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56. – An eine Mutter

56. –  An eine Mutter

Den 13. Januar 1886.

Liebe Tochter!
Wenn Ich es für gut finde, einem Kinde von Mir eine Freude zu bereiten, so geschieht dieses nach Meiner Liebe und Weisheit, meist in einer Zeit, wo sich dieses Meiner Liebe besonders bedürftig fühlt, um desto inniger und wohltuender dasselbe zu beeinflussen; so ist es auch bei dir der Fall. In der jüngst vergangenen Zeit war ja dein Herz stets dankbar und freudig gehoben, weil deine Mutter-Liebe mit den Kindern herzlich teil, und die Gnade zu würdigen weiß, mit welcher Ich dieselben an Mein Herz ziehe.

Ich segne stets deine Gebete für dieselben, du kannst und sollst sie Mir ruhig übergeben, was auch dein redliches Wollen ist; aber siehe, deine Individualität nach Außen macht, daß dir manche Stunde schwer wird, indem du oft gar zu eifrig die Erhörung deiner Bitten erwartest; daher kommt es auch, daß du empfindlich geworden, als du kein Vaterwort erhalten hast. Solche Liebe tadle Ich nicht, weil sie von Sehnsucht kommt, Mein Wohlgefallen ruht auf ihr, sondern Ich leite sie und segne sie im Verborgenen. Weil Ich aber keine Lücke zwischen dir und Meinen Kindern hier entstehen lassen will, und aber auch weiß, daß auf beiden Seiten die geistige Liebe nicht gestört ist, so sage Ich: „Wo Zwei oder Drei beisammen sind in meinem Namen, da bin Ich mitten unter ihnen“, diese Worte gelten auch euch (Dreien); stoßet euch nicht an Vorkommnissen, welche nicht in das Buch des Lebens eingetragen werden, und empfahet Meinen vollen Vater-Segen. Amen! Euer Vater.

(* „Eintracht – starkmacht“ (Liebe), „Zwietracht – bös’Macht“ (Haß) D. Hsg. Nr. 45. 1. Vaterbriefe, 9. Heft.

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