaffen ist.

Daher auch die Antworten vieler Geister bei spiritistischen Sitzungen, dass sie kein Licht haben, was für euch soviel bedeutet, dass ihr mit niederen, teuflische Gestalten habenden Geistern zu tun habt. Von solchen erfahret ihr nichts als Lüge, weil sie euch zum Narren halten. Daher sollet ihr selber solche belehren, auf ihre Aussagen aber kein Gewicht legen.

Diese kleine Aufklärung war nötig, damit ihr die Zustände in der Geisterwelt, wie Ich sie euch hier schildere, nicht für eine Phantasie betrachtet. Glaubet ihr aber Mir nicht, so leset spiritistische Bücher, besuchet selbst einen Zirkel, wo Manifestationen der Geister vorkommen, dann wird euch das hier Gesagte als wahr und echt erscheinen. Jeder erfahrene Spiritist wird euch dies bestätigen. Somit muss es auch so sein und damit genug von dem.

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