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Das Himmelreich gleicht einem Netze, (Aufgabe der Engel)

 396. – 11. Mai 1884  Das Himmelreich gleicht einem Netze, (Aufgabe der Engel)

           
„Abermals gleicht das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung sähet; wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die Guten in ein Gefäß zusammen; aber die Faulen werfen sie weg. „Also wird es auch am Ende der Welt ergehen. „Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten
scheiden u.s.w.“  (Matth. 13, 47-49.)

 
Liebe Kinder!

In diesem Gleichnisse sind die Zustände beschrieben, welche nach Meinem Tode bei Ausbreitung des Evangeliums eintraten und in jeder Zeitperiode unter den Christen stattfinden; denn es ist nicht möglich nur Seelen zu sammeln, die bloß gut und rein sind, weil die Seelen selbst zuvor erprobt werden müssen, nach ihrem freien Willen zu wählen, was erst stattfinden kann, wenn sie belehrt und vom h. Geiste erleuchtet sind, so wie es eben nach ihrer Bereitwilligkeit tunlich ist.
           
Gutes und Böses zu unterscheiden, ist jedem Menschen durch das Gewissen leicht möglich; aber Gutes zu wählen und das Böse zu meiden, dazu gehört schon ein Zutun des Menschen, der durch seinen Willen wählen muss. Will er Gutes, so muss er die Mittel ergreifen, die ihm sowohl durchs göttliche Wort, als durch einen inneren Antrieb geboten sind, und welche ihm dann durch Meinen Beistand gesegnet werden, damit es ihm möglich ist, dasselbe auszuführen. Darum aber kann das Böse nicht sogleich ausgeschieden werden, sondern es wird erst durch immerwährend entschiedenes Wollen von Seite des Menschen nach und nach besiegt
 
           
Wenn nun das Himmelreich einem Netze mit guten und faulen Fischen verglichen wird, so heißt solches so viel, als daß bei der Ausbreitung der Wahrheit dieselbe sowohl den Guten als den Bösen angeboten werden muss, und weil nicht alle Menschen sogleich, sondern der Eine früher, der Andere später sich fürs Gute entscheidet, so muss auch die allgemeine Entscheidung hinausgeschoben werden bis ans Ende der Welt, oder das Böse darf nicht mit einer Gewalt, welche den freien Willen beeinträchtiget, ausgerottet werden, sondern die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Guten scheiden.
 
Es ist diese Geschäft eine Arbeit der Liebe; darum sind die Engel damit beauftragt oder solche Geister, die in der göttlichen Liebe stehen, und also mit Sanftmut und Geduld das Böse zu überwinden suchen, ansonst sie selbst böse sind, wenn sie die Menschen in ihrem höchsten Gute, d. h. im freien Willen beeinträchtigen würden. Nur durch Überzeugung soll der Mensch das Gute wählen, und darum muss er zuvor Gutes genießen, um für dasselbe angereizt zu werden; deshalb muss die Liebe tätig sein und Gutes wirken, sowohl an sich als an Anderen, auf daß ihr die Seelen von selbst zufallen.
           
Diese Scheidung ist eine geistige und somit eine verborgene, und geht dieselbe täglich und stets vor sich. Obgleich gute und böse Menschen nebeneinander wohnen und miteinander leben, so findet doch stets ein Wirken und Schaffen von Seite der unsichtbaren guten Geister statt, um die Guten und Bösen in der Weise zu scheiden, daß die Seelen dabei gewinnen; darum auch oft so unerklärliche Vorkommnisse im menschlichen Leben eintreten, welche oft von einer Gärung oder Entscheidung zwischen Gutem und Bösem herrühren.  

Dies von eurem treuen Jesus-Vater.

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