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6. März 1881
Markus 4, 26 ff
"Das Reich Gottes ist so, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft, und stehet auf Nacht und Tag, und der Same gehet auf und wächst, daß er`s nicht weiß."
Liebe Kinder!
Es ist hier unter Meinem Reiche zunächst "Mein Wort" verstanden, welches das Reich des Friedens in euch bewirken soll, wenn ihr dasselbe in euer Herz eingehen lasset, indem ihr auf dasselbe achtet, es wertschätzet und jede Gelegenheit benützet, wo dasselbe euch gepredigt und erklärt wird.
So ist dann der Same auf das gute Land gefallen, weil ihr dadurch beweiset, daß euer redlicher Wille es ist, Mir zu gefallen, und diesen kleinen Anfang zu Meinem Reich in euch will Ich segnen, so daß ihr selbst staunen werdet, ohne Besonderes oder Außerordentliches das Reich der Liebe in euch zu finden.
Obgleich es auf einer andern Seite heißt: "das Reich Gottes leidet Gewalt," so geht dasselbe doch so still und verborgen in die Herzen ein, daß es kein menschliches Auge erschauen kann, wie Ich schon so viele Herzen auf Meine Seite brachte durch den Gnadenruf, der nur im Innern hörbar ist.
Deshalb ist es von so großer Wichtigkeit, daß, wenn eine Seele solchen Ruf in sich vernommen hat, sie ja recht oft und viel und voll vertrauen zu Mir kommt, damit Ich Selbst ihr Lehrer sein kann.
Wird sie auf diese Art von Mir erzogen, so ist sie geschickt für Mein Reich, und kann auch andern bis auf einen gewissen Grad dazu verhelfen, wo ihr dann durch die wahre Demut klar wird, daß nur Ich es vermag, solche Seelen weiter zu führen.
In diesem Punkte der Demut wird gar viel gefehlt, weil oft die Eiferer für Mein Reich vergessen, daß nur Meine Liebe es ist, die sie an der äußeren Berufung teilnehmen läßt, während Ich die Vorarbeit im Innern zuerst besorge.
Gleichwie bei einem Landmanne, der säen will, der Boden zuerst da sein muß, ehe er denselben bearbeiten und ansäen kann; (denn es ist ja außer seiner Kraft, ein Stück Land zu erschaffen), also sollet ihr bei eurem Missionseifer bedenken, daß nur solche, welche Ich euch zuführe, den geeigneten Boden haben.
Sehet ihr aber dieses ein, so kann von euch auch viel mehr Liebe und Geduld um Meinetwillen verlangt werden, – und ihr sollet darauf verzichten lernen, wenn ein solch bekehrter Mensch an euch nur vorbeistreift und zu Mir Selbst eilt; übergebet ihn deshalb mit eurer wahren Liebe Mir, so habt ihr verstanden zu säen, und Ich will euch die Ernte nicht vorenthalten; nur ist zwischen Saat und Ernte stets eine Pausezeit, wo es – gleich wie in der Natur – auf Mich ankommt, wie viel Sonnenschein und Regen Ich dazu gebe.
Habt ihr im Äußern eure Abhängigkeit von Mir begriffen, so begreifet dieselbe doch auch in geistiger Aussaat; denn nur wo Mein Segen dabei waltet, kann dieselbe wachsen.
Seid daher nicht furchtsam, wenn euch eure Aussaat zu spärlich vorkommt; denn in Meiner Macht liegt es, dieselbe zu einer großen Ernte heranwachsen zu lassen.
Darum lasset die Hände nicht sinken, sondern säet den Samen aus, den Meine Gnade euch zuweist, und verlasset euch dabei aufs Neue auf Meine Mitwirkung.
Gleichwie Ich einst durch den Propheten sagen ließ: "So ihr Mir treu bleibet, will Ich euch Früh- und Spät-Regen geben, und Meine Sonne scheinen lassen, " also gelten diese Worte heute noch und in alle Ewigkeit.
Amen!
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